Konsolidierung geht weiter
Porsche verkauft Bugatti-Rimac-Anteile für eine Milliarde Euro
Porsche hat den Verkauf seiner Beteiligungen an Bugatti Rimac und der Rimac Group abgeschlossen. Der Konzern erhält rund eine Milliarde Euro und erhöht daraufhin seine Prognose für die Netto-Cashflow-Marge im Automobilbereich deutlich.
Der Verkauf der traditionsreichen Sportwagenmarke Bugatti bringt Porsche rund eine Milliarde Euro ein.
Bugatti
Porsche hat den Verkauf seiner Anteile an Bugatti Rimac und an der Rimac Group vollzogen. Nach den erforderlichen behördlichen Genehmigungen wurde die Transaktion nun abgeschlossen. Der Sportwagenhersteller setzt damit seinen Kurs zur stärkeren Konzentration auf das Kerngeschäft fort.
Die entsprechenden Verträge mit dem Erwerber-Konsortium hatten die Beteiligten bereits im April 2026 unterzeichnet. Porsche fließen aus dem Verkauf nach eigenen Angaben rund eine Milliarde Euro zu. Davon sollen 250 Millionen Euro für die weitere Ausfinanzierung der Pensionsverpflichtungen verwendet werden. „Porsche macht bei der Fokussierung auf das Kerngeschäft einen weiteren Schritt“, erklärte das Unternehmen bei Bekanntgabe der Transaktion.
Der Mittelzufluss aus dem Verkauf wirkt sich unmittelbar auf die Finanzplanung aus. Porsche erwartet für das Geschäftsjahr 2026 nun eine Netto-Cashflow-Marge im Automobilbereich zwischen 5,5 und 7,5 Prozent. Bislang hatte der Konzern einen Wert von drei bis fünf Prozent prognostiziert.
Teil eines umfassenden Sparkurses
Der Verkauf der Bugatti-Rimac-Beteiligungen ist Teil einer breiteren Neuausrichtung des Unternehmens. Porsche spricht von einem weiteren Schritt zur Fokussierung auf das Kerngeschäft. Der Sportwagenhersteller leidet wie andere Premiumhersteller unter der Absatzschwäche in China und hat seinen Sparkurs in diesem Jahr verschärft.
Bis 2035 sollen insgesamt knapp 9.000 Arbeitsplätze wegfallen, was rund jeder fünften Stelle im Unternehmen entspricht. Zudem trennt sich Porsche von Aktivitäten außerhalb des Kerngeschäfts. So wurde die Batteriezellfertigung beendet. Erst vor wenigen Wochen verkaufte der Konzern zudem die IT- und Managementberatung MHP an Tata Consultancy Services. Dem Geschäft lag ein Unternehmenswert von rund 320 Millionen Euro zugrunde.
Von Volkswagen zu Rimac
Die Marke Bugatti gehört seit 1998 zum Volkswagen-Konzern. Damals sicherte sich VW die Markenrechte und belebte die traditionsreiche französische Sportwagenmarke unter der Führung des damaligen Konzernchefs Ferdinand Piëch neu. In den folgenden Jahren entstanden mit dem Veyron und dem Chiron zwei der bekanntesten Hypercars der Automobilgeschichte.
Bereits 2021 wurde Bugatti in das Gemeinschaftsunternehmen Bugatti Rimac eingebracht. Porsche hielt zuletzt 45 Prozent an dem Joint Venture. Mit dem nun abgeschlossenen Verkauf endet die direkte Beteiligung des Stuttgarter Sportwagenbauers an dem Unternehmen.