Unter Konzernaufsicht

Toyota bündelt Robotikaktivitäten in neuer Sparte

Toyota richtet seine Organisation neu aus und gründet mit „Toyota Robotics“ eine eigenständige Sparte. Die neue Einheit soll Entwicklung, Industrialisierung und Vermarktung von Robotern beschleunigen. Parallel vermeldet der Konzern positive Gewinnaussichten.

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Toyota arbeitet seit vergangenem Jahr mit Boston Dynamics an humanoiden Robotern.

Toyota baut Robotik zu einem zentralen Geschäftsfeld aus. Im Zuge einer umfassenden Neuorganisation schafft der japanische Automobilhersteller zum 1. Januar 2027 die neue Einheit „Toyota Robotics“, die direkt Produktionsvorstand Takefumi Shiga unterstellt wird. Ziel ist es, die bislang im Unternehmen verteilten Robotik-Kompetenzen zu bündeln und die Entwicklung sowie den Praxiseinsatz von Robotern deutlich zu beschleunigen.

Nach Angaben aus dem Konzern soll Robotik künftig eine tragende Rolle in der Unternehmensstrategie spielen. Dabei wollen die Japaner auf die Erfahrungen aus der Fahrzeugentwicklung und Produktion aufbauen. „Toyota wird Robotik als einen Schlüsselpfeiler seines künftigen Geschäfts positionieren“, heißt es in der Mitteilung. Roboter sollen dabei nicht menschliche Arbeit ersetzen, sondern „als Partner an der Seite der Menschen deren Potenzial erweitern“.

Neue Robotik-Sparte unter direkter Konzernaufsicht

Die neue Organisationseinheit wird unter der Leitung von Takefumi Shiga stehen, der zugleich als Chief Production Officer fungiert. Künftig soll Toyota Robotics robotikbezogene Kompetenzen, Mitarbeiter und Funktionen aus verschiedenen Unternehmensbereichen zusammenführen. Der Fokus liegt auf der schnelleren Industrialisierung, Kommerzialisierung und dem operativen Einsatz von Robotiklösungen.

Toyota begründet den Schritt mit dem Anspruch, neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine zu entwickeln. Die Robotikaktivitäten sollen insbesondere eng mit den Anforderungen der Produktionsstandorte verzahnt werden. Erkenntnisse aus den Fertigungswerken sollen direkt in die Entwicklung neuer Anwendungen einfließen.

Umbau der Konzernstruktur

Die Gründung der Robotik-Sparte ist Teil eines umfassenderen Umbaus der Konzernorganisation. Gleichzeitig richtet Toyota eine neue Bildungs- und Philosophie-Einheit ein, die von Aufsichtsratschef Akio Toyoda geleitet wird, und bündelt Verwaltungs-, Personal- und Finanzfunktionen in einer neuen Organisation namens „Kanri Group“. Zudem werden mehrere Forschungs- und Entwicklungsbereiche in bestehende Geschäftsbereiche integriert. Darüber hinaus hat Toyota eine Reihe neuer Verantwortlicher für die Märkte in den USA, China und anderen asiatischen Regionen ernannt.

Toyota erhöht Gewinnprognose

Parallel zur organisatorischen Neuausrichtung hat Toyota seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr angehoben. Der weltgrößte Automobilhersteller rechnet nun mit einem operativen Ergebnis von 3,9 Billionen Yen (rund 21,9 Milliarden Euro). Bislang war der Konzern von 3,4 Billionen Yen ausgegangen.

Toyota begründet die verbesserte Prognose mit einer Entspannung bei Materialkosten, überwundenen Produktionsunterbrechungen infolge von Erdbeben und Überschwemmungen sowie positiven Währungseffekten durch den schwachen Yen. Zusätzlich stützt die anhaltend hohe Nachfrage nach Hybridfahrzeugen das Geschäft.

Auch beim Nettogewinn erwartet der Konzern bessere Ergebnisse als bislang prognostiziert. Die Absatzprognose wurde hingegen leicht gesenkt: Statt knapp 11,2 Millionen Fahrzeugen rechnet Toyota nun mit rund 11 Millionen verkauften Fahrzeugen weltweit.

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres steigerte Toyota den Umsatz bei nahezu stabilem Absatz um knapp zehn Prozent auf rund 27 Billionen Yen. Das operative Ergebnis legte auf 2,19 Billionen Yen zu, die operative Marge blieb mit 8,1 Prozent stabil. Unter dem Strich erzielte der Konzern einen Gewinn von 2,24 Billionen Yen und damit mehr als ein Viertel mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Aktie reagierte positiv auf die Zahlen und gewann zeitweise rund 14 Prozent.