Audi hat den e-tron geliftet und neu benannt

Audi hat den e-tron geliftet und neu benannt. (Bild: Audi)

Eine "8" steht bei Audi immer für besonderen Luxus, jede Menge Power unter der Haube und das Ausschöpfen aller Innovationen, die moderne Elektronik jeweils mit sich bringt. Das war schon so beim Stammvater V 8, Audis erster Luxuslimousine, die 1988 zudem den Allradantrieb in die Oberklasse brachte. Sechs Jahre später der noble A 8, gefolgt vom Hochleistungssportwagen R 8. Mit dem Q 8 stieg Audi ins Rennen um die Krone bei den großen SUV ein. Alle Achter miteinander standen für das alte Zeitalter mit starken Benzinern oder Dieseln.

Der neue Herr der Ringe soll jetzt das Elektrozeitalter rocken, die üblichen Rivalen wie den Mercedes EQC oder den BMW iX herausfordern. Das neue Top-Modell Q 8 e-tron ist mit 4,92 Metern zwar etwas kürzer als sein immer noch erhältliches Verbrenner-Pendant, steht ihm aber mit seinem wuchtig-eleganten Auftritt in nichts nach. Ein Luxus-SUV für Besserverdiener, das je nach Geschmack mit leichten Veränderungen im Frontbereich als klassisch-kastiger SUV oder als sportiver Schrägheck-Sportback daherkommt. Fast zeitgleich mit dem Produktionsstart in der belgischen Fabrik jetzt die ersten Testfahrten auf Lanzarote, zwar überall mit strengem Tempolimit, dafür aber mit aufregenden Strecken zwischen den Lavaresten, die Vulkane beim Ausbruch vor fast 300 Jahren hinterlassen haben.

Der SQ 8 e-tron bringt gleich drei Triebwerke mit

Die gesammelten Informationen über den Q 8 e-tron stehen auf gut 60 eng beschriebenen Seiten. Da ist vom neuen Hinterachsmotor die Rede, der nicht mit Strom versorgt wird, wenn kein Allradabtrieb benötigt wird und so Energie spart. Oder von der neu justierten Luftfederung, die den Spagat zwischen Komfort und Sportlichkeit meistert, von rund 40 Assistenzsystemen mit fünf Radarsensoren, ebenso vielen Kameras und deren zwölf Ultraschall-Ohren. Zusammen versorgen sie ein zentrales Steuergerät, das alle Informationen in Bruchteilen von Sekunden verarbeitet. Das Licht kommt zerlegt in 1,3 Millionen Pixel aus digitalen Matrix-Scheinwerfern. Die Technik wurde bisher vor allem in hochauflösenden Video-Beamern genutzt.

Der Chef im Ring ist der SQ 8 e-tron, der gleich drei Triebwerke mitbringt. Eines vorn mit 124 kW/169 PS und zwei im Heck mit je 98 kW/133 PS, die für je ein Hinterrad zuständig sind. Im sogenannten „Boost“-Modus bei durchgetretenem Gaspedal kommt das Trio auf 370 kW/504 PS. Später auf einer abgesperrten schnurgeraden Küstenstraße folgt der Beweis. Das 2,7-Tonnen-Schiff schießt aus dem Stand los und erreicht in 4,5 Sekunden die Marke von Tempo 100. Nur eine Sekunde länger als der Zweisitzer R 8 mit seinem Zehnzylinder-Benziner.

Keiner will wirklich wissen, wieviel kostbaren Strom der SQ 8 dabei aus seiner Batterie gesaugt hat. In der Praxis werden die künftigen Eigner auf solche Eskapaden mit Rücksicht auf die sensible Reichweite ebenso verzichten wie auf die mögliche Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h. Elektrisches Fahren erfordert eben auch bei einem Auto für 95.800 Euro und jeder Menge Kraft umlernen und umdenken. Denn der Fahrspaß in einem solchen Technik-Riesen hat seine eigene Qualität jenseits von Geschwindigkeit und Spurthatz. Der stressfreie und nahezu lautlose Antritt beim Überholen, nicht mehr untermalt vom gewohnt dumpfen Wiehern des Pferdestalls im Motorraum ist ein Teil davon.

Es fällt schwer, Schwächen zu entdecken beim Audi Q8 e-tron

Auf dem Spielplan steht die Erhabenheit eines großen SUV, die Souveränität der Bedienung dank der bekannten Standard-Stärken eines Audi wie Lenkung, Bremsen und Fahrwerk. Hinzu kommt wie dereinst entspannter Langstrecken-Komfort in einem feinen Ambiente gespickt mit edlen Materialien oder filigraner Stepparbeit an den wohlgeformten Sitzen. Gut zu wissen, dass deren Fasern inzwischen meist aus recycelten PET-Flaschen oder ehemaligen Textilien bestehen. Das Gleiche gilt die Dämmung oder die Teppiche im Q8 e-tron.

Nahezu überwältigend die Zahl der vielen elektronischen Helfer, deren Arbeit meist im Hintergrund des Fahrbetriebs abläuft. Beispiele sind das automatische Erkennen eines Tempo-Schilds oder das selbsttätige Verlangsamen vor einem Kreisverkehr oder engen Kurven. Im nächsten Jahr kann ein Q8 e-tron-Fahrer vor dem Ein- und Ausparken sogar aussteigen und seinen Audi dabei per Smartphone-App fernsteuern, darf dabei aber höchstens sechs Meter entfernt stehen.

Es fällt schwer, Schwächen zu entdecken. Zwar kommt der Neuling mit je nach Batterie zwischen 294 und 600 Kilometer Reichweite weiter als sein Vorgänger e-tron, lädt jetzt mit höchstens 170 kW, das können andere wie der Porsche Taycan oder der Mercedes EQS besser. Auch einen häufig genannten Kritikpunkt konnten die Techniker beim großen Update nicht abstellen. Die beiden kleinen Monitore, die anstatt eines klassischen Spiegels per Kamerabild das Geschehen hinter dem Auto im Blick haben, sind nach wie vor an einer ungünstigen Stelle für den Blickwinkel des Fahrers montiert. Besonders lästig bei direkter Sonnenstrahlung. Nach wie vor ist also eine lange Eingewöhnungszeit nötig.

Mit dem neuen Flaggschiff läutet die noble VW-Tochter die nächste Etappe des langen Weges zum E-Auto ein. Bis 2026 sollen es mehr als 20 Modelle sein, dabei werden allerdings noch einige Plug-In-Hybride mitgezählt. Danach haben die Verbrenner auch in Ingolstadt ausgedient. Zumindest für die Kunden in Deutschland.

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