| von Bettina Mayer

AUTOMOBIL PRODUKTION: Wann ziehen Sie mit der Produktion des Mission E endgültig um?
Die ersten Anlagen ziehen schon Anfang 2018 in die Gebäude. Endgültig liegt unser Blick aber auf dem Jahr 2019.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Warum machen Sie den Mission E als Einzelprojekt und betten ihn nicht in eine Flex-Fertigung ein, die alle Motorenarten erlaubt?
Die Fertigung im Modellmix und mit einem hohen Individualisierungsgrad ist unsere Kernkompetenz. Würden wir morgen für Leipzig so ein Elektrofahrzeug entscheiden, dann würden wir es in die bestehende Linie integrieren. Wir halten das für den besten Weg. Unsere Sportwagen-Produktion Zuffenhausen ist aber – so wie ich das vorher geschildert habe – heute voll ausgelastet. Ein weiteres Aufbohren war unmöglich. Also haben wir eine zweite Linie entschieden. Das hat aber nichts damit zu tun, dass wir das grundsätzlich solitär machen möchten.

Zuffenhausen 2020

AUTOMOBIL PRODUKTION: Künftig gibt es auch noch eine Premium-Plattform Elektromobilität, kurz PPE, die Sie zusammen mit Audi entwickeln. Das begrenzt doch die Fertigung des Mission E zeitlich. Wenn die PPE-Fahrzeuge kommen, ist doch die Mission-E-Produktion überflüssig, oder nicht?
Mit der PPE-Architektur planen wir, heute bestehende Baureihen in das Zeitalter der E-Mobilität zu überführen. Gemeinsam mit Audi nehmen wir so die Verantwortung für die Fahrzeugarchitektur der Zukunft wahr. Der Mission E ist eine eigenständige, separate Baureihe, die unser Produktportfolio ideal ergänzt und erweitert.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Das heißt, vom Mission E ist durchaus eine zweite Generation denkbar?
Wir konzentrieren uns jetzt auf die erste Generation. Die Ikone 911 gibt es mittlerweile in siebter Generation und in zahlreichen Derivaten. Unsere Kreativität hat keine Grenzen und wir denken natürlich auch beim Mission E über Derivate nach. Aber eins nach dem anderen.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Welchen Lifecycle planen Sie für den Mission E?
Normalerweise sind Produktlebenszyklen irgendwo zwischen fünf und sieben Jahren angelegt. Tendenziell erkennen wir aber einen Trend, dass die Zyklen heute eher kürzer werden.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Der Mission E zählt doch bestimmt auch zum Konzern-Produktionsnetzwerk. Könnte aus Zuffenhausen also noch etwas anderes kommen als ein Porsche Mission E?
Sie meinen, dass sich auf unserer Plattform eine andere Marke etwas überlegt? So etwas kann man sich immer vorstellen und es gibt auch genügend Ideen dafür im Konzern. Die Entscheidung dafür liegt nicht bei Porsche.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Stecken Sie auch schon Geld dafür in den Aufbau der Mission-E-Produktion, um diese fürs Netzwerk kompatibel zu machen?
Wir glauben an den Erfolg des Mission E. Das heißt, dass wir sämtliche Register ziehen, um die notwendigen Volumen für unseren Vertrieb aufzubauen. Wir geben gerne unsere Technik weiter, aber im Moment sehe ich keine freie Produktionskapazität.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Bis wann rechnen Sie mit dem ersten Derivat des Mission E?
Wir prüfen natürlich Vorschläge. Aber da müssen Sie noch ein bisschen Geduld haben.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Abgesehen vom Mission E, gibt es eine Konzernstrategie E-Antriebe?
Über die Unternehmenssparte Komponente wird im Konzern daran gearbeitet. Porsche-seitig arbeiten wir eng mit den Kollegen bei Audi zusammen. Der Antrieb war schon immer eine Kernkompetenz von Porsche. Das ist beim E-Antrieb nicht anders. Er ist ein elementares Gen. Deshalb fertigen wir die Aggregate für den ersten rein elektrisch betriebenen Porsche ebenfalls in Zuffenhausen. Da wir kein Volumenhersteller sind, werden die großen Mengen im Konzern diskutiert und entschieden. Hochleistungsantriebe können wir uns aber sehr gut bei Porsche vorstellen.

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