Zu dem elektrischen eCityTruck-Antrieb von Bosch gehören zwei Varianten: einmal mit und einmal ohne Getriebe. Das Ziel: eine schnell integrierbare Lösung zu schaffen, die zu den unterschiedlichen Anforderungen der Automobilhersteller passt. Die Antriebslösungen lassen sich für leichte Nutzfahrzeuge zwischen zwei und 7,5 Tonnen skalieren und decken somit einen großen Teil des Nutzfahrzeugmarktes ab. Denn: Kleintransporter sind weit verbreitet. Rund drei Viertel aller in Deutschland zugelassenen Nutzfahrzeuge gehören bereits dieser Fahrzeugklasse an – Tendenz weiter steigend (Quelle: Shell).

Ist die eAchse als Funktions- und Baueinheit von Motor, Getriebe und Leistungselektronik für 50 kW bis 300 kW skalierbare Leistung ausgelegt (1.000 bis 6.000 Nm skalierbares Drehmoment), so zielt das neue elektrische Antriebsmodul auf ein Limit beim Leistungsbereich von 180 kW und ein maximales Drehmoment von 540 Nm. Die Reichweite ist transportertypisch auf bis zu 200 Kilometer kalkuliert und bezieht Energierückflüsse bei Bremsmanövern mit ein (Rekuperation).

Bosch hat auch mit dem neuen eCityTruck-Antriebskonzept aus mehreren Teilen wie Elektromotor und Leistungselektronik eins gemacht. So werden Bauteile eingespart – und das macht den Antrieb nicht nur deutlich effizienter, sondern auch günstiger. Durch die leicht integrierbaren Lösungen können zeitaufwändige Neuentwicklungen beim Fahrzeughersteller entfallen.  Das gelte nicht nur für etablierte Hersteller, sondern auch neuen Playern böte sich so die Chance, ihre Fahrzeuge schnell auf den Markt zu bringen.

Bosch- Geschäftsführungsmitglied Markus Heyn ist sich sicher: „Der elektrische Bosch-Antrieb für Nutzfahrzeuge hat das Potenzial, den Lieferverkehr in Städten aufzurollen. Wir machen den E-Transporter fit für den Massenmarkt. ”

Da Bosch den Antrieb an die Bedürfnisse des Autoherstellers anpasst, können zeitaufwändige Neuentwicklungen beim Kunden entfallen. Muster der elektrischen Achse beispielsweise werden mit Anwendern  bereits getestet. Der Marktanlauf in Großserie ist für 2019 geplant. Schon jetzt, so Bosch, habe man ein flexibles und weltweit einsatzbereites Fertigungskonzept für die Komponente entwickelt. Es soll garantieren, dass jeder Fahrzeughersteller eine auf seine Bedürfnisse angepasste und schnell in die Produktion zu integrierende Lösung erhält.

Im Jahr 2021 schließlich sollen die Elektro-Schwerlaster Nikola One und Nikola Two des US-Start-up Nikola Motor Company aus Salt Lake City serienreif sein. Die Stromer sind mit über 736 kW und gut 2 700 Nm Drehmoment fast doppelt so leistungsstark wie bisherige Sattelschlepper.

In diesem Einsatzfall  wird die Bosch eAchse mit einem Brennstoffzellensystem kombiniert, das die beiden Partner Nikola und Bosch gemeinsam entwickeln. Auch die gesamte Fahrzeugsteuerung der Trucks soll auf der Basis der Soft- und Hardware von Bosch entwickelt werden. Die Zusammenarbeit von Bosch und Nikola Motors umfasst zudem das gesamte Antriebssystem sowie das Sicherheitskonzept und die Fahrzeugelektronik.