Visualisierung des Projekts Trinity

Wie der Trinity aussehen wird ist noch unklar. Bisher existieren nur Visualisierungen des Zukunftsmodells. (Bild: Volkswagen)

Das Ziel ist klar: Volkswagen will die Nummer eins der Welt werden. Dafür sorgen sollen das künftige Trinity-Modell und das gleichnamige Werk. Wie weit der OEM davon noch entfernt ist, wurde auf der IZB deutlich. Der aktuelle Primus unter den Autobauern benötigt eine Produktionslinie und rund 900 Einzelteile für ein Auto – so beschreibt es Sebastian Schmickartz, CPO des neuen Trinity-Werks auf seiner Keynote. Um wen es sich bei dem OEM handelt, lässt er offen, doch allen Zuhörern ist klar, dass es um Tesla geht. VWs aktuelles Aushängeschild, der ID.4 wird auf drei Linien gebaut und hat 1.800 Einzelteile. Mit dem Trinity wollen die Wolfsburger aber schon bald besser sein als die Konkurrenz aus den USA.

Weniger Variationen als Schlüssel zum Erfolg

Kaum vorstellbar, was passieren würde, wenn das neue Werk nicht ansatzweise den erhofften Erfolg bringt. Volkswagen, so wirkt es, setzt fast alles auf diese eine Karte. „Trinity wird ein Vorbild für alle anderen zukünftigen Werke auf der Welt werden“, sagt Schmickartz, um den Stellenwert des Projekts einmal mehr zu verdeutlichen. Ein, wenn nicht der Schlüssel zum Erfolg soll die Reduktion der Komplexität in Sachen Hardware sein. Maßgeblich dabei helfen soll die neue SSP-Plattform, die in Zukunft zur Universal-Plattform für alle BEV-Fahrzeuge aus dem Volkswagen-Konzern avancieren soll. Bei einem Golf, so Gjuki Tettenborn, Head of Business Unit SSP bei Volkswagen, gibt es mehr als zehn Millionen mögliche Hardware-Kombinationsmöglichkeiten, beim Trinity sollen es nur ungefähr 100 sein, „eigentlich denke ich eher an 60“, so Tettenborn. Trotzdem sollen die Möglichkeiten, ein neues Auto zu individualisieren, größer werden als je zuvor. Die Farbe spielt dabei offenbar keine entscheidende Rolle mehr. Auf Nachfrage gibt Tettenborn zu, dass es maximal fünf Farben geben soll. Der Schlüssel zur Individualisierung liege vielmehr in der Software.

Ständiger Kontakt zum Kunden als Ziel

„Wir müssen unser komplettes Business-Modell ändern“, sagt Tettenborn. War der Kontakt zum Kunden früher mit dem Verkauf des Autos weitestgehend beendet, dürfe dies in Zukunft keinesfalls die Regel sein. Der Kommunikation mit dem Kunden sei elementar, sie dürfe nie enden. Tettenborn und sein Team wollen dafür sorgen, dass die Kunden bereit sind, für ein einzigartiges und nahtloses Kundenerlebnis zu zahlen. Und dabei sollen möglichst alle VW-Kunden einbezogen werden. Das neue Trinity-Modell soll Level vier beim autonomen Fahren alltagstauglich machen, es soll deutlich mehr Reichweite ermöglichen, fast so schnell laden, wie man ein Auto betankt und maximalen Komfort bieten. Ob all das am Ende für einen Preis zu haben sein wird, den der Otto-Normalverbraucher aufbringen kann?

Serienproduktion ab 2026 bleibt das Ziel

Wie ambitioniert die Ziele für Trinity sind, zeigt auch der Zeitplan. In gerade einmal vier Jahren soll das neue Werk bereits laufen. Dafür sei man bereits jetzt im ständigen Kontakt mit den Nachbarn des künftigen Werksgeländes. Dass das nötig ist, zeigen die immer wieder aufkeimenden Proteste gegen die Pläne des OEMs. Trotzdem ist sich Sebastian Schmickartz sicher, dass der Zeitplan eingehalten werden kann.

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