Dodge_Grand_Caravan

Produktionszwangspause von vier Monaten verordnet: darf der Dodge Caravan nicht gebaut werden, weil er dem Schwestermodell Pacifica das (Absatz-)Leben zu schwer gemacht hat? Bild: Dodge

| von Frank Volk

Mal wieder Staunen in den Staaten über die strategischen Winkelzüge bei Fiat-Chrysler. Auslöser ist ein Bericht von Automotive News, wonach die Produktion des Familienvans Dodge Grand Caravan zwischen August und Dezember gestoppt werden soll. Bis August und für den Rest des Jahres sollen dann auch nur noch die günstigsten Varianten des Autos in die Showrooms kommen. Dodge-Händler seien informiert worden, dass die Fahrzeuge für das Modelljahr 2018 nicht vor Oktober bestellt werden können. Gründe werden nicht genannt, entsprechend wird in der Branche gerätselt, was hinter dem Manöver steckt.

An den Verkaufszahlen kann es nicht liegen: mit einem Absatzzuwachs um acht Prozent auf etwas über 63.600 Einheiten in den ersten fünf Monaten, hält sich der Grand Caravan im schwierigen Segment der Familienvans wacker. Möglicherweise liegt genau darin das Problem. Denn mit der Stückzahl liegt der Wagen deutlich vor dem Schwestermodell Chrysler Pacifica (47.199 Einheiten nach fünf Monaten), konzernintern das Flaggschiff unter den Familienvans. Der mit viel Aufwand und neuer Technologie in den Markt gebrachte Pacifica (Startpreis: rund 36.000 US-Dollar) ist deutlich teurer, aber auch besser ausgestattet als der Grand Caravan (Startpreis: rund 27.000 US-Dollar).

Die Erwartungshaltung im Fiat-Chrysler Management war, dass die Kunden aufgrund des deutlich moderneren Auftritts trotz des höheren Preises zum Pacifica greifen. Die Realität in den Showrooms sieht anders aus. FCA greift nun zu einer riskanten Strategie: mit dem monatelagen Produktionsstopp für den Dodge und der Beschränkung auf die günstigsten Modelle wolle man die Kunden Richtung Pacifica „zwingen“, so die Einschätzung von Marktexperten.

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