Continental induktives Laden

Großer Komfort durch kabellosen, automatisierten Ladeprozess. Bild: Continental

Auf der Consumer Electronics Show (CES, 9. bis 12. Januar 2018) wird Continental seine Entwicklungen zur Betankung von E-Fahrzeugen und Plug-in-Hybriden zeigen. Im Fokus stehen dabei zwei Batterieladesysteme, bei denen man sich die Stärken von Elektroautos zu Nutze mache, heißt es dazu. Zum einen ist dies ein kabelloser, automatisierter Ladeprozess, für den die Continental-Entwickler sich insbesondere einer komfortablen lösung für die präzise Positionierung des Fahrzeugs zur Bodenplatte angenommen haben. Die Mikronavigationslösung von Continental ermöglicht mittels eines magnetischen Ortungssystems eine bis zu zehnfach präzisere Positionierung als herkömmliche Parkassistenten. Das im Langwellenbereich (LF) arbeitende Ortungssystem findet die Bodeneinheit selbst durch Schnee oder Laub hindurch zentimetergenau. In einer weiteren Ausbaustufe können automatisierte E-Mobile nach dem Laden automatisch „umgeparkt“ werden. Dadurch lassen sich an einer Ladestation über Nacht mehrere Fahrzeuge nacheinander aufladen.

Mit AllCharge zeigen die Entwickler zum anderen ein System, mit dem sie das kabelgebundene Laden adressieren und das laut Continental eine Art Universalschlüssel darstellt. Statt noch mehr Ladetechnik ins Auto zu packen, haben sie den elektrischen Antrieb zum Ladesystem weiterentwickelt. Dabei wurden der Elektromotor und der Inverter (Wandler zwischen Gleich- und Wechselstrom) für die Zusatzaufgabe des Ladens ertüchtigt. Als einzige Zusatzkomponente umfasst dieses System einen DC/DC-Wandler, der für eine stets optimale Spannung zur Batterie sorgen soll. Beim Laden fließt entweder Wechselstrom von der Ladesäule durch den Elektromotor zum Inverter und von dort als Gleichstrom weiter zur Batterie; oder die Ladesäule gibt Gleichstrom ab, der über den DC/DC-Wandler direkt die Batterie lädt. AllCharge soll laut Continental die Suche nach einer passenden Ladesäule beenden, weil es unabhängig von der Ladeleistung, Stromart und Spannungslage mit allen Säulen kompatibel ist. Zudem lasse sich das Fahrzeug dank bidirektionaler Auslegung des Systems als Stromquelle nutzen, was es etwa für Handwerker interessant mache.