Ausblicke von Morningstar DBRS

Überkapazitäten in der Autoindustrie erzwingen den Umbau

Prognosen von Morningstar DBRS zeigen: Chinas Absatzschwäche und Europas Überkapazitäten verschärfen den Druck auf die Autobauer. Wo der Umbau besonders hart ausfällt und welcher Markt sich (noch) dem Trend entzieht.

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Leere Produktionshallen stehen sinnbildlich für die Überkapazitäten der Autoindustrie: Vor allem in Europa bleiben viele Werke deutlich unter ihrer wirtschaftlich optimalen Auslastung.
Die kombinierte Balken- und Liniengrafik vergleicht Chinas Pkw-Verkäufe in den ersten fünf Monaten 2025 und 2026. Die blauen Säulen stehen für den gesamten Absatz in Millionen Fahrzeugen. Die rote Linie bildet den Exportanteil an den Gesamtverkäufen ab. Die linke Achse reicht von acht bis 11,5 Millionen Einheiten. Die rechte Achse reicht von null bis 40 Prozent Exportanteil. Von Januar bis Mai 2025 wurden rund elf Millionen Pkw verkauft. Im gleichen Zeitraum 2026 sank das Volumen auf etwa 10,3 Millionen Einheiten. Der Rückgang beträgt damit ungefähr 700.000 Fahrzeuge. Gleichzeitig stieg die Bedeutung der Exporte erheblich. Im Jahr 2025 entfielen knapp 20 Prozent der Verkäufe auf Auslandsmärkte. In den ersten fünf Monaten 2026 erhöhte sich der Exportanteil auf rund 35 Prozent. Damit wurde rechnerisch mehr als jedes dritte Fahrzeug außerhalb Chinas abgesetzt. Die gegenläufige Entwicklung von Gesamtabsatz und Exportanteil ist klar erkennbar. Der sinkende Gesamtabsatz weist auf eine schwächere Nachfrage im chinesischen Heimatmarkt hin. Der stark steigende Exportanteil deutet auf eine zunehmende Ausrichtung chinesischer Hersteller auf internationale Märkte hin. Hohe Produktionskapazitäten erhöhen den Druck, überschüssige Fahrzeuge im Ausland zu verkaufen. Die Ausfuhren gewinnen dadurch für die Auslastung chinesischer Werke an Bedeutung. Für Hersteller in anderen Regionen verschärft diese Entwicklung den Preis- und Wettbewerbsdruck. Die Grafik bezieht sich jeweils auf die kumulierten Werte von Januar bis Mai. Als Quellen werden MarkLines und Morningstar DBRS genannt.
Chinas Pkw-Absatz sank in den ersten fünf Monaten 2026, während der Exportanteil kräftig stieg. Mehr als jedes dritte verkaufte Fahrzeug entfiel rechnerisch auf das Ausland.

Die globale Autoindustrie hat es nicht leicht. Vor allem der Blick nach Deutschland zeigt wenig positive Nachrichten. Und auch für die zweite Jahreshälfte 2026 ist mit wenig Rückenwind zu rechnen. Um das mit Zahlen zu unterfüttern: Bis Ende Mai wurden weltweit rund 35 Millionen leichte Fahrzeuge verkauft, mehr als vier Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die annualisierte Verkaufsrate stagnierte bei etwa 89 Millionen Einheiten. Hinter dem globalen Minus stehen jedoch sehr unterschiedliche regionale Entwicklungen: China verliert deutlich an Volumen, die USA bleiben vergleichsweise robust und nur Westeuropa wächst leicht. Gleichzeitig verschärfen hohe Kosten, geopolitische Risiken und der Wettbewerb chinesischer Hersteller den Druck auf Margen und Produktionsstrukturen. So die Kurzfassung.

Drei aktuelle Ausblicke der Ratingagentur Morningstar DBRS auf den globalen, europäischen und asiatischen Automobilsektor ergeben zusammen ein klares Bild: Die Branche muss ihre Kapazitäten schneller an die veränderte Nachfrage anpassen. Fast alle großen Hersteller verfolgen inzwischen ähnliche Prioritäten. Sie senken Kosten, lokalisieren ihre Fertigung stärker, straffen Modellprogramme und prüfen Investitionen kritischer. Besonders groß ist der Handlungsdruck in Europa. China wiederum versucht, die Schwäche seines Heimatmarkts mit steigenden Exporten abzufedern. Indien hebt sich als Wachstumsmarkt von diesem verhaltenen Umfeld ab.

Der grobe Befund steht damit. Ein genauerer Blick auf die einzelnen Regionen zeigt nun, wo der Anpassungsdruck am stärksten ist und welche Märkte sich bislang robuster entwickeln.

Warum entwickelt sich der Automarkt regional so unterschiedlich?

Die Liniengrafik vergleicht die industriellen Gewinnmargen von elf internationalen Autoherstellern zwischen 2021 und 2025.
Auf der horizontalen Achse sind die Jahre 2021, 2022, 2023, 2024 und 2025 eingetragen.
Die vertikale Achse reicht von minus 15 bis plus 15 Prozent.
Berücksichtigt werden BMW, Ford, General Motors, Honda, Hyundai, Mercedes-Benz, Nissan, Renault, Toyota, Volkswagen und Stellantis.
BMW startet 2021 mit einer Marge von rund elf Prozent.
Nach einem leichten Rückgang 2022 steigt die BMW-Marge 2023 auf knapp 13 Prozent.
Bis 2025 sinkt sie wieder auf rund acht Prozent.
Mercedes-Benz erreicht 2023 eine Marge von ungefähr elf Prozent.
Anschließend fällt die Marge des deutschen Herstellers bis 2025 auf etwas mehr als drei Prozent.
Volkswagen verbessert sich zunächst von knapp sechs Prozent im Jahr 2021 auf mehr als acht Prozent im Jahr 2023.
Im Jahr 2025 liegt die Volkswagen-Marge nur noch bei etwa viereinhalb Prozent.
Toyota erreicht 2023 ebenfalls einen Wert von mehr als elf Prozent.
Bis 2025 geht die Marge von Toyota auf gut sechs Prozent zurück.
Stellantis bewegt sich bis 2023 oberhalb von zehn Prozent.
Danach bricht die Stellantis-Marge auf etwa vier Prozent im Jahr 2024 und minus zehn Prozent im Jahr 2025 ein.
Nissan verbessert sich zunächst von einer negativen Marge im Jahr 2021 auf rund zwei Prozent im Jahr 2023.
In den Jahren 2024 und 2025 fällt Nissan wieder in den negativen Bereich.
Ford bleibt während des gesamten Zeitraums vergleichsweise margenschwach und erreicht 2025 nur noch etwas mehr als ein Prozent.
Auch Honda, Hyundai, Renault und General Motors verzeichnen nach 2023 überwiegend rückläufige Margen.
Die Grafik von Morningstar DBRS verdeutlicht den breiten Ergebnisdruck, unter dem die internationale Autoindustrie im Jahr 2025 steht.
Die industriellen Gewinnmargen vieler großer Autohersteller gingen 2024 und 2025 deutlich zurück. Besonders stark fällt der Einbruch bei Stellantis aus, während BMW auch 2025 die höchste Marge im Vergleich erreicht.

Die chinesischen Pkw-Verkäufe lagen in den ersten fünf Monaten 2026 rund 23 Prozent unter dem Vorjahreswert. Staatliche Impulse und veränderte Förderbedingungen lösten weniger Nachfrage aus als erwartet. In den USA stiegen die Verkäufe im Mai dagegen um 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die annualisierte Verkaufsrate erreichte dort rund 16,3 Millionen Fahrzeuge. Westeuropa kam bis Mai auf 5,9 Millionen Einheiten und damit auf ein Plus von 4,1 Prozent.

Diese Unterschiede verändern die Kräfteverhältnisse innerhalb der Branche. Hersteller mit einem hohen China-Anteil verlieren Absatz und Ergebnisbeiträge, während Konzerne mit einer starken Position in Nordamerika derzeit von einer stabileren Nachfrage und margenstarken Pick-ups, Verbrennern und Hybridfahrzeugen profitieren. Morningstar DBRS sieht dennoch in allen großen Regionen einen steigenden Effizienzdruck. General Motors optimiert sein Portfolio, Ford führt gezielte Kostensenkungen fort und asiatische OEMs passen ihre Produktion und Investitionen ebenfalls an.

Wie stark die China-Schwäche bereits auf die deutschen Konzerne durchschlägt, zeigt eine aktuelle EY-Auswertung. Die Umsätze von Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW sanken im ersten Quartal zusammen um 4,3 Prozent, während die 19 untersuchten Hersteller insgesamt um 1,7 Prozent zulegten. Der operative Gewinn der deutschen OEMs ging um 23,3 Prozent zurück. Laut der EY-Studie zu den Geschäftszahlen der Autobauer belasten wegfallende Auslandsmärkte, teure Überkapazitäten, hohe Softwareinvestitionen und der langsame Hochlauf der Elektromobilität die Ergebnisse.

So erhöht Chinas Absatzschwäche den Exportdruck

Die Liniengrafik stellt die Fahrzeugproduktion von zehn großen Herstellergruppen zwischen 2023 und 2028 gegenüber.
Die Werte für die Jahre ab 2026 beruhen auf Prognosen von MarkLines, GlobalData und Morningstar DBRS.
Die vertikale Achse reicht von null bis zwölf Millionen produzierten Fahrzeugen.
Toyota bleibt über den gesamten Zeitraum der weltweit größte Hersteller im Vergleich.
Die Toyota-Produktion sinkt von rund 11,3 Millionen Fahrzeugen im Jahr 2023 auf etwa 10,5 Millionen im Jahr 2024.
Für 2025 wird ein erneuter Anstieg auf mehr als elf Millionen Fahrzeuge dargestellt.
Bis 2028 soll sich Toyota anschließend bei knapp elf Millionen Einheiten stabilisieren.
Volkswagen folgt mit gut neun Millionen Fahrzeugen im Jahr 2023 auf dem zweiten Platz.
Die Volkswagen-Produktion nimmt laut Prognose bis 2028 schrittweise auf rund 8,1 Millionen Einheiten ab.
Hyundai bewegt sich im gesamten Zeitraum zwischen etwa sieben und siebeneinhalb Millionen Fahrzeugen.
Stellantis fällt zunächst von rund 6,8 Millionen Einheiten im Jahr 2023 auf etwa 5,8 Millionen im Jahr 2024.
Anschließend soll die Stellantis-Produktion bis 2028 wieder auf ungefähr 6,7 Millionen Fahrzeuge steigen.
Die Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz verliert zunächst Volumen und stabilisiert sich später bei etwas mehr als sechs Millionen Einheiten.
BYD weist die stärkste Wachstumsentwicklung aller dargestellten Hersteller auf.
Die BYD-Produktion steigt von rund drei Millionen Fahrzeugen im Jahr 2023 auf etwa sechs Millionen im Jahr 2028.
Geely wächst ebenfalls deutlich und erhöht sein Produktionsvolumen von etwa 2,6 Millionen auf mehr als vier Millionen Fahrzeuge.
General Motors bewegt sich nach einem Rückgang überwiegend zwischen vier und viereinhalb Millionen Einheiten.
Ford bleibt während des Prognosezeitraums weitgehend stabil bei knapp vier Millionen Fahrzeugen.
Suzuki weist mit gut drei Millionen Einheiten nur geringe Veränderungen auf.
Die Prognose illustriert eine Verschiebung zugunsten chinesischer Hersteller bei insgesamt schwachem Wachstum der etablierten Autokonzerne.
Morningstar DBRS erwartet bis 2028 kaum Wachstum bei den etablierten Volumenherstellern. Deutlich zulegen sollen vor allem BYD und Stellantis, während Volkswagen und die Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz unter dem Niveau von 2023 bleiben.

In China trifft die schwächere Nachfrage auf eine sehr große industrielle Basis. Die dortigen Werke könnten laut den Berichten jährlich mehr als 55 Millionen Fahrzeuge produzieren. Dem standen 2025 nur etwas mehr als 30 Millionen im Inland verkaufte Pkw gegenüber. Die rechnerische Auslastung liegt damit knapp über 50 Prozent und weit unter den rund 80 Prozent, die in der Branche als wirtschaftlich sinnvoll gelten.

Eine niedrige Auslastung erschwert die Verteilung der Fixkosten und belastet die Effizienz der Werke. Um die Stückzahlen zu stabilisieren, drängen chinesische Hersteller verstärkt auf internationale Märkte. In den ersten fünf Monaten 2026 stiegen die chinesischen Pkw-Exporte um rund 70 Prozent auf den Rekordwert von 3,5 Millionen Fahrzeugen. Dadurch wächst der Wettbewerbsdruck vor allem in Südostasien, Australien, Lateinamerika und auch Europa.

Die Entwicklung ist bereits in den Monatszahlen sichtbar. Im Mai wurden in China laut dem Branchenverband CPCA nur rund 1,5 Millionen Fahrzeuge verkauft, 22 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig erhöhten sich die Pkw-Ausfuhren um etwa 75 Prozent. Zu den Ursachen der schwachen Nachfrage zählen geringere staatliche Hilfen, eine zurückhaltende Konsumstimmung und vorgezogene Käufe vor der Anpassung von Förderregeln. Der Marktanteil der in China als New Energy Vehicles bezeichneten Elektroautos und Plug-in-Hybride stieg dennoch auf mehr als 60 Prozent. Damit verlagert sich ein Teil des Drucks vom chinesischen Heimatmarkt in die Exportregionen.

Das horizontale Balkendiagramm vergleicht die Marktanteile chinesischer Autohersteller in acht Ländern. Gegenübergestellt werden das Gesamtjahr 2025 und der Zeitraum von Januar bis Mai 2026. Die betrachteten Märkte sind Thailand, die Philippinen, Südkorea, Japan, Indonesien, Indien, China und Australien. Rote Balken stehen für die ersten fünf Monate des Jahres 2026. Blaue Balken kennzeichnen die Marktanteile im Gesamtjahr 2025. Im chinesischen Heimatmarkt erreichen einheimische Hersteller in beiden Zeiträumen einen Anteil von rund 67 Prozent. Damit liegt China mit großem Abstand an der Spitze des Vergleichs. In Thailand steigt der Marktanteil chinesischer Marken von gut 20 Prozent auf rund 27 Prozent. Auf den Philippinen wächst der Anteil von ungefähr elf auf rund 15 Prozent. In Indonesien erhöht sich der chinesische Marktanteil von etwa 14 auf knapp 18 Prozent. Australien verzeichnet einen besonders deutlichen Anstieg. Dort wächst der Anteil chinesischer Hersteller von rund 16 Prozent im Jahr 2025 auf etwa 24 Prozent Anfang 2026. In Südkorea bleiben chinesische Marken zwar auf niedrigem Niveau, gewinnen jedoch leicht hinzu. Ihr Anteil steigt dort von ungefähr einem auf rund zwei Prozent. In Japan liegt der Marktanteil chinesischer Hersteller weiterhin deutlich unter einem Prozent. Indien weist ebenfalls nur einen sehr niedrigen Anteil chinesischer Automarken auf. Die geringen Werte in Indien stehen im Zusammenhang mit hohen Importzöllen und lokalen Produktionsanforderungen. In mehreren südostasiatischen Märkten fällt der Zuwachs wesentlich stärker aus als in Japan oder Indien. Die Balken verdeutlichen die zunehmende regionale Expansion chinesischer Fahrzeughersteller. Die Daten von MarkLines und Morningstar DBRS beziehen sich auf den gesamten Pkw-Markt der jeweiligen Länder.
Chinesische Automarken gewinnen in mehreren asiatischen Märkten und in Australien deutlich an Boden. Besonders stark stiegen ihre Anteile Anfang 2026 in Thailand, Indonesien, auf den Philippinen und in Australien.

Die höheren Exporte lösen das Margenproblem der chinesischen Hersteller nur begrenzt. Der Markt bleibt stark fragmentiert, aggressive Preise und Rabatte sollen Marktanteile sichern. Zugleich verteuern sich Batterien sowie Rohstoffe wie Aluminium, Kupfer und Kunststoffe. Im ersten Quartal 2026 sank die durchschnittliche operative Marge chinesischer OEMs laut Morningstar DBRS auf nur noch 3,2 Prozent.

Für japanische und südkoreanische Hersteller verschärft sich damit die Konkurrenz in vielen asiatischen Auslandsmärkten. Die Ratingagentur erwartet für die zweite Jahreshälfte schwächere Verkäufe und Gewinne, insbesondere außerhalb der jeweiligen Heimatmärkte. Japan entwickelte sich im Inland etwas stabiler: Die Fahrzeugverkäufe stiegen im ersten Halbjahr um 1,8 Prozent. Die Exporte blieben jedoch unter Druck.

Warum trifft die Überkapazität Europa besonders hart?

In Europa trifft der stärkere Wettbewerb auf ein bereits bestehendes Strukturproblem. Die Fahrzeugnachfrage liegt rund vier Millionen Einheiten unter dem Niveau vor der Pandemie. Viele Produktionsnetze sind weiterhin auf deutlich größere Stückzahlen ausgelegt.  „Die europäischen Automobilhersteller stehen weiterhin vor einer strukturellen Herausforderung durch Überkapazitäten“, erklärt Edoardo Danieli, Vice President European Corporate Ratings bei Morningstar DBRS. Gleichzeitig erschweren Zölle, Lokalisierungsvorgaben und weitere Handelsbarrieren den Export überschüssiger Produktion.

Boston Consulting Group schätzte die Auslastung europäischer Fahrzeugwerke für 2025 auf lediglich rund 60 Prozent. Wie erwähnt, gelten als optimal etwa 80 Prozent. Daraus ergibt sich eine rechnerische Überkapazität von ungefähr fünf Millionen Fahrzeugen pro Jahr. Niedrige Auslastungsquoten verteilen hohe Fixkosten auf weniger Einheiten, schmälern den Cashflow und verzögern die Erholung der Margen.

Morningstar DBRS erwartet deshalb eine spürbare Verbesserung der Profitabilität frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2027. Die bis Mai gemeldeten Volumen unterstreichen die angespannte Lage: BMW lag 5,3 Prozent unter dem Vorjahreswert, Mercedes-Benz 10,5 Prozent und Volkswagen 8,5 Prozent. Stellantis erreichte dagegen ein Plus von 3,2 Prozent. Die Ratingagentur hält es für wenig wahrscheinlich, dass Mercedes-Benz und Volkswagen ihre bisherigen Volumenziele erfüllen.

Die Entwicklung trifft auch den Arbeitsmarkt. Nach aktuellen Berechnungen des VDA könnten zwischen 2019 und 2035 rund 225.000 Arbeitsplätze in der deutschen Autoindustrie verloren gehen. Bis 2025 waren demnach bereits rund 100.000 Stellen weggefallen. Besonders betroffen sind Zulieferer, bei denen der Wechsel vom Verbrennungsmotor zur Elektromobilität größere Teile der bisherigen Wertschöpfung verändert.

So reagieren die Hersteller auf schwach ausgelastete Werke

Die Liniengrafik beschreibt die Entwicklung der europäischen Pkw-Verkäufe von 2015 bis 2026. Die Verkaufszahlen sind in Millionen Fahrzeugen angegeben. Auf der horizontalen Achse stehen die Jahre 2015 bis 2026. Die vertikale Achse reicht von zehn bis 19 Millionen Einheiten. Die Werte von 2015 bis 2025 werden mit einer blauen Linie dargestellt. Der Wert für 2026 ist als Prognose gekennzeichnet und erscheint in Grün. Im Jahr 2015 wurden in Europa rund 16 Millionen Fahrzeuge verkauft. Der Absatz steigt 2016 auf ungefähr 17 Millionen Einheiten. In den Jahren 2017 und 2018 erreicht der Markt jeweils etwa 17,5 bis 17,6 Millionen Fahrzeuge. Im Jahr 2019 wird mit knapp 18 Millionen Einheiten der höchste Wert des betrachteten Zeitraums erreicht. Im Jahr 2020 bricht der europäische Fahrzeugabsatz auf rund 13,6 Millionen Einheiten ein. 2021 bleibt der Markt nahezu unverändert auf diesem niedrigen Niveau. Im Jahr 2022 fällt der Absatz weiter auf etwa 12,8 Millionen Fahrzeuge. Damit markiert 2022 den Tiefpunkt innerhalb der dargestellten Zeitreihe. Im Jahr 2023 erholt sich der Markt auf knapp 14,8 Millionen Einheiten. Für 2024 und 2025 werden jeweils rund 15 Millionen verkaufte Fahrzeuge ausgewiesen. Die Prognose für 2026 liegt bei ungefähr 15,5 Millionen Einheiten. Trotz der Erholung bleibt das erwartete Marktvolumen deutlich unter dem Niveau der Jahre vor 2020. Eine rote Klammer rechts neben der Kurve kennzeichnet eine rechnerische Überkapazität von rund fünf Millionen Fahrzeugen. Die Daten von Morningstar DBRS machen deutlich, dass Europas Produktionskapazitäten weiterhin wesentlich größer sind als die erwartete Marktnachfrage.
Europas Automarkt hat sich seit dem Einbruch im Jahr 2020 nur teilweise erholt. Für 2026 erwartet Morningstar DBRS rund 15,5 Millionen Verkäufe – etwa fünf Millionen Einheiten weniger, als die vorhandenen Produktionskapazitäten ermöglichen.

Europas OEMs haben erste Kapazitäten reduziert, doch das Tempo reicht nach Einschätzung von Morningstar DBRS bislang kaum aus, um das Produktionsnetz an die Nachfrage anzupassen. Volkswagen beendete Ende 2025 die Fahrzeugfertigung in Dresden. Stellantis legt Kapazitäten an mehreren Standorten in Frankreich und Italien zeitweise still oder bereitet eine andere Nutzung vor. Starke Arbeitnehmerrechte, politische Interessen und komplexe Verhandlungen mit Gewerkschaften verlangsamen tiefgreifendere Einschnitte.

Volkswagen hat den Umbau seines Produktionsverbunds inzwischen weiter konkretisiert. Der Konzern will Überkapazitäten abbauen, Werke stärker an regionalen Märkten ausrichten und Modell- sowie Variantenvielfalt reduzieren. Plattformen und Elektronikarchitekturen sollen stärker vereinheitlicht werden, um höhere Stückzahlen pro Modell und weniger Komplexität in der Fertigung zu erreichen. Bis 2030 sollen die Maßnahmen jährliche Nettoeinsparungen von mehr als sechs Milliarden Euro ermöglichen. Für Volkswagen, Audi, Porsche und Cariad ist zugleich der Abbau von insgesamt rund 50.000 Stellen vereinbart.

Auch in Asien werden die Restrukturierungen tiefgreifender. Nissan strebt Einsparungen von 500 Milliarden Yen (knapp 2,7 Milliarden Euro) an, will rund 20.000 Stellen abbauen und die Zahl seiner Werke weltweit von 17 auf zehn reduzieren. Toyota passt seine globale Produktion an und dämpft den Ausbau reiner Elektrofahrzeuge. Honda richtet seine Organisation stärker auf Elektroautos und softwaredefinierte Fahrzeuge aus. Hyundai investiert in softwaredefinierte Produktion, Automatisierung und flexible Fabriken.

Elektromobilität entlastet Europas Werke nur begrenzt

Die Liniengrafik vergleicht die monatliche Absatzentwicklung von fünf großen europäischen Autoherstellern gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat. Der betrachtete Zeitraum reicht von Januar bis Mai 2026. Auf der horizontalen Achse sind die Monate Januar, Februar, März, April und Mai 2026 eingetragen. Die vertikale Achse bildet Veränderungen zwischen minus 25 Prozent und plus 15 Prozent ab. Berücksichtigt werden BMW, Mercedes-Benz, Renault, Stellantis und Volkswagen. BMW ist durch eine dunkelblaue Linie gekennzeichnet. Mercedes-Benz wird mit einer dunkelroten Linie dargestellt. Renault erscheint in Gelb, Stellantis in Grün und Volkswagen in Hellblau. BMW startet im Januar mit einem Absatzrückgang von rund zwei Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Mercedes-Benz liegt im Januar etwa zehn Prozent unter dem Vorjahreswert. Renault und Volkswagen verzeichnen im Januar jeweils Rückgänge von ungefähr vier bis fünf Prozent. Stellantis erreicht im Januar dagegen ein Plus von rund vier Prozent. Im Februar verschlechtert sich die Entwicklung bei BMW, Mercedes-Benz, Renault und Volkswagen weiter. Stellantis steigert seinen Absatz im Februar um fast neun Prozent und erzielt damit den stärksten positiven Wert des Monats. Im März erreicht Renault mit einem Plus von gut zehn Prozent den höchsten Wert innerhalb der gesamten Grafik. BMW wechselt im März ebenfalls in den positiven Bereich und kommt auf ein Wachstum von rund vier Prozent. Mercedes-Benz und Volkswagen bleiben im März mit Rückgängen von etwa sechs beziehungsweise fünf Prozent unter dem Vorjahresniveau. Im April verlieren BMW und Volkswagen erneut stärker, während Renault und Stellantis noch positive Wachstumsraten erreichen. Im Mai fallen alle fünf Hersteller ins Minus, wobei Mercedes-Benz mit rund minus 22 Prozent den stärksten Rückgang verzeichnet. Die Daten von Morningstar DBRS verdeutlichen die breite Verschlechterung der europäischen Herstellerabsätze zum Ende des betrachteten Zeitraums.
Nach einer zwischenzeitlichen Erholung im März verschlechterte sich die Absatzentwicklung der großen europäischen Hersteller deutlich. Im Mai lagen BMW, Mercedes-Benz, Renault, Stellantis und Volkswagen jeweils unter dem Vorjahresniveau.

Die europäischen Neuzulassungen liefern zumindest einen begrenzten positiven Impuls. Bis Mai wuchs der Markt laut Morningstar DBRS um rund vier Prozent. Batterieelektrische Fahrzeuge erreichten einen Anteil von etwa 20 Prozent, nach rund 15 Prozent im Jahr zuvor. Hybride kamen auf knapp 38 Prozent. Die Nachfrageverschiebung zu elektrifizierten Antrieben prägt damit zunehmend die Zusammensetzung des Marktes.

Im Mai legten die Neuzulassungen in der EU um 3,2 Prozent auf rund 955.000 Pkw zu. Die Verkäufe batterieelektrischer Fahrzeuge stiegen um etwa 43 Prozent auf mehr als 203.000 Einheiten, während Benziner und Diesel deutlich verloren. Damit war jeder fünfte in der EU neu zugelassene Pkw ein reines Elektroauto.

Der Antriebswechsel führt jedoch nicht automatisch zu einer ausreichenden Werksauslastung. Sinkende Verbrennerstückzahlen und wachsende Elektrovolumen gleichen sich regional, zeitlich und modellbezogen nur teilweise aus. Hinzu kommen hohe Investitionen in Plattformen, Batteriemontage, Software und neue Fertigungsverfahren. Morningstar DBRS weist zudem darauf hin, dass das aktuelle Wachstum stark durch Kaufanreize, steuerliche Vorteile und regulatorische Rahmenbedingungen gestützt wird.

Chinesische OEMs rücken in Europas Produktionsnetzwerke vor

Die Liniengrafik vergleicht die monatliche Absatzentwicklung von fünf großen europäischen Autoherstellern gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat. Der betrachtete Zeitraum reicht von Januar bis Mai 2026. Auf der horizontalen Achse sind die Monate Januar, Februar, März, April und Mai 2026 eingetragen. Die vertikale Achse bildet Veränderungen zwischen minus 25 Prozent und plus 15 Prozent ab. Berücksichtigt werden BMW, Mercedes-Benz, Renault, Stellantis und Volkswagen. BMW ist durch eine dunkelblaue Linie gekennzeichnet. Mercedes-Benz wird mit einer dunkelroten Linie dargestellt. Renault erscheint in Gelb, Stellantis in Grün und Volkswagen in Hellblau. BMW startet im Januar mit einem Absatzrückgang von rund zwei Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Mercedes-Benz liegt im Januar etwa zehn Prozent unter dem Vorjahreswert. Renault und Volkswagen verzeichnen im Januar jeweils Rückgänge von ungefähr vier bis fünf Prozent. Stellantis erreicht im Januar dagegen ein Plus von rund vier Prozent. Im Februar verschlechtert sich die Entwicklung bei BMW, Mercedes-Benz, Renault und Volkswagen weiter. Stellantis steigert seinen Absatz im Februar um fast neun Prozent und erzielt damit den stärksten positiven Wert des Monats. Im März erreicht Renault mit einem Plus von gut zehn Prozent den höchsten Wert innerhalb der gesamten Grafik. BMW wechselt im März ebenfalls in den positiven Bereich und kommt auf ein Wachstum von rund vier Prozent. Mercedes-Benz und Volkswagen bleiben im März mit Rückgängen von etwa sechs beziehungsweise fünf Prozent unter dem Vorjahresniveau. Im April verlieren BMW und Volkswagen erneut stärker, während Renault und Stellantis noch positive Wachstumsraten erreichen. Im Mai fallen alle fünf Hersteller ins Minus, wobei Mercedes-Benz mit rund minus 22 Prozent den stärksten Rückgang verzeichnet. Die Daten von Morningstar DBRS verdeutlichen die breite Verschlechterung der europäischen Herstellerabsätze zum Ende des betrachteten Zeitraums.
Nach einer zwischenzeitlichen Erholung im März verschlechterte sich die Absatzentwicklung der großen europäischen Hersteller deutlich. Im Mai lagen BMW, Mercedes-Benz, Renault, Stellantis und Volkswagen jeweils unter dem Vorjahresniveau.

Eine mögliche Entlastung für einzelne Standorte liegt in der lokalen Fertigung chinesischer Marken. Morningstar DBRS verweist auf Kooperationen mit europäischen OEMs, durch die chinesische Hersteller ihre Produktion lokalisieren und die Belastung durch Importzölle reduzieren könnten. Für europäische Konzerne eröffneten solche Modelle die Möglichkeit, vorhandene Werke besser auszulasten, ohne allein neue Fahrzeugprogramme finanzieren zu müssen.

BYD prüft offenbar sogar, unausgelastete Autofabriken in Europa zu übernehmen. Nach Medienberichten führte das Unternehmen Gespräche mit Stellantis und weiteren Herstellern, wobei unter anderem italienische Standorte im Fokus standen. Parallel baut BYD eigene Kapazitäten in Ungarn und der Türkei auf. Eine Übernahme bestehender Werke könnte die Lokalisierung beschleunigen und die Kontrolle über die europäische Wertschöpfung erhöhen.

Für Europas Produktionslandschaft entstehen dadurch neue Optionen. Verkäufe, Auftragsfertigung und Kooperationen könnten einzelne Standorte stabilisieren. Gleichzeitig verschärft eine lokale Fertigung die Konkurrenz, weil chinesische OEMs näher an die europäischen Kunden und Zulieferer rücken. Morningstar DBRS geht deshalb davon aus, dass solche Modelle einen Teil der freien Kapazitäten auffangen können, das strukturelle Überangebot jedoch bestehen bleibt.

Weitere Ansätze reichen über die Fahrzeugproduktion hinaus. Renault hat nach Angaben der Ratingagentur geprüft, industrielle Ressourcen für Drohnen und militärische Anwendungen einzusetzen. Steigende europäische Verteidigungsausgaben verbessern dort die Nachfrageperspektive. Eine solche Umwidmung dürfte allerdings nur für ausgewählte Werke und Fertigungsbereiche geeignet sein.

Warum wächst der Automarkt in Indien weiter?

Das Säulendiagramm beschreibt die Entwicklung des indischen Markts für leichte Fahrzeuge von 2023 bis 2028. Die Jahre 2026, 2027 und 2028 sind als Prognosewerte gekennzeichnet. Die vertikale Achse reicht von drei bis 6,5 Millionen Fahrzeugen. Im Jahr 2023 liegt der Absatz bei rund 4,7 Millionen Einheiten. Für 2024 wird ein Anstieg auf knapp 4,9 Millionen Fahrzeuge ausgewiesen. Im Jahr 2025 erreicht der Markt etwa 5,2 Millionen Einheiten. Für 2026 erwarten die Quellen einen Absatz von ungefähr 5,5 Millionen Fahrzeugen. Im Jahr 2027 soll das Volumen auf rund 5,8 Millionen Einheiten steigen. Für 2028 werden knapp sechs Millionen verkaufte leichte Fahrzeuge prognostiziert. Sämtliche Säulen steigen von Jahr zu Jahr an. Ein roter Pfeil oberhalb der Säulen hebt den langfristigen Wachstumstrend hervor. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate wird mit 4,9 Prozent angegeben. Der indische Fahrzeugmarkt wächst damit deutlich kontinuierlicher als viele andere große Automärkte. Die Prognose umfasst Pkw und weitere leichte Fahrzeuge. Steigende Einkommen und bessere Finanzierungsmöglichkeiten unterstützen die Nachfrage. Auch die hohe Beliebtheit von SUVs trägt zum Marktwachstum bei. Lokale Produktionsvorgaben und Importzölle begünstigen die Fertigung innerhalb Indiens. Der wachsende Markt zieht Investitionen indischer und internationaler Autohersteller an. Indien hebt sich im Ausblick als wichtiger Wachstumsmarkt der asiatischen Autoindustrie hervor. Die zugrunde liegenden Daten stammen von GlobalData und Morningstar DBRS.
Der indische Markt für leichte Fahrzeuge soll von rund 4,7 Millionen Einheiten im Jahr 2023 auf knapp sechs Millionen im Jahr 2028 wachsen. Morningstar DBRS und GlobalData errechnen eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 4,9 Prozent.

Indien bildet den deutlichsten Gegenpol zu China und Europa. Von Januar bis Mai wurden dort in jedem Monat mehr als 430.000 Pkw verkauft. Morningstar DBRS erwartet für 2026 ein Wachstum der Light-Vehicle-Verkäufe um sechs bis sieben Prozent. Die Nachfrage wird durch SUVs, günstigere Finanzierungen und eine zunehmende Erschwinglichkeit von Fahrzeugen gestützt.

Die Hersteller reagieren mit großen Investitionen. Mahindra & Mahindra will über zehn Jahre rund 150 Milliarden Rupien, umgerechnet etwa 1,4 Milliarden Euro, in einen integrierten Produktionskomplex investieren. Maruti Suzuki hat Flächen für eine Erweiterung der Kapazität um eine Million Fahrzeuge erworben. Toyota plant für rund zwei Milliarden Euro ein neues Werk mit einer Jahreskapazität von 100.000 Einheiten.

Hohe Importzölle, lokale Wertschöpfungsvorgaben und industriepolitische Anreize begrenzen zugleich die Präsenz chinesischer Importmarken. Internationale Hersteller müssen daher stärker lokal fertigen und mit indischen Partnern zusammenarbeiten. Für westliche Autobauer gewinnt Indien zudem als Produktions- und Exportstandort an Bedeutung. Mehrere Konzerne verlagern ihren Schwerpunkt von reinen Inlandsverkäufen auf exportorientierte Fertigung, Joint Ventures sowie die Nutzung des kostengünstigen Engineering- und Zuliefernetzwerks.

Morningstar DBRS sieht Indien deshalb vergleichsweise gut gegen den chinesischen Exportdruck abgeschirmt. Maruti Suzuki steigerte seinen Marktanteil Anfang 2026 auf mehr als 45 Prozent. Tata Motors und Mahindra profitierten ebenfalls von der starken Nachfrage nach SUVs. Die Kombination aus wachsendem Binnenmarkt und handelspolitischem Schutz sichert den lokalen Herstellern eine stabilere Position als Wettbewerbern in anderen asiatischen Ländern.

Der Umbau der Autoindustrie geht in die nächste Runde

Das Ringdiagramm stellt die Verteilung der Pkw-Neuzulassungen in der Europäischen Union nach Antriebsart dar. Die Daten beziehen sich auf den Zeitraum von Januar bis Mai 2026. Berücksichtigt werden Vollhybride, Benziner, batterieelektrische Fahrzeuge, Dieselmodelle, Plug-in-Hybride und weitere Antriebsarten. Vollhybride bilden mit 37,8 Prozent die größte Gruppe. Ihr Segment ist dunkelblau eingefärbt und nimmt deutlich mehr als ein Drittel des Kreises ein. Benzinbetriebene Fahrzeuge erreichen einen Marktanteil von 22,4 Prozent. Der Anteil der Benziner ist dunkelrot dargestellt. Batterieelektrische Fahrzeuge kommen auf genau 20 Prozent der EU-Neuzulassungen. Das Segment der reinen Elektroautos ist gelb gekennzeichnet. Damit wurde in den ersten fünf Monaten 2026 jeder fünfte neue Pkw in der EU ausschließlich elektrisch angetrieben. Plug-in-Hybride erreichen einen Anteil von 9,7 Prozent. Sie werden durch ein hellblaues Segment dargestellt. Dieselfahrzeuge kommen nur noch auf 7,6 Prozent der Neuzulassungen. Ihr Marktanteil ist in Grün eingezeichnet. Weitere Antriebsarten erreichen zusammen einen Anteil von 2,4 Prozent. Dieser kleinste Bereich des Ringdiagramms ist violett markiert. Vollhybride, batterieelektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride erreichen zusammen einen Anteil von 67,5 Prozent. Benziner und Diesel kommen gemeinsam nur noch auf 30 Prozent des Marktes. Die Verteilung verdeutlicht die weit fortgeschrittene Verschiebung der europäischen Neuwagennachfrage zu elektrifizierten Antrieben. Die zugrunde liegenden Zulassungsdaten stammen vom europäischen Automobilherstellerverband ACEA.
Elektrifizierte Antriebe dominierten die EU-Neuzulassungen von Januar bis Mai 2026. Hybride, batterieelektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride kamen zusammen auf mehr als zwei Drittel des Marktes.

Die drei Ausblicke beschreiben keinen einheitlichen globalen Abschwung. China kämpft mit sinkender Binnennachfrage, geringer Werksauslastung und einem harten Preiskampf. Europa leidet unter zu großen Produktionsnetzen und hohen Fixkosten. Die USA profitieren vorerst von einem robusteren Markt und einer günstigen Modellstruktur, während Indien neue Investitionen anzieht.

Für die OEMs rückt die Produktionsstruktur damit stärker ins Zentrum. Werke müssen flexibler auf unterschiedliche Antriebe, Modelle und Stückzahlen reagieren. Regionale Fertigung gewinnt an Gewicht, während Variantenvielfalt, Fixkosten und Kapitalbindung genauer geprüft werden. Hersteller mit dauerhaft schwach ausgelasteten Standorten dürften ihre Margen kaum allein über höhere Verkaufspreise oder kleinere Effizienzprogramme stabilisieren können.

Die Bonitätstrends von Morningstar DBRS spiegeln diese Risiken wider. Die Ausblicke für BMW, Mercedes-Benz, Volkswagen, Stellantis, Honda und Nissan sind negativ. Toyota, Ford, General Motors, Hyundai und Renault werden stabil bewertet. Für die zweite Jahreshälfte zeichnet sich damit eine weitere Runde von Entscheidungen über Werke, Beschäftigung, Modellprogramme und Investitionen ab.

Querformatige Infografik mit der Überschrift „Das Kreditranking der OEMs“ vor dem Hintergrund einer modernen Automobilfabrik. Im Hintergrund stehen mehrere unlackierte Fahrzeugkarosserien auf einer Montagelinie, rechts sind gelbe Industrieroboter und weitere Produktionsanlagen zu sehen. Der Hintergrund ist bewusst aufgehellt und leicht zurückgenommen, damit die grafischen Informationen im Vordergrund gut lesbar bleiben. Unter der Hauptüberschrift steht „Bewertungen von Morningstar DBRS“. Darunter erklärt ein kurzer Text, dass das Ranking die Einschätzung der finanziellen Stärke und Kreditwürdigkeit führender Automobilhersteller widerspiegelt. Die Hersteller sind in großen, miteinander verbundenen Kreisen von der besten zur schwächsten Kreditbewertung angeordnet. Die obere Reihe beginnt links mit Toyota, gefolgt von BMW, einer gemeinsamen Gruppe für Honda, Hyundai und Mercedes-Benz sowie Volkswagen. In der unteren Reihe folgen General Motors, Stellantis, eine gemeinsame Gruppe für Ford und Renault sowie Nissan. Die Kreise sind farblich nach Ratingstufe gegliedert: Grün steht für die höchsten Bewertungen, Orange für den A-Bereich, Blau für die BBB-Kategorie und Rot für den spekulativen BB-Bereich. Toyota besitzt mit AA (low) das höchste Rating der dargestellten Hersteller. Der Toyota-Kreis ist grün umrandet und enthält das Toyota-Logo, den Namen Toyota sowie einen gelben waagerechten Trendpfeil für einen stabilen Ausblick. Als jüngste Ratingentscheidung wird eine Bestätigung vom 25. September 2025 genannt. BMW folgt mit dem Rating A (high). Der BMW-Kreis ist ebenfalls grün umrandet und enthält das BMW-Logo, den Namen BMW und einen roten Abwärtspfeil für einen negativen Trend. Als jüngste Ratingentscheidung ist eine Änderung des Ausblicks vom 25. September 2025 angegeben. Honda, Hyundai und Mercedes-Benz werden gemeinsam in einem orange umrandeten Kreis mit dem Rating A dargestellt. Honda besitzt einen negativen Trend, gekennzeichnet durch einen roten Abwärtspfeil. Als jüngste Ratingmaßnahme für Honda nennt die Infografik eine Herabstufung vom 19. März 2026. Hyundai beziehungsweise Hyundai Capital Canada besitzt einen stabilen Trend, dargestellt durch einen gelben waagerechten Pfeil. Die jüngste Ratingentscheidung für Hyundai war eine Bestätigung am 31. März 2026. Mercedes-Benz besitzt ebenfalls das Rating A, der Trend ist jedoch negativ. Die jüngste Ratingmaßnahme für Mercedes-Benz war eine Änderung des Ausblicks am 14. November 2025. Volkswagen wird in einem separaten orange umrandeten Kreis mit A (low) geführt. Im Volkswagen-Kreis stehen das VW-Logo, die Abkürzung VW und ein roter Abwärtspfeil für einen negativen Trend. Als jüngste Ratingentscheidung wird eine Änderung des Ausblicks vom 31. Juli 2025 genannt. In der unteren Reihe beginnt die BBB-Kategorie mit General Motors. General Motors wird mit BBB (high) bewertet und besitzt einen stabilen Trend. Der Kreis enthält das GM-Logo, den ausgeschriebenen Namen General Motors sowie einen gelben waagerechten Pfeil. Als jüngste Ratingentscheidung ist eine Bestätigung im Mai 2026 angegeben. Stellantis besitzt das Rating BBB und einen negativen Trend. Im Stellantis-Kreis sind das Markenlogo, der Herstellername und ein roter Abwärtspfeil zu sehen. Die jüngste Ratingentscheidung war eine Herabstufung am 23. Januar 2026. Ford und Renault sind gemeinsam in einem blau umrandeten Kreis mit BBB (low) angeordnet. Ford besitzt einen stabilen Trend und wird mit dem Ford-Logo, dem Namen Ford und einem gelben waagerechten Pfeil dargestellt. Als jüngste Ratingentscheidung für Ford ist eine Bestätigung im Mai 2026 angegeben. Renault besitzt ebenfalls BBB (low) und einen stabilen Trend. Neben dem Renault-Logo stehen der Name Renault, ein gelber waagerechter Pfeil und der Hinweis auf eine Bestätigung am 28. November 2025. Nissan bildet rechts den Abschluss des Rankings. Der Nissan-Kreis ist rot umrandet und trägt das Rating BB. Darunter steht „Spekulative Kreditwürdigkeit“. Im Kreis befinden sich das Nissan-Logo, der Name Nissan und ein roter Abwärtspfeil für einen negativen Trend. Als jüngste Ratingentscheidung wird eine Bestätigung vom 22. Mai 2026 genannt. Der Nissan-Kreis ist der einzige dargestellte Bereich unterhalb des Investment Grade. Am unteren Rand erklärt eine Legende die verwendeten Trendsymbole. Ein gelber waagerechter Pfeil steht für einen stabilen Trend und eine erwartete stabile Entwicklung. Ein roter Abwärtspfeil steht für einen negativen Trend und eine erwartete negative Entwicklung. Zusätzlich ist ein grüner Aufwärtspfeil für einen positiven Trend aufgeführt, obwohl keiner der dargestellten Hersteller einen positiven Ratingtrend besitzt. Eine weitere Legende erläutert die Rating-Skala von Morningstar DBRS. Die Stufen AA bis A (high) stehen für eine sehr hohe bis hohe Kreditwürdigkeit. Die Stufen A bis A (low) kennzeichnen eine gute Kreditwürdigkeit. Die Kategorien BBB (high) bis BBB (low) stehen für eine ausreichende Kreditwürdigkeit und gehören weiterhin zum Investment-Grade-Bereich. Erst BB und niedrigere Ratings werden als spekulativ beziehungsweise als Non-Investment-Grade eingestuft. Rechts unten nennt die Infografik Morningstar DBRS als Quelle. Als Datenstand ist der 13. Juli 2026 angegeben. Ergänzend wird darauf hingewiesen, dass die Bewertungen auf den Ausblicken von Morningstar DBRS vom 13. Juli 2026 basieren. Von den elf dargestellten Herstellern besitzen Toyota, Hyundai, General Motors, Ford und Renault einen stabilen Trend. BMW, Honda, Mercedes-Benz, Volkswagen, Stellantis und Nissan weisen einen negativen Trend auf. Kein Hersteller in der Infografik besitzt einen positiven Trend. Toyota führt das Ranking mit AA (low) an, während Nissan mit BB das schwächste Rating der dargestellten OEMs erhält.
Toyota führt das Kreditranking von Morningstar DBRS mit AA (low) und stabilem Trend an. BMW folgt mit A (high), während Nissan mit BB als einziger dargestellter Hersteller unterhalb des Investment-Grade-Bereichs liegt. Bei sechs der elf OEMs ist der Ratingtrend negativ.