Conti Riemen-Starter-Generator für neuen A8

Der Riemen-Starter-Generator mit integrierter Leistungselektronik für den neuen A8 wird am Conti-Standort Nürnberg gefertigt. Bild: Conti

| von Christian Klein

Den Riemen-Starter-Generator mit integrierter Leistungselektronik basiert auf einem modularen Baukastensystem, das an die Bedürfnisse unterschiedlicher Automobilhersteller angepasst werden kann. So konnten die hohen Leistungsanforderungen von Audi durch eine Verlängerung des nicht gewickelten, sondern aus miteinander verschweißten Kupferstäben bestehenden Stators erfüllt werden.

Die Zusammenarbeit mit Audi beschränkte sich jedoch nicht nur auf die Hardware. „Gemeinsam haben wir die Software-Funktionen des Antriebs weiterentwickelt“, erläutert José Avila, Mitglied des Vorstands bei Continental und Leiter der Division Powertrain. „Die intelligente Steuerung trägt wesentlich zur hohen Leistungsfähigkeit bei.“ Die will Audi nach dem Serienstart des neuen Audi A8 auch für weitere Modellreihen nutzen. 

Die Kombination von emissionsfreiem Segeln, frühzeitiger Aktivierung der Start-Stopp-Funktion und einer verbesserten Bremsenergie-Rückgewinnung führt beim neuen A8 bereits zu einer Verbrauchseinsparung von bis zu 0,7 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer im realen Fahrbetrieb. Zudem ermöglicht das 48-Volt-Hauptbordnetz, kurzfristig, bei gleicher Stromstärke, viermal höhere elektrische Leistungen bereitzustellen. Dadurch sind adaptive Fahrwerksysteme wie das vorausschauende Aktivfahrwerk des neuen Audi A8 möglich.

Das jetzt auf der NAIAS in Detroit anlässlich seines Produktionsstarts vorgestellte System kommt anstelle eines konventionellen Ritzel-Starters zum Einsatz und ist über einen Riemen mit der Kurbelwelle des Verbrennungsmotors verbunden.

„In der 48-Volt-Elektrifizierung sehen wir eine entscheidende Technologie, die in Bezug auf den Komfortgewinn und die Verbrauchsreduzierung für alle Fahrzeugklassen in allen Märkten interessant ist“, sagt José Avila. „Mit einem nachgewiesenen Einsparpotenzial bis in den zweistelligen Prozentbereich hilft es den Flottenverbrauch ohne großen Kostenaufwand zu senken“.

Mit einer Starterleistung von acht Kilowatt und einem maximalen Drehmoment von kurzzeitig bis zu 60 Newtonmeter liefert der von Continental entwickelte Asynchronmotor Bestwerte.

Die Dauerleistung im Generatorbetrieb beträgt bis zu fünf Kilowatt, kurzzeitig sind bis zu 15 Kilowatt zu erzielen.  Möglich wird dies, weil der Riemen-Starter-Generator und insbesondere die Leistungselektronik durch eine Wasserkühlung vor dem Überhitzen geschützt sind. Als Kühlmittel kommt der normale Wasserkreislauf des Verbrennungsmotors zum Einsatz – ein separater Niedertemperatur-Kreislauf wird also nicht zwingend benötigt.