Ein roter Porscher Taycan.

Porsches Batteriefabrik wird nicht am Firmensitz der Cellforce Group entstehen. (Bild: Porsche)

Nachdem Porsche rund ein halbes Jahr nach einem Standort für die Produktion von Hochleistungsbatteriezellen gesucht hat, steht dieser nun fest. Die Fabrik soll in einem gemeinsamen Industriegebiet von Reutlingen und Kirchentellinsfurt entstehen. Den Ausschlag habe vor allem die geografische Lage gegeben, teilt die Porsche-Tochter Cellforce Group mit. Die Batterieproduktion soll 2024 starten und wird von Bund und Land mit insgesamt 60 Millionen Euro gefördert. Porsche investiert seinerseits eine hohe zweistellige Millionensumme.

„Die Batteriezelle ist der Brennraum der Zukunft. Als neue Porsche Tochtergesellschaft wird die Cellforce Group die Forschung, Entwicklung, Fertigung und den Vertrieb von Hochleistungszellen maßgeblich vorantreiben“, sagte Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender von Porsche, anlässlich der Cellforce-Unternehmensgründung.

Batteriefabrik reicht für 1.000 Fahrzeuge

Für die Zellproduktion gründete der Sportwagenhersteller im Sommer 2021 gemeinsam mit der Fraunhofer-Ausgründung Customcells aus Itzehoe das Joint Venture Cellforce Group. An dem in Tübingen ansässigen Unternehmen ist der Autobauer zu 72,7 Prozent beteiligt. Bis 2025 soll es auf etwa 100 Mitarbeiter anwachsen. „Die geplante Produktionsanlage soll eine Kapazität von mindestens 100 MWh pro Jahr erreichen. Das entspricht Hochleistungs-Batteriezellen für 1.000 Fahrzeuge“, so Torge Thönnessen, CEO von Customcells.

Als Zellentwicklungspartner ist früheren Angaben zufolge die BASF mit von der Partie. „Wir freuen uns, mit Porsche und der Cellforce Group bei der Entwicklung zukünftiger Hochleistungsbatterien für Elektrofahrzeuge zusammenzuarbeiten und auf unser gemeinsames Ziel einer nachhaltigen Mobilität hinzuarbeiten“, verkündete Markus Kamieth, Mitglied des BASF-Vorstands, im Sommer 2021. Im Rahmen der Zusammenarbeit soll der Chemiekonzern exklusiv hochenergetische HEDTM NCM-Kathodenmaterialien zur Verfügung stellen.

Silizium-Anoden sollen Energiedichte erhöhen

Die Produktionsabfälle werden schließlich in der BASF-Prototypanlage für Batterierecycling in Schwarzheide wiederverwertet. Lithium, Nickel, Kobalt und Mangan sollen in einem hydrometallurgischen Prozess recycelt und wieder in den Produktionsprozess für Kathodenmaterialien eingebracht werden, so der im Sommer verkündete Plan.

Darüber hinaus setzt die Chemie der neuen Hochleistungszellen auf Silizium als Anoden-Material. Damit sei es Porsche zufolge möglich, die Energiedichte gegenüber aktuellen Serienbatterien erheblich zu steigern. Die Batterie könne bei gleichem Energieinhalt kompakter ausfallen und weise einen geringeren Innenwiderstand auf. Dadurch könne sie mehr Energie bei der Rekuperation aufnehmen und sei beim Schnellladen zugleich leistungsfähiger sowie generell temperaturbeständiger.

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