Conti Riemen-Starter-Generator für neuen A8

Der Riemen-Starter-Generator mit integrierter Leistungselektronik für den neuen A8 wird am Conti-Standort Nürnberg gefertigt. Bild: Conti

Den Riemen-Starter-Generator mit integrierter Leistungselektronik basiert auf einem modularen Baukastensystem, das an die Bedürfnisse unterschiedlicher Automobilhersteller angepasst werden kann. So konnten die hohen Leistungsanforderungen von Audi durch eine Verlängerung des nicht gewickelten, sondern aus miteinander verschweißten Kupferstäben bestehenden Stators erfüllt werden.

Die Zusammenarbeit mit Audi beschränkte sich jedoch nicht nur auf die Hardware. „Gemeinsam haben wir die Software-Funktionen des Antriebs weiterentwickelt“, erläutert José Avila, Mitglied des Vorstands bei Continental und Leiter der Division Powertrain. „Die intelligente Steuerung trägt wesentlich zur hohen Leistungsfähigkeit bei.“ Die will Audi nach dem Serienstart des neuen Audi A8 auch für weitere Modellreihen nutzen. 

Die Kombination von emissionsfreiem Segeln, frühzeitiger Aktivierung der Start-Stopp-Funktion und einer verbesserten Bremsenergie-Rückgewinnung führt beim neuen A8 bereits zu einer Verbrauchseinsparung von bis zu 0,7 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer im realen Fahrbetrieb. Zudem ermöglicht das 48-Volt-Hauptbordnetz, kurzfristig, bei gleicher Stromstärke, viermal höhere elektrische Leistungen bereitzustellen. Dadurch sind adaptive Fahrwerksysteme wie das vorausschauende Aktivfahrwerk des neuen Audi A8 möglich.

Das jetzt auf der NAIAS in Detroit anlässlich seines Produktionsstarts vorgestellte System kommt anstelle eines konventionellen Ritzel-Starters zum Einsatz und ist über einen Riemen mit der Kurbelwelle des Verbrennungsmotors verbunden.

„In der 48-Volt-Elektrifizierung sehen wir eine entscheidende Technologie, die in Bezug auf den Komfortgewinn und die Verbrauchsreduzierung für alle Fahrzeugklassen in allen Märkten interessant ist“, sagt José Avila. „Mit einem nachgewiesenen Einsparpotenzial bis in den zweistelligen Prozentbereich hilft es den Flottenverbrauch ohne großen Kostenaufwand zu senken“.

Mit einer Starterleistung von acht Kilowatt und einem maximalen Drehmoment von kurzzeitig bis zu 60 Newtonmeter liefert der von Continental entwickelte Asynchronmotor Bestwerte.

Die Dauerleistung im Generatorbetrieb beträgt bis zu fünf Kilowatt, kurzzeitig sind bis zu 15 Kilowatt zu erzielen.  Möglich wird dies, weil der Riemen-Starter-Generator und insbesondere die Leistungselektronik durch eine Wasserkühlung vor dem Überhitzen geschützt sind. Als Kühlmittel kommt der normale Wasserkreislauf des Verbrennungsmotors zum Einsatz – ein separater Niedertemperatur-Kreislauf wird also nicht zwingend benötigt.

  • Audi A8 Schnittbild

    Premium-Sensorik und jede Menge Fahrerassistenzsysteme: Der neue Audi A8 ist das erste Serienauto der Welt, das für hochautomatisiertes Fahren nach Level 3 (SAE) entwickelt wurde. Ab 2018 bringt Audi pilotierte Fahrfunktionen wie Parkpilot, Garagenpilot und Staupilot sukzessive in Serie. Bild: Audi

  • Audi-Design Marc Lichte

    Das Team um Marc Lichte zeichnete einen „fließend-muskulösen Karosseriekörper“. Ein Fertigungsprozess bietet auch Vorteile für die Rundumsicht: Dank der Rollfalz-Technologie, die man an den vorderen und hinteren Türeinstiegen zur Verbindung des Aluminium-Seitenwandrahmens mit den Stahlblechen von B-Säulen, Dachbogen und Schweller einsetzt, erzielen die Ingenieure bis zu 36 Millimeter zusätzliches Sichtfeld. Bild: Audi

  • V6-Turbomotor Audi

    A8 und A8 L gehen in Europa mit den V6-Turbomotoren 3.0 TDI und 3.0 TFSI an den Start. Beim TDI hat man das Thermomanagement verbessert, beim Ottomotor schaltet das Audi Valvelift System (AVS) die Öffnungszeiten und den Hub der Einlassventile je nach Bedarf in zwei Stufen um. Die überarbeitete 8-Gang-Tiptronic hat nun eine elektrische Ölpumpe. Die Getriebesteuerung erkennt Stop & Go-Situationen und verändert daraufhin die Fahrstrategie. Allradantrieb quattro ist Standard. Weitere Motoren sowie ein Plug-in-Hybrid folgen 2018. Bild: Audi

  • 48-Volt-Hauptbordnetz

    Die Ingenieure setzen im A8 ein 48-Volt-Hauptbordnetz ein. Dieses versorgt das 12-Volt-Netz mit, das zum Teilbordnetz wird. Das 48-Volt-Netz speist sich über einen Riemen-Starter-Generator (RSG), der über den Riementrieb mit der Kurbelwelle des Motors verbunden ist. Als Speicher dient eine Lithium-Ionen-Batterie unter dem Gepäckraumboden. Das System ermöglicht aufgrund der höheren Spannung unter anderem das lautlose Segeln des Fahrzeugs im Bereich zwischen 55 und 160 km/h. Bild: Audi

  • Interieur und Bedienpanel beim Audi A8

    Horizontale, klare Linien, ein Cockpit mit reduzierter Tasten-Zahl, intuitiv bedienbare Touch-Screens in der Mittelkonsole, ein digitales Kombiinstrument des Virtual Cockpit in Full HD-Auflösung, Sprach- und Schrifteingabemöglichkeiten, 3D-Navigation sowie zahlreiche Car-to-X-Dienste heben den großen Audi auf ein Top-Level. Möglich macht's der Modulare Infotainmentbaukasten MIB 2+. Bild: Audi

  • Multimaterialbauweise beim Audi A8

    Multimaterialbauweise "Werkstoff-quattro": Neben Aluminium und Stahl setzt Audi beim neuen A8 auch Magnesium für die vordere Domstrebe sowie eine Rückwand aus CFK ein – das größte Bauteil der Passagierzelle. Bild: Audi

  • Fahrwerk im Audi A8

    Sportlich-sanftes Fahrwerk: Serie sind im A8 die direkte Progressivlenkung und die Adaptive Air Suspension. Steigern lassen sich Präzision und Komfort auf Basis der Elektronischen Fahrwerkplattform (EFP) mit der Dynamik-Allradlenkung und dem AI Aktivfahrwerk mit elektromechanischer Federung. Bild: Audi

  • HD Matrix-LED-Fernlicht beim Audi A8

    Erstmals arbeitet das HD Matrix LED-Fernlicht mit einem Laserspot zusammen, der die Reichweite des Lichts verdoppelt und ab 70 km/h aktiviert wird. Der Laserspot ist durch eine X-förmige Blende zu erkennen und wird zudem von einem blauen Ambientelicht in Szene gesetzt. Bild: Audi

  • Bauteil für exakte Detektion beim Audi A8

    Der A8 bietet 41 Fahrerassistenzsysteme. Für die Detektion sind zahlreiche Sensoren erforderlich, unter anderem der neue Laserscanner in der Fahrzeugfront (im Bild). Die Intelligenz dahinter steckt im zentralen Fahrerassistenzsteuergerät (zFAS). Bild: Audi