AMS Osram baut weltweit tausende Stellen ab
Rund 2.000 Stellen sollen weltweit eingespart werden, ein großer Teil in Bayern und Baden-Württemberg. Zumindest ein Teil davon ist allerdings schon bekannt.
Am Halbleiter-Standort in Regensburg fällt eine niedrige bis mittlere dreistellige Zahl an Jobs weg
AMS Osram
Trotz besserer Zahlen will der deutsch-österreichische
Lichtkonzern AMS Osram weltweit Jobs abbauen – betroffen ist davon
auch ein Standort in Baden-Württemberg. Mehrere hundert fallen an Standorten in
Deutschland weg, wie das Unternehmen mitteilte. Insgesamt geht es um 2.000
Stellen, je etwa 1.000 in Europa und Asien – ein Teil der Maßnahmen ist
allerdings bereits bekannt. Parallel dazu legte AMS Osram am Morgen
Zahlen vor, die einen klaren Aufwärtstrend zeigen: Der Verlust sinkt.
Am Standort Herbrechtingen (Kreis Heidenheim), wo
Halogenlampen hergestellt werden, sollen auch Jobs gestrichen werden. Wie
viele, sagte ein Sprecher auf Anfrage nicht. In Herbrechtingen seien rund 470
Personen beschäftigt, so der Sprecher.
Schwerpunkt des Jobabbaus in Europa ist Deutschland. Hier
fällt im Halbleitergeschäft in Regensburg eine niedrige bis mittlere
dreistellige Zahl an Jobs weg, wie AMS-Osram-Chef Aldo Kamper sagte. Es gehe
vor allem um etablierte Produkte, die auch von asiatischen Wettbewerbern
angeboten würden. Deren Produktion wird aus Kostengründen nach Asien verlagert.
Dadurch entstehe in Regensburg aber Platz für hochautomatisierte Fertigungen.
Lampengeschäft schrumpft
Weitere Jobs werden im Lampengeschäft gestrichen. Hier geht
es neben dem Standort in Baden-Württemberg vor allem um Schwabmünchen bei
Augsburg. Die Schließung in Schwabmünchen ist bereits seit einiger Zeit
bekannt, AMS Osram rechnet sie in den aktuellen Zahlen allerdings
mit. Die IG Metall hatte zuletzt den Abbau dort mit 270 Jobs beziffert. Das
Geschäft mit klassischen Halogenlampen für Autos schrumpft langsam, weil die
Produkte sukzessiv von LEDs verdrängt werden. Kamper betonte aber, dass es noch
viele Jahre weitergehen werde.
Gut 1.000 Jobs sollen außerdem an den asiatischen Standorten
wegfallen. Derzeit hat AMS Osram weltweit gut 19.000 Mitarbeiter,
7.500 davon in Europa und 10.700 in Asien. Den Jobabbau nannte Kamper einen
wichtigen, aber schmerzhaften Schritt, um die Wettbewerbsfähigkeit zu
verbessern.
Aufwärtstrend bei den Zahlen
Finanziell verbessert sich die Situation von AMS Osram,
wie die ebenfalls vorgelegten Geschäftszahlen zeigen. Im abgelaufenen Jahr hat
das Unternehmen nach Steuern 129 Millionen Euro Verlust gemacht - das ist ein
Sechstel des Wertes aus dem Vorjahr. Vor allem im operativen Bereich lief es
sehr viel besser. Der Konzern litt dabei allerdings noch immer unter hohen
Schulden. Für einen Teil davon hat er vor wenigen Tagen durch den Verkauf eines
Geschäftsteils an Infineon eine Lösung gefunden.