Die Wiener Hofburg ist in jedem Jahr Kulisse für einen der bedeutendsten Events im Bereich

Die Wiener Hofburg ist in jedem Jahr Kulisse für einen der bedeutendsten Events im Bereich Antriebsstrang. (Bild: FuchslocherDer alljährliche große Branchentreff der Motoren- und Getriebeexperten, der sich aus OEMs, Zulieferern, Entwicklungsdienstleistern wie auch aus der Wissenschaft rekrutiert, zeigt nicht nur im Rahmen zahlreicher Fachvorträge neue technische Entwicklungen auf. Die renommierte Veranstaltung mit ihren über 1.000 Teilnehmern ist auch ein Gradmesser der Befindlichkeiten in der Automobilindustrie. Ganz klar ist die CO2-Reduzierung und damit der Verbrauch kontinuierliches Topthema in der Wiener Hofburg; so auch in diesem Jahr. Durch die vergangenen Jahre hindurch ließen sich aber auch immer gewisse Trends für die kommenden Monate ableiten, die nicht nur in den Vorträgen, sondern auch am Rande der Veranstaltung in kleinen, exklusiven Runden besprochen werden. Waren es in den vergangenen Jahren klar die E-Mobilität und das Downsizing, sind am vergangenen Donnerstag und Freitag vorwiegend die Herausforderungen Rund um die Real-Driving Emissions-Erfordernisse wie auch die Plug-in Hybridisierung Ton angebend gewesen.)

Der alljährliche große Branchentreff der Motoren- und Getriebeexperten, der sich aus OEMs, Zulieferern, Entwicklungsdienstleistern wie auch aus der Wissenschaft rekrutiert, zeigt nicht nur im Rahmen zahlreicher Fachvorträge neue technische Entwicklungen auf. Die renommierte Veranstaltung mit ihren über 1.000 Teilnehmern ist auch ein Gradmesser der Befindlichkeiten in der Automobilindustrie. Ganz klar ist die CO2-Reduzierung und damit der Verbrauch kontinuierliches Topthema in der Wiener Hofburg; so auch in diesem Jahr. Durch die vergangenen Jahre hindurch ließen sich aber auch immer gewisse Trends für die kommenden Monate ableiten, die nicht nur in den Vorträgen, sondern auch am Rande der Veranstaltung in kleinen, exklusiven Runden besprochen werden. Waren es in den vergangenen Jahren klar die E-Mobilität und das Downsizing, sind am vergangenen Donnerstag und Freitag vorwiegend die Herausforderungen Rund um die Real-Driving Emissions-Erfordernisse wie auch die Plug-in Hybridisierung Ton angebend gewesen.

Die Zukunft gehört dem Plug-in-Hybrid, wie hier dem System von BMW. Bild: Fuchslocher

Die Zukunft gehört dem Plug-in-Hybrid, wie hier dem System von BMW. Bild: Fuchslocher

Da das derzeitige Labortest-Verfahren für den Typengenehmigungstest nur eine schmale Bandbreite an Umweltaspekten, Fahrverhalten und Motorbetriebspunkten abdeckt, führt die Europäische Kommission das RDE-Verfahren (Real-Driving Emissions) als Ergänzung ein. In zahlreichen Vorträgen waren die damit verbundenen Herausforderungen für die Branche, aber auch für die EU-Emissionsgesetzgebung, daher eines der großen Themen. So stellte etwa der EU-Experte Theodoros G. Vlachos vom Joint Research Center der Europäischen Kommission, Institut für Energy and Transport, fest, dass nicht nur die OEMs von diesem Thema herausgefordert werden.
In der Praxis sind es eben gerade auch die Engineering-Experten, die an der Ausgestaltung feilen. So zeichnete etwa Christian Lensch-Franzen, Leiter Engineering der APL Automobil-Prüftechnik Landau GmbH auf, was es mit Blick auf die RDE bei Otto-Direkteinspritzer-Motoren zu beachten gilt. Um einen Motor RDE-fähig zu entwickeln seien etwa die Lastpunktverschiebung oder die Partikelkonzentration beim Wiederanbrennen nach Übergang vom Schub- in den Lastbereich die Herausforderungen. Mit Einspritzdrücken bis 500 bar sollen sich demnach die Partikel um etwa 25 Prozent reduzieren lassen, wie der Experte in Wien aufzeigte. AVL-Mann Günther Fraidl dämpfte mit Blick auf die RDE unrealistische Erwartungen. Einen allgemein gültigen, generischen RDE-Test zu finden sei sehr schwierig, so der Antriebsexperte. Erfahrungen aus der Nutzfahrzeug-Technologie seien indes nicht sinnvoll übertragbar, denn anders als dort sei beim Pkw vor allem der Fahrer die entscheidende Einflussgröße. Die Fahrzeugüberprüfung werde laut Christoph Menne von der FEV GmbH Aachen durch RDE-Tests zwar erheblich anspruchsvoller werden. Eine Verbesserung der Emissionen und deren Effekt auf die Luftqualität werde aber dazu beitragen, die öffentliche Akzeptanz von Dieselmotoren zu erhalten,so ein weiterer Aspekt Rund um das Thema RDE.

Ein Stück besoneren Motorenbaus repräsentiert der neue W12 TSI von Volkswagen. Bild: Fuchslocher

Ein Stück besoneren Motorenbaus repräsentiert der neue W12 TSI von Volkswagen. Bild: Fuchslocher

Unzweifelhaft im Kommen sind die Plug-in-Hybride. So zeigten die führenden OEMs in Wien nicht nur in Fachvorträgen ihre Antwort auf die Herausforderungen bei den Themen CO2 und weitere Elekktrifizierung des Antriebsstrangs. Die Hersteller waren auch mit zahlreichen topaktuellen Exponaten zu Gast in der Hofburg: So zeigte Audi etwa den Triebstrang des neuen Q7 e-tron und BMW stellte seinen Plug-in-Hybrid als stilisierten 3er aus. Dass die Hybridisierung aus dem Motorsport heraus Image erzeugen kann, war von hochkarätigen Referenten zu hören. So zeigten etwa die Entwicklungschefs der Häuser Audi (Hackenberg) und Porsche (Hatz), wie sie mit ausgeklügelten Systemen zur Rückgewinnung von Energie in Le Mans aufs Siegertreppchen fahren.
Doch der klassische Motorenbau kommt dabei keinesfalls zu kurz – auch wenn dieser künftig häufig mit einem 48-Volt-Bordnetz kombiniert wird. Einer der konstruktiven Leckerbissen kam in diesem Jahr aus dem Hause Volkswagen: Mit dem W12 TSI zeigten die Ingenieure feinsten Motorenbau – sowohl im Plenum als auch in der Ausstellung. Mit dem neuen 6,0-Liter-Aggregat stellen die Wolfsburger den kürzesten W12 auf die Beine: mit einer um 24 Prozent kürzeren Kurbelwelle als sie vergleichbare V-Motoren aufweisen. VW kombiniert im “W” zwei VR6-Blöcke und zeigt mit einer 60 Grad Zündfolge sowie den 3-Stoff-beschichteten Pleuellagern state of the art modernen Motorenbaus.
Dass am anderen Ende des “Zylinder-Spektrums” ebenfalls High-Tech zum Einsatz kommt und gerade auch hier top Materialien sowie top Ideen gefragt sind, war in Vorträgen wie von etwa von Hyundai zu hören, die ihren 3-Zylinder präsentierten. Verzicht auf oder gar Verlust von Komfort müssen diese kleinen Triebwerke freilich nicht bedeuten, so die Meinung vieler Motorenkonstrukteure. Dass Autofahren auch künftig Spaß bereiten müsse, betonte etwa Rolf Bulander aus dem Hause Bosch, der in seinem Plenarvortrag über “die Optimierung des Antriebsstrangs durch umfassenden Systemansatz” sprach. Eine ausgewogene Baukastenstrategie beinhalte demnach einen “gelungenen Kompromiss zwischen Kosten und Technik”. Einen Weg sieht man beim großen Zulieferer etwa in der Wassereinspritzung (WI).

Mehr Impressionen vom 36. Internationalen Motorensymposium finden Sie hier.

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