Bernd Osterloh

Bernd Osterloh gibt Martin Winterkorn Rückendeckung. – Bild: VW

Für Osterloh habe seine Aussage vom vergangenen Freitag unverändert Bestand, teilte sein Umfeld am Mittwoch mit. Er hatte erklärt: “Wenn es nach uns geht, wird sein (Winterkorns) Vertrag über 2016 hinaus verlängert.”

Mit Osterlohs Solidaritätsbekundungen müsse man allerdings vorsichtig umgehen, so der Branchenkenner Ferdinand Dudenhöffer. Osterloh habe noch vor einigen Monaten Winterkorn persönlich demontiert, als er das Winterkorn´sche Sanierungsprogramm bereits kurz nach der Ankündigung “abgeschossen” habe und dem VW-Chef 400 Seiten Sparvorschläge des Betriebsrats überreicht hat.

Wie die Deutsche-Presse-Agentur aus Arbeitnehmerkreisen erfuhr, halte Osterloh intensiven Kontakt mit allen Protagonisten im Aufsichtsrat, darunter auch die Seiten der Piëchs und Porsches. Beide Familien besitzen die Stimmenmehrheit an Europas größtem Autobauer. Noch vor der Hauptversammlung Anfang Mai wollen die VW-Aufsichtsräte die Führungskrise bei Europas größtem Autobauer entschärfen.

Falls Winterkorn tatsächlich seinen Hut nehmen muss, wird ein Nachfolger benötigt ? und das schnell. Ein Name wird in der Gerüchteküche immer häufiger hochgekocht, wenn es um eine Interimslösung geht: Matthias Müller.

Und der Porsche-Chef scheint nicht ganz abgeneigt zu sein, sich der Aufgabe zu stellen. Auf der Porsche- Bilanzpressekonferenz wurde Müller gefragt, was er denn von einer neuen Aufgabe halte. Nachdem er schon als Porsche-Boss in den VW-Vorstand berufen wurde, könne er doch auch Chef des Mutterkonzerns werden. Also die Winterkorn-Nachfolge antreten. Vor nicht allzu langer Zeit schmetterte er solche Fragen noch ab indem er sagte, dass er mit 61 Jahren zu alt sei. Am Tag der Bilanzvorlage gibt er sich lockerer: “Ich bin für nichts zu alt und fühle mich pudelwohl.” Er stehe “für jedes Amt zur Verfügung”.

Darüber hinaus hat Müller bei Porsche bewiesen, dass er als starker Kommunikator gut mit Betriebsrat und Gewerkschaft auskommt. Wenn man es mit einem mächtigen Betriebsratschef wie Osterloh zu tun bekommen könnte, ist das nicht ganz unwichtig.

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Gabriel Pankow