Audi Dietmar Voggenreiter

Will in Sachen E-Mobility vorangehen: Audis Chef-Vertriebler Dietmar Voggenreiter. Bild: Audi

Es sei wichtig, sowohl die Fahrzeuge als auch die Infrastruktur zu entwickeln. Die Autohersteller hätten "klare Verpflichtungen" abgegeben, dass sie das deutsche Förderprogramm unterstützen werden. "Für uns ist klar, dass wir auch als Industrie unseren Beitrag leisten werden, um das Feld zu entwickeln", sagte Voggenreiter. Details wollte der Audi-Manager aber noch nicht nennen.

Nach dpa-Informationen will die Koalition in Berlin diese Woche noch einmal darüber beraten, wie genau die Förderung aussehen soll, doch ist das Paket so gut wie fertig. In der Debatte waren zuletzt etwa befristete Ausnahmen für Elektroautos von der Kfz-Steuer, aber auch direkte Kaufzuschüsse.

Um dieses Vorhaben zu finanzieren, könnte Audi sich auf chinesischen Oberklassemarkt stützen. Trotz des langsameren Wachstums im Vorjahr ist das Potenzial laut Voggenreiter groß. Der Oberklassemarkt werde sich im Reich der Mitte in den kommenden Jahren schneller entwickeln als der Gesamtmarkt. "Wir werden langfristig in China ein höheres Wachstum am Premiummarkt sehen", sagte Voggenreiter am Montag zur Eröffnung der Pekinger Automesse der Deutschen Presse-Agentur. Während es in Europa 20 Prozent Premiumfahrzeuge gebe, seien es in China erst neun Prozent. Die Stärkung der Mittelschicht in China werde zu höherem Absatz von Fahrzeugen in diesem Segment führen.

Ungeachtet optimistischerer Schätzungen chinesischer Branchenexperten geht Voggenreiter aber davon aus, dass sich der gesamte Markt in etwa so schnell wie Chinas Wirtschaft entwickeln werde, die in diesem Jahr um 6,5 bis 7 Prozent wachsen soll. Dies sei eine "relativ normale Entwicklung." Im vergangenen Jahr, als der Premiummarkt nur um fünf Prozent zugelegt hatte, habe der Einbruch an Chinas Börsen den Kunden die Kauflaune verdorben.

Weltweit rechne Audi auf seinen drei großen Märkten in Europa, den USA und China mit fünf bis sechs Prozent Wachstum in diesem Jahr, sagte Voggenreiter. In China legten die Ingolstädter im ersten Quartal allerdings erst um 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu, obwohl der Premiummarkt um gut zehn Prozent wuchs. Voggenreiter war mit seiner China-Prognose auch bewusst zurückhaltend, da 2015 und 2016 "Übergangsjahre" mit Modellwechseln seien.