Tesla Supercharger

Tesla Supercharger: Der Absatz des Elektroautobauers in China ist bislang deutlich unter den Erwartungen des Konzerns geblieben. Bild: Tesla

Die chinesischen Behörden entwickeln derzeit ein nationales Netz von einheitlichen Ladestationen, um die Nutzung von Elektroautos zu fördern – und um den Fahrern die Sorge zu nehmen, dass ihren Autos auf längeren Strecken der Saft ausgeht und sie keine Möglichkeit zum Aufladen finden. Bis wann das Netz fertiggestellt sein soll, ist derzeit unklar.

Das Fehlen ausreichender Ladeinfrastruktur und die derzeitige Inkompatibilität von Teslas Technologie mit dem von der Regierung begonnenen Ladenetz schrecke chinesische Käufer ab, sagten Analysten.

Tesla beliefert den chinesischen Markt seit April 2014. Daten des US-Marktforschers JL Warren Capital zeigen, dass in den ersten neun Monaten seit Handelsstart weniger als 2.500 Tesla-Fahrzeuge in China angemeldet wurden. Tesla-CEO Elon Musk hatte dem Wall Street Journal vor gut einem Jahr gesagt, er würde einen Absatz von 5.000 Fahrzeugen oder mehr in China 2014 als Erfolg betrachten.

Tesla wolle sich zu den Zulassungszahlen nicht äußern. Der Konzern hat angesichts der Absatzschwäche in diesem Jahr in China bereits Stellen abgebaut.

Der US-Hersteller hat Millionen von Dollar in die Hand genommen, um weltweit sogenannte Superladestationen aufzustellen und damit Kunden zu locken, die sich um die Infrastruktur sorgen. Diese Gleichstrom-Ladestation können in nur 30 Minuten 120 Kilowatt Elektrizität liefern und damit eine Modell-S-Batterie mit einer Speicherkapazität von 85 Kilowattstunden zu 80 Prozent aufladen.

Allerdings ist die diese Technologie nicht kompatibel mit Elektroautos anderer Hersteller. Das weckt bei chinesischen Kunden die Sorge, sie könnten nicht ausreichend Möglichkeit zum Aufladen ihrer Tesla-Fahrzeuge finden.

Tesla reagierte am Montag (11.5.) mit einer Ankündigung auf der Unternehmenswebseite: Die Fahrzeuge sollen an den nationalen Ladestandard in China angepasst werden. “Wir werden mit der chinesischen Regierung bei der Erstellung der nationalen Ladestandards sowie beim Bau einer öffentlichen Ladeinfrastruktur in vollem Umfang kooperieren”, wird Teslas China-Chef Zhu Xiaotong in der Mitteilung zitiert.

Die BMW AG hatte sich im vergangenen Jahr mit der Stadtregierung von Schanghai zusammengetan, um Ladestationen zu bauen, an denen Elektroautos anderer Hersteller aufgeladen werden können.

China kämpft derzeit darum, seine Abhängigkeit von Ölimporten zu verringern, auch mit der Förderung von alternativ angetriebenen Fahrzeugen. Das Land hat sich zum Ziel gesetzt, dass bis Ende des Jahres eine halbe Million dieser Fahrzeuge auf seinen Straßen unterwegs sein sollen. Bis Ende des Jahrzehnts sollen es zehn Mal so viele sein. Im vergangenen Jahr erfüllten aber nur 50.000 der rund 20 Millionen Pkw, die in China verkauft wurden, dieses Kriterium.

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Dow Jones Newswires/ks