Werksstrategie

Renault Boreal erhält zweiten Produktionshub

Renault hat das Werk Bursa zum zweiten Produktionshub für den Boreal bestimmt. Von der Türkei aus sollen 54 Märkte in Osteuropa, im Nahen Osten sowie in Nord- und Subsahara-Afrika beliefert werden.

2 min
Renault Boreal
Bursa erweitert Renaults Reichweite auf 54 zusätzliche Exportmärkte

Im Juni 2026 bestätigte Renault, dass das Werk im türkischen Bursa künftig als zweiter globaler Produktionshub für den Boreal SUV fungieren wird. Damit ergänzt der Standort die bestehende Fertigung in Curitiba, Brasilien. Nach Angaben des Herstellers stärkt dieser Schritt den industriellen Fußabdruck des Boreal und schafft die Voraussetzung für Exporte nach Osteuropa, in den Nahen Osten sowie nach Nord- und Subsahara-Afrika. Der Boreal, der gezielt für internationale Märkte entwickelt wurde, wird seit seiner Markteinführung im Jahr 2025 in Curitiba für 17 lateinamerikanische Märkte produziert. Mit dem Produktionsanlauf in Bursa regionalisiert Renault nun die Fertigung für Osteuropa, den Nahen Osten, Nordafrika und Subsahara-Afrika. Das türkische Werk soll dabei 54 zusätzliche Märkte beliefern.

Regionale Fertigung stärkt Export und Wettbewerbsfähigkeit

Renault zufolge erhöht das Fertigungsmodell mit zwei globalen Hubs die Wettbewerbsfähigkeit in mehrfacher Hinsicht: durch größere Marktnähe, höhere logistische Agilität und optimierte Produktionskosten. Fahrzeuge werden näher an ihren jeweiligen Zielmärkten gefertigt, was Lieferketten verkürzt und die Reaktionsfähigkeit in den Absatzregionen verbessert. Die Entscheidung für Bursa ist dabei strategisch begründet. Der Standort ist einerseits auf die Versorgung des türkischen Binnenmarkts ausgerichtet, andererseits profitiert Renault dort von der etablierten industriellen Basis der Türkei und ihrer Funktion als logistisches Bindeglied zwischen Europa, Asien und dem Nahen Osten. Über die Fahrzeugmontage hinaus wird das Werk in Bursa künftig auch den Full-Hybrid-E-Tech-Antriebsstrang für den Boreal produzieren. Damit erweitert Renault die lokale industrielle Wertschöpfung und stärkt zugleich die Fertigungstiefe des Standorts. „Die Produktion in Bursa wird es uns ermöglichen, den türkischen Markt zu bedienen, den weltweit zweitgrößten Markt von Renault, und zugleich Exporte in eine Gruppe von Märkten in ganz Osteuropa, dem Nahen Osten und Afrika zu erschließen“, erklärte Ivan Segal, Leiter Vertrieb und Betrieb der Marke Renault. 

Die Einführung des Boreal im Jahr 2025 markierte die vierte Modellpremiere im Rahmen des Renault International Game Plan. Mit diesem Programm will der Konzern bis 2027 insgesamt 3 Milliarden Euro investieren, um acht neue Modelle außerhalb Europas auf den Markt zu bringen. Getragen wird der International Game Plan von zwei modularen Fahrzeugarchitekturen, die auf regionale Produktion und höhere Wettbewerbsfähigkeit ausgelegt sind. Dazu zählt eine neue ultraflexible Multi-Energie-Plattform der Renault Group für vier definierte Regionen: Lateinamerika, Nordafrika, Türkei und Indien. Hinzu kommt die Compact Modular Architecture (CMA) für Modelle der D- und E-Segmente, die gemeinsam mit Geely entwickelt wurde und in Südkorea produziert wird. „Boreal demonstriert unsere Fähigkeit, globale voitures à vivre zu entwickeln, die nah an ihren Märkten produziert und gezielt auf lokale Anforderungen abgestimmt werden und dabei Attraktivität, Innovation und Alltagstauglichkeit in unterschiedlichen Regionen der Welt vereinen“, sagte Renault-Markenchef Fabrice Cambolive.

Anmerkung der Redaktion: Der von Renault verwendete französische Begriff „voitures à vivre“ bedeutet wörtlich „Autos zum Leben“. Im redaktionellen Deutsch lässt sich die Formulierung am treffendsten als alltagstaugliche, vielseitig nutzbare Fahrzeuge mit hohem praktischem Mehrwert einordnen.