| von Christian Klein
Bild: Voestalpine
Bild: Voestalpine

AUTOMOBIL PRODUKTION: Welche Gründe waren dafür ausschlaggebend, rund elf Millionen Euro in den Standort Schwäbisch Gmünd zu investieren und das neue Verfahren primär bei der dortigen Konzerntochter Voestalpine Polynorm in den Serienbetrieb zu nehmen?
Wir haben für dieses Produkt in Linz ein Werkstoff-Kompetenzzentrum, dort dreht sich alles um die Entwicklung von Materialien und Beschichtungen. Und wir haben ein Verfahrens-Kompetenzzentrum für die Warmumformung, das in Schwäbisch Gmünd beheimatet ist. Dort ist die ganze Forschung und auch das Know-how gebündelt und dort starten wir auch den Roll out. Derzeit sind weltweit bereits insgesamt acht phs-ultraform-Linien der Voest-alpine in Betrieb, um die Verfügbarkeit der Leichtbautechnologie für Fahrzeughersteller in den Produktionsländern vor Ort zu gewährleisten. Sechs Anlagen davon befinden sich an deutschen Standorten: vier in Schwäbisch Gmünd und zwei in Schmölln.
Eine Anlage wurde erst im Herbst 2015 im neuen Automotive-Werk der Voestalpine in Shenyang in China eröffnet – es handelt sich dabei um den ersten asiatischen Standort mit phs-Technologie. In den USA konnte zudem im Mai 2016 mit dem Anlauf einer phs-ultraform-Linie der Produktionsstandort für höchstfeste Karosserieteile in Cartersville weiter ausgebaut werden. Mit der am 7. Juli 2016 erfolgten Inbetriebnahme der phs-directform-Linie in Schwäbisch Gmünd kommt nun die insgesamt neunte phs-Anlage hinzu beziehungsweise die erste mit direkter Warmumformtechnologie. Unser Plan ist, bis 2020 weltweit insgesamt mindestens 16 phs-Anlagen für den indirekten und direkten Prozess in Betrieb zu haben.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Und wo werden die nächsten phs-directform-Anlagen aufgebaut werden?
Ich sehe weitere Anlagen dieser Art durchaus erst noch in Schwäbisch Gmünd stehen. Einfach deshalb, um den mit dem Betrieb der ersten Serienanlage verbundenen Lernprozess noch zu verfeinern und optimieren zu können. Alles Weitere hängt natürlich von Kundenaufträgen ab. Aber tendenziell geht es da natürlich Richtung China und Richtung USA.
Ganz aktuell werden wir etwa 60 Millionen US-Dollar in zwei US-Standorte investieren, um einen neuen 500- Millionen-US-Dollar Auftrag eines deutschen Premium-Automobilherstellers umsetzen zu können. In diesem Zusammenhang erfährt das 2014 eröffnete Automobilkomponentenwerk in Cartersville, Georgia, bereits seine dritte Ausbaustufe. Für Cartersville werden 50 Millionen Dollar bereitgestellt. Die verbleibenden zehn Millionen US-Dollar fließen nach Birmingham, Alabama, wo wir einen neuen Produktions-standort in Betrieb nehmen. Bis 2018 wird in Cartersville die phs-Technologie weiter ausgerollt, zudem sind eine Reihe neuer Pressen und Assembly-Anlagen für Automobilkomponenten geplant.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Welcher OEM und welches Fahrzeugmodell wird mit welchen Teilen „phs-directform Erstanwender“ sein?
Angaben dazu unterliegen naturgemäß Vertraulichkeitsvereinbarungen. Dazu nur soviel: Es wird ein deutsches Premiumfahrzeug sein, in dessen Struktur die ersten phs-directform-Bauteile eingebaut werden.

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