Audi ist wieder auf dem Vormarsch! Nach Jahren des Stillstands zeigt der Ingolstädter Autobauer optisch, wie technisch wieder Kante und ist auf dem besten Wege, in den Kampf um die Premiumkrone einzugreifen. Das geht schon beim Design los: Der Audi A7 Sportback schaut gut aus, mit einer schnittigen Coupé-Silhouette und das Heck ist weniger zerklüftet als beim Vorgänger. Die Front mit den blitzenden Scheinwerfern, bei denen optional Laser-Fernlicht erhältlich ist, flößt Respekt ein. Der neue A7 Sportback ist technisch ein Vorbote, des neuen A6, der noch in diesem Jahr erscheinen wird. Die Basis für beide Modelle ist der verbesserte Modulare Längsbaukasten (MLB Evo), der noch unter der Ägide des ehemaligen VW-Cheftechnikers und Audi-Technikchef Ulrich Hackenberg auf den Weg gebracht wurde. Das Interieur des Coupés ähnelt dem des A8, denn das neue Audi-Bedienkonzept setzt auf auch bei den kleineren Geschwistern des Flaggschiffs auf Haptik - also einen 8,6 Zoll großen Touchscreen unten und einen 10,1 Zoll großen Touchscreen oben. Möglichst wenige Knöpfe und Regler heißt die Devise.

Einen Drehrücksteller, wie ihn etwa BMW hat, gibt es beim A7 Sportback nicht mehr. Stattdessen drückt man virtuelle Knöpfe auf den Touchscreens, die dank einer ausgeklügelten Technik das Gefühl vermitteln, dass man einen echten Schalter betätigt. Allerdings müssen die Flächen mit einem gewissen Nachdruck betätigt werden, um die Aktion in Gang zu setzen. „Wir wollen so ein versehentliches Auslösen, so gut es geht, minimieren“, sagt Audi-Bedienspezialist Michael Zeyn. Das Konzept geht größtenteils auf, dennoch muss der analoge Schalter gewöhnte Fahrer hin und wieder nach unten schauen, um die richtige Trefferfläche anzuvisieren.

Eine Konsequenz dieses Konzepts ist das schicke sehr reduzierte Cockpit, das Audi-typisch sehr gut verarbeitet ist. Vorbei die Zeit der steil nach oben ragenden Pseudo-iPads. Doch auch fahrdynamisch ist der neue A7 ein echter Schritt vorwärts: Vorne und hinten sind Fünflenkerachsen verbaut, was der Agilität dienlich ist. Die vordere Achse hat eine verbesserte Anbindung und im Zusammenspiel mit dem steiferen Chassis und schaltbaren Motorlagern, erlebt man im Cockpit ein beeindruckendes Gefühl der Ruhe. Der A7 Sportback ist ein Gran Turismo reinsten Wassers und komfortabel ausgelegt, ohne die Dynamik zu vernachlässigen. Dank der Allradlenkung ist das 4,97 Meter lange Vehikel erstaunlich flink, so reduziert sich der Wendekreis spürbar um 1,1 Meter auf 11,1 Meter. Die Lenkung ist leichtgängig aber sehr präzise und selbst im Dynamik-Fahrmodus nicht künstlich verhärtet (das gilt übrigens auch für das adaptive Fahrwerk). Schließlich kommen noch ein S 7 und ein RS 7.

Der 250 kW / 340 PS 3.0 Liter TFSI-Motor passt sehr gut zum gut 1.8 Tonnen schweren A7 Sportback: die 100 km/h Marke ist nach 5,3 Sekunden erreicht und bei 250 km/h wirft die Elektronik den Anker. Das Zusammenspiel mit dem geschmeidigen Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe vervollständigt das harmonische Fahrerlebnis, was vor allem bei langen Strecken sehr positiv zum Tragen kommt. Wer es sportlich angehen lassen will, dem hilft der hecklastig ausgelegte Allradanatrieb, der mit einem Sportdifferential noch verfeinert werden kann. Dank des Mildhybrid-Systems (MHEV) kann der A7 Sportback bis zu 40 Sekunden lang „segeln“ und so bis zu 0,7 l/100 km sparen. Das ergibt einen Norm-Durchschnittsverbrauch von 7,1 l/100 km mit 20 Zoll Rädern.

Insgesamt 39 Fahrassistenzsysteme sollen dem Lenker das Fahren erleichtern. Als zentrales Großhirn fungiert das zentrale Fahrerassistenzsteuergerät (zFAS), das die Umgebung des Autos ständig überwacht. Also warnt auch der A7 Sportback vor kreuzenden Verkehr, entlastet den Fahrer im Stau und unterstützt ihn auch in Baustellenbereichen (mittels Engstellenassistent). Die Optionsfülle ist beeindruckend: selbst vor Herannahenden Radfahrern warnt die Technik, aber eines kann der A7 Sportback (noch) nicht: Das autonome Fahren des Level 3, wie es der A8 beherrscht. Der A7 Sportback ist fast fünf Meter lang und schon aufgrund der Ausmaße ein ziemliches Trumm von Auto. Der Radstand ist zwölf Millimeter länger als beim Vorgänger und dadurch haben die Passagiere auch im Fond vernünftig Platz, auch wenn der nicht opulent ist. Der Kofferraum ist mit einem Volumen von 535 bis 1.390 Litern ordentlich. Die hohe Ladekante hat den Vorteil, dass auch größere Gepäckstücke verstaut werden können und die Heckklappe dennoch schließt. Allerdings ist das Vergnügen einen solchen A7 zu besitzen nicht ganz billig: Der 55 TFSI kostet mindestens 67.800 Euro und beim ebenfalls guten 3.0 TDI Diesel (210 kW /286 PS), der zum Marktstart im März ebenfalls erhältlich ist, sind es 66.500 Euro. Weitere Motorenvarianten werden folgen, darunter auch Vierzylinder-Aggregate und Sechszylinder mit der spritsparenden „Ultra“-Technologie.