Produktionsausbau

Nissan startet Kicks-Produktion in Sunderland für Europa

Nissan erweitert sein Europa-Portfolio um den Kicks. Der B-Segment-Crossover mit e-Power-Antrieb soll künftig in Sunderland gebaut werden. Für die Fertigung investiert der japanische Hersteller 170 Millionen Pfund für sein Werk im Nordosten Englands.

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Blauer Nissan Kicks vor moderner Gebäudefassade mit gelben Elementen.
Der Nissan Kicks soll in Europa mit dem e-Power-Antrieb der dritten Generation angeboten werden. Dabei übernimmt ein Elektromotor den Radantrieb, während ein Benzinmotor den benötigten Strom erzeugt.

Nissan bringt den Kicks auf den europäischen Markt. Der kompakte Crossover im B-Segment soll künftig im britischen Werk Sunderland gefertigt werden und erhält den e-Power-Hybridantrieb der dritten Generation. Für die Produktion kündigt der japanische Automobilhersteller eine Investition von 170 Millionen Pfund in den Standort an. Der Kicks befindet sich inzwischen in seiner zweiten Modellgeneration. Produziert wird die Baureihe bislang in Japan, Mexiko und Brasilien. Nach Angaben des Konzerns wurden seit der Einführung mehr als 1,8 Millionen Fahrzeuge in über 70 Märkten verkauft. Mit dem geplanten Marktstart wird das Modell erstmals regulär auch in Europa angeboten.

Sunderland erhält zehntes Nissan-Modell

Für das Werk im Nordosten Englands ist der Kicks die zehnte Baureihe seit Beginn der Fahrzeugproduktion im Jahr 1986. Aktuell fertigt Nissan dort unter anderem den Qashqai, den Juke und den Leaf. Die kommende Generation des Juke soll nach Unternehmensangaben im nächsten Jahr erstmals als reines Elektroauto auf den Markt kommen. Der Standort feiert 2026 sein 40-jähriges Bestehen. Seit dem Produktionsstart mit dem Nissan Bluebird seien dort insgesamt zwölf Millionen Fahrzeuge vom Band gelaufen. Der japanische Konzern bezeichnet Sunderland als sein größtes Automobilwerk in Großbritannien an einem einzelnen Standort.

Der Kicks soll in Sunderland für Kunden in Großbritannien, weiteren europäischen Märkten und der Türkei gefertigt werden. Mit der zusätzlichen Baureihe erweitert das Unternehmen das Produktionsprogramm des Werks erneut um ein elektrifiziertes Modell.

Beim europäischen Kicks setzt der Automobilhersteller auf die dritte Generation seines e-Power-Systems. Anders als bei vielen klassischen Vollhybriden werden die Räder dabei ausschließlich über einen Elektromotor angetrieben. Ein Benzinmotor erzeugt den dafür benötigten Strom und lädt die Batterie während der Fahrt. Eine externe Lademöglichkeit ist nicht vorgesehen.

Die aktuelle Generation des Systems kam 2025 auf den Markt. Nissan zufolge wurde sie unter anderem mit Blick auf Verbrauch, Emissionen und Fahrkomfort weiterentwickelt. Angaben des Herstellers zufolge wurden seit Einführung der Technik im Jahr 2016 weltweit mehr als 1,9 Millionen Fahrzeuge mit e-Power verkauft. Darunter seien rund 200.000 in Sunderland produzierte Qashqai.

Investitionen in den britischen Standort

In Sunderland hat Nissan nach eigenen Angaben über die vergangenen vier Jahrzehnte insgesamt rund fünf Milliarden Pfund investiert. Am Standort arbeiten dem Unternehmen zufolge etwa 6.000 Menschen direkt. Weitere rund 30.000 Arbeitsplätze seien mit der angeschlossenen Zulieferkette verbunden. Die dort gefertigten Fahrzeuge werden für mehr als 100 Märkte produziert. Neben dem Produktionswerk unterhält der Hersteller in Großbritannien ein Designzentrum in London sowie einen Forschungs- und Entwicklungsstandort in Cranfield.

Die Investition in den Kicks erweitert das Produktionsprogramm zu einem Zeitpunkt, an dem der Standort mehrere Antriebskonzepte parallel fertigt. Neben batterieelektrischen Modellen gehören damit weiterhin Hybridfahrzeuge zum Portfolio des Werks. Die Ankündigung des Kicks folgt auf die Vorstellung des Namens Nissan Pixo. Das neue Elektrofahrzeug für das A-Segment soll am 23. September offiziell präsentiert werden. Damit ergänzt der Hersteller sein europäisches Programm innerhalb kurzer Zeit um zwei weitere Baureihen mit unterschiedlichen elektrifizierten Antriebskonzepten.