Das bidirektionale Laden testet das Forschungsprojekt BDL mit zahlreiuchen BMW i3.

Die ersten Fahrzeuge für die Phase Kundenpilotbetrieb wurden in der BMW-Welt an ihre Nutzer übergeben. Bild: BMW Group

Beim bidirektionalen Laden sollen Elektrofahrzeuge beim Anschluss an speziell dafür ausgelegte Ladestationen oder Wallboxen nicht nur elektrische Energie für die Hochvoltbatterie aufnehmen, sondern auch in umgekehrter Richtung in das Stromnetz des Verteilnetzbetreibers zurückspeisen. Wie die Beteiligten am Verbundforschungsprojekt Bidirektionales Lademanagement mitteilen – zu ihnen zählen neben OEMs wie BMW und Zulieferern wie Kostal auch Institute wie das KIT und Energiesystem-Dienstleister wie TenneT – beginnen nun die Erprobungen zum Thema bidirektionales Lademanagement im Alltag.

20 BMW i3 mit der neuen Technologie an Bord wurden an Kunden ausgehändigt, 30 weitere Fahrzeuge sollen in den nächsten Wochen an gewerbliche Nutzer übergeben werden. Das 2019 gestartete Projekt steht unter der Trägerschaft des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert und ist auf drei Jahre angelegt. Konsortialführer ist die BMW Group. Ziel ist es, erstmalig mit einem ganzheitlichen Ansatz Fahrzeuge, Ladeinfrastruktur und Stromnetze so miteinander zu verknüpfen, dass regenerativ erzeugte Energie gefördert und gleichzeitig die Versorgungssicherheit gesteigert wird. Im BDL-Projekt betrachte man die relevanten Elemente und Stellhebel für einen späteren regulären Betrieb holistisch und bringe diese miteinander in Einklang, so die Partner.

Systemintegration und Absicherung waren erfolgreich

Für ein solches Multi-Stakeholder-System habe man dank der bei BMW vorhandenen Methoden und Prozesse aus der Fahrzeugentwicklung und des starken Engagements aller Projektpartner die Themen Systemintegration und Absicherung erfolgreich durchlaufen. Die erste für die Kunden erlebbare Funktion soll nun die Optimierung des Eigenverbrauchs aus der Stromerzeugung der eigenen Photovoltaikanlage sein, womit eine spürbare Reduzierung der Stromkosten einhergehen werde. In der zweiten Stufe sollen Vehicle-to-Grid-Funktionen (V2G) hinzkommen, mit denen sich die User an neuen Geschäftsmodellen zum Energiehandel und der Stromnetz-Stabilisierung beteiligen können. In einer dritten Stufe sollen dann Firmen mit Elektrofahrzeugflotten folgen, welche die Fahrzeuge als Kurzzeitspeicher einsetzen, um auftretende Leistungsbedarfsspitzen im Tageslastgang zu vermeiden.

Wie die Elektromobilität einen Beitrag zur Nachhaltigkeit und zur Energiewende leisten kann und wie sich möglicherweise mit den Batterien in den Elektrofahrzeugen überdies Geld verdient lässt, ist auch Inhalt von Studien und Untersuchungen. So ging man etwa bei der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI) der Frage nach, wie viele Haushalte sich mit dem Strom aus ungenutzten E-Auto speisen lassen könnten. Bereits im Sommer des vergangenen Jahres meldete Audi das Erproben der Nutzung von Fahrzeugen als Zwischenspeicher im häuslichen Stromnetz. Dabei soll die sogenannte Vehicle-to-Home-Technologie die Netzstabilität erhöhen, Stromkosten senken und zum Klimaschutz beitragen. Netzdienliches Laden soll eine Überlastung mit dem Management von Ladevorgängen entgegenwirken und eine Netzüberlastung vermeiden: Hersteller Audi meldete zu Beginn des Jahres, dass er in einem Forschungsprojekt gemeinsam mit dem IT-Dienstleister Gisa und weiteren Partnern ein Überlast-Szenario im lokalen Stromnetz abgebildet habe.

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