Volkswagen Fertigung

Volkswagen rechnet für das gesamte Jahr mit Problemen bei der Lieferung von Halbleitern. Bild: Volkswagen

| von Werner Beutnagel

"Die Versorgungsengpässe haben eine andere Dimension - in der Art, dass es keine schnelle Lösung gibt", sagte Einkaufsvorstand Murat Aksel. "Diese Krise ist tiefer, breiter, nachhaltiger."

Es werde über das gesamte Jahr Probleme geben, erst 2022 seien dann wohl ergänzende Kapazitäten aufseiten der Chip-Hersteller absehbar. "Es wird eng bleiben", sagte Aksel angesichts der harten Konkurrenz um die wenigen vorhandenen Produktionskapazitäten. "Wir sind im Häuserkampf."

Infolge der zwischenzeitlich abgesackten Nachfrage der Autobauer waren mehrere große Halbleiter-Produzenten auf Abnehmer etwa in IT, Unterhaltungselektronik oder Medizintechnik umgeschwenkt. Nun gibt es einen erheblichen Teilemangel in der Fahrzeugindustrie.

VW gründete eine Taskforce dazu. Aksel sagte: "Es ist uns bisher relativ gut gelungen, es wird wahrscheinlich aber das ganze Jahr volatil bleiben." Finanzvorstand Alexander Seitz erklärte, man müsse das Thema "sehr genau im Blick behalten". Zusätzliche Kosten zur Bewältigung der Lieferkrise seien in der Planung berücksichtigt.

Aufgrund der anhaltenden Lieferengpässe bei Halbleitern habe man in der Produktion bereits 100.000 Autos verloren, rechnete auch Konzernchef Herbert Diess vor. Die Situation sei noch immer unübersichtlich. Bisher habe sich Volkswagen zu stark auf die Tier-1-Supplier verlassen, so Diess weiter. In Zukunft wolle man die Lieferung wichtiger Halbleiter auch direkt mit Lieferanten auf Tier-2 und Tier-3 absprechen, um in kritischen Situationen Anpassungen vornehmen zu können. Eine Lieferkette für Europa aufzustellen, hält Diess aufgrund des globalen Marktes hingegen nicht für zielführend.

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