Magna_Werk_Graz_Fahrzeugproduktion

Volle Hütte in Graz: mit den neu angelaufenen Modellen von BMW, Jaguar sowie weiteren Fahrzeugen kommt Magna 2018 am Standort in Österreich auf eine Produktionszahl von 200.000 Einheiten. Bild: Magna

| von Frank Volk

Obwohl erst im März vergangenen Jahres gestartet, erreichte der neue 5er BMW 2017 eine Stückzahl von über 50.000 Einheiten, im September kam der Jaguar E-Pace dazu, etwas später folgte der i-Pace, das erste rein elektrische Modell der Briten und sorgen für Vollauslastung im Magna-Werk in Graz.

Bereits Anfang 2017 hatte der Günther Apfalter angekündigt, dass man mit den neuen Modellen auf 200.000 Einheiten im Jahr 2018 kommen werde. Und Magna liefert: „Wir schaffen die 200.000“, bestätigte der Europa-Boss des Zulieferer im Gespräch mit AUTOMOBIL PRODUKTION. Das entspräche dann einer Verdoppelung im Vergleich zu 2017. Vermutlich wären sogar noch mehr drin, aber: Das Werk „ist komplett voll“, so Apfalter.

Bei JLR schwärmt man von Qualität bei Magna

Wichtiger noch als die reine Stückzahl ist für den Manager  der erfolgreiche Aufbau der Fertigung für Jaguar. Für die Briten wurde ein eigener neuer Produktionsbereich geschaffen, dort  werden  inzwischen der vor wenigen Monaten in den Verkauf gekommene Kompakt-SUV E-Pace und der vor der Markteinführung stehende elektrische neue i-Pace flexibel auf einem Band gefertigt. Und das wohl in höchster Güte. In JLR-Kreisen schwärmt man geradezu von der aus Graz gelieferten Qualität. Ein eng mit dem i-Pace-Projekt vertrauter Manager sprach gegenüber AUTOMBIL PRODUKTION gar davon, dass die britischen Werke gehörig unter Druck kämen, weil die Fertigung in Graz bereits nach kurzer Zeit über der der Stammwerke läge.

Auch für Magna zahlt sich die Produktion des ersten Serien-Elektrofahrzeugs offenbar aus. Die Kompetenz, die sein Unternehmen zeige, werde von bestehenden und potenziellen Kunden sehr genau registriert, so Apfalter. Wenn die Dynamik im Bereich E-Mobilität anhalte, „könnte das Geschäftsmodell ein Ausweitung erfahren.“  

Sollte diese Ausweitung kommen, wird sie produktionsseitig nicht in Graz stattfinden. Dort ist inzwischen jeder Quadratmeter ausgereizt, weshalb Magna bereits im Herbst 2017 mit der Entwicklung eine Schwesterwerks für Graz begonnen hat. Zunächst entsteht dort nur eine Lackiererei – zur Entlastung des „Bottlenecks“ in Graz. Wie Apfalter sagte, liegen die Arbeiten im Zeitplan. Die Gebäude stehen bereits, nun beginne man mit der Installation der Anlage. In Betrieb geht die Lackiererei in Slowenien Anfang April 2019. Das könnte aber erst der erste Schritt sein: Je nach Entwicklung der Auftragslage kann der Standort zum Vollwerk mit 100.000 Einheiten ausgebaut werden.     

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