Pre-Crash-Airbag von ZF

Der externe Pre-Crash-Airbag von ZF zündet bereits vor einem unvermeidlichen Unfall. Tests haben gezeigt, dass die Verletzungsschwere für Fahrzeuginsassen um bis zu 40 Prozent vermindert werden kann. Bild: ZF

ZF richtet bei den Sicherheitssystemen das Augenmerk auf die Mobilität der Zukunft. Auf dem Symposium Airbag 2018, das vom 26. bis 28.11.2018 in Mannheim stattfindet, thematisieren die Friedrichshafener unter anderem den externen Pre-Crash-Seitenairbag. „Unser Konzept des externen Pre-Crash-Seitenairbags ist ein sehr gutes Beispiel, wie ZF den Weg zur Vision Zero beschreitet, dem Fernziel von null Unfällen und null Emissionen", sagt Dr. Michael Büchsner, Leiter der ZF-Division Passive Sicherheitstechnik. Dieser Airbag ist für ein Auslösen an der Fahrzeugaußenseite ausgelegt und kann bei einem Unfall als zusätzliche Knautschzone dienen. Tests hätten gezeigt, dass die Verletzungsschwere für Fahrzeuginsassen um bis zu 40 Prozent vermindert werden könne, so die Experten. Auf dem Symposium stellt ZF den aktuellen Entwicklungsstand des externen Pre-Crash-Systems vor, unter anderem bezogen auf die Auslösestrategie und die Erweiterung um den Pfahl- und Motorradaufprall.

Wenn neue Sitzpositionen möglich werden, müsse auch die Gestaltung von Rückhaltesystemen wie Airbags und Gurte darauf ausgelegt sein. Eine wichtige Rolle spielen dabei adaptive „Dual-Contour“-Airbags, Luftkissen, die so konzipiert sind, dass sie sich in ihrer Form und Größe auf die Insassenposition einstellen können. Um bei einem Seitenaufprall auf der insassenabgewandten Seite das Verletzungsrisiko für Fahrer und Beifahrer verringern zu können, sei bei ZF zudem die Entwicklung des „Far-Side-Airbags“ weit vorangeschritten, hört man. Dieser Airbag entfaltet sich in der Fahrzeugmitte und sei mit dem Blick auf kommende Testregularien gestaltet.

Im Portfolio habe man auch den leichtesten Knie-Airbag der Automobilbranche, hört man von den Friedrichshafenern. Dank eines Gehäuses aus Gewebe anstatt aus Metall soll die Neuentwicklung ZF-Angaben zufolge bis zu 30 Prozent weniger als konventionelle Knie-Airbags wiegen. Die Serienproduktion soll 2019 beginnen. Desweiteren denkt man bei ZF auch das Thema Lenkrad neu: Wie der Zulieferer beschreibt, werden neben der klassischen kreisrunden Form auch abgeflachte und teiloffene Formen am Markt auftreten und in Kombination mit Einklappmechanismen für mehr Bewegungsfreiheit der Insassen sorgen. Zudem sollen etwa integrierte Displays die Interaktion mit dem Insassen sowie die Kontrollmöglichkeiten der Innenraumsysteme über das Lenkrad steigern.