Marke Fiat auf Schrumpfkurs

Die Marke Fiat schrumpft und schrumpft - auch weil es an Impulsen durch die Modellpolitik fehlt. In den vergangenen Jahren lag die Absatzlast hauptsächlich auf dem Fiat 500 nebst Modellvarianten. Bild: Fiat

Der massive Absatzverlust geht aus jetzt veröffentlichten Zahlen von Focus2Move hervor. Verkaufte die Marke Fiat im Jahr 2010 weltweit noch rund zwei Millionen Fahrzeuge, waren es 2016 gerade noch 1,51 Millionen. Wie sehr Fiat in diesen sechs Jahren den Anschluss an die Konkurrenz verloren hat, unterstreicht eine weitere Zahl in diesem Kontext: während der globale Fahrzeugabsatz in diesen sechs Jahren um durchschnittlich 4,6 Prozent pro Jahr zulegte, ging er bei der italienischen Marke um 4,1 Prozent durchschnittlich zurück.

Als wesentliche Ursache sehen Marktexperten einerseits die unstete Modellpolitik des Autobauers, die sich in den vergangenen Jahren nahezu auf den Fiat 500 und einige Derivate des Modells reduzierte. Während zudem andere Hersteller in dieser Zeitspanne die Globalisierung energisch voran getrieben hätten, habe sich Fiat immer stärker zu europäischen,  ja italienischen Marke zurück entwickelt. Erschwerend kam eine massive Krise des wichtigen südamerikanischen Marktes hinzu. Der Versuch, in den USA Fuß zu fassen, gilt auch nach dem x-ten Anlauf mal wieder als gescheitert und in China ist Fiat kein Faktor.

Innerhalb des FCA-Konzerns scheint Sergio Marchionne für die Marke auch nur eine Nebenrolle besetzt zu haben. Geht es um globales Wachstum, stehen bei dem Konzernchef die Marken Jeep und Alfa Romeo im Mittelpunkt. Es gibt aber auch Lichtblicke. Auf der Modellseite wurde der neue Fiat Tipo nebst Modellvarianten positiv aufgenommen. Einen schönen Hallo-wir-leben-noch-Effekt erreichte der 124 Spider. Und laut einer Absatzprognose von IHS Markit, veröffentlicht im AUTOMOBIL PRODUKTION-Sonderheft Global Automotive Business geht es mittelfristig beim Fahrzeugverkauf wieder aufwärts. Bis 2021 werden die Fiat-Verkaufszahlen demnach auf an die 1,8 Millionen ansteigen.