Die Kennzahlen in der deutschen Industrie zeigen trotz der Verwerfungen durch den Iran-Krieg nach oben. Ökonomen sind uneins, ob dies bereits eine tragende Entwicklung ist.
dpa dpa
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Gute Nachrichten: Die Automobilproduktion stieg im Mai um 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.Mercedes-Benz
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Das verarbeitende Gewerbe in Deutschland hat sich im Mai
besser als erwartet entwickelt. Die Gesamtproduktion sei im Vergleich zum
Vormonat April saison- und kalenderbereinigt um 0,9 Prozent gestiegen, wie das
Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden mitteilte. Experten hatten im
Schnitt mit einem Plus von lediglich 0,1 Prozent gerechnet. Allerdings wurde
der monatliche Anstieg der Produktion im verarbeitenden Gewerbe im April von
0,4 Prozent auf 0,2 Prozent nach unten revidiert.
„Die positive Entwicklung der Produktion im Mai 2026 ist
maßgeblich auf die Zuwächse in der Automobilindustrie zurückzuführen“,
berichteten die Statistiker. Dort stieg die Produktion saison- und
kalenderbereinigt im Mai um 3,6 Prozent zum Vormonat.
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Industrie wächst – auf niedrigem Niveau
Die deutsche Industrieproduktion bewegt sich seit Jahren auf niedrigem Niveau seitwärts.Destatis
Senior Economist Jens-Oliver Niklasch von der LBBW sieht
eine Fortsetzung der allmählichen Belebung in der deutschen Industrie. „Das ist
nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass diese Zahlen noch in die Phase des
Iran-Krieges fallen, in der die Unsicherheit besonders groß war.“ Vermutlich
habe es in Deutschland im zweiten Quartal keinen Rückgang der
Wirtschaftsleistung gegeben. Das wäre eine gute Nachricht.
Nach Ansicht von Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank,
ändert das Plus im Mai nichts daran, dass sich die deutsche Industrieproduktion
weiter auf niedrigem Niveau seitwärts bewegt. Insbesondere der starke Rückgang
des Ölpreises spreche aber für eine moderate Erholung in der zweiten
Jahreshälfte. „Mehr ist nicht drin, weil das Reformpaket der Bundesregierung
die erodierte Standortqualität trotz einzelner Fortschritte nicht wesentlich
verbessert und China der deutschen Industrie zusetzt“, betonte Krämer.