Nissan-CEO Makoto Uchida

Nissan-CEO Makoto Uchida kann auf gemeinsame EV-Plattformen zurückgreifen. (Bild: Renault, Toru Hanai)

Renault, Nissan und Mitsubishi investieren in den nächsten fünf Jahren 23 Milliarden Euro in die Offensivstrategie im Bereich Elektrifizierung. Eineinhalb Jahre nach der Ankündigung ihres neuen Geschäftsmodells für die Zusammenarbeit zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Rentabilität der Partner stehe die Allianz nun auf einem soliden Fundament, profitiere von einer effizienten operativen Governance-Organisation und einer intensiveren und flexiblen Zusammenarbeit, heißt es bei Renault. Noch vor zwei Jahren bestand Uneinigkeit über die Ausrichtung der Allianz. Nissan befürchtete ein Übergewicht Renaults. Aus dem 2020 definierten Leader-Follower-Schema heraus sollte fortan jedes Mitglied Zugang zu allen Schlüsseltechnologien bekommen.

Jean-Dominique Senard, Vorsitzender der Allianz, betont die Einzigartigkeit des Modells: "Seit 22 Jahren bauen wir auf unseren jeweiligen Kulturen und Stärken zum gemeinsamen Nutzen auf." Heute erhöhe die Allianz ihr Tempo, um in der Mobilitätsrevolution vorne dabei zu sein und den Kunden, Mitarbeitern, Aktionären und allen Stakeholdern mehr Wert zu bieten. Die drei Unternehmen haben dazu eine Methode der „intelligenten Differenzierung“ entwickelt, die das gewünschte Maß an Gemeinsamkeit für jedes Fahrzeug festlegen und mehrere Parameter für eine mögliche Zusammenlegung berücksichtigen soll.

Schwerpunkt bilden fünf gemeinsame EV-Plattformen

Zu den Zielen zählt es, die Nutzung gemeinsamer Plattformen in den kommenden Jahren von heute 60 Prozent auf über 80 Prozent ihrer insgesamt 90 Modelle im Jahr 2026 zu erhöhen. Mitsubishi soll seine Präsenz in Europa mit zwei neuen Modellen verstärken, darunter dem New ASX auf Renault-Basis. Bis 2030 will man 35 neue E-Automodelle entwickeln. 90 Prozent dieser Modelle werden Renault zufolge auf fünf gemeinsamen EV-Plattformen basieren, die die meisten Märkte in allen wichtigen Regionen abdecken.

Die fünf EV-Plattformen von Renault, Nissan und Mitsubishi

  • CMF-AEV: Basis für den Dacia Spring
  • KEI-EV: Plattformfamilie für ultrakompakte Elektrofahrzeuge
  • LCV-EV: Basis für den Renault Kangoo und den Nissan Townstar
  • CMF-EV: Globale, flexible EV-Plattform
  • CMF-BEV: Neue, kompakte EV-Plattform mit Start 2024

Wie Renault mitteilt, will man die Batteriekosten bis 2026 um 50 Prozent und bis 2028 um 65 Prozent senken. Damit werde die Allianz bis 2030 an den wichtigsten Produktionsstandorten weltweit über eine Batterieproduktionskapazität von insgesamt 220 GWh für Elektrofahrzeuge verfügen. Zur gemeinsamen Batteriestrategie zähle unter anderem die Auswahl eines gemeinsamen Batterielieferanten für Renault und Nissan in den Kernmärkten. Ein Schwerpunkt sei die Entwicklung einer gemeinsamen Feststoff-Batterietechnologie. Beim Batteriemanagementsystem habe sich die Allianz entschieden, ihre Hard- und Software zu 100 Prozent selbst zu steuern.

Vollständig softwarebasiertes Auto bis 2025

Bis 2025 will die Allianz ihr erstes vollständig softwaredefiniertes Fahrzeug auf den Markt bringen. Mit diesem Fahrzeug werde die Over-the-Air-Leistung während ihres gesamten Lebenszyklus verbessert, heißt es. Bis 2026 will man mehr als zehn Millionen Fahrzeuge in 45 Modellen der Allianz mit autonomen Fahrsystemen ausstatten. Dies plane man dank gemeinsamer Plattformen und Elektronik. Unter der Führung von Renault entwickelt die Allianz dazu eine gemeinsame zentralisierte elektrische und elektronische Architektur, die Elektronikhardware und Softwareanwendungen zusammenführen soll.

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