B10 läuft an

Stellantis startet Leapmotor-Produktion in Saragossa

Mit dem Produktionsstart des Leapmotor B10 im spanischen Saragossa vertiefen Stellantis und der chinesische Partner ihre Zusammenarbeit. Das Projekt soll europäische Fertigung mit chinesischer E-Auto-Technologie verbinden und Kapazitäten auslasten.

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Erstmals rollt in Europa ein Modell eines chinesischen OEMs vom Stellantis-Band.

Stellantis und Leapmotor haben die Serienproduktion des vollelektrischen SUV B10 im spanischen Werk Saragossa aufgenommen. Der europäische Multimarkenkonzern und der chinesische OEM arbeiten seit 2023 zusammen. Für Stellantis ist das Projekt zugleich ein wichtiger Baustein der Konzernstrategie „Fastlane 2030“, mit der der Autobauer seine europäischen Produktionsstrukturen neu ausrichten will.

Der Leapmotor B10 wird künftig in jenem Werk gefertigt, in dem bereits Opel Corsa, Peugeot 208 und Lancia Ypsilon vom Band laufen. Saragossa gewinnt damit weiter an Bedeutung innerhalb des europäischen Produktionsnetzwerks von Stellantis. Schon im Frühjahr hatte der Konzern angekündigt, dort ein gemeinsam mit Leapmotor entwickeltes Elektro-SUV produzieren zu wollen.

Brückenschlag zwischen China und Europa

Die Zusammenarbeit vereint zwei unterschiedliche Stärken: Stellantis bringt Fertigungskompetenz, industrielle Standards und ein etabliertes Produktionsnetzwerk ein, während Leapmotor seine Elektrofahrzeug-Technologie und Entwicklungsressourcen beisteuert. Stellantis-Vertreterin Silvia Vernetti betonte die industrielle Dimension des Projekts: „Der elektrische Wandel muss auch ein industrieller Wandel sein. Wenn unsere Partnerschaft die Strategie ist, dann ist Saragossa der Beweis dafür, dass sich globale Technologie, Wettbewerbsfähigkeit und europäische Industriekapazitäten verbinden lassen.“

Für Leapmotor ist die Fertigung in Spanien Teil der Internationalisierungsstrategie. Unternehmensgründer Zhu Jiangming erklärte: „Unsere Wurzeln liegen in China, unser Anspruch ist global. Europa ist ein strategischer Teil dieser Ambition, und die Produktion in Saragossa bringt unsere Technologie näher an die europäischen Märkte und Kunden.“

Bedeutender Standort für beide Partner

Die Entscheidung für Saragossa fiel nach Angaben der Unternehmen aufgrund der vorhandenen Kapazitäten, der Fertigungsqualität und der industriellen Erfahrung des Standorts. Stellantis muss die Auslastung seiner europäischen Werke erhöhen und Produktionskapazitäten gezielter einsetzen. Die Auslastung der europäischen Fabriken soll von derzeit rund 60 auf 80 Prozent erhöht werden.

Zugleich vertieft Stellantis die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Hersteller deutlich. Bisher profitierte Leapmotor vor allem vom Vertriebs- und Servicenetz des Konzerns in Europa. Darüber hinaus soll die Kooperation künftig auch die Fahrzeugentwicklung umfassen. So arbeitet Opel bereits mit Leapmotor an einem künftigen elektrischen SUV für die Kompaktklasse. Dabei setzt der Rüsselsheimer Hersteller auf chinesische Entwicklungs- und Batteriekompetenz, kombiniert mit eigenständiger Fahrzeugauslegung.