Allerdings wäre das Unternehmen auch nach einer Opel-Übernahme in den Wachstumsmärkten China und Südamerika viel zu schwach vertreten, warnt Dudenhöffer. "Die sitzen gemeinsam auf der kleiner werdenden Scholle Europa." Ähnlicher Meinung ist auch Stefan Bratzel von der FH Bergisch-Gladbach: "Opel hilft PSA außerhalb Europas kein Stück."

Dudenhöffer stellt auch die globale Bedeutung der Opel-Entwickler für den GM-Konzern in Frage. Schließlich gelinge es dem Konkurrenten Ford auch, in den USA gute Produkte zu entwickeln und für die globalen Märkte anzupassen. "Man könnte sich in Detroit angesichts der dauerhaften roten Zahlen die Frage stellen: 'Was ist in Europa überhaupt noch zu gewinnen?'" GM hatte immerhin die globale Marke Chevrolet vom europäischen Markt genommen, mit der man nach einem Opel-Abgang jederzeit wieder an den Start gehen könnte, beispielsweise wenn sich der russische Markt wieder öffnet.

Keine großen Wachstumszahlen zu erwarten

Große Wachstumszahlen sind aber auf dem europäischen Automarkt erst einmal nicht zu erwarten. Zwar stiegen die Pkw-Neuzulassungen im Jahr 2016 auf 14,6 Millionen Stück und damit auf den höchsten Absatz seit neun Jahren. Für das laufende Jahr aber erwartet der Branchenverband Acea ein deutlich schwächeres Wachstum. Es gibt viele Unsicherheitsfaktoren, zum Beispiel die Folgen des Brexit-Votums in Großbritannien - dem Hauptmarkt der Opel-Schwestermarke Vauxhall.

An den europäischen Opel/Vauxhall-Standorten geht das Zittern um die 38 200 Arbeitsplätze wieder los. "PSA würde natürlich die Kapazitäten überprüfen. Standorte wie Eisenach oder Kaiserslautern wären dann gefährdet", sagt Dudenhöffer. Auch Bratzel geht von Sparmaßnahmen im Falle einer Übernahme aus. "Wenn man effizienter wird, steht dahinter der Versuch, dies mit weniger Mitarbeitern zu schaffen", sagte er dem Hessischen Rundfunk. Es müsse aber keinen Stellenabbau geben, wenn mehr Fahrzeuge verkauft werden könnten.

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dpa