Nur leichtes Plus im April
Autobranche dämpft deutsche Industrieproduktion
Deutschlands Industrie startet dank Plus in der Bauwirtschaft besser ins zweite Quartal. Bremswirkung kommt allerdings aus der Autoindustrie, deren Produktion im April schwächelt. Auch die Auftragslage bleibt weiter bescheiden.
Die schelchte Auftragslage in der Automobilbranche drückt auf der Gesamtergebnis des Verarbeitenden Gewerbs in Deutschland.
Volkswagen
Das Verarbeitende Gewerbe ist gestützt von einer besseren
Entwicklung im Baugewerbe mit einem Produktionsanstieg in das zweite Quartal
gestartet. Im April legte die Fertigung in den Unternehmen im Monatsvergleich
um 0,4 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag in
Wiesbaden mitteilte. Es ist der erste Anstieg nach vier Rückgängen in Folge und
war von Analysten so erwartet worden. Gebremst wurde die Produktion allerdings
durch eine schwache Entwicklung in der Autoindustrie.
Zudem hat das Bundesamt die Daten für den Vormonat März nach oben revidiert.
Demnach gab es nur einen leichten Rückgang um 0,1 Prozent, nachdem zuvor ein
Dämpfer um 0,7 Prozent im Monatsvergleich gemeldet worden war. Im
Jahresvergleich meldete das Statistikamt für April kalenderbereinigt einen
Rückgang um 0,5 Prozent.
Autoindustrie schwächelt
Die stärkere Produktion im April ist nach Angaben des Bundesamtes auf ein Plus
im Baugewerbe zurückzuführen mit einem Anstieg der Fertigung um 2,4 Prozent im
Monatsvergleich. „Hier ist wohl das Wetter der Wohltäter“, kommentierte Analyst
Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg. Seiner Einschätzung
nach könnte der Zuwachs auf witterungsbedingte Einflüsse zurückgehen.
Darüber hinaus hätten auch Anstiege in der chemischen Industrie und in der
Herstellung von Metallerzeugnissen zum positiven Gesamtergebnis beigetragen,
heißt es weiter in der Mitteilung vom Bundesamt. Negativ habe sich hingegen der
Produktionsrückgang in der Automobilindustrie ausgewirkt.
„Abgesehen vom Baugewerbe, das infolge der witterungsbedingten Aufholeffekte
eine kräftige Erholung aufweist, stellt sich die Industriekonjunktur zu Beginn
des zweiten Quartals vor dem Hintergrund des anhaltenden Konflikts im Nahen
Osten und der gestiegenen Energiepreise recht verhalten dar“, schreiben
Experten des Bundeswirtschaftsministeriums in einer Stellungnahme.
Auftragseingänge gehen zurück
Am Vortag waren darüber hinaus Daten zum Auftragseingang in den
Industriebetrieben enttäuschend schwach ausgefallen. Das Bundesamt hatte einen
Rückgang der Bestellungen um 3,8 Prozent gemeldet. Belastet wurde die
Auftragsentwicklung von einem deutlichen Rückgang der Neuaufträge in der
Automobilindustrie und im Maschinenbau. Die Produktionsdaten können die Enttäuschung über die gestrigen schwachen
Auftragseingänge etwas abmildern, sagte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der
VP-Bank. „Der Zuwachs weckt Hoffnungen, dass dem deutschen Bruttoinlandsprodukt
ein Rückgang im zweiten Quartal erspart bleibt.“