Terrafugia Flugauto

Im Landeanflug bei der Geely Holding? US-Flugauto-Startup Terrafugia steht angeblich kurz vor dem Verkauf an die Chinesen. Im Bild das in Entwicklung befindliche Modell TF-X. Bild: Terrafugia

Derzeit ist die ZGH mit dem Milliardär Li Shufu an der Spitze schwer aktiv in der Akquisition neuer Unternehmen. Erst vor wenigen Tagen hat das Unternehmen die Mehrheit am malaysischen Autobauer Proton (49 Prozent) und dessen Tochter Lotus (51 Prozent) übernommen, hat zudem die Marken Geely, Volvo und Lynk & Co im Portfolio. Nun scheinen die Chinesen abheben zu wollen. Wie die South China Morning Post meldet, stehe die Geely Holding kurz vor dem Kauf des Flugautoherstellers Terrafugia. Flugautos gelten im Run um die Mobilitätszukunft als das nächste große Ding.

Terrafugia wurde im Jahr 2006 von fünf Absolventen des Massachusetts Institute of Technology (MIT) gegründet. Bereits 2009 stellte das junge Unternehmen seinen ersten Prototypen vor. 2012 dann auf der Autshow in New York das erste „Serienmodell“ namens Transition. Das Gefährt zu einem Preis von rund 210.000 Euro  hat für die USA eine Luft- und Straßenzulassung.

Das war allerdings nur der Beginn. Den Durchbruch zum Volumengeschäft mit Flugautos will Terrafugia mit dem in Entwicklung befindlichen TF-X erreichen, einem Viersitzer mit Plug-in-Hybrid. In der Start- und Landephase sollen E-Motoren die Rotoren antreiben. Im Flugbetrieb übernimmt ein Verbrenner den Antrieb des Heckpropellers. Geladen werden können die Batterien an der Steckdose oder während des Flugbetriebs durch den Verbrenner. Die am Dach angeschlagenen Flügel können nach unten eingeklappt werden, wobei die Rotoren in den Fahrzeugflanken verschwinden. Die Reisegeschwindigkeit in der Luft soll bei rund 320 km/h liegen, auf der Straße bei etwas über 100 Kilometern. Kombiniert soll das Gefährt auf eine Reichweite von über 800 Kilometern kommen.

TF-X soll 2021 in Serie gehen

Den Verkaufsstart peilt Terrafugia für 2021 an. Möglicherweise dann unter dem Dach der Geely Holding. Derzeit gehört das Unternehmen zum Portfolio von Haiyin Capital, einer auf US-Tech-Startups spezialisierten Investmentgesellschaft mit Sitz in Peking. Die Gespräche zwischen Haiyin und ZGH bezüglich einer Übernahme sollen bereits seit über einem Jahr laufen, nun sollen die Gespräche kurz vor dem Abschluss stehen. Eine offizielle Bestätigung gibt es dafür allerdings nicht.

Flugautos als der nächste Hype der Mobilitätszukunft sind auch Thema beim AUTOMOBIL FORUM am 12./13. Juli in München. Jörg Astalosch, CEO von Italdesign Giugiaro, geht dort unter der Überschrift „Vertical Mobility“ auf die Rolle von Flugautos in Metropolregionen ein. Italdesign und Airbus haben vor wenigen Monaten beim Genfer Autosalon mit dem Flugmobil Pop Up für Furore gesorgt.

  • Radikale Stauvermeidung: Italdesigns Mobilitäts-Studie "Popup". Bild: Italdesign

    Radikale Stauvermeidung: Italdesigns Mobilitäts-Studie "Popup". Bild: Italdesign

  • Am Boden fährt der Pop Up wie ein normales Auto. Bild: Italdesign

    Am Boden fährt der Pop Up wie ein normales Auto. Bild: Italdesign

  • Für längere Strecken  oder bei Stau kommt ein riesiger Quadrocopter und dockt das Auto an. Bild: Italdesign

    Für längere Strecken oder bei Stau kommt ein riesiger Quadrocopter und dockt das Auto an. Bild: Italdesign

  • Noch ist das Konzept nur eine Studie. Bild: Italdesign

    Noch ist das Konzept nur eine Studie. Bild: Italdesign

  • Geht es nach Airbus, dann könnte die Vision bereits in zehn Jahren Realität werden. Bild: Italdesign

    Geht es nach Airbus, dann könnte die Vision bereits in zehn Jahren Realität werden. Bild: Italdesign

  • Die einzelnen Module von "Popup": Luft- und Bodentransportmodule sowie die Personenkapsel. Bild: Italdesign

    Die einzelnen Module von "Popup": Luft- und Bodentransportmodule sowie die Personenkapsel. Bild: Italdesign

  • Die Kapsel verwandelt sich durch Kopplung an ein Bodenmodul in ein batteriebetriebenes Stadtauto mit Karbonfaser-Chassis. Bild: Italdesign

    Die Kapsel verwandelt sich durch Kopplung an ein Bodenmodul in ein batteriebetriebenes Stadtauto mit Karbonfaser-Chassis. Bild: Italdesign

  • Die Passagiere können die gesamte Fahrt über in der gleichen Kapsel verbleiben, ohne sich Gedanken über den Wechsel zwischen verschiedenen Transportmitteln machen zu müssen. Bild: Italdesign

    Die Passagiere können die gesamte Fahrt über in der gleichen Kapsel verbleiben, ohne sich Gedanken über den Wechsel zwischen verschiedenen Transportmitteln machen zu müssen. Bild: Italdesign

  • Der Innenraum der Passagierkapsel im "Popup"-Konzept. Bild: Italdesign

    Der Innenraum der Passagierkapsel im "Popup"-Konzept. Bild: Italdesign

  • Die Passagierkapsel besteht aus Karbonfaser in Schalenbauweise und ist 2,6 Meter lang, 1,4 Meter hoch und 1,5 Meter breit. Bild: Italdesign

    Die Passagierkapsel besteht aus Karbonfaser in Schalenbauweise und ist 2,6 Meter lang, 1,4 Meter hoch und 1,5 Meter breit. Bild: Italdesign

  • Der Antrieb sowohl des Boden- wie auch des Luftmoduls ist rein elektrisch. Bild: Italdesign

    Der Antrieb sowohl des Boden- wie auch des Luftmoduls ist rein elektrisch. Bild: Italdesign