| von Christian Klein

AUTOMOBIL PRODUKTION: Welche Rolle spielt phs-directform für die Voestalpine-Konzernstrategie 2020?
Alle vier Divisionen der Voestalpine sind auf dem Automotive-Sektor vertreten. Insgesamt macht der Konzern 32 Prozent seines Umsatzes im Segment Automotive.Die Hauptakteure hinter der Leichtbau-Initiative „phs“ sind die Steel Division und die Metal Forming Division des Konzerns. Die Metal Forming Division verfügt als Spezialist für einbaufertige Systemkomponenten über die nötige Verarbeitungskompetenz für die Herstellung der pressgehärteten Stahlbauteile. Die in Krems/Donau ansässige Division ist für fast alle europäischen Automobilhersteller tätig und erzielte im Geschäftsjahr  2015/16 in diesem Segment einen Umsatz von rund 1,2 Milliarden EUR – 51 Prozent des Divisionsumsatzes.
Die Automobilproduktion ist also eine tragende Säule unseres Geschäfts und phs-ultraform sowie phs-directform sind Schlüsseltechnologien dafür. Bis zum Jahr 2020 wollen wir mit dieser Produktreihe mittelfristig rund 400 Millionen Euro Umsatz pro Jahr erzielen. Daran wird phs-ultraform sicher noch deutlich mehrheitlich beteiligt sein, da sich das Potenzial von phs-directform nun erst beginnt, zu entfalten. Es ist zu erwarten, dass sich das Verhältnis in wenigen Jahren umkehrt.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Wie groß ist denn ihr zeitlicher Wettbewerbsvorsprung durch diese jüngste Innovation?
Wir haben im Jahr 2008 phs-ultraform in den Markt eingeführt und das auch massiv patentrechtlich geschützt. Es gibt noch niemanden, der das nachproduzieren kann. Das Know-how haben wir. Wir wollen das allerdings teilen und sind nun dabei, dafür Lizenzrechte zu vergeben. Gleiches gilt für phs-directform. Wir werden die Anwendung der Technologien mit einem Wettbewerber teilen, um so im Markt noch globaler auftreten zu können und der großen Nachfrage gerecht zu werden. Dafür braucht man Partner.
Und natürlich ist ein solches Splitting auch für den Kunden im Sinne von Planungs- und Versorgungssicherheit relevant. Aber unser zeitlich deutlich vorhandener Wettbewerbsvorsprung bleibt davon unberührt.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Was kommt nach phs-directform, woran arbeiten ihre Entwicklungsteams als nächstes?
Wir arbeiten zum Beispiel an der Erweiterung der phs-Produktfamilie, an einer Technologie namens Rollform-hardening. Da sind wir auch schon in Kontakt mit den Kunden. Ein interessantes Feld bilden auch Elektrobandpakete für Anwendungen der Elektromobilität.

Zur Person
Dipl.-Ing. Dr. Peter Schwab wurde 1964 in Gmunden geboren. Er studierte technische Physik und promovierte an der Johannes Kepler Universität (JKU) in Linz. Während dieser Zeit absolvierte er im Rahmen eines Austauschprogramms auch mehrere längere Auslandsaufenthalte in Nishni Nowgorod (Russland). Zudem erwarb er im Post-Graduate-Studium den Global Executive MBA an der Limak und absolvierte einen Lehrgang an der Harvard Business School. 1993 trat er in den Voestalpine-Konzern ein, wo er 2002 zum weltweiten Forschungschef und 2014 zum Mitglied des Vorstands der Voestalpine AG berufen wurde. In dieser Funktion leitet er die Metal Forming Division.

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