Das neue Kunststoff-Wellgetriebe ermöglicht die Konfiguration eines Roboterarms mit sechs Achsen.

Das neue Kunststoff-Wellgetriebe ermöglicht die Konfiguration eines Roboterarms mit sechs Achsen. Bild: igus

Dieser Baukasten aus Kunststoff-Komponenten für die Low-Cost-Robotik soll die Möglichkeit bieten, besonders günstig individuelle Robotiksysteme zusammen zu stellen. Die einzelnen Gelenke, die direkt über einen Motor unmittelbar an der Achse angetrieben werden, sind in verschiedene Baugrößen aufgeteilt. Nun schreibt igus diese Grundidee weiter fort und will in Hannover weitere Komponenten für weitere konstruktive Freiheiten vorstellen.

So ist es beispielsweise möglich, Motoren und Gelenke in mehreren Baugrößen mit gängigen Steuerungen für einen kompletten 6-Achs-Low-Cost-Roboter aus Kunststoff und Aluminium zu kombinieren. In Halle 17 wird igus exemplarisch eine Anwendung mit Beckhoff-Steuerung zeigen, die bis zu 3 kg Last bewegen kann,

Als Besonderheit benennt igus das neue robolink Wellgetriebe, das beispielsweise sehr einfach als sechste Achse eines Roboterarms, also als radial bewegliche Verbindung zwischen Arm und Greifer, eingesetzt werden kann. Es wird als sehr leicht und effizient beschrieben und wird von igus in zwei Baugrößen als Einzelkomponente oder mit einem Nema17- bzw. einem Nema23-Schrittmotor angeboten.

„Das Wellgetriebe hat den Vorteil, dass es kaum Umkehrspiel hat und somit eine präzise Verstellung bei hoher Laufruhe gewährleistet“, erklärt Martin Raak, Produktmanager robolink bei igus. „Darüber hinaus ist es sehr kompakt und hat eine hohe Übersetzung.“ Das Getriebe besteht aus einem Außenzahnkranz sowie einem flexiblen aber gleichzeitig sehr verschleißfesten Innenzahnkranz aus iglidur Hochleistungskunststoff. 

In Hannover zeigt igus einen kompletten 6-Achs-Arm mit Wellgetrieben. Aus vergleichbaren iglidur-Werkstoffen bestehen ebenfalls die Schneckenräder für die neuen Übersetzungen 1:30 und 1:70 der robolink D-Schneckengetriebe. Für diese stellt igus nun ebenfalls eine entkoppelte Variante von Motor und Gelenk bereit.

Durch ein Aluminiumprofil werden die beiden Komponenten miteinander verbunden – das Resultat ist eine bessere Gewichtsverteilung auf der Achse, wodurch mehr Last gehoben werden kann. Der neue universelle Greiferadapter ermöglicht, dass unterschiedliche Greifer an den robolink D-Gelenken angebracht werden können.

Abgerundet wird der robolink D-Baukasten durch einen neuen Online-Konfigurator, mit dem sich Anwender ab dem Start der Hannover Messe ihre robolink D-Gelenke zusammenstellen und sich somit ihre Roboterarme konfigurieren können. Den Basispreis für ein robolink Gelenk ohne Motor beziffert der Hersteller auf „243 Euro bei Abnahme von einem Stück“.