Ein Mitarbeiter von Audi an einer Fertigungsinsel für die Vormontage von Türen.

Die Montage der Zukunft könnte durch zusätzliche Fertigungsinseln flexibilisiert werden. (Bild: Audi)

Die Fließbandmontage stößt aufgrund zahlreicher Derivate und Individualisierungen zunehmend an ihre Grenzen. Die Prozess- und Bauteilvarianz nimmt derart zu, dass ein starrer und sequenzieller Prozess diese Komplexität immer schwerer abbilden kann. In einem Pilotprojekt im Werk Ingolstadt erprobt Audi deshalb ein modulares Konzept in der Vormontage von Türinnenverkleidungen. Anschließend soll es in eine größere Vormontage integriert werden und dann zum Serieneinsatz kommen.

„Die modulare Montage ist eine unserer Antworten auf die zukünftigen Anforderungen an die Produktion“, so Gerd Walker, Audi-Vorstand für Produktion und Logistik. Das Team um Projektleiter Wolfgang Kern aus dem Production Lab von Audi testet in diesem Sinne eine taktungebundene Montage an Fertigungsinseln – das klassische Band ist passé. Das benötigte Material wird dabei nach dem Ware-zu-Person-Prinzip von Fahrerlosen Transportsystemen (FTS) an die Stationen gebracht.

Smarte Steuerungslogik erhöht die Flexibilität

Die Aufträge folgen dabei nicht mehr einer einheitlichen Reihenfolge, sondern dem jeweiligen Bedarf. Muss beispielsweise kein Lichtpaket montiert werden, wird die zuständige Station im Fertigungsprozess ausgelassen. Das Halten des vorgegebenen Taktes durch den Einsatz mehrerer Mitarbeiter ist – etwa beim Verbauen des Sonnenrollos – ebenfalls nicht mehr nötig. Häufen sich die Aufträge an einer Station, steuern die FTS eine Alternative mit kürzerer Wartezeit an.

„Die Flexibilität mit der dahinterstehenden Steuerungslogik ist im Vergleich zu heutigen Organisationsformen eine wesentliche Weiterentwicklung“, betont Wolfgang Kern. Die sortenreine Bereitstellung per FTS macht zudem eine vorgelagerte Vereinzelung überflüssig. Qualitätsprozesse lassen mit einer Kameraprüfung integrieren. „Wir verbinden die hohe Arbeitsteilung des Fließbands mit einer ganzheitlichen Betrachtung nach Lean-Prinzipien und den neuen Möglichkeiten von cyber-physischen Produktionssystemen“, erklärt der Projektleiter weiter.

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