Es hat seine Zeit gedauert, aber nun ist die Konkurrenz auf Augenhöhe - mindestens. Gerade die deutschen Autobauer wollten es sich nicht bieten lassen, dass ihnen Tesla bei den Elektromodellen derart auf der Nase herumtanzt. Jetzt sind die sehnlichst erwarteten Elektroautos da oder sie stehen vor der Tür in der Einfahrt. Volkswagen hat mit seinen beiden Elektroautos ID.3 und ID.4 schmerzhafte Tesla-Wettbewerber an den Start gebracht, Porsche pulverisiert das in die Jahre gekommene Model S mit seinen verschiedenen Taycan-Varianten und Audi hat den Amerikanern in mehreren Ländern mit seinen E-Tron-Modellen die Elektrokrone entrissen.

Und es geht in den kommenden zwei Jahren munter weiter. Mercedes bringt mit EQA und EQB zwei elektrische Einstiegsmodelle, die auch mit Model 3/Y von Tesla konkurrieren. EQS und EQE kommen jeweils gleich im Doppelpack als Limousine und SUV-Variante. BMW setzt gewaltige Hoffnungen auf seinen Elektrocrossover iX sowie die Sportlimousine des i4, die Ende des Jahres beziehungsweise im ersten Quartal 2022 ihre Premieren feiern. Audi bringt noch in diesem Jahr den Taycan-Zwilling des E-Tron GT und den Q4 E-Tron, der technisch weitgehend identisch mit VW ID.4 und Skoda Enyaq ist. Dazu kommen verschiedene Elektromodelle aus dem neue Großkonzern Stellantis mit seinen insgesamt 14 Marken, von denen insbesondere Peugeot, Jeep, Opel, Chrysler und Citroen schnell Elektromodelle beisteuern wollen. Nicht vergessen werden sollten Tata Motors sowie Geely mit ihren verschiedenen Marken, die mit Polestar und Jaguar bereits erste Elektromodelle auf den internationalen Märkten haben. Gerade in den USA wollen General Motors und Ford eine ganze Armee von Elektrofahrzeugen auf die Kunden loslassen - vom Mittelklassemodell bis zur Neuauflage des Hummer EV ist alles dabei.

Und da ist dann noch der Hyundai-Konzern, der in seinem Portfolio bald vier Automarken beheimaten wird. Neben Hyundai, Kia und Genesis komplettiert in das Quartett bald Ioniq, eine reine Elektromarke. "Mit Ioniq streben wir einen Paradigmenwechsel im Hinblick auf unsere zukünftigen Elektrofahrzeuge an und wie unsere Kunden diese erleben können", sagt Wonhong Cho, Global Chief Marketing Officer der Hyundai Motor Company, "indem wir über das konventionelle Denken hinausgehen, werden wir unseren Kunden individualisierte Erlebnisse mit unseren Elektrofahrzeugen bieten, passend zu einem digital vernetzten und umweltfreundlichen Lebensstil." Das Erstlingswerk ist mit dem Ioniq 5 ein elektrischer Crossover, der auf der eigens entwickelten Electric Global Modular Platform entwickelt wurde. Unter dem Markendach Ioniq will Hyundai in den kommenden Jahren nach dem Ioniq 5 sukzessive weitere numerisch benannte Elektromodelle auf die verschiedenen Märkte bringen. Punkten will das Erstlingswerk des Ioniq 5 dabei nicht nur mit seinem Elektroantrieb, sondern auch einem Design, das Anlehnungen an die Pixeltechnik von Bildschirmen zeigen soll. Der Ioniq 5 ist mit einem 800-Volt-Ladesystem ausgestattet, das bei einer Ladedauer von lediglich fünf Minuten eine Reichweite von 100 Kilometern ermöglicht. Im kommenden Jahr soll eine Sportlimousine namens Ioniq 6 folgen, die auf dem elektrisch angetriebenen Konzeptfahrzeug Prophecy basiert. Zu Beginn des Jahres 2024 rollt nach aktueller Planung ein großes SUV an.

Tesla plant neues Einstiegsmodell

Viel Konkurrenz für den erfolgsverwöhnten Elon Musk und seine Firma Tesla, die es kaum erwarten können, den europäischen Elektromarkt mit Fahrzeugen zu überfluten, die aus dem neuen Werk südlich von Berlin stammen. Um die Wartezeit zu überbrücken und den zunehmenden Konkurrenzdruck abzufedern, hat Tesla erst einmal den Preis seines Einstiegsfahrzeugs Model 3 auf 39.900 Euro gesenkt. Mit Allradantrieb, besserer Ausstattung und größerer Reichweite geht es bei 49.900 Euro los. Das Model 3 ist ein Erfolg, doch deutlich schwieriger sieht es für das Schwestermodell Model Y und das größere Model S sowie das Model X aus. Das Model S ist mittlerweile in die Jahre gekommen und trotz verschiedenen Überarbeitungen kaum auf der Höhe der neuen Wettbewerber. Das Model X hat seinen Platz bisher auf kaum einem Markt gefunden. Das liegt nicht zuletzt am polarisierenden Design, Qualitäts- und Technikmängeln und das Model Y tut sich gerade in Europa schwerer, als es sich die Tesla-Verantwortlichen gewünscht hätten. Groß sind die Erwartungen an den Tesla Pick-up, der jedoch in Europa keinerlei Rolle spielt.

So warten alle auf weitere neue Modelle, denn ohne die wird die Erfolgsgeschichte von Tesla mit explodierenden Aktienkursen kaum anhalten. Während in den USA der große Pick-up trotz des polarisierenden Designs gute Chancen auf einen Massenerfolg hat und damit die bekannten Platzhirsche wie Ford F-150, Chevrolet Silverado oder RAM unter Druck setzen wird, bräuchte Tesla für die Märkte in Europa und Asien ein betont kleines Elektroauto. Klein von den Dimensionen her und damit eher am oberen Ende der Kompaktklasse sowie in einem Preissegment von unter 30.000 Euro, das den lokalen Anbietern aus Europa, Japan, Korea aber auch China wehtun kann. Ein solches Modell würde gegen einen VW ID.3, einen Opel Astra-e oder einen Seat El-Born ebenso antreten wie an die zahlreichen elektrischen China-Modelle, die kurz vor einem Markteintritt stehen oder die kommenden Elektroversionen, die Giganten wie Toyota, Nissan oder Renault in der Hinterhand haben.

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