25-Jahre_BMW_Spartanburg

Spartanburg ist das größte Werk im BMW-Verbund und wird es auch lange bleiben: BMW-Chef Harald Krüger bei der 25-Jahr-Feier umringt von Mitarbeitern und Journalisten. Bild: C. Habrich-Böcker

| von aus Spartanburg berichtet Christiane Habrich-Böcker

BMW-Chef Harald Krüger ließ es sich nicht nehmen, persönlich zur Enthüllung der dritten X3-Generation am Montag ( 26. Juni) anwesend zu sein. Immerhin zählte er 1992 zum Aufbau-Team des BMW-Werk in Spartanburg im Süden der USA.  Das Leitwerk für SUV-Modelle der Bayern ist heute der größte Produktionsstandort im BMW-Netzwerk und kann 450.000 Automobile jährlich fertigen. 2016 waren es 411.000 Einheiten oder täglich rund 1.400 BMW X3, X4, X5 oder X6. Das bedeutet alle 60 Sekunden ein Auto. Harald Krüger sagte, Spartanburg werde auf lange Sicht das größte Werk im Verbund bleiben.

Damit ist BMW (nach den Zahlen des US-Handelsministeriums) der größte Fahrzeugexporteur aus den USA. Aus der Fertigung in Spartanburg werden jährlich Autos im Wert von 10 Milliarden US-Dollar in die Welt verschifft. Alleine 25 Prozent gehen nach China.  Und das soll so bleiben. Dabei ist der US-Absatzmarkt rückläufig. Doch der SUV-Trend ist nach Angaben von Harald Krüger ungebrochen. Im kommenden Jahr wird das Sortiment um den X7 aufgestockt. Auch der X1 laufe erfolgreich, sagte Krüger im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten.

Weil die Wachstums-Prognosen für SUV ungebrochen positiv sind, wird der Personalbestand um etwa 1.000 Arbeitsplätze aufgestockt. Begleitend dazu erhöht der Autobauer seine Bildungsbudget und pumpt rund  200 Millionen US-Dollar die duale Ausbildung. Insgesamt summieren sich die angekündigten Investitionen auf 600 Millionen USD in den nächsten Jahren.

Aufgrund der Präsentation beim US-Präsidenten im Rahmen des Staatsbesuchs von Angela Merkel haben BMW, Siemens und Schaeffler mit den US-Konzernen DowChemical und IBM ein gemeinsames Bildungskonzept verabschiedet. Das zeigt Wirkung. Erst vor wenigen Wochen besuchte US-Arbeitsminister Alexander Acosta BMW in München und verschaffte sich vor Ort einen detaillierten Eindruck zum Thema duale Ausbildung. Mit einem solchen System könnte in den Staaten eine Lücke im Ausbildungssystem geschlossen werden. Denn dort fehlt es an der Verschränkung von theoretischer und praktischer Ausbildung. Derzeit bildet BMW 99 Azubis in mechanischen und elektromechanischen Berufen in Spartanburg aus.

235 lokale Zulieferer schaffen ebenso Wohlstand in der Region.  Mit 5,2 Milliarden Euro sind die USA nach Deutschland der zweitgrößte Beschaffungsmarkt der BMW Group. Über alle Baureihen erreicht BMW damit einen Local Content von rund 60 Prozent.

Damit liegt BMW weit vor dem deutschen Wettbewerber Mercedes-Benz, die in Alabama auch ein Werk betreiben, das in diesem Jahr sein 20-jähriges Produktionsjubiläum feiert. Dort arbeiten 3.700 Mitarbeiter.

Die deutschen Aktivitäten bilden in den Südstaaten ein Auto-Cluster, zu dem auch VW in Chattanooga, Tennessee beiträgt.  Am hohen Stellenwert des Standorts werde sich aus BMW-Sicht nichts ändern, betonte Krüger. Denn, ungeachtet des politischen Getöses aus Washington, sei die Unterstützung durch die lokale Regierung in South Carolina sehr gut. Dort wisse man, was man an BMW habe. Rund 50.000 Arbeitsplätze sind indirekt durch BMW gesichert und dass die Arbeitslosenrate mit vier Prozent niedrig ist, können sich auch die Bayern und das Zulieferer vor Ort auf die Fahnen schreiben.

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