| von Fabian Pertschy
Aktualisiert am: 28. Nov. 2019

Komfort bei jeder Straßenbeschaffenheit: Mit dem neuen GLB komplettiert Mercedes-Benz seine Kompaktklasse um drei Dieselmodelle mit 116 bis 190 PS und drei Benziner, die mit 163 PS bis 306 PS in der AMG-Ausführung einiges an Leistung mitbringen. Den daraus resultierenden Fahrspaß mit angenehmer Federung können sieben Personen gleichzeitig miterleben. Denn Mercedes bietet für den GLB den optionalen Einbau einer dritten Sitzreihe an - wenngleich diese nur eine Maximalgröße von 1,68 Meter zulässt und der Stauraum dadurch verschwindet. Eine vollelektrische Variante des GLB ist für das Jahr 2021 vorgesehen. Die bisher vorgestellten Modelle werden ausschließlich im mexikanischen Werk in Aguascalientes sowie für den chinesischen Markt in Peking gebaut. Mit den Vorbereitungen in China wurde bereits Mitte des Jahres begonnen.

Nach Aussage des GLB-Designers Mark Fetherston handelt es sich bei der Neuerscheinung um einen „echten SUV“. Denn egal ob im Stadtverkehr, bei kurvigen Bergfahrten oder Offroad, das Fahrzeug meistert jegliche Gegebenheiten. Die breite Palette an Sicherheits- und Assistenzsystemen trägt dazu einen großen Teil bei. So ermöglicht die Kombination aus Abstands-, Brems-, Spurhalte-, Verkehrszeichen- und Geschwindigkeitslimit-Assistent ein größtenteils autonomes Fahrerlebnis. Insbesondere im stockenden Stadtverkehr ist dies äußerst angenehm, da das Fahrzeug ohne menschliches Zutun beschleunigt, abbremst und die Geschwindigkeit an das Tempolimit anpasst. Aber auch in anderen Situationen konnte diese Kombination überzeugen: Etwa wenn brenzlige Bremsvorgänge des Vordermanns oder unübersichtliche Kurven antizipiert werden. Wichtig ist es dabei, immer die Navigation zu benutzen, damit die Systeme vollumfänglich auf die Navigations- und Kartendaten zurückgreifen können. Besonders praktisch ist zudem der Totwinkel-Assistent, der mittels eines roten Dreiecks in den Seitenspiegeln anzeigt, wenn ein Spurwechsel einen Unfall zur Folge hätte. In Kombination mit dem Spurwechsel-Assistenten kann das Fahrzeug somit einen Überholvorgang abwarten und erst anschließend den Wechsel initiieren. Im Stand wird mit Hilfe dieser Technologie ebenfalls vor Radfahrern und Fußgängern im Gefahrenbereich gewarnt.

Wer aufgrund der vielen Assistenzsysteme unangenehme Eingriffe in das Fahrgefühl erwartet, kann sich beim GLB eines Besseren belehren lassen. Trotz aktiviertem Abstands- und Bremsassistenten ist das Beschleunigen weiterhin möglich und der Spurhalteassistent fügt sich unbemerkt in das Fahrerlebnis ein – außer die durchgezogene Linie wird überfahren, dann zieht er das Fahrzeug absichtlich etwas ruckartiger zurück auf die Spur. Die automatische Übernahme des Geschwindigkeitslimits und die dafür erforderliche Erkennung der Verkehrszeichen funktionieren ebenfalls reibungslos und gewährleisten, dass sich die Strafzettel künftig in Grenzen halten. Obwohl selbst Überholverbotschilder und beschränkende Zusatzzeichen erkannt und auf dem Head-up-Display sowie den Digitalanzeigen im Innenraum angezeigt werden, gibt es auch Ausnahmen, in denen Temposchilder nicht erkannt werden. Mit dem Rettungsgassen-Assistent ist der GLB zudem mit einer Neuerung im Bereich der Sicherheitssysteme ausgestattet.

Auch beim Thema Verkehrsübersicht und Parken bietet Mercedes seinen Kunden ein Rundum-Sorglos-Paket. So zeigt das Navigationssystem mittels Augmented Reality auf den Liveaufnahmen der Frontkamera einen Pfeil an, um dem Fahrer die richtige Ausfahrt zu weisen. Parkassistent, Rückfahrkamera und 360-Grad-Kamera ermöglichen ein stressfreies Einparken. Die Vogelperspektive des Rundumblicks ist nicht nur hierbei höchst praktisch. Vor allem in engen Gassen und steilen Anstiegen ist es dem Fahrer möglich, den Bereich um sein Fahrzeug zu analysieren und sich durch jede Situation zu manövrieren. Zusätzliche Dienste im Bereich des Parkens bietet Mercedes etwa mit Free Now an. Das Community based parking misst beim langsamen Vorbeifahren Parklücken aus und sendet die Daten mit Hilfe des Kooperationspartners Bosch an die Nutzer. So kann selbst in der stark frequentierten Innenstadt schnell ein Parkplatz gefunden werden. Außerdem lassen sich mittels Parkopedia Parkhäuser finden und mit EasyPark gehört der Parkscheinautomat in den weltweit kooperierenden Kommunen der Vergangenheit an. Über die Mercedes Me-App können Nutzer die Parkgebühren minutengenau bezahlen.

Dargestellt und verwaltet werden diese Systeme allesamt mittels des Head-up-Displays und eines Widescreen-Cockpits, bestehend aus einer Digitalanzeige und einem Multimediadisplay. Bei der Benutzung überzeugt vor allem die Möglichkeit, die Anzeigen nach persönlichen Präferenzen zu individualisieren und zu bedienen – sei es per Touchscreen, Lenkradknöpfen oder Sprachsteuerung. Von Letzterer ausgenommen sind einzig die Sicherheitsfeatures. Ansonsten können per Sprachbefehl alle Funktionen des Infotainmentsystems MBUX, aber auch Lichter im Innenraum, Temperatur, Gebläsestärke, Sitzheizung oder Rückenmassage gesteuert werden. Das System erkennt sogar, ob die Befehle von der Fahrer- oder Beifahrerseite gestellt werden und passt beispielsweise die Temperatur nur für eine der Seiten an. Es zeigt sich ebenso bei Dialekt verständig, offenbart jedoch bei Telefonkontakten und der Liedersuche des Zusatzangebots „TuneIn-Radio“ vereinzelte Schwächen beim Verstehen von ausländischen Wörtern. Ebenso bedarf es teilweise der Nennung genauer Termini. Die Sprachsteuerung ist demnach noch verbesserungswürdig. Beim Thema Vernetzung hat Daimler das gesamte Portfolio aufgeboten und so verwundert es nicht, dass durch die Smartphone-Integration auch die Verwendung von Drittanbieter-Apps, kabelloses Laden mit dem Qi-Standard und das Ent- und Verriegeln des Fahrzeugs möglich sind.