Renault Elektroautos

Der Geschäftsbereich Ampere koordiniert künftig die Elektromobilität bei Renault. (Bild: Renault)

Mindestens 25 Milliarden Euro Umsatz soll die neue Unternehmenssparte Ampere bis zum Jahr 2031 mit insgesamt sieben elektrischen Modellen in die Kassen von Renault spülen, so die Hoffnung von Unternehmenschef Luca de Meo. „Ganz im Geiste von Renault wurde Ampere entwickelt, um Elektroautos und vernetzte Fahrzeuge für alle erschwinglich zu machen, die Herausforderungen der Energiewende zu erfüllen und die Wachstumschancen auf dem Markt zu nutzen“, so de Meo im Rahmen des Capital Market Day 2023. Möglich werden soll dies durch zwei selbstentwickelte Elektroauto-Plattformen, eine Modellpalette von sieben Fahrzeugen, eine neue Generation zentraler Elektroarchitektur, Android-basierte Software sowie „das kompakteste und effizienteste Liefer- und Produktions-Ökosystem für Elektroautos“ und ein horizontaler Ansatz mit „erstklassigen Partnern“.

Ampere kann auf vorhandene Ressourcen setzen

Der Unternehmensbereich Ampere, dessen Fahrzeuge auch künftig unter der Marke Renault vertrieben werden, solle dabei das Beste aus zwei Welten zusammenbringen: „die Erfahrung und Schlagkraft eines führenden Automobilherstellers mit der Agilität und dem Innovationsgeist eines Newcomers“, so de Meo. Unterstützung erhält Ampere unter anderem durch die Kapitalausstattung und den Zugriff auf Ressourcen der Renault Group – etwa auf den räumlich konzentrierten Produktionsverbund ElectriCity im Norden Frankreichs. Dieser umfasst unter anderem an den Standorten Douai, Maubeuge, Ruitz und Cléon vier Fabriken, die eine Kapazität von 400.000 Fahrzeugen pro Jahr aufweisen, die bis 2028 auf rund 620.000 Einheiten erweitert werden könnte. Rund 75 Prozent der Lieferanten der ElectriCity befinden sich zudem im Umkreis von 300 Kilometern, was laut Renault zu 40 Prozent geringeren Logistikkosten führt. Bis zum Jahr 2025 soll das Produktionsnetz komplett CO2-neutral arbeiten.

Neben etablierten Standorten kann die Unternehmenssparte auch auf zwei bestehende Elektroplattformen aufbauen: Die AmpR Small-Plattform für das B-Segment (früher CMF-B EV) sowie die AmpR Medium-Plattform für das C-Segment (vormals CMF-EV). Für die neue-Renault-Sparte sind vom Start an rund 11.000 Mitarbeitende tätig, darunter etwa 35 Prozent mit Engineering-Hintergrund für EV- und Software-Lösungen.

Ampere strebt ehrgeiziges Wachstum an

Zwischen 2023 und 2031 strebt Ampere ein ambitioniertes Umsatzwachstum von 30 Prozent an. Für das Jahr 2025 möchte man mit vier Fahrzeugen rund zehn Milliarden Euro umsetzen, sechs Jahre später sollen sieben Modelle für 25 Milliarden Umsatz sorgen. Dank eines klaren Fahrplans, der eine Kostensenkung von 40 Prozent innerhalb einer Modellgeneration vorsieht, werde man in der Lage sein, die Fahrzeugpreise schrittweise zu senken und gleichzeitig die Margen zu verbessern, heißt es bei der Renault-Sparte. Bereits 2025 soll Ampere die Gewinnschwelle erreichen, 2030 soll die operative Marge mehr als zehn Prozent betragen. Startkapital hierfür soll unter anderem ein für 2024 geplanter Börsengang einbringen.

Renault-Fahrzeuge sollen vernetzt und günstig sein

Für die kommenden Elektromodelle verspricht Ampere bereits jetzt mehr als konkurrenzfähige Preise: Der Renault 5, der im ersten Quartal 2024 auf den Markt kommt, soll zum Preis von rund 25.000 Euro eine Reichweite von bis zu 400 Kilometern bieten. Ein derzeit unter dem Namen Legend gehandeltes Modell soll den Preis um weitere 5.000 Euro drücken. Neben den Einstiegsmodellen soll Ampere jedoch auch mindestens zwei Modelle für Alpine produzieren und die Elektrifizierung der Tochter Dacia unterstützen.

Bei der Software-Basis der neuen Modelle möchte Ampere auf eine zentrale, cloudbasierte Architektur setzen, um die notwendige Rechenleistung und Connectivity in die Fahrzeuge zu bringen. Die als Sofware-defined Vehicles (SDV) angelegten Modelle, die ab 2026 auf den Markt kommen werden, sollen unter anderem in der Lage sein, eine permanente Update-Fähigkeit sicherzustellen. Die bereits im Einsatz befindliche Infotainment-Lösung OpenR wurde bereits von Ampere und Google entwickelt. Entsprechende Partnerschaften soll die Renault-Tochter auch in Zukunft beibehalten, um Zeit und Kosten in der Entwicklung zu sparen.

Sie möchten gerne weiterlesen?