Thyssenkrupp

Thyssenkrupp und Kuka möchten Kunden künftig mit Pay-per-Use-Modellen die flexible Produktion vereinfachen. (Bild: Thyssenkrupp)

Thyssenkrupp Automotive Body Solutions beteiligt sich an der Cap-On GmbH, einem auf digitale Pay-per-Use-Services spezialisiertem Startup aus Bayern. Gemeinsam wollen beide Unternehmen künftig neue Finanzierungs- und Nutzungskonzepte im Anlagen- und Industriegütergeschäft etablieren.

„Als Anlagenbauer und gleichzeitig Betreiber von Fertigungsanlagen zum Karosseriebau können wir als Unternehmen selber von neuen kapitalextensiven Finanzierungsmodellen profitieren“, kommentiert Falk Nüßle, CEO von Thyssenkrupp Automotive Body Solutions. „Gleichzeitig wollen wir langfristig unser Geschäftsmodell als Anlagenbauer um neue digitale Services, wie Pay-per-Use oder Equipment-as-a-Service, erweitern. Dazu bringen wir das Wissen um komplexe Maschinen- und Anlagensteuerung mit und Cap-On das Know-how für neue Finanzierungsmodelle und digitale Abrechnungssysteme.“

Nutzen statt Besitzen steht im Fokus

Die Geschäftsidee der Partner basiert darauf, dass Industrieunternehmen ihre Anlagen künftig nicht mehr selbst finanzieren und anschaffen sollen, sondern Leistungen von einem externen Serviceanbieter kaufen. Im Umfang enthalten sind dabei Dienstleistungen wie die Installation, Instandhaltung oder Ersatzteilversorgung. Durch das Geschäftsmodell sollen Kunden von einem geringeren Risiko bei langfristigen Investitionsentscheidungen, geringerer Mittelbildung und einer höheren Flexibilität bei der Produktionssteuerung profitieren. Voraussetzung für ein entsprechendes Geschäftsmodell sei die digitale Vernetzung von Produktionsprozessen und Maschinendaten mit intelligenten Finanzierungs- und Abrechnungsprozessen als IOT-Plattformlösung, so Thyssenkrupp.

Kuka arbeitet mit Flexfactory zusammen

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt auch Kuka in einer im Rahmen der Automatica bekannt gegebenen Kooperation mit dem von MHP, Porsche und Munich Re ins Leben gerufenen Anbieter Flexfactory. Ziel der Zusammenarbeit ist es, Kunden anpassungsfähige Produktionskapazitäten anzubieten, die als Service gebucht werden können. Kunden sollen sich so stärker auf die Produktentwicklung und Kundenzufriedenheit fokussieren können, ohne Investitionskosten tragen zu müssen. „Angesichts der aktuellen Herausforderung der global nicht mehr funktionierenden Lieferketten, den Preissteigerungen im Frachtbereich und dem Trend der Rückverlagerung von Produktionsstandorten nach Europa sehen wir in diesem Konzept großes Potential“, erklärt Gerald Mies, Geschäftsführer von KUKA Systems.

In dem Modell, dass Flexfactory Pay-on-Production nennt, kauft der Kunde keine Produktionsanlage sondern nur produzierte Teile, die zum Stückpreis abgerechnet werden. Entsprechende Erfahrungen sammelt Kuka bereits seit 2006 mit der Toledo Production Operations, die Rohkarosserien nach einem entsprechenden Modell fertigt.

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