Prozesssteuerung

Aumovio rollt digitales Produktionsmanagement weltweit aus

Aumovio standardisiert mit dem selbst entwickelten Virtual Line Information Board das Abweichungsmanagement in der Fertigung. Mehr als 1.300 Linien nutzen die Software, die Transparenz steigern, den Arbeitsaufwand senken und künftig KI-Funktionen einbinden soll, bereits.

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Mitarbeitende von Aumovio im Frankfurter Werk vor einem Bildschirm mit dem Virtual Line Information Board zur digitalen Steuerung von Produktionsprozessen.
Im Frankfurter Werk nutzt Aumovio das Virtual Line Information Board bereits seit 2025. Die digitale Lösung erfasst Produktionsabweichungen und unterstützt Mitarbeitende bei deren strukturierter Bearbeitung.

Aumovio weitet den Einsatz seines „Virtual Line Information Board“ (kurz VLIB) auf die weltweite Fertigung aus. Die intern entwickelte Software soll Produktionsabweichungen einheitlich erfassen und deren Bearbeitung vereinfachen. Nach Angaben des Unternehmens wird das VLIB inzwischen auf mehr als 1.300 Fertigungslinien eingesetzt. Mit der Anwendung digitalisiert der Anbieter von Mobilitätstechnologien einen Prozess, der bislang vielfach über physische Informationstafeln oder lokale Softwarelösungen abgewickelt wurde.

Produktionsdaten und Abweichungen sollen dadurch nach einheitlichen Kriterien dokumentiert, ausgewertet und standortübergreifend verfügbar gemacht werden. Dazu zählen unter anderem Qualitätsprobleme, ungeplante Anlagenstillstände und Leistungsverluste. Mitarbeitende können Auffälligkeiten erfassen, priorisieren und die daraus abgeleiteten Maßnahmen nachverfolgen. Die einheitliche Datenbasis soll zugleich die Transparenz über das Produktionsgeschehen erhöhen. Werke können dadurch schneller auf Abweichungen reagieren und deren Ursachen systematischer untersuchen. Für Aumovio ist die Software nach eigenen Angaben ein Baustein der Qualitätssicherung und der weiteren Standardisierung seiner Fertigungsprozesse.

Rollout auf mehr als 1.300 Fertigungslinien

Der Einsatz des Systems wurde innerhalb kurzer Zeit deutlich ausgeweitet. Nach Angaben des Technologieunternehmens arbeiteten 2025 rund 200 Produktionslinien mit dem VLIB. Inzwischen seien es mehr als 1.300 Linien. Im Frankfurter Werk befindet sich die Lösung seit 2025 im Einsatz. Mit der wachsenden Verbreitung soll zugleich der Aufwand für das bislang teilweise manuell organisierte Abweichungsmanagement sinken. Im Vergleich zu einem manuellen Information Board reduziere sich die Arbeitslast für Linienverantwortliche im Durchschnitt um 20 bis 30 Prozent, teilte Aumovio mit. Der mögliche Effizienzgewinn ergibt sich vor allem daraus, dass Produktionszahlen digital aufbereitet werden und Informationen nicht mehrfach oder in unterschiedlichen lokalen Systemen gepflegt werden müssen. Zugleich schafft die zentrale Struktur eine gemeinsame Grundlage für die Bewertung und Bearbeitung von Abweichungen.

KI soll zusätzliche Analysen ermöglichen

Aumovio plant, die Plattform weiterzuentwickeln und ihren Nutzerkreis auszubauen. Das Unternehmen prüft nach eigenen Angaben zusätzliche Analyse- und Automatisierungsfunktionen. Auch Künstliche Intelligenz könnte künftig eine größere Rolle spielen. KI-basierte Verfahren sollen unter anderem dabei helfen, wiederkehrende Muster und Verbesserungspotenziale über mehrere Standorte hinweg zu erkennen. Konkrete Funktionen oder ein Zeitplan für deren Einführung wurden bislang nicht genannt.

Mit dem VLIB verlagert Aumovio damit einen bislang teilweise lokal und manuell organisierten Prozess auf eine gemeinsame digitale Plattform. Der großflächige Rollout schaffe zugleich die technische Grundlage, Produktionsdaten standortübergreifend auszuwerten und das Abweichungsmanagement stärker zu standardisieren.