Virtuelle Fabrikplanung Bosch

Unter der Leitung von Bosch, der Universität Stuttgart und dem KIT möchte das Forschungsprojekt SDM4FZI die Entwicklung von Produktionssystemen optimieren. (Bild: Bosch)

Insgesamt dreißig beteiligte Unternehmen aus den Bereichen Automatisierung, Automotive, Maschinenbau und IT möchten im Rahmen des Forschungsprojektes „Software-Defined Manufacturing für die Fahrzeug- und Zulieferindustrie“ (SDM4FZI) in den kommenden drei Jahren die Grundlagen für die softwaredefinierte Fertigung erarbeiten. Ziel des vom Wirtschaftsministerium mit 35 Millionen Euro geförderten Unterfangens sei es, die Planung, Steuerung und Veränderung von einzelnen Komponenten bis hin zu kompletten Fabriken zu optimieren, um der Autoindustrie den Weg zu einer größeren Modellvielfalt und schnelleren Produktwechseln zu erleichtern, so die Projektpartner.

Projekt soll einen einheitlichen Rahmen schaffen

Aktuell sei der Aufbau von Fertigungsketten vom Lieferanten bis zur Endmontage ein zeitintensives und aufwändiges Unterfangen, heißt es. Oftmals würden viele Maschinen speziell für neue Produkte entwickelt und gebaut, während die Software meist starr an Anlagen oder Produkte gekoppelt und nicht auf andere Prozesse übertragbar seien. Um dies zu ändern, möchten die Projektpartner nun einen einheitlichen Rahmen für Fabriken schaffen, um neue Produkte besser in bestehende Betriebsumgebungen zu integrieren. „Wir verknüpfen unterschiedliche Ansätze von Industrie 4.0 und kommen so der wandlungsfähigen Produktion einen Schritt näher“, erklärt Projektleiter Matthias Meier von Bosch. „Durch ein Ökosystem für die softwaredefinierte Produktion bringen wir die Vorteile der Cloud-Technologie in die Fertigung: Automatisierungstechnik und IT-Systeme werden dank Software individuell und anwendungsbezogen nutzbar, ohne dafür Hardware von Grund auf neu zu bauen.“

Bosch und die beiden Forschungseinrichtungen entwickeln Prototypen für Maschinen und Produktionslinien, die sich weitgehend durch Software definieren. Die Grundlage hierfür bilden digitale Zwillinge, die es unter anderem erlauben sollen, Optimierungen parallel zur laufenden Fertigung vorzubereiten, umzusetzen und KI-basiert zu analysieren.

Autobranche fehlen Kapazitäten für Industrie 4.0

Dass für die Umsetzung von Innovationen rund um Industrie 4.0 oftmals wenig Zeit und Ressourcen bereitstehen, zeigte bereits im vergangenen Jahr eine Analyse der IT-Beratung MHP und der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Demzufolge war neben der Coronakrise vor allem das fordernde Alltagsgeschäft ein Faktor, der zur fehlenden Ausformulierung und Umsetzung entsprechender Projekte beigetragen hat. 74 Prozent der Teilnehmer aus der Automobilbranche gaben in der Befragung an, dass aufgrund des Tagesgeschäfts nicht genügend Kapazitäten für entsprechende Vorhaben vorhanden seien. In anderen Branchen kamen lediglich 60 Prozent zu dieser Einschätzung. „Die Antworten legen aber auch nahe, dass Industrie 4.0 zu stark von der technischen Seite aus und zu oft lediglich in Silos gedacht wird", erläutert Johann Kranz, Leiter der Professur für Internet Business and Internet Services an der LMU.

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