Renault Kwid für den indischen Markt

Kurze Überhänge, große Bodenfreiheit: Das Design des Kwid orientiert sich am weltweiten Wachstumssegment der Sports Utility Vehicles. Bild: Renault

Der Kwid baut auf dem modularen CMF-Baukasten (Common Module Family) der Renault-Nissan Allianz auf. Der Kwid ist das erste Fahrzeug der Renault-Nissan Allianz mit CMF-A-Architektur. Kleinwagen basieren auf der CMF-A-, Mittelklassemodelle auf der CMF-B- und größere Fahrzeuge auf der CMF-C/D-Plattform. “Die CMF-A-Plattform eröffnet uns neue Perspektiven, die es uns ermöglichen, die Erwartungen unserer Kunden gerade in jenen Ländern, in denen die Nachfrage aktuell am stärksten ist, zu befriedigen oder sogar zu übertreffen”, erklärt Arnaud Deboeuf, Senior Vice President von Renault-Nissan. “Diese Kunden wollen kein Auto, das ursprünglich für die entwickelten Märkte konzipiert war, aber inzwischen überholt ist. Sie wünschen – vollkommen zu Recht – ein modernes, robustes und elegantes Fahrzeug zu einem Preis, der speziell in diesem Segment eine kleine Revolution darstellt”, so Deboeuf weiter.

Internationaler Entwurf, lokale Fertigung und Zulieferer

Die Zulieferpartner für den KWID stammen zu 98 Prozent aus Indien, davon 60 Pro­zent aus dem Raum Chennai. Gleichzeitig ist der Kwid laut Renault ein Entwurf von internationalem Format. Um Entwicklungskosten und -zeit zu optimieren, griff Renault auf Ressourcen in Frankreich, Japan, Korea und Indien zurück. Beispiel Fahrzeugtests: Karosserie sowie Fahrwerk wurden in Japan getestet und Karosseriekomponenten in Korea, während die Langlaufprüfungen in Frankreich stattfanden. Das komplette Fahrzeug und die Montage wurden außerdem noch einmal in Indien getestet.

Der Kwid steht für Renault für die verstärkte internationale Ausrichtung der Renault Gruppe. Die aufstrebenden Märkte spielen für die Renault Gruppe eine immer wichtigere Rolle. Im Jahr 2014 verkaufte der Konzern insgesamt 2.712.432 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge in 125 Län­dern der Welt. Insgesamt 46 Pro­­zent davon gingen in Länder außerhalb Europas. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 waren es noch 37 Prozent.

Das Unternehmen verfolgt die Strategie, Fahrzeuge möglichst nah an den Absatzmärkten zu fertigen. Insgesamt unterhält die Renault Gruppe 36 Produktionsstätten und 12.000 Verkaufspunkte weltweit. Der Kwid soll nun die Expansion des Konzerns in Indien entscheidend beschleunigen. Der indische Automobilmarkt gehört zusammen mit Russland, Brasilien und China zu den wichtigsten Säulen der internationalen Wachstums­strategie von Renault. Mit 1,3 Milliarden Einwohnern ist Indien der drittgrößte Wirtschaftsraum Asiens. Für die Renault Gruppe arbeiten auf dem Subkontinent aktuell über 12.000 Personen.

Die Fahrzeugdichte in Indien ist mit derzeit 20 Autos auf 1.000 Einwohner noch sehr gering und bietet damit ein enormes Potential. Zum Vergleich: In China sind es bereits 105 Fahrzeuge, in Russland 300 und in Europa 600. Insgesamt wuchs der indische Automobil­markt 2014 um 3,1 Prozent. Die Zahl der Neuzulas­sungen lag bei 2.537.892 Fahrzeugen. Bis 2020 werden fünf Millionen verkaufte Neuwagen erwartet. Damit würde Indien zum weltweit drittgrößten Automobilmarkt avancieren. Renault will im gleichen Zeitraum seinen Marktanteil von zwei auf fünf Prozent steigern.

Eine Schlüsselrolle für die Entwicklung des indischen Automobil­markts spielt die junge, aufstrebende Mittelklasse. Ein eigenes Auto bedeutet für sie ein Mittel, sich vom überlasteten öffentlichen Verkehr unabhängig zu machen und ihren sozialen Aufstieg nach außen hin zu demonstrieren.

Mit über 30 Prozent der Neuzulassungen spielt das Segment der größeren Minimodelle und City-Cars (A2- und A3-Segment) eine wichtige Rolle auf dem indischen Markt. Eine wachsende Zahl von Käufern ist auch hier an größeren, besser ausgestatteten Fahrzeugen interessiert. Vor dem Hintergrund eines rasanten Städte­wachs­tums spielen außerdem gut vernetzte und hochentwickelte Fahr­zeuge, die sich darüber hinaus als Familienwagen eignen, in ihren Kauf­plänen eine immer wichtigere Rolle. Der Renault KWID entspricht genau diesen Bedürfnissen.

Renault ist bereits mit den fünf Modellen Fluence, Koleos, Pulse, Duster und Scala in Indien vertreten. Mit der Zunahme des Modellangebots stiegen die Verkaufszahlen: Setzte Renault 2011 in Indien noch 1.500 Fahrzeuge ab, so waren es 2014 bereits 45.000 Einheiten. Damit ist Renault nach eigenen Angaben die stärkste europäische Marke und die Nummer neun insgesamt in dem südasiatischen Land.

Der Marktstart des Kompaktvans Lodgy im April 2015 soll das Wachstum weiter beschleunigen. „Unser mittelfristiges Ziel sind fünf Prozent Marktanteil in Indien, einem Schlüsselland in den internationalen Wachstumsplänen von Renault“, sagt Bernard Cambier, Senior Vice President und Chairman der Region Africa-Middle East-India.

Eine zentrale Rolle für den Erfolg der Marke in Indien spielt der Duster, der auf dem Subkontinent ebenso wie der Lodgy unter dem Markennamen Renault verkauft wird.

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