Vitesco E-Mobilität

Zulieferer Vitesco strebt in den kommenden Jahren ein massives Wachstum im Bereich der Elektromobilität an. (Bild: Vitesco)

"Wir sprechen hier von einem starken organischen Wachstum im Bereich der Elektrifizierung von jährlich durchschnittlich 40 Prozent bis 2026", sagte Finanzchef Werner Volz. Die Regensburger wollen das Geschäft darüber hinaus bis 2030 auf einen Erlös zwischen zehn und zwölf Milliarden Euro ausbauen. In knapp zwei Jahren soll zudem erstmals eine Dividende für das dann abgeschlossene Geschäftsjahr 2023 fließen.

Für die mittelfristigen Ziele bis 2026 behält Vitesco seine Maßgabe einer operativen Umsatzrendite im Konzern vor Zinsen, Steuern und Sonderposten von sieben bis neun Prozent aufrecht, die auch schon bisher für die mittlere Frist der nächsten drei bis vier Jahre galt. 2024 soll das Elektrifizierungsgeschäft erstmals profitabel werden und zum operativen Gewinn beitragen.

Im herkömmlichen Antriebsgeschäft - der Sparte Powertrain - kalkuliert die ehemalige Continental-Tochter mittelfristig mit prozentual zweistelligen Margen. Das erklärte Wachstumsgeschäft mit der Elektrifizierung erfordert Investitionen für Forschung und Entwicklung, die so im tendenziell abflauenden Verbrennerbereich nicht mehr nötig sind. Vitesco organisiert sich ab dem kommenden Jahr in den zwei Hauptsparten Powertrain Solutions und Electrification Solutions.

Bisher ist der Elektrifizierungsbereich noch klein. In der eigentlichen bisherigen Sparte Electrification Technology fuhr Vitesco im vergangenen Jahr 587 Millionen Euro Umsatz ein - nur ein Bruchteil des Gesamterlöses von 8,35 Milliarden Euro. Zusammen mit Elektrokomponenten aus anderen Sparten kam das Geschäft mit E-Antrieben auf 888 Millionen Euro.

Auftragsbücher für E-Komponenten sind gut gefüllt

Unterfüttert werden die Wachstumsaussichten durch die Auftragslage. Neue Aufträge gehen laut früheren Angaben von Vorstandschef Andreas Wolf bereits zu 80 Prozent für den Elektroteilebereich ein. So kündigte Vitesco zudem an, einen Auftrag für das Thermomanagement von Hochvoltsystemen in Batterieautos ergattert zu haben, der ein Volumen von über einer Milliarde Euro hat.

So soll es weitergehen. "In den kommenden Jahren werden wir ein immer größeres Angebot an elektrifizierten Fahrzeugen sehen", sagte Wolf. "Ein Großteil davon wird Komponenten von Vitesco Technologies an Bord haben: E-Achsen, Batteriemanagementsysteme, Inverter und viele weitere Produkte." 2030 dürften mehr als 70 Prozent der weltweiten Pkw-Produktion einen Elektromotor an Bord haben, schätzt das Unternehmen unter Verweis auf die Marktforscher von S&P Global Mobility.

Der Umbruch bringt aber auch Probleme mit sich. Turbolader oder Hochdruckpumpen für Einspritzsysteme haben keine langfristigen Wachstumschancen mehr. Vitesco baut etwa in seinem Nürnberger Werk bis zu zwei Drittel der Stellen ab - von 1.160 Arbeitsplätzen fallen gut 800 weg. Neben einem größeren Block aus künftig wegfallender Vertragsfertigung für die ehemalige Konzernmutter Conti zählt Vitesco Geschäfte mit rund zwei Milliarden Euro Umsatz nicht zum Kerngeschäft - auch diese haben keine Zukunft im Konzern. Beschäftigte müssen umgeschult werden oder es fallen Kosten für Arbeitsplatzabbau an.

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dpa