Proseat, Sitzkomponenten

Neben Sitzschäumen produziert Proseat verschiedene Sitzkomponenten. Bild: Proseat

Weniger ist mehr. Das weiß auch die Automobilindustrie: Seit Jahren ist der Leichtbau-Trend in der Branche ungebrochen. Seien es Karosseriekomponenten, Kabelbäume oder eben Sitze – alles muss leichter werden. Das weiß auch Proseat, internationaler Spezialist für Sitzschäume und Sitzkomponenten.

Gemeinsam mit den Entwicklungsabteilungen der OEMs arbeitet Proseat an innovativen Schaumsystemen, die Komfort mit einer optimalen Materialeffizienz verbinden. Dafür bringt der Spezialist jahrelange Erfahrung aus der Polyurethanforschung und -entwicklung mit.

Konsequent reduzierte das Unternehmen so in den letzten Jahren Gewicht und steigerte gleichzeitig den Komfort. Seine Kompetenz sieht das Unternehmen in der Kombination verschiedenster Materialien. Proseat-CEO Stefan Hünermann, seit Juni 2013 im Amt, beschreibt Proseats Alleinstellungsmerkmal so: "Wir ‚kochen‘ mit frischen Zutaten. Unsere Rezepturen sind optimal aufeinander abgestimmt, um den vielfältigen Ansprüchen gerecht zu werden." So setzt Proseat verstärkt auf den Einsatz von expandiertem Polypropylen (EPP), das wesentlich zur Gewichtsreduktion beiträgt und die Energieeffizienz steigert. Dabei darf jedoch weder der Komfort noch die Funktionalität auf der Strecke bleiben.

Integrierte Funktionen

Auf Wunsch der OEMs werden in den Sitzen nun vermehrt verschiedene Funktionen eingebaut. So entwickelte Proseat für den Skoda Superb einen Klimasitz mit integrierten Funktionen in den Schaumteilen aus Polyurethan; mit einer gezielten Luftführung, weichen Einsitzeigenschaften und einem hohen Langzeitkomfort. „Die Integration von Komponenten und Oberflächenelementen eröffnet uns neue Anwendungsmöglichkeiten, bis hin zu Leichtbau-Strukturbauteilen und Produkte für den Innenraum“, führt Hünermann aus. Bei der Ermittlung der Anwendungsmöglichkeiten wird vor allem die optimale Nutzung des Bauraums eine wichtige Rolle spielen. "Das Prinzip mit ‚weniger‘ (Einsatzgewicht) jedoch ‚mehr‘ (Komfort) zu realisieren, wird die Entwicklungsrichtung dominieren", erklärt Hünermann. Für die weitere Forschung liegt Proseats Strategie darin, seine Geschäftsbereiche Formschaum, Trim (Kopfstützen, Armlehnen) und EPP weiter auszubauen und auch das Produktionsvolumen zu steigern.

2013 machte Proseat schon erste Schritte in diese Richtung. So führte das Unternehmen eine neue Produktionstechnologie mit "leading edge technolgy" – Spitzentechnologie – in seinem tschechischen Werk Mlada Boleslav, das vom Skoda-Campus in eine neue Produktionsstätte zog, ein. Zusätzlich starteten verschiedene Neuanläufe in Werken in Großbritannien, in der Tschechischen Republik, in Spanien und im Trim-Werk in Polen. Seinen Kundenfokus legt Proseat vor allem auf die Region Europa mit einer starken lokalen Produktion nahe bei den internationalen Automobilherstellern. Dazu zählen unter anderem BMW mit seinen Elektrofahrzeugen i3 und i8, Porsche mit seinem Macan, Skoda mit dem Modell Fabia und Mercedes mit seinen Vito und Viano. Weitere Expansionen sind für den russischen Markt geplant – laut Hünermann ein Markt mit "interessanten Perspektiven".

Für Pläne außerhalb Europas ist Proseat Mitglied in der World-Polyurethan-Alliance (WPA). Das Netzwerk fördert weltweit das entwickeln und forschen. "Mit Ansprechpartnern in Nord- und Südamerika, China, Japan und Indien sind wird global vertreten. Insofern ist Proseat in der Lage, auch globale Projekte in diesen Ländern umzusetzen", erklärt Hünermann.