Das neue Werk von Lucid Motors in Saudi-Arabien.

Das neue Werk von Lucid Motors soll in einer Planstadt am Roten Meer entstehen. (Bild: Lucid Motors)

Nachdem Lucid Motors vor knapp zwei Monaten die King Abdullah Economic City (KAEC) als neuen Produktionsstandort auserkoren hat, ordert die Regierung Saudi-Arabiens nun bis zu 100.000 Fahrzeuge des Herstellers. Anfangs sollen 50.000 Einheiten des Lucid Air sowie künftiger Modelle geliefert werden. Über einen Zeitraum von zehn Jahren habe der Wüstenstaat die Option auf 50.000 weitere E-Autos, so der OEM.

Die Auslieferung der Fahrzeuge werde laut der Vereinbarung spätestens im zweiten Quartal 2023 beginnen und die Menge zwischen 1.000 und 2.000 Einheiten jährlich betragen. Ab 2025 soll sie auf 4.000 bis 7.000 ansteigen. Dafür werden einerseits Modelle aus den USA importiert, die in Lucids bestehender Fabrik in Arizona gebaut werden, sowie später auch in Saudi-Arabien gebaute und montierte Autos herangezogen.

Lucid baut erstes Auslandswerk in Saudi-Arabien

Der US-Hersteller von Elektroautos hatte jüngst eine Vereinbarung über den Bau einer Produktionsstätte mit dem Investitionsministerium des Landes (MISA), dem Saudi Industrial Development Fund (SIDF) und der King Abdullah Economic City (KAEC) unterzeichnet. Bei voller Auslastung sollen am neuen Standort jährlich 150.000 Autos gefertigt und mehrere tausend Mitarbeiter beschäftigt werden – mehrheitlich saudi-arabische Staatsbürger, wie Lucid betont. Der Bau soll noch in der ersten Hälfte des Jahres 2022 beginnen.

„Lucid will ein Katalysator für den Wandel sein, daher macht es absolut Sinn, dass wir Elektrofahrzeuge in eine der größten Öl-Nationen der Welt bringen“, erläutert Peter Rawlinson, CEO und CTO der Lucid Group. Die Fabrik soll vollständig dem Autobauer gehören sowie wettbewerbsfähige Preise bei Rohstoffen und Energie, Erleichterungen bei der globalen Logistik und Vorteile durch die entstehende inländische Lieferkette ermöglichen. Über einen Zeitraum von 15 Jahren werde sie zu einer Wertschöpfung von 3,4 Milliarden US-Dollar führen, prognostiziert Lucid.

USA bleibt Hauptstandort von Lucids Produktion

In KAEC soll zunächst die Montage vorgefertigter Kits aus dem US-Werk AMP-1 in Casa Grande (Arizone) erfolgen, später sei laut dem Unternehmen die Produktion kompletter Fahrzeuge vorgesehen. In der Anfangsphase werden die Fahrzeuge lediglich auf dem saudischen Markt angeboten, der Export in andere globale Märkte folge anschließend.

Die notwendigen Qualifizierungsmaßnahmen hat Lucid bereits eingeleitet: Durch Praktika werden potenzielle saudische Mitarbeiter an den Standorten in Kalifornien und Arizona auf ihre Arbeit vorbereitet. Zudem errichtet der Autohersteller neue Trainingszentren in KAEC.

Das Werk AMP-1 in Arizona werde in diesem Sinne weiterhin der Dreh und Angelpunkt der Produktion bleiben. Die zweite Bauphase und die damit einhergehenden Erweiterung um 265.000 Quadratmeter wurde bereits eingeleitet. Mit einer jährlichen Produktion von 365.000 Fahrzeugen würde das US-Werk gemeinsam mit dem Standort in KAEC somit die Marke von einer halben Million Fahrzeugen pro Jahr übersteigen.

Was ist die King Abdullah Economic City?

Die King Abdullah Economic City (KAEC) ist eine seit 2005 im Aufbau befindliche Stadt, die als Kernelement der „Vision 2030“ gilt. Sie soll die saudische Zukunft nach dem Erdölzeitalter sicherstellen. Die auf zwei Millionen Einwohner ausgelegte Metropole und ihre ebenso große Agglomeration befindet sich am Roten Meer – nördlich von Dschidda, zwischen den heiligen Stätten Mekka und Medina.

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