Welche Neuheiten zeigt die Nutzfahrzeugbranche? Wir geben einen Überblick über die die wichtigsten Premieren, Modelle und Innovationen der IAA Transportation in Hannover.
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Die IAA Transportation zeigt zahlreiche Neuheiten rund um Nutzfahrzeuge, alternative Antriebe und digitale Lösungen. Mercedes-Benz präsentiert dabei unter anderem aktuelle und künftige Lkw-Konzepte.PHOTOVISION-DH
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Die IAA Transportation 2026 bringt in diesem Jahr rund 1.700 Aussteller aus aller Welt zusammen – mehr als 70 Prozent davon kommen aus dem Ausland, rund ein Drittel ist erstmals dabei. Im Mittelpunkt stehen die großen Zukunftsthemen der Branche: alternative und elektrische Antriebe, Lade- und Wasserstoffinfrastruktur, autonomes und automatisiertes Fahren sowie Software-defined Vehicles, KI und digitale Logistiklösungen. Mehr als 150 Weltpremieren und Neuheiten zeigen, wohin sich Nutzfahrzeuge und Güterverkehr entwickeln. In unserem Ticker sammeln wir die wichtigsten Vorstellungen, Technologien und Trends der IAA 2026.
Valeo sieht baldigen Break Even für E-Lkw
Valeo bewertet den Hochlauf batterieelektrischer Lkw in Europa vor allem als Frage der Wirtschaftlichkeit. Im Gespräch mit Automobil Produktion sagte Thierry Simonin, Group Customer Vice President Commercial Vehicles: „Am Ende dreht sich alles um die TCO.“ Nach Einschätzung seiner Kunden könnte sich die Wirtschaftlichkeit von Batterie- und Verbrenner-Lkw gegen Ende des Jahrzehnts deutlich annähern. Einen Break-even erwartet Simonin um 2029 oder 2030.
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Ein wichtiger Treiber ist der wachsende Kostendruck aus China. Während Simonin für Europa rund 10.000 batterieelektrische mittelschwere und schwere Lkw im vergangenen Jahr nennt, waren es in China rund 200.000. Zugleich seien chinesische Anbieter deutlich günstiger. Für Europa bleibt neben dem Fahrzeugpreis vor allem die Ladeinfrastruktur ein Engpass.
Auch beim autonomen Fahren sieht Simonin Europa unter Zugzwang. Die größte Hürde für Level-4-Anwendungen sei derzeit das regulatorische Umfeld. Gleichzeitig müssten autonome Lkw extrem robust und rund um die Uhr verfügbar sein, da der Fahrer als Rückfallebene entfällt.
Hinzu kommt der Wandel zum Software-defined Truck. Heute verfüge ein Lkw typischerweise über 60 bis 70 einzelne Steuergeräte. Künftig könnten stärker zentralisierte Rechnerarchitekturen Hardwarekosten senken und neue Funktionen per Software ermöglichen. Für Simonin wachsen damit Elektrifizierung, Automatisierung und Software zunehmend zusammen. Entscheidend bleibt jedoch, ob sich diese Technologien für Flottenbetreiber wirtschaftlich rechnen.
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Mercedes-Benz Vans baut digitales Ökosystem weiter aus
Mercedes-Benz Vans zeigt die nächste Entwicklungsstufe seines Transporterportfolios. Im Mittelpunkt steht eine modulare und antriebsflexible Van-Architektur. Künftige mittelgroße und große Modelle sollen vollelektrisch oder mit Verbrennungsmotor erhältlich sein. Der Sprinter bleibt laut Hersteller in unterschiedlichen Längen, Radständen und Gewichtsklassen verfügbar. Branchenspezifische Auf- und Umbauten sollen damit weiterhin möglich sein.
Mit dem elektrischen VLE zeigt der Automobilhersteller ein Serienmodell im professionellen Shuttle-Einsatz. Das Fahrzeug bietet Platz für bis zu acht Personen. Mercedes-Benz nennt eine Reichweite von mehr als 700 Kilometern und setzt auf 800-Volt-Technik. Optional ist eine Hinterachslenkung verfügbar. Seit September kann der VLE zudem mit 4MATIC-Allradantrieb bestellt werden.
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Eine zentrale Rolle übernimmt das Mercedes-Benz Operating System MB.OS. Die Plattform soll Over-the-Air-Updates für die Fahrzeugsoftware ermöglichen. Externe Anwendungen etwa für Flottensteuerung und Navigation lassen sich künftig in das MBUX-System integrieren. Die Transportersparte will damit Fahrzeuge enger mit betrieblichen Prozessen verknüpfen.
Parallel erweitert der Stuttgarter Konzern sein Angebot unter Mercedes-Benz PRO. Das Ökosystem verbindet Fahrzeuge, digitale Dienste, Finanzierung, Ladeangebote und Serviceleistungen. Dazu gehören der Van Uptime Monitor zur Zustandsüberwachung und der Fleet Pilot für das Flottenmanagement. Ergänzend bietet das Unternehmen Werkstatt-, Pannen- und mobile Reparaturservices an. Bis zu 80 Prozent der planbaren Wartungs- und Reparaturarbeiten könnten nach Unternehmensangaben direkt beim Kunden erfolgen.
Bosch will Geschäft mit schweren Nutzfahrzeugen verdoppeln
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Bosch will sein Geschäft mit Technik für schwere Nutzfahrzeuge in den kommenden Jahren deutlich ausbauen, wie der Zulieferer im Rahmen der IAA ankündigt. Bis 2035 soll sich der Umsatz in diesem Bereich nach Unternehmensangaben verdoppeln. Derzeit erzielt der Konzern damit mehr als vier Milliarden Euro. Wachstum erwartet der Zulieferer vor allem durch alternative Antriebe, Fahrerassistenzsysteme und die Digitalisierung. Bis Mitte der 2030er Jahre rechnet Bosch mit rund vier Millionen produzierten schweren Lastwagen weltweit.
Einen Schwerpunkt der Wachstumsstrategie bilden elektrische Antriebe. Nach Unternehmensangaben ist 2026 jeder dritte neu zugelassene batterieelektrische Lkw in Europa mit einem Elektromotor und einem Inverter von Bosch ausgestattet. Zudem hat Daimler Truck einen weiteren Serienauftrag für elektrische Antriebskomponenten erteilt. Die Bauteile sollen in Europa gefertigt werden. Der Mobilitätszulieferer geht davon aus, dass alternative Antriebe bei schweren Lastwagen in den kommenden Jahren deutlich an Bedeutung gewinnen werden. Bosch sieht weiteres Wachstumspotenzial bei Fahrerassistenzsystemen. Für 2027 plant der Zulieferer neue Kamera- und Radarsensoren, die mithilfe leistungsfähiger Rechentechnik und KI Personen und Fahrzeuge genauer erkennen sollen. Langfristig sollen diese Systeme auch automatisiertes Fahren auf Level 4 ermöglichen. Bosch erhofft sich davon unter anderem Entlastung angesichts des Fahrermangels in der Logistik.
Parallel zum Wandel bei den Antrieben verändert sich die elektronische Architektur von Lastwagen. Funktionen, die bislang auf verschiedene Steuergeräte verteilt waren, sollen zunehmend auf zentralen Fahrzeugrechnern gebündelt werden. Gleichzeitig werden Hardware und Software stärker voneinander getrennt. Bosch und die Tochtergesellschaft ETAS entwickeln dafür zentrale Elektronikarchitekturen, skalierbare Fahrzeugcomputer und Softwareplattformen. Neue Funktionen könnten dadurch während der gesamten Fahrzeuglebensdauer über drahtlose Updates bereitgestellt werden. Der Technologiekonzern verspricht sich davon auch niedrigere Gesamtbetriebskosten für Flottenbetreiber. Softwarebasierte Funktionen sollen Abläufe vereinfachen und die technische Komplexität reduzieren.
MAN bringt Elektro-Lkw auf bis zu 720 Kilometer Reichweite
Mit dem eTGX zeigt MAN in Hannover die nächste Generation seines schweren Elektro-Lkw für den Fernverkehr. Das Modell ist die batterieelektrische Variante der TGX-Baureihe, die bei MAN vor allem für schwere Sattelzüge und lange Transportstrecken eingesetzt wird. Für die Neuauflage hat der Hersteller unter anderem Aerodynamik, Rekuperation und Batterietechnik überarbeitet. Die neue Batteriegeneration stelle bis zu zehn Prozent mehr nutzbare Energie bereit, gleichzeitig soll die Effizienz um rund drei Prozent steigen. Als 4x2-Sattelzugmaschine mit zwei Achsen erreicht der eTGX damit laut MAN bis zu 660 Kilometer Reichweite. Neu ist eine 6x2-Variante mit drei Achsen und einem zusätzlichen siebten Batteriepaket, die bis zu 720 Kilometer schaffen soll.
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Auch bei der Nutzlast will MAN den Abstand zum Diesel gering halten. Die 4x2-Sattelzugmaschine kommt nach Herstellerangaben auf ein Leergewicht von 10,7 Tonnen und kann mit einem Standardauflieger bis zu 25 Tonnen Nutzlast bewegen. Damit soll sie ein mit konventionellen Diesel-Sattelzügen vergleichbares Niveau erreichen. Neben mehr Reichweite erhält der neue eTGX auch ein überarbeitetes Design, das dem Fahrer eine bessere direkte Sicht ermöglichen und damit insbesondere im Stadtverkehr die Sicherheit erhöhen soll.
MAN gewinnt Lean Production Award in der Kategorie „Digital Use Case"
Das MAN Trucks Werk Krakau gehört 2026 zu den Gewinnern der Automotive Lean Production Awards, die Automobil Produktion gemeinsam mit Agamus Consult vergibt. Ausgezeichnet wurde der Standort in der Kategorie „Digital Use Case“ für eine KI-Lösung, die die Parametrisierung neuer Bauteile automatisiert. Statt zeitaufwendiger manueller Arbeit kombiniert das System Machine Learning mit spezifischem Regelwissen. Die Parametrisierungszeit konnte MAN damit nach eigenen Angaben um 40 Prozent reduzieren.
Verliehen werden die Automotive Lean Production Awards am 24. und 25. November 2026 im Porsche-Werk Leipzig. Beim begleitenden Kongress stellen die ausgezeichneten Werke ihre Projekte und Transformationsansätze vor. Die Initiative zeichnet seit 2006 besonders erfolgreiche Lean- und Digitalisierungsprojekte in der Automobilindustrie aus. Knapp 1.400 Werke aus 19 Ländern haben bislang an der zugrunde liegenden Studie teilgenommen.
Der eTGX bildet das obere Ende der inzwischen vier Baureihen umfassenden Elektro-Lkw-Familie von MAN. Mit eTGL, eTGM, eTGS und eTGX reicht das Angebot von 12 bis 50 Tonnen und deckt Einsatzfelder von der urbanen Verteilerlogistik über kommunale Anwendungen und Baustellenverkehr bis zum schweren Ferntransport ab. Seit Ende Juli produziert MAN zudem erste eTGX und eTGS mit dem Megawatt Charging System, kurz MCS. Der neue Schnellladestandard soll es ermöglichen, die Batterien innerhalb von rund 30 Minuten von 20 auf 80 Prozent zu laden und damit während einer regulären Lenkzeitpause.
Ergänzend zeigt MAN in Hannover Lösungen für Ladeinfrastruktur, Smart Charging und Energiemanagement. Mit dem Strategiereport „Beyond Diesel“ argumentiert der Hersteller zudem, dass Elektro-Lkw insbesondere beim intelligenten Laden im Depot wirtschaftliche Vorteile entwickeln können. MAN nennt bei der Kombination aus Smart Charging, Photovoltaik und Speichern mögliche Gesamtkostenvorteile von bis zu 13 Prozent gegenüber Diesel-Lkw über einen Zeitraum von fünf Jahren.
Toyota baut Wasserstoff-Allianzen für schwere Lkw aus
Während MAN die Batterie für den Fernverkehr weiterentwickelt, setzt Toyota im schweren Nutzfahrzeug zusätzlich auf die Brennstoffzelle. Die dritte Generation des Toyota-Systems wurde gezielt für gewerbliche Anwendungen entwickelt und soll gegenüber dem Vorgänger die doppelte Leistung und Lebensdauer sowie eine um 20 Prozent verbesserte Kraftstoffeffizienz bieten. Gemeinsam mit Scania sollen zunächst 40 Schwerlastfahrzeuge mit dem kompakten 300-kW-System ausgestattet werden.
Toyota präsentiert auf der IAA Transportation sein Wasserstoff-Ökosystem für den Nutzfahrzeugbereich.Toyota
Die ersten Lkw sollen im ersten Quartal 2027 in Betrieb gehen. Auch Iveco greift auf die Technik zurück. Der künftige S-eWay Fuel Cell soll mit Toyota-Brennstoffzellensystemen von insgesamt 300 kW mehr als 900 Kilometer Reichweite und eine Lebensdauer von mehr als 25.000 Betriebsstunden erreichen. Darüber hinaus baut Toyota seine industrielle Basis für Wasserstoff aus: Der Konzern hat mit Daimler Truck und der Volvo Group eine verbindliche Vereinbarung über den Einstieg beim Brennstoffzellen-Joint-Venture cellcentric geschlossen. Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen soll künftig jeder der drei Gesellschafter ein Drittel der Anteile halten.
ElringKlinger setzt auf Thermomanagement und Leichtbau
Dass sich die Branche nicht ausschließlich auf einen Antriebspfad festlegt, zeigt auch ElringKlinger. Der Zulieferer präsentiert Technologien sowohl für batterieelektrische als auch für brennstoffzellenbasierte Nutzfahrzeuge. Zu sehen sind unter anderem Lösungen für Hochvoltbatterien, Thermomanagement und elektrische Antriebe. Nach Unternehmensangaben sollen die Komponenten dazu beitragen, Effizienz, Reichweite und Lebensdauer moderner Nutzfahrzeuge zu erhöhen. Im Bereich der Batterietechnik stellt der Konzern unter anderem Zellkontaktiersysteme, Batteriemodule, Kühllösungen und Komponenten zum Schutz vor thermischer Ausbreitung vor.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Leichtbau. Zu den Exponaten gehören ein Unterbodenschutz für Batteriesysteme und ein Cockpitquerträger in Hybridbauweise. Durch ein geringeres Gewicht sollen die Lösungen unter anderem Reichweite und Nutzlast verbessern. ElringKlinger entwickelt zudem kundenspezifische Systeme und begleitet Projekte nach eigenen Angaben von der Konzeptphase über Simulation und Validierung bis zur Serienproduktion.
Neben Batterie, Brennstoffzelle und Thermomanagement wächst mit der Elektrifizierung auch die Bedeutung des Bordnetzes. Forvia Hella zeigt in Hannover deshalb ein Energiemanagement-Portfolio, das vom intelligenten Batteriesensor über Hochvolt-DC/DC-Wandler bis zu neuen Lösungen für die Stromverteilung und integrierte Leistungselektronik reicht. Im Mittelpunkt stehen das Intelligent Power Distribution Module, kurz iPDM, sowie das modulare Konzept EnergyCore.
Das iPDM arbeitet mit elektronischen Sicherungen und soll mögliche Störungen in der Stromversorgung frühzeitig erkennen und isolieren. Sicherheitskritische Funktionen wie Bremsen, Lenkung oder Fahrerassistenzsysteme können dadurch auch bei Fehlern in der Bordnetzelektronik weiter versorgt werden. EnergyCore bündelt wiederum verschiedene Komponenten der Leistungs- und Batterieelektronik in einem konfigurierbaren X-in-1-Ansatz. Damit reagiert der Zulieferer auf den Trend zu stärker integrierten und skalierbaren E/E-Architekturen, die mit elektrifizierten und softwaredefinierten Nutzfahrzeugen zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Volkswagen Nutzfahrzeuge stärkt B2B-Fokus
Von den schweren Lkw und ihren Komponenten führt die IAA auch in die Welt der Transporter und dort rückt neben dem Fahrzeug selbst zunehmend dessen Einsatzzeit in den Mittelpunkt. Volkswagen Nutzfahrzeuge richtet seinen Auftritt deshalb noch stärker auf gewerbliche Kunden aus. Die Marke will sich nach eigenen Angaben konsequenter als B2B-Anbieter positionieren und neben Fahrzeugen verstärkt digitale Dienstleistungen in den Mittelpunkt rücken. Ziel sei es, Unternehmen bei der Nutzung ihrer Flotten umfassender zu unterstützen und dabei insbesondere Fahrzeugverfügbarkeit, Produktivität und betriebliche Effizienz zu verbessern.
Eine zentrale Rolle spielt dabei das neue digitale Ökosystem Connect Pro. Die Plattform soll intelligentes Fahrzeugmonitoring, vorausschauende Wartung und vernetzte Services in einer gemeinsamen Lösung bündeln. Auf diese Weise will der Nutzfahrzeughersteller ungeplante Stillstände reduzieren und Wartungsbedarfe frühzeitig erkennen. Gerade für gewerbliche Flotten könne eine höhere Verfügbarkeit der Fahrzeuge einen direkten Einfluss auf den laufenden Betrieb und die Wirtschaftlichkeit haben.
VWN will sich damit stärker über den reinen Verkauf von Fahrzeugen hinaus positionieren. Digitale Dienste sollen künftig einen größeren Beitrag dazu leisten, Abläufe zu vereinfachen und Flotten effizienter zu steuern. Der Hersteller stellt den Nutzen für gewerbliche Kunden dabei unter das Leitmotiv „Your Uptime Matters“ und rückt die möglichst hohe Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge in den Mittelpunkt seines künftigen Angebots.
Ford Pro bringt den Transit City
Einen ähnlichen Ansatz verfolgt Ford Pro. Mit neuen Dealer Uptime Services sollen auch kleinere und mittlere Betriebe stärker von vernetzten Fahrzeugdaten profitieren. Händler können den Zustand angebundener Fahrzeuge überwachen, Kunden frühzeitig auf Wartungs- oder Reparaturbedarf hinweisen und benötigte Teile bereits vor einem Werkstatttermin bereitstellen. Nach Angaben von Ford konnten Pilotprojekte die Reparaturzeit um bis zu 50 Prozent reduzieren; bis zu 80 Prozent der Reparaturfälle sollen sich proaktiv erkennen lassen.
Ford zeigt auf der IAA Transportation den neuen Transit City als vollelektrischen Transporter für den urbanen Gewerbeeinsatz.Ford
Auf der Fahrzeugseite steht der neue vollelektrische Transit City im Mittelpunkt. Der für urbane Gewerbeeinsätze entwickelte Transporter kombiniert einen 110 kW starken Elektromotor mit einer 56-kWh-LFP-Batterie. Ford nennt eine Reichweite von bis zu 254 Kilometern, im Stadtzyklus sollen bis zu 381 Kilometer möglich sein. Je nach Ausführung bietet der Transit City bis zu acht Kubikmeter Ladevolumen und 1.275 Kilogramm Nutzlast. Neben zwei Kastenwagenvarianten bietet Ford erstmals in diesem Segment auch ein Fahrgestell mit Einzelkabine als Basis für individuelle Aufbauten an. Damit verbindet Ford die Elektrifizierung des Fahrzeugs mit dem Anspruch, dessen produktive Einsatzzeit über digitale Services möglichst hoch zu halten.
Nissan zeigt flexible Lösungen für den Lieferverkehr
Während Volkswagen Nutzfahrzeuge und Ford vor allem Flottensteuerung und Fahrzeugverfügbarkeit betonen, zeigt Nissan, wie weit sich Elektrotransporter inzwischen an einzelne Einsatzzwecke anpassen lassen. In Hannover stehen verschiedene Auf- und Umbauten auf Basis des Interstar und insbesondere des vollelektrischen Interstar-e im Mittelpunkt. Ein gemeinsam mit Kunath Fahrzeugbau entwickeltes Wechselbrückensystem soll beispielsweise ermöglichen, unterschiedliche Aufbauten mit nur einem Basisfahrzeug zu nutzen. Während ein Aufbau unabhängig be- oder entladen wird, kann das Fahrzeug bereits mit einem anderen Aufbau zum nächsten Auftrag fahren.
Weitere Lösungen richten sich gezielt an einzelne Branchen. Nissan zeigt unter anderem einen Interstar-e für Kurier-, Express- und Paketdienste sowie den gemeinsam mit Evels Fahrzeugbau entwickelten BÄKOeLiner für Bäckereibetriebe. Hinzu kommen Plattform-Fahrgestelle für individuelle Aufbauten. Beim Interstar-e stehen 40- und 87-kWh-Batterien zur Wahl, je nach Ausführung sind Nutzlasten von bis zu 1.596 Kilogramm möglich. Der Messeauftritt zeigt damit exemplarisch, wie sich der Wettbewerb bei Elektrotransportern vom reinen Antrieb zunehmend auf komplette, branchenspezifische Arbeitslösungen verlagert.