BMW i3

BMW i3: Die Münchener drücken bei der Elektroautos aufs Tempo: Nachdem zuletzt bekannt wurde, dass für die gesamte Modellpalette Elektroversionen angeboten werden sollen, will BMW nun die Reichweite des Karbonmodells i3 erneut erhöhen. Bild: BMW

| von Andreas Karius

Die Reichweite soll durch eine verbesserte Zellchemie nominal nach NEFZ auf rund 450 km steigen, berichtet die Zeitschrift auto motor und sport unter Berufung auf Unternehmenskreise. Damit reagiert BMW auf angekündigte reichweitenstarke Elektromodelle wie den Opel Ampera-e, der 2017 kommt, so das Magazin.

Die neue 33-kWh-Batterie, die BMW seit kurzem im i3 anbietet und auf dem gleichen Bauraum wie die kleinere 22 kWh-Batterie untergebracht hat, bringe das Elektroauto aktuell knapp 220 km weit. Die Praxisreichweite des i3 mit Batterie-Update 2018 dürfte bei etwa 320 km liegen, schätzt auto motor und sport. Noch größere Schritte verhindere ausgerechnet die innovative Karbonstruktur des Autos: Sie bietet nicht genug Bauraum für deutlich größere Akkus, wie sie Opel in den nur 17 cm längeren Ampera-e eingebaut hat. Der startet schon im Frühjahr 2017 mit einem 60-kWh-Akku, kommt nach NEFZ gut 500 km weit und soll in der Praxis mehr als 380 km schaffen.

 

Bereits mit dem neuen 33-kWh-Akku zum Aufpreis von 1200 Euro ist es BMW gelungen, die Nachfrage nach dem i3 zu erhöhen. Der neue Akku erhöht die Reichweite nach NEFZ von 190 auf 300 km. Die Nachfrage sei in manchen Märkten um 50 bis 60 Prozent nach oben geschnellt, berichtet das Magazin. Für 2016 rechne man mit 27.000 bis 28.000 i3-Verkäufen (2015: 25.000). Die Kapazitätsgrenze der i3-Produktion in Leipzig läge bei etwa 35.000 Stück.

BMW räumt ein, dass das Karbonkonzept, bei dem die Karosserie nahezu unveränderlich ist, nichts für den Einstieg in den Massenmarkt der Elektromobilität ist. Zwar sind die meisten i3-Kunden laut BMW mit der bisherigen Reichweite zufrieden, aber bei Neukunden habe man „die emotionale Komponente“ dieser Limitation unterschätzt, so die Zeitschrift. Das Konzept eines Elektroautos, das sich von konventionell angetriebenen Fahrzeugen stark unterscheidet, sei zur Entwicklungsphase des i3 aber richtig gewesen, heißt es bei BMW. Ein neuer BMW i mit größerer Karbonkarosserie dürfte wohl erst 2021 auf den Markt kommen, dafür aber auch schon große Fähigkeiten zum autonomen Fahren besitzen.

Für große Stückzahlen bei Elektroautos müssen in näherer Zukunft aber konventionelle Modelle herhalten. So soll der neue X3 laut auto motor und sport ab 2019 auch mit rein elektrischem Antrieb zu kaufen sein: Im Unterboden des SUV ist demnach ausreichend Platz für einen reichweitenstarken Akku. Außerdem hat BMW-Chef Harald Krüger einen elektrischen Mini hat angekündigt. Mit dem Countryman besitzt auch Mini einen SUV, der genügend Platz für Akkus bietet.

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