Die EQA-Produktion von Mercedes in Rastatt.

In Rastatt, Bremen und Sindelfingen muss Daimler erneut Kurzarbeit anmelden. Bild: Daimler

29.07.2021: Ford geht von einer besseren Versorgungslage aus

Ford hat im zweiten Quartal trotz Chip-Mangel umgerechnet 474 Millionen Euro verdient und die Jahresprognose für den Betriebsgewinn um 3,5 Milliarden auf neun bis zehn Milliarden US-Dollar angehoben. Der Autobauer geht dank einer verbesserten Versorgung mit Bauteilen davon aus, in der zweiten Jahreshälfte 30 Prozent mehr Autos zu fertigen als in den ersten beiden Quartalen.

29.07.2021: Porsche-Finanzvorstand mahnt zur Vorsicht

Porsche meldet für das erste Halbjahr, dank einem Absatzrekord von über 153.000 Fahrzeugen, eine Gewinnsteigerung um satte 127 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Trotz der guten Zwischenbilanz will das Unternehmen das Renditeziel erstmal nicht nach oben schrauben. „Bei allem Erfolg tun wir gut daran, mit beiden Füßen auf dem Boden zu bleiben“, teilte Finanzvorstand Lutz Meschke mit. Er begründete dies sowohl mit den Unsicherheiten durch die anhaltende Corona-Pandemie als auch mit der Halbleiterkrise, die zurzeit branchenweit zu teils erheblichen Verzögerungen bei der Produktion und Auslieferung von Autos führt.

29.07.2021: Tesla fährt trotz Chipkrise einen Rekordgewinn ein

Tesla hat erstmals mehr als eine Milliarde US-Dollar in einem Vierteljahr verdient. Dabei trug der Handel mit Abgaszertifikaten, der traditionell die Bilanz aufbessert, weniger zum Gewinn bei als sonst. Der E-Autobauer lieferte mehr als doppelt so viele Autos als wie im Vorjahreszeitraum. Damit trotzt das Unternehmen weitgehend den Chip- und Rohstoff-Engpässen, auch wenn er zugleich vor einer schwierigen Versorgungslage warnt. Ob der positive Trend fortgesetzt wird, hänge laut Musk davon ab, wie gut Tesla die Halbleiter-Knappheit meistern kann. „Die Chiplieferungen sind der entscheidende Faktor für unsere Produktion.“ In den vergangenen Monaten gelang es etwa, fehlende Chips durch andere zu ersetzen und die Software anzupassen. Im vergangenen Quartal habe es zum Beispiel Engpässe bei Modulen zur Steuerung von Airbags und Sicherheitsgurten gegeben. Dies hatte die Produktion bereits gebremst.

29.07.2021: Britische Autobauer von Krisenzeit hart getroffen

Die Vorschriften zur Corona-Quarantäne und der weltweite Chip-Mangel sorgen für Tiefstwerte bei den britischen Autobauern. Die Produktion von rund 69.000 Autos im Juni bedeutete den schlechtesten Monatswert seit 1953, mit Ausnahme des Corona-Jahres 2020, wie der Branchenverband SMMT mitteilt. In den ersten sechs Monaten des Jahres rollten fast eine halbe Million Fahrzeuge weniger vom Band. Die Branche beziffert den Verlust auf umgerechnet zehn Milliarden Euro.

29.07.2021: Chipnachfrage treibt Wafer-Hersteller Siltronic an

Die ungebrochen starke Nachfrage nach Chips lässt das Geschäft des Halbleiterwafer-Herstellers Siltronic brummen. Das Unternehmen, das vor der Übernahme durch den Konkurrenten Globalwafers aus Taiwan steht, steigerte den Umsatz im Vergleich zum ersten Quartal um fast acht Prozent auf gut 341 Millionen Euro. „Wir verzeichnen eine steigende Nachfrage in allen Endmärkten“, so Konzernchef Christoph von Plotho. Um die starke Nachfrage bedienen zu können, hat das Unternehmen den Bau einer weiteren Fabrik in Singapur angekündigt – Kostenpunkt: zwei Milliarden Euro. Zudem sollen die Kapazitäten am sächsischen Standort Freiberg ausgebaut werden.

29.07.2021: VW-Chef Diess hofft auf viertes Quartal

VW-Vorstandschef Herbert Diess prognostiziert mit Blick auf die aktuelle Versorgungskrise sowie lange Wartezeiten für Kunden eine Besserung Ende des Jahres: „Ich gehe davon aus, dass wir das im vierten Quartal aufholen können.“

28.07.2021: Daimler schickt Mitarbeiter erneut in Kurzarbeit

Angesichts der Halbleiterkrise hat Daimler erneut an drei deutschen Standorten die Produktion zumindest teils unterbrochen und Tausende Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Betroffen sind Beschäftigte der Mercedes-Werke in Sindelfingen, Rastatt und Bremen. Obendrein steht auch die Fertigung im ungarischen Kecskemét still – nach Daimler-Angaben sogar für insgesamt drei Wochen bis Mitte August. In Rastatt seien die Unterbrechungen aktuell bis Ende kommender Woche geplant, in Sindelfingen und Bremen zunächst bis Ende der laufenden Woche. Zahlen zu den betroffenen Beschäftigten nannte Daimler nicht, in Sindelfingen habe man die Produktion aber nur in Teilbereichen gestoppt. So wird in dem vor allem für besonders gewinnträchtige Modelle gebauten Montagewerk Factory 56 normal weitergearbeitet.

27.07.2021: Mercedes-Benz schützt seine neuen Fahrzeuge

Mercedes-Benz kann das Produktionsvolumen des vollelektrischen EQS noch nicht abschätzen. Die derzeitige Situation sei dafür zu "volatil", erklärt die für den Vertrieb zuständige Vorständig bei Mercedes-Benz Cars, Britta Seeger, im Zuge der Fahrvorstellung. „Wir versuchen unsere neuen Fahrzeuge wie den EQS während der aktuellen Halbleitersituation zu schützen“, so Seeger weiter.

26.07.2021: Volkswagen entgeht hohe sechsstellige Anzahl an Autos

Die Versorgungskrise bei Elektronik-Chips und weiteren wichtigen Halbleiter-Bauteilen kostet den Volkswagen-Konzern immer mehr an geplanter Produktion. Zwar schätzt der OEM die Folgen insgesamt als beherrschbar ein. Einkaufsvorstand Murat Aksel, der die Beschaffung mit einer eigenen Taskforce koordiniert, berichtet jedoch von zunächst weiter gestiegenen Ausfällen. So habe man im ersten Halbjahr eine hohe sechsstellige Anzahl von Fahrzeugen nicht produzieren können. Für das erste Quartal allein hatte Konzernchef Herbert Diess im Frühjahr noch eine Zahl von gut 100.000 gestrichenen Autos genannt, bei denen der komplette Deckungsbeitrag verloren gegangen sei.

26.07.2021: Halbleiterkrise wird sich laut Intel zuspitzen

Der Chip-Riese Intel rechnet damit, dass sich die globale Halbleiter-Knappheit in den kommenden Monaten noch zuspitzt und bis ins Jahr 2023 hinein andauern kann. „Während ich erwarte, dass die Talsohle bei den Engpässen in der zweiten Jahreshälfte durchschritten wird, wird es noch ein oder zwei Jahre dauern, bis die Industrie die Nachfrage vollständig erfüllen kann“, so Intel-Chef Pat Gelsinger. Das Unternehmen baut aktuell Produktionskapazitäten auf und will verstärkt zum Auftragsfertiger für andere Chip-Entwickler werden. Jüngsten Medienberichten über eine Übernahme des Auftragsfertigers Globalfoundries erteilte  dessen Chef, Thomas Caulfield, jedoch eine Absage.

26.07.2021: Hyundai sorgt sich um Unsicherheitsfaktoren

Hyundai verstärkte im zweiten Quartal den Aufwärtstrend. Der Umsatz nahm im Vergleich zum schwachen Vorjahreszeitrum um fast 39 Prozent auf umgerechnet 22,3 Milliarden Euro zu. Der weltweite Absatz kletterte um rund 46 Prozent auf über eine Millionen Autos. Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte erwartet der Autobauer allerdings eine abflachende Nachfrage. Das Geschäftsumfeld könne sich durch das Wiederaufflammen der Pandemie verschlechtern. Als weitere Unsicherheitsfaktoren nannte Hyundai die instabile Versorgung mit Halbleiter-Produkten, die Preisschwankungen bei Rohmaterialien und ungünstige Währungseinflüsse. Doch sei damit zu rechnen, dass sich die Situation um die „globale Chip-Knappheit“ schrittweise verbessern werde.

26.07.2021: VW hofft auf Besserung im Chinageschäft

Die schmerzhaften Einbußen wegen fehlender Elektronik-Chips dürften den Volkswagen-Konzern auch in China noch eine Weile beschäftigten. „Das wird in den kommenden Monaten sicher ein Thema bleiben“, so China-Chef Stephan Wöllenstein. Die Engpässe seien vorerst nicht ausgestanden, durch Zwischenlagern lasse sich kaum Zeit gewinnen. „Wir haben jetzt nicht mehr in dem Umfang wie im ersten Quartal die Chance, die benötigten Fahrzeuge noch aus unseren Festlagerbeständen abzupuffern“, erklärt er. In der Volksrepublik dürfte sich die Lage nach Einschätzung des Managers im Laufe der zweiten Jahreshälfte etwas entspannen. Auch Konzernchef Herbert Diess hatte angedeutet, man werde wohl noch ein wenig brauchen, um die Probleme weltweit in den Griff zu bekommen. „Die Auswirkungen der Halbleiter-Engpässe werden sich eher im zweiten Halbjahr bemerkbar machen“, so Diess.

23.07.2021: Audi passt Fertigung in Neckarsulm an

Aufgrund der anhaltend angespannten Versorgungssituation musste Audi die Fahrweise im Werk Neckarsulm anpassen. So wurden die Modelle A6 und A7 für eine Woche in nur einer Schicht produziert. Die Produktion des A4 und A5 musste vom 19. bis 21. Juli sogar vollständig ruhen. Auch der A8 ruhte für zwei Tage. Weitere Anpassungen der Fahrweise könnten aufgrund der weiterhin angespannten Situation nicht ausgeschlossen werden, teilte ein Sprecher auf Anfrage mit.

21.07.2021: Halbleitermangel verhindert Höhenflug von Volvo

Volvo hat bei den Nutzfahrzeugen auch im zweiten Quartal von der anhaltenden Markterholung profitiert, allerdings verhinderte der Mangel an Computerchips ein noch besseres Abschneiden. „Im zweiten Quartal 2021 war die Nachfrage nach den Produkten und Dienstleistungen der Volvo Gruppe weiterhin gut“, so Volvo-Vorstandschef Martin Lundstedt. Die weltweite Knappheit an Halbleitern sowie weiteren Materialien hätten jedoch zu erheblichen Produktionsausfällen geführt. Dies habe sich negativ auf das Volumen und die Kosten ausgewirkt.

21.07.2021: Paragon greift auf Sicherheitsbestände zurück

Paragon hat die starke Unternehmensentwicklung des zweiten Halbjahres 2020 fortgesetzt und seinen Umsatz im ersten Quartal 2021 gegenüber dem Vorjahr um 33 % auf gut 29 Millionen Euro gesteigert. Der Direktzulieferer der Automobilindustrie in den Segmenten Elektronik und Mechanik konnte die Halbleiterkrise aufgrund seiner Lagerhaltung bisher gut überstehen. „Um die Abrufe trotz der Knappheit bei den Chips uneingeschränkt bedienen zu können, haben wir frühzeitig Sicherheitsbestände aufgebaut. Wir sind damit auch für den weiteren Jahresverlauf sehr gut aufgestellt“, betont Matthias Schöllmann, Geschäftsführer Automotive bei Paragon.

21.07.2021: Daimler rechnet mit Pkw-Absatz auf Vorjahresniveau

Daimler erhöht seine Prognose für die bereinigte Umsatzrendite der Lastwagensparte auf sechs bis 8 Prozent. Bisher standen 6 bis 7 Prozent im Plan. Beim Autoabsatz geht das Unternehmen aufgrund der Halbleiterkrise allerdings nicht mehr von einer deutlichen Steigerung gegenüber dem Vorjahr aus, sondern von Verkäufen auf Vorjahresniveau.

21.07.2021: ASML erhöht Prognose trotz Produktionsrückstand

Der Chipindustrie-Ausrüster ASML hat nach einem weiteren starken Quartal die Prognose für 2021 erneut angehoben. Der Umsatz soll im laufenden Jahr jetzt um rund 35 Prozent und damit auf rund 19 Milliarden Euro steigen. Das Unternehmen profitiert mit seinen Anlagen zur Chipherstellung stark vom aktuellen Halbleitermangel. Da die Chiphersteller ihre Produktionskapazitäten deutlich ausbauen, kommt der niederländische Konzern mit den Bestellungen bei seinen EUV-Belichtungsmaschinen nicht hinterher: Der derzeitige Produktionsrückstand betreffe laut Heise Online ein Volumen von 17,5 Milliarden Euro. Die Maschinen machten zuletzt die Hälfte des Umsatzes aus.

19.07.2021: Autohersteller müssen sich auf längere Knappheit einstellen

Die Halbleiterknappheit wird sich nach Experteneinschätzung noch weit ins kommende Jahr hinziehen. Die Erholung in einzelnen Branchen werde unterschiedlich verlaufen, so Alan Priestley von der Analysefirma Gartner. Die Autohersteller etwa seien durch einen „perfekten Sturm“ mit einer Kombination aus technologischem Wandel und Corona-Effekten besonders hart getroffen worden. „Nachdem später im Jahr eine Markterholung einsetzte, wollten sie wieder mehr Chips kaufen – doch die Hersteller haben die Kapazitäten inzwischen zu anderen stark nachgefragten Produkten umgeschichtet.“ Ein Problem sei neben der geringeren Marktmacht, dass die OEMs sich bereits vor einigen Jahren auf bestimmte Halbleiterkonfigurationen festlegen musste, um heutige Modelle zu bedienen. „Der Spielraum zum Ausweichen auf Alternativen ist entsprechend schmal.“

19.07.2021: TSMC steigert Chip-Ausstoß für Autobranche um 30 Prozent

Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) hat in den vergangenen sechs Monaten rund 30 Prozent mehr Chip-Komponenten an die Autoindustrie ausgeliefert. Im letzten Quartal verzeichnete das Unternehmen eine um zwölf Prozent steigende Nachfrage bei automobilbezogenen Plattformen. Dies berichtete die News-Seite ZDNet. Bis Ende des Jahres soll der Ausstoß sogar fast 60 Prozent höher sein als im Jahr 2020.

19.07.2021: Chipkrise könnte Gewinne des Restjahres schmälern

Obwohl die Autobranche derzeit mit dem Halbleiterengpass zu kämpfen hat, sind die Gewinne etwa von Volkswagen und Daimler überraschend hoch ausgefallen. Diese Entwicklung haben die deutschen Autobauer insbesondere den in der Coronakrise aufgelegten Sparmaßnahmen beim Personal zu verdanken, so Branchenexperte Stefan Reindl. Ob die Konzerne dieses Niveau auch im Rest des Jahres halten können, sei aber nicht automatisch ausgemacht, betont der Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft (IfA). Komme es auf dem Halbleitermarkt zu einer weiteren Verengung, werde dies einen deutlich negativeren Einfluss haben.

16.07.2021: Audi meldet Absatzrekord im ersten Halbjahr

Ungeachtet von Chipmangel und Pandemie hat Audi im ersten Halbjahr so viele Autos verkauft wie noch nie. Von Anfang Januar bis Ende Juni lieferte der OEM knapp 982.000 Autos aus. Laut dem Unternehmen sei dies der Bestwert für eine erste Jahreshälfte und im Jahresvergleich ein Zuwachs von knapp 39 Prozent.

16.07.2021 Volkswagen bekommt Chipmangel in China zu spüren

Das Corona-Tief scheint beim Volkswagen überwunden: Die Konzern-Marken lieferten im ersten Halbjahr 2021 weltweit knapp fünf Millionen Fahrzeuge aus. Dies entspricht einer Steigerung um rund 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Westeuropa (31 Prozent) und Nordamerika (45 Prozent) war der Zuwachs besonders stark, in China (16 Prozent) schwächelte der OEM jedoch. Während die Verkäufe im ersten Quartal noch um 61 Prozent zunahmen, wurden von April bis Juni zwölf Prozent weniger Autos ausgeliefert. Der Versorgung mit Halbleiter-Bauteilen bremste die Wolfsburger im Reich der Mitte spürbar aus. VW-China-Chef Stephan Wöllenstein spricht hinsichtlich dieser Lieferengpässe von einem „besonders herausfordernden Jahr“. Er rechnet jedoch damit, dass die Probleme bei Chip-Lieferungen im Laufe der zweiten Jahreshälfte weitestgehend überwunden werden. „Während sich die Chipknappheit in den letzten Monaten vorübergehend auf unsere Umsatzentwicklung ausgewirkt hat, erwarten wir keine langfristigen Auswirkungen“, so der Manager.

16.07.2021: Intel strebt Übernahme von Globalfoundries an

Intel den drittgrößten Auftragsfertiger der Welt, Globalfoundries, übernehmen. Dies berichtet das Wall Street Journal. Der Zukauf des Halbleiterherstellers hätte ein Volumen von 30 Milliarden US-Dollar und würde Intel mehrere Werke verschaffen. Der Konzern will sich mit den Intel Foundry Services (IFS) wieder verstärkt als Auftragsfertiger positionieren und baut seine Fab-Standorte im US-Bundesstaat Arizona für 20 Milliarden US-Dollar aus. Im US-Bundesstaat New Mexico soll eine neue Fab für 3,5 Milliarden US-Dollar entstehen, in Israel ist ein Werk für 10 Milliarden US-Dollar geplant. Bezüglich Europa kursierten jüngst Medienberichte, dass nicht nur der irische Standort Leixlip modernisiert, sondern die zusätzlich geplant Halbleiterfertigung auf mehrere Länder aufgeteilt werden könnte.

16.07.2021: Chipmangel belastet US-Autoproduktion

Die US-Industrie hat im Juni mehr produziert, obwohl die Autofertigung weiter unter dem erheblichen Mangel an Halbleitern leidet. Die Gesamtproduktion stieg gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent, wie die US-Notenbank Fed mitteilt. Die Warenherstellung im verarbeitenden Gewerbe sank jedoch von Mai auf Juni um 0,1 Prozent. Besonders belastete die Auto- und Autoteileproduktion, die wegen des Chipmangels um 6,6 Prozent nachgab.

15.07.2021: Daimler verdient trotz Chipmangel mehr als erwartet

Daimler hat trotz des Mangels an wichtigen Teilen mehr verdient als von Experten erwartet. Das bereinigte operative Ergebnis lag im abgelaufenen zweiten Quartal bei rund 5,4 Milliarden Euro. „Wir erzielen in allen Divisionen weiterhin eine starke finanzielle Performance, trotz der anhaltend geringen Verfügbarkeit von Halbleitern, die sich im zweiten Quartal belastend auf unsere Produktion und unseren Absatz ausgewirkt hat“, erläutert Vorstandschef Ola Källenius. Die Knappheit bei Elektronikchips hat die Gewinne der deutschen Autokonzerne bislang kaum belastet. Auch Volkswagen berichtete zuletzt von starken Gewinnen im Tagesgeschäft. Die Autobauer würden sich laut dpa damit behelfen, dass gewinnträchtigere Modelle bevorzugt mit den knappen Teilen bestückt werden.

15.07.2021: Halbleitermangel spielt TSMC in die Karten

Der taiwanische Chiphersteller TSMC profitiert vom weltweiten Halbleitermangel. Im Vergleich zum Vorjahresquartal konnte das Unternehmen seinen Überschuss mit umgerechnet 4,1 Milliarden Euro um elf Prozent steigern. Der Konzern blickt optimistisch auf den weiteren Jahresverlauf und rechnet mit zunehmenden Erlösen.

13.07.2021: Intel will Fabs über mehrere EU-Länder verteilen

Intel könnte seine geplanten Halbleiterwerke nicht nur in einem EU-Land errichten, sondern über mehrere verteilen. Dies berichtete die Financial Times. Laut Greg Slater, VP für Global Regulatory Affairs bei Intel, könnten etwa der Produktionsstandort und die Packaging-Fabrik voneinander getrennt sein. Auch Forschung und Entwicklung könnten gestreut werden. Initial seien zwei Fabs angedacht, die Investitionssumme belaufe sich auf 20 Milliarden US-Dollar für das erste Jahrzehnt. Insgesamt könnten bis zu 100 Milliarden US-Dollar in die EU fließen. Derzeit sucht das Unternehmen Standorte für bis zu acht europäische Fabs, bislang betreibt es einzig eine Fabrik im irischen Leixlip. Diese soll im kommenden Jahr ebenfalls umgerüstet werden. Kostenpunkt: sieben Milliarden US-Dollar.

13.07.2021: Analysten rechnen mit anhaltenden Engpässen

Die Halbleiterkrise ist mehreren Analysten zufolge längst nicht beendet. Elektrische Antriebe und Fahrerassistenzsysteme würden etwa laut Mark Li vom US-Analysehaus Bernstein Research für eine konstant hohe Nachfrage sorgen, sodass die knappen Verfügbarkeiten anhalten werden. Die Schaffung der notwendigen Kapazitäten würde Zeit erfordern, so der Analyst. Auch Alexander Zienkowicz von der NordLB weist abseits der optimistischen Marktlage auf die schlechte Angebotssituation hin: Eine spürbare Besserung sei frühestens für das erste Halbjahr 2022 zu erwarten.

13.07.2021: Auftragsfertiger sorgen für Engpässe bei Infineon

Beim Chiphersteller Infineon laufen derzeit die Geschäfte rund. Der boomende Halbleitermarkt und die fortgesetzte Erholung der Automobilmärkte treiben die Nachfrage nach oben. Lieferengpässe könnten die Entwicklung jedoch kurzfristig dämpfen. „In den meisten Anwendungsfeldern übersteigt der Bedarf das Angebot deutlich. Die Werke von Infineon laufen auf Hochtouren und wir investieren weiter in zusätzliche Kapazitäten“, unterstreicht Konzernchef Reinhard Ploss. Engpässe sehe Infineon in jenen Segmenten, in denen der Konzern Chips von Auftragsfertigern beziehe – insbesondere bei Mikrocontrollern für das Auto und IoT-Produkte, erläutert Ploss mit Blick auf den nach wie vor akuten weltweiten Halbleitermangel. Seines Erachtens könnte das Risiko eines Ungleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage sogar bis ins Jahr 2022 anhalten.

12.07.2021: Fünf Millionen Neuwagen weniger durch Chipmangel

Der Mangel an Halbleitern wird zu einem Produktionsausfall von rund fünf Millionen Fahrzeugen in diesem Jahr führen, so eine Studie des Duisburger Center Automotive Research von Ferdinand Dudenhöffer. Sein Institut habe bereits vollzogene und absehbare Produktionskürzungen ausgewertet, erläutert Dudenhöffer. Es zeige sich, dass die Lage im zweiten Halbjahr schlimmer werde: „Die Lieferzeiten werden länger, und Produktionsausfälle wird es auch 2022 noch geben.“ Sein Institut gehe davon aus, dass die Knappheit bei Halbleitern bis zum Beginn des Jahres 2023 Auswirkungen haben werde. Danach dürfte sich ein neuer Engpass bemerkbar machen – bei Batteriezellen für Elektroautos

09.07.2021: Daimler stoppt Produktion in Sindelfingen

Wegen der weltweiten Lieferengpässe bei Halbleitern hat der Daimler die Produktion im Werk Sindelfingen erneut ausgesetzt. Das gelte auch für die kommende Woche, teilte eine Unternehmenssprecherin mit. In Bremen, Rastatt und Kecskemét (Ungarn) laufe die Produktion aber weiter. Einige Beschäftigte gingen in Kurzarbeit. „Eine Prognose, wann sich der Engpass im Laufe des Jahres auflösen wird, ist derzeit nicht möglich“, erklärte die Sprecherin. „Die Situation ist weiterhin volatil. Wir fahren auf Sicht.“

07.07.2021: Texas Instruments kauft Halbleiterfabrik

Texas Instruments hat die 300-mm-Halbleiterfabrik von Micron Technology im US-amerikanischen Lehi erworben. Erste Umsätze für den Standort in Utah erwartet TI Anfang 2023. Neben der Erweiterung der Fertigungskapazitäten will das Unternehmen mit dem Kauf auf dem Automotive-Markt wachsen. „Diese Investition stärkt unseren Wettbewerbsvorteil in Fertigung sowie Technologie und ist Teil unserer langfristigen Kapazitätsplanung“, sagt Rich Templeton, Chairman, President und CEO von TI.

07.07.2021: Autobranche bremst deutsche Industrie

Die deutsche Industrie hat ihre Produktion im Mai zum zweiten Mal in Folge zurückgefahren. Gegenüber April sei die Gesamtherstellung um 0,3 Prozent gefallen, teilt das Statistische Bundesamt mit. Analysten hatten mit einem Zuwachs von im Schnitt 0,5 Prozent gerechnet. Das Bundeswirtschaftsministerium führt den Produktionsrückgang vor allem auf Versorgungsengpässe mit Halbleitern im Automobilbereich zurück. Der Ausblick für die Industriekonjunktur bleibe aber positiv, so das Ministerium. Etwas pessimistischer bewertete Konjunkturexperte Ralph Solveen von der Commerzbank die Aussichten: "Die Probleme in den Lieferketten dürften wohl noch einige Zeit anhalten, sodass die Industrie wohl auch in den kommenden Monaten nicht zur Erholung der deutschen Wirtschaft beitragen wird."

06.07.2021: ZVEI rät zu längerfristigen Abnahmeverträgen

Die Halbleiterkrise trifft die Industrie in Zeiten eines zunehmenden Bedarfs. Dies stellt der Chef des deutschen Elektronik-Branchenverbands ZVEI, Wolfgang Weber, heraus. Allerdings habe die Autoindustrie mittlerweile verstanden, dass sie fehlende Teile nicht einfach „herbeizaubern“ kann. Es gebe seines Erachtens einen Aufbruch in der Branche. „Man bemüht sich, so flexibel zu reagieren, wie es eben geht.“ Auch ZVEI-Halbleiter-Experte Ulrich Schäfer geht davon aus, dass sich die Versorgungslage im Autogeschäft wieder verbessert – auch wenn es eine Weile dauern könnte. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hingegen warnt: „Die Versorgung mit Halbleitern wird auch im zweiten Halbjahr angespannt bleiben.“ Nach den Panikreaktionen des extremen Einbruchs sei es laut Schäfer und Weber deshalb ein guter Beitrag, wieder längerfristige Abnahmeverträge mit Lieferanten zu schließen. Zudem sollte die Halbleiterindustrie noch mehr in Europa investieren, so Weber. „Eine Stärkung unserer technologischen Souveränität wäre auch vor dem Hintergrund der geopolitischen Entwicklung und im Wettbewerb mit China sinnvoll", betont der ZVEI-Chef. „Wir müssen sicherstellen, dass wir in den Lieferketten zumindest die wichtigsten Bausteine abdecken."

05.07.2021 Frankreichs Industrie produziert weniger

Die französische Industrie hat ihre Produktion im Mai aufgrund von Versorgungsengpässen etwas herunterfahren müssen. Gegenüber dem Vormonat sank die Gesamtherstellung um 0,3 Prozent, wie das Statistikamt Insee mitteilt. Analysten hatten im Schnitt einen Zuwachs um 0,8 Prozent erwartet. Besonders deutlich ging die Produktion im Automobilsektor zurück. Grund sei insbesonders die knappe Verfügbarkeit von Halbleitern.

02.07.2021: VW schiebt Sonderschichten bei Produktion des Golf 8

Wegen des Halbleitermangels fehlen VW in diesem Jahr bereits mehr als 100.000 Autos. Den Rückstand will der Volumenhersteller nach Informationen der Automobilwoche im Sommer zumindest zum Teil aufholen. In den Werksferien werde in der Golf-Produktion durchgearbeitet. „Das Volkswagen-Werk Wolfsburg hält die Produktion im Werksurlaub im Sommer 2021 aufrecht“, teilte der Autobauer dem Magazin mit.

30.06.2021: Japans Industrieproduktion sinkt stärker als erwartet

Halbleiterengpässe und Auflagen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie haben die japanische Industrie im Mai härter getroffen als befürchtet. Die Industrieproduktion sei im Vergleich zum Vormonat um 5,9 Prozent gefallen, teilte die Regierung  auf Basis vorläufiger Daten mit. Experten hatten im Schnitt lediglich mit einem Minus von 2,1 Prozent gerechnet. Größtes Problem des Sektors ist derzeit der Halbleitermangel, der vor allem die Produktion der Automobilhersteller hemmt.

29.06.2021: Lieferengpässe kosten Wirtschaft rund 25 Milliarden Euro

Die Engpässe und Verzögerungen in den globalen Lieferketten dürften die deutsche Volkswirtschaft nach Schätzung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) 2021 rund 25 Milliarden Euro kosten. Die Ökonomen gehen in ihrer Analyse davon aus, dass die "Belastungen erst im Verlauf des dritten Quartals leicht abnehmen und sich erst danach eine deutliche Besserung einstellt". Allein im zweiten Quartal dürfte die deutsche Wirtschaftsleistung demnach durch die Zuspitzung der Liefersituation um etwa ein Prozent gedrückt worden sein. Die Industrie, aber auch viele Handwerker beklagen seit Monaten, dass dringend benötigte Rohstoffe und Vorprodukte fehlen oder verzögert geliefert werden. Die Gründe sind vielschichtig: Zum einen lässt die anziehende Konjunktur der Schwergewichte USA und China viele Güter knapp und teuer werden. Zum anderen hat die Coronapandemie die globalen Lieferrouten in der Containerschifffahrt durcheinandergewirbelt, unpünktliche Schiffsankünfte sind seit langem an der Tagesordnung.

28.06.2021: Chipmangel bremst deutschen Automarkt aus

Der Mangel an Halbleitern bremst neben der Autoproduktion auch den Absatz von Neuwagen auf dem deutschen Markt. Industrie und Handel könnten ohne die Beschränkungen leicht 3,2 Millionen neue Autos verkaufen, schätzt Experte Ferdinand Dudenhöffer in der jüngsten Rabattstudie seines Duisburger Car-Instituts. Gründe seien der große Nachholbedarf aus dem Vorjahr und die trotz Corona gute Konsumstimmung. Wegen fehlender Chips würden aber nach seiner Einschätzung im laufenden Jahr nur rund drei Millionen Wagen in Deutschland verkauft. Das wären nur wenige mehr als im Corona-Krisenjahr 2020 mit 2,9 Millionen Einheiten. Neuwagen seien momentan deutlich weniger verfügbar als sonst, stellte Dudenhöffer fest. Das habe Auswirkungen auf die verschiedenen Wege der Verkaufsförderung, die „nahezu überflüssig" geworden sei. Während die Internet-Rabatte für die gängigsten Modelle sogar noch leicht zulegten, sank der Anteil der Eigenzulassungen erheblich. Nur noch 24 Prozent sämtlicher Neuwagen wurden auf die Hersteller selbst oder auf ihre Händler angemeldet. Das sei ein fast normaler Wert, den man für Vorführautos und Dienstwagen erwarten könne.

24.06.2021: VW-Werke in Emden und Wolfsburg leiden unter Chipmangel

VW muss erneut auf den Chipmangel reagieren: Ab Freitag stehen im Werk Emden für mehr als zwei Wochen die Bänder komplett still. Auch in Wolfsburg, wo bereits seit Montag Kurzarbeit gilt, fallen kommende Woche weiter Schichten aus. Dies berichtete die Automobilwoche.

23.06.2021: Volkswagen könnte 800.000 Autos verlieren

Im Laufe des ersten Quartals hatte Volkswagen bereits gut 100.000 eingeplante Fahrzeuge nicht fertigen können. Laut einem Bericht des Wirtschaftsportals Business Insider sollen nun interne Schätzungen kursieren, nach denen womöglich über 800.000 Einheiten weniger produziert werden. Die Lage rund um fehlende Halbleiterteile sei weiter "extrem volatil", so der OEM. Wie stark die Lieferkrise bis zum Jahresende durchschlägt, lasse sich nicht verlässlich voraussagen. Auf die "spekulative" Zahl wollte VW offiziell nicht näher eingehen - Prognosen zur Liefersituation könnten sich täglich ändern, in die eine wie die andere Richtung. Man sei insgesamt "positiv gestimmt", dass sich die Halbleiter-Knappheit demnächst etwas entschärfen lasse. "Wir gehen von einer Entspannung im zweiten Halbjahr aus, und der Volkswagen-Konzern wird alles daransetzen, die durch den Chip-Mangel nicht gebauten Fahrzeuge im Jahresverlauf aufzuholen."

22.06.2021: BMW ist im Produktionsrückstand

Wegen der Lieferprobleme von Elektronikchips hat BMW laut Angaben der dpa einen Produktionsrückstand von 30.000 Autos in diesem Jahr. Der Autohersteller plant, diesen Rückstand im zweiten Halbjahr aufzuholen.

22.06.2021: Globalfoundries steckt Milliarden in neue Chipfabrik

Der Chipfertiger Globalfoundries investiert mehr als vier Milliarden US-Dollar in eine neue Fertigungsanlage. Diese soll am bisherigen Firmenstandort Singapur die Kapazitäten um nahezu die Hälfte auf rund 1,5 Millionen Wafer mit 300 Millimeter Durchmesser erhöhen. Auch die Chipfabrik in Dresden soll ausgebaut werden.

21.06.2021: Intel wirbt für staatliche Hilfen

Intel hat sich erneut für staatliche Hilfen für die Halbleiterproduktion ausgesprochen. "Es sollte ein günstiges Umfeld geschaffen werden, das es den Chipherstellern ermöglicht, mit einer Fertigung in Europa wettbewerbsfähig zu sein“, sagte Deutschlandchefin Christin Eisenschmid. In Asien könne um 40 Prozent billiger als in Europa produziert werden. Der größte Teil davon komme aus Subventionen, was seit vielen Jahren zur Industriestrategie der Regierungen gehöre. „Eine ähnliche Förderpolitik ist auch maßgeblich, um in Europa mehr Halbleiter zu fertigen“, wird Eisenschmid zitiert. Der US-Konzern betreibt eine Chipfabrik in Irland, plant einen weiteren Standort in Europa und erwartet dafür eine Förderung in Milliardenhöhe. Hoffnungen auf eine Ansiedlung macht sich Bayern.

21.06.2021: Autoindustrie ist mit Negativspirale konfrontiert

Das Beratungsunternehmen AlixPartners hat seine Prognose zum Chip-Mangel bekräftigt: Weltweit werde der Engpass zu einem Produktionsausfall von bis zu vier Millionen Fahrzeugen führen. Die steigende Nachfrage könne aktuell nicht bedient werden, weshalb Bestellungen von Ende 2020 erst im September 2021 bedient werden. Mit einer Entspannung der Situation wird erst 2022 gerechnet. „Die Automobilindustrie sieht sich mit einer Negativspirale konfrontiert, die es zu durchbrechen gilt. Einzelereignisse wie die Havarie der Ever Given oder der Brand in der japanischen Chipfabrik im März haben das Problem jedoch nicht verursacht, sondern nur weiter verstärkt“, erklärt Marcus Kleinfeld, Managing Director bei AlixPartners.

16.06.2021: Chipmangel dämpft Ifo-Konjunkturprognose

Die globalen Lieferengpässe werden nach der Konjunkturprognose des Ifo-Instituts die wirtschaftliche Erholung in Deutschland bremsen. Die Münchner Ökonomen prognostizieren für dieses Jahr noch ein Wachstum von 3,3 Prozent. Das wären 0,4 Prozentpunkte weniger als noch im März erwartet. Kurzfristig dämpfend wirkt nach Einschätzung des Konjunkturforschers Timo Wollmershäuser unter anderem der Chipmangel in der Autoindustrie.

16.06.2021: Erneuter Arbeitsausfall im VW-Stammwerk

Die Halbleiterkrise führt im Volkswagen-Stammwerk Wolfsburg zu erneuten Arbeitsausfällen in der kommenden Woche. Wie die dpa aus Unternehmenskreisen erfuhr, kündigte VW für den 21. bis 25. Juni eine umfassende Kurzarbeit an. Betroffen ist demnach insbesondere ein Teil der Beschäftigten, die in der Fertigung – etwa in der Montage, beim Karosseriebau, in der Lackiererei oder bei der Wagenfertigstellung – arbeiten. Auch angrenzende Bereiche seien teilweise betroffen. Grund seien Versorgungsengpässe und damit verbundene unkontrollierbare Störungen der Lieferbeziehungen aus direkt oder indirekt von dem Coronavirus betroffenen Ländern und Regionen.

15.06.2021: Daimler schickt Mitarbeiter wieder in Kurzarbeit

Angesichts weltweiter Lieferengpässe bei Elektronik-Chips hat Daimler erneut Tausende Mitarbeiter an den Standorten Rastatt und Bremen in Kurzarbeit geschickt. Zahlen nannte der OEM nicht. Die Maßnahme sei zunächst bis zum Ende der Woche beantragt, erstrecke sich aber jeweils nicht auf die gesamten Standorte. In Bremen sei ein Großteil der Beschäftigten betroffen, in Rastatt gehe es um Teilbereiche. Schichtstreichungen gibt es nach Daimler-Angaben in dieser Woche darüber hinaus im ungarischen Kecskemét. Die Mitarbeiter dieser drei und weiterer Daimler-Standorte waren in den vergangenen Monaten immer von Kurzarbeit betroffen.

14.06.2021: VW-Einkaufsvorstand sieht Tiefpunkt der Krise erreicht

Obwohl Waferproduzenten wie TSMC ihre Produktion wieder stärker zugunsten der Autobranche ausrichten, bleibe die Lage weiterhin angespannt, erklärt VW-Einkaufsvorstand Murat Aksel im Interview mit dem Handelsblatt. „Im Moment sind wir am tiefsten Punkt in der Versorgungskrise angekommen. Wir stehen vor den härtesten sechs Wochen“, so Aksel. Im dritten Quartal sei jedoch eine Besserung absehbar, da das Renesas-Werk in Japan sowie die Werke im US-Bundesstaat Texas mittlerweile wieder produzieren können. Bis hingegen neue Produktionskapazitäten aufgebaut sind, werde es bis zu zwei Jahre dauern. Um derartige Engpässe künftig zu verhindern, werde der Volkswagen-Konzern einen direkten Draht zu den Waferherstellern aufbauen sowie für spezielle Chips auf eine zusätzliche Lagerhaltung setzen. „Für die große Massenware brauchen wir dagegen keine besonderen Vorräte“, betont Aksel im Interview.

11.06.2021: USA gehen auf Konfrontationskurs mit China

Der US-Senat hat einen Gesetzesentwurf verabschiedet, der unter anderem die Herstellung von Halbleitern fördern soll. Der Entwurf sieht Ausgaben in Höhe von 250 Milliarden US-Dollar vor und zielt darauf ab, Chinas Einfluss etwas entgegenzusetzen. Die Welt befinde sich im stärksten Wettbewerb seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, erklärte der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer. Nach Angaben des Weißen Hauses ist der Anteil der Produktionskapazitäten für Halbleiter in den USA von 37 Prozent vor 20 Jahren auf etwa zwölf Prozent der weltweiten Produktion gesunken. US-Firmen seien auf das Ausland angewiesen, insbesondere auf Länder in Asien, was ein Risiko in der Lieferkette darstelle.

07.06.2021: NXP und TSMC bringen neue Chips auf den Markt

NXP Semiconductors und TSMC starten mit der Serienproduktion von NXPs S32G2-Networking-Prozessoren und S32R294-Radarprozessoren. Die Automotive-Lösungen basieren auf der 16-nm-FinFET-Prozess-Technologie von TSMC. „Beide Prozessoren sind bereit für die Volumenfreigabe“, betont Kurt Sievers, Präsident und CEO bei NXP. „Wir haben eine lange Geschichte der Partnerschaft mit TSMC und schätzen ihre Unterstützung in dieser außergewöhnlichen Zeit der Engpässe.” Im zweiten Quartal sei die Serienproduktion aufgenommen worden, sodass die Chips aktuell verfügbar sind.

07.06.2021: Infineon-Chef kritisiert EU-Politik bei Mikrochips

Der Vorstandschef des Halbleiterherstellers Infineon, Reinhard Ploss, hat die Wettbewerbspolitik der EU kritisiert. Europa sei bei Chips von Importen aus Asien abhängig, müsse aber autonom werden und eine „fast schon verlorene Industrie" wiedergewinnen. Ohne diese Kompetenz würden nicht nur Autobauer und Industrie, sondern auch Umwelt- und Klimaschutz geschwächt. „Aber derzeit verteilen wir sehr, sehr viele Stoppschilder in Europa.“ Während China, Japan, Korea und die USA ihre Digitalindustrie fördern und Zusammenarbeit gestalten, werde in der EU gebremst, so Ploss. Den technischen Rückstand bei Mikrochips aufzuholen, sei eine sehr große Herausforderung. "Wer sich nur hinten reinstellt, der wird wahrscheinlich nicht der Sieger des nächsten Matches sein."

07.06.2021: TSMC plant neuen Mikrochip für Autobranche

TSMC startet früher als vorgesehen mit der Produktion neuer Mikrochips und kündigt im Zuge dessen auch ein weiteres Produkt für die Automobilbranche an. Laut einem Heise-Bericht ergänzt der taiwanesische Halbleiterhersteller seine 5-Nanometer-Serie mit einem neuen N5A-Prozess. Dieser sei für anspruchsvolle Anforderungen wie KI-unterstützte Fahrzeugsteuerung sowie die Digitalisierung von Armaturenbrettern bestimmt. Einzelheiten zur N5A-Fertigung nannte das Unternehmen nicht, dem Medienbericht zufolge solle sie aber im dritten Quartal 2021 starten.

03.06.2021: Jenoptik erhöht Produktionskapazitäten

Infolge der steigenden Nachfrage nach Optiken und Sensoren für die Halbleiterindustrie will Jenoptik die Produktionskapazitäten erweitern. Am Standort Dresden soll ein hochmodernes Fertigungsgebäude sowie ein neuer Bürokomplex entstehen. Das 24.000 Quadratmeter große Grundstück im Airportpark Dresden wurde bereits im vergangenen Monat erworben, der Baubeginn ist in der zweiten Jahreshälfte 2022 geplant. Anfang 2025 soll dann die Produktion starten.

03.06.2021: Elon Musk vergleicht Halbleiter mit Toilettenpapier

Die Halbleiterkrise belastet Tesla anscheinend stärker als vermutet. Nachdem der Autobauer die Produktion des Model 3 im Februar nur kurzzeitig unterbrechen musste, sprach Elon Musk laut Bloomberg nun von „verheerenden Folgen“. Gleichzeitig benannte er das Bestellverhaltenen anderer Firmen als Hauptproblem. „Unsere größte Herausforderung ist die Lieferkette – insbesondere bei Mikrocontrollern. So etwas habe ich noch nie erlebt. Die Angst vor der Knappheit veranlasst jedes Unternehmen zu Überbestellungen – wie bei der Toilettenpapierknappheit, aber in epischem Ausmaß“, schrieb Musk auf Twitter. Es handle sich im Sinne dessen aber um kein langfristiges Problem, führte er weiter aus.

01.06.2021: Halbleiterkrise belastet Japans Industrieproduktion

Japans Industrieproduktion ist im April nicht so stark gestiegen wie von Experten erwartet. Der Ausstoß der Industrieunternehmen hat im Vergleich zum Vormonat um 2,5 Prozent angezogen und fiel damit etwas höher aus als im März. Experten führen das Verfehlen der Erwartungen unter anderem auf den weltweiten Halbleitermangel zurück, der die Produktion in der Autobranche belastet hat.

31.05.2021: VW-Konzern erwägt eigene Chip-Entwicklung

Die Lieferschwierigkeiten bei Elektronik-Chips sind für viele Autohersteller noch längst nicht ausgestanden. Volkswagen bilde da keine Ausnahme, betont die neue Betriebsratschefin und Aufsichtsrätin des VW-Konzern Daniela Cavallo. „Mein Eindruck ist: Die Komplexität der Lieferketten-Situation ist bekannt, und alle wissen, wie sehr hier Ausnahmezustand herrscht etwa für Einkauf, Logistik und Produktionsplanung.“ Überlegungen für den Aufbau einer eigenen Chip-Entwicklung seien eine Art Lerneffekt aus der akuten Versorgungskrise. „Das Unternehmen wird sicher nicht in die Massenproduktion ganz gewöhnlicher Halbleiter einsteigen", schätzt Cavallo. „Aber bei spezielleren Hightech-Bauteilen, die im Wettbewerb differenzieren, ist ein stärkeres Engagement durchaus wahrscheinlich. Bisher haben wir im Konzern dazu kaum etwas.“

28.05.2021: Valens fusioniert und geht an die Börse

Valens Semiconductor und PTK Acquisition, eine Zweckgesellschaft für Firmenübernahmen, geben ihren Zusammenschluss bekannt. Das Fusions-Unternehmen wird fortan Valens heißen und an der New Yorker Börse notiert sein. Der israelische Halbleiter-Entwickler soll dann gut eine Milliarde US-Dollar wert sein. „Unsere Chipsätze befinden sich in Großserienproduktion bei mehreren Tier-1-Zulieferern im Automotive-Bereich und sind derzeit in Daimler-Fahrzeugen unterwegs. Der Automobilmarkt bietet eine immense Chance, die weiter wachsen wird, da OEMs neue Fahrzeuge mit weit mehr Sensoren und Displays als je zuvor auf den Markt bringen“, so Gideon Ben-Zvi, CEO von Valens. Der Abschluss der Transaktion wird für den Herbst 2021 erwartet. 

28.05.2021: GM fährt Produktion in fünf Werken hoch

General Motors fährt die Produktion in fünf bisher wegen Chipmangels geschlossenen Werken wieder hoch. Betroffen seien zwei Standorte in Mexiko, jeweils ein Betrieb in den USA und Kanada sowie ein weiterer in Südkorea, teilte das Unternehmen mit. Die Standorte in Kanada und Mexiko sind für den Hersteller besonders wichtig, da dort die SUV-Modelle GMC Terrain und Chevrolet Equinox vom Band laufen.

28.05.2021: Tesla bezieht Chips direkt vom Hersteller

Bislang blieb Tesla von den Chip-Engpässen vergleichsweise unberührt. Laut einem Bericht des Handelsblatts sei dies darauf zurückzuführen, dass der US-Autobauer die Zulieferer umgeht, indem er selbst entwickelte Chips direkt bei den Produzenten einkauft. Unter anderem beziehe das Unternehmen seine Leistungshalbleiter für die Stromversorgung unmittelbar von ST Microelectronics. Zudem greife Tesla auf vergleichsweise teure Komponenten zurück und plane, bei Halbleitereinkäufen in finanzielle Vorleistung zu gehen sowie eventuell eigene Halbleiterfabriken zu bauen.

27.05.2021: Deutschland und Frankreich befürworten Allianz

Deutschland und Frankreich wollen angesichts der Versorgungsengpässe bei Elektronikbauteilen eine geplante europäische Halbleiter-Allianz vorantreiben. Der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire bezeichnete Halbleiter als das "neue Erdöl", Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) verwies auf die weltweite Chip-Knappheit. Es solle darum gehen, Investitionen in Europa zu stärken und die Produktion auszuweiten. Konkret ist ein "Important Project of Common European Interest" (IPCEI) geplant – mit einer möglichen staatlichen Unterstützung in Milliardenhöhe.

27.05.2021: Bosch eröffnet Chipfabrik in Dresden

Im Frühjahr 2018 erfolgte der Spatenstich für die rund eine Milliarde Euro teure Chipfabrik in Dresden. Im Juli 2021 beginnt Bosch nun mit der Serienproduktion am neuen Standort. Auf einer Gesamtnutzungsfläche von 72.000 Quadratmetern sollen künftig überwiegend Halbleiter für Automobilelektronik gefertigt werden. Aktuell arbeiten im neuen Werk 250 Mitarbeiter, im Endausbau sollen es bis zu 700 sein.

26.05.2021: Audi reduziert Kurzarbeit im Juni

Nach rund einer Woche Kurzarbeit für 10.000 Audi-Beschäftigte in Ingolstadt und Neckarsulm fährt der Autobauer die Produktion im Juni wieder hoch. Auf der Linie 1 im Stammwerk Ingolstadt, auf der die Modelle A4 und A5 gebaut werden, ruhe die Produktion noch bis einschließlich 7. Juni, teilte Audi der Belegschaft mit. Auf dieser Linie arbeiten annähernd 2.000 Beschäftigte. Die Ingolstädter Linie 2, auf der die Modelle A3, A4 und A5 gebaut werden, steht aufgrund fehlender Halbleiter-Teile nur noch bis einschließlich 2. Juni still - ebenso wie die A4- und A5-Produktion im Werk Neckarsulm. Audi plane, danach wieder normal zu produzieren, sagte ein Sprecher. Die Lage könne sich allerdings kurzfristig ändern, so das Unternehmen weiter, da die Teileversorgung - insbesondere bei Halbleitern - kritisch bleibe.

25.05.2021: Audi schickt 10.000 Beschäftigte in Kurzarbeit

Audi muss erneut die Produktion in Ingolstadt sowie Neckarsulm einschränken und mehr als 10.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Voraussichtlich bis Ende Mai stehen im Stammwerk Ingolstadt bereits zwei Linien, auf denen die Limousinen A3, A4 und A5 produziert werden. In Neckarsulm werden diese Woche die Bänder für mehrere Modelle gestoppt. Wie es im Juni weitergehe, sei noch offen, sagte ein Unternehmenssprecher. Wegen Engpässen bei Halbleitern musste Audi bereits in den vergangenen Monaten Schichten streichen und Kurzarbeit fahren.

20.05.2021: VW unterbricht Produktion in US-Werk

Volkswagen pausiert die Produktion in seinem Werk im US-amerikanischen Chattanooga vom 7. bis 20. Juni. Dies berichtet unter anderem Automotive News Europe. Ursächlich sei der weltweite Mangel an Halbleitern, der auch in Deutschland zu Unterbrechungen geführt hat. In Chattanooga werden die speziell für Nordamerika entwickelten SUVs Atlas und Atlas Cross Sport sowie der US-Passat gefertigt. Der Autobauer will die zwei Wochen des Stillstands jedoch für die Verbesserung von Produktionsanlagen und Qualität sowie die Schulung der Beschäftigten nutzen. Diese sollen sich auf die Produktion des rein elektrischen ID.4 vorbereiten, dessen Produktionsstart für 2022 geplant ist.

20.05.2021: Cisco erwartet monatelange Chip-Knappheit

Der Netzwerk-Spezialist Cisco rechnet mit noch monatelangen Chip-Engpässen - und damit auch mit höheren Ausgaben für Bauteile. Cisco stelle sich auf eine Komponenten-Knappheit noch mindestens bis Jahresende ein, sagte Finanzchef Scott Herren nach Vorlage der aktuellen Quartalszahlen.

18.05.2021: Daimler holt Mitarbeiter aus Kurzarbeit

Daimler hat Tausende seiner Mitarbeiter in den Mercedes-Werken Rastatt und Sindelfingen wieder aus der Kurzarbeit geholt. In Rastatt seien lediglich noch Beschäftigte in einzelnen Teilbereichen weiter in der Kurzarbeit, die Autoproduktion sei davon aber nicht mehr betroffen, so eine Konzernsprecherin. In Bremen läuft nach Daimler-Angaben schon seit Mitte vergangener Woche alles wieder regulär. Genaue Angaben zum Umfang der Kurzarbeit in den vergangenen Wochen hatte der Autobauer nicht gemacht.

17.05.2021: USA und Südkorea investieren in Halbleiterfertigung

Vier US-Senatoren sollen laut Reuters vorgeschlagen haben, die lokale Halbleiterproduktion über die nächsten fünf Jahre mit 52 Milliarden US-Dollar zu subventionieren. Bereits im März 2021 hatte sich Präsident Joe Biden für Investition in dieser Höhe ausgesprochen, um sich gegenüber China behaupten zu können. Überdies gibt es Pläne, im texanischen Austin eine weitere Fabrik zu errichten. Das Gesamtvolumen soll 17 Milliarden US-Dollar umfassen. In Südkorea stockt zudem Samsung Foundry sein Investment in die Chipfertigung um weitere 34 Milliarden US-Dollar auf. Damit sollen bis 2030 insgesamt 151 Milliarden US-Dollar fließen. SK Hynix will seine Fab-Kapazitäten in Südkorea ebenso verdoppeln. Geplant sind Erweiterungen vorhandener Werke für 97 Milliarden US-Dollar sowie weitere 106 Milliarden US-Dollar in vier neue Halbleiterproduktionsstätten in Yongin.

14.05.2021: 3,9 Millionen Fahrzeuge können nicht produziert werden

Aufgrund des Chipmangels werden 2021 weltweit rund 3,9 Millionen Fahrzeuge weniger produziert, schätzt die Beratungsfirma Alix Partners. Das entspreche einem Wert nicht produzierter Fahrzeuge von rund 91 Milliarden Euro - fast doppelt so viel wie von der Unternehmensberatung noch Ende Januar geschätzt. Ein erheblicher Anteil der nicht produzierten Fahrzeuge werde sich auch in den Verkaufszahlen der Hersteller niederschlagen, sagte Alix-Partners-Manager Marcus Kleinfeld. Allerdings würden diese auch ihre Lagerbestände senken und damit den Effekt teilweise kompensieren.

07.05.2021: Daimler startet Kurzarbeit in Sindelfingen

Das Daimler-Werk Sindelfingen muss vorübergehend einen Produktionsstopp einlegen. Betroffen ist die Mercedes-Benz E-Klasse, wie Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten berichten. Die Produktion ruht demnach seit Montag, die Pause solle bis zum 14. Mai andauern. "In ausgewählten Teilbereichen passt das Werk Sindelfingen die Fahrweise in Kalenderwoche 18 und Kalenderwoche 19 an", wurde eine Sprecherin zitiert. Für die Beschäftigten in diesen Bereichen sei für diesen Zeitraum Kurzarbeit beantragt worden, ergänzte sie. Wie viele Mitarbeiter betroffen sind und wie viele Fahrzeuge nicht gebaut werden, gab der Konzern nicht bekannt. "Die Bänder bei der E-Klasse stehen bis zum 14. Mai still - zunächst einmal", wurde ein ungenannter Mitarbeiter in Sindelfingen zitiert.

05.05.2021: Stellantis meldet massiven Produktionsausfall

Der weltweite Mangel an Elektronikbauteilen macht Stellantis schwer zu schaffen. Von Januar bis Ende März konnten laut dem Opel-Mutterkonzern 190.000 Fahrzeuge nicht gebaut werden - rund elf Prozent der geplanten Produktion. Im Zeitraum von April bis Ende Juni werden Konsequenzen befürchtet, die noch weitgehender sind. Stellantis setzte im ersten Vierteljahr 34,3 Milliarden Euro um und verkaufte rund 1,48 Millionen Fahrzeuge. Bei einer bereinigten Berechnung, die FCA-Zahlen von Jahresbeginn an mit einbezieht, ergibt sich für das erste Vierteljahr im Vorjahresvergleich ein Umsatzplus von 14 Prozent auf 37 Milliarden Euro. Der Absatz stieg um elf Prozent auf 1,57 Millionen Fahrzeuge.

03.05.2021: Daimler verlängert Kurzarbeit in Rastatt und Bremen

Bei Daimler bleiben Tausende Mitarbeiter vorerst in Kurzarbeit. Für das Mercedes-Werk in Bremen sei eine Verlängerung der Kurzarbeit vorerst bis zum 11. Mai beantragt worden, teilte der Konzern mit. Noch ein bisschen länger bleiben viele Beschäftigte im Werk in Rastatt außen vor: Hier wurde die Kurzarbeit für Teilbereiche demnach bis Ende kommender Woche ausgedehnt. Wie viele Mitarbeiter jeweils genau betroffen sind, blieb unklar. Im Bremer Werk sind mehr als 12.000 Mitarbeiter beschäftigt, in Rastatt rund 6.500. In beiden Werken waren die Beschäftigten am 23. April in die Kurzarbeit geschickt worden. In Rastatt haben nach Daimler-Angaben einige Bereiche zwischenzeitlich die Arbeit wieder aufgenommen.

03.05.2021: Ford-Werk Köln muss Zwangspause einlegen

Wegen fehlender Chips müssen die Ford-Werke die Auto-Produktion in Köln in den nächsten Monaten fast komplett einstellen. Der Konzern habe für die Zeit vom 3. Mai bis zum 18. Juni sowie vom 30. Juni bis zum 9. Juli mit der Arbeitnehmervertretung Kurzarbeit in der Produktion vereinbart, berichtete am Montag ein Unternehmenssprecher. In dieser Zeit stünden die Bänder still. Betroffen seien rund 5.000 der 15.000 Mitarbeiter in Köln. Zuvor hatte die Bild-Zeitung über den Produktionsstopp berichtet. Lediglich an den Tagen vom 19. bis zum 29. Juni sollen in Köln die Fließbänder laufen. An den zweiten Produktionsstillstand bis Mitte Juli schließen sich dann die Werksferien an. Die Produktion starte wieder 16. August, hieß es. "Die Lage auf dem globalen Halbleiter-Markt bleibt angespannt und wird es allen Schätzungen zufolge auch in den nächsten Monaten bleiben, woraus sich Lieferengpässe ergeben", begründete ein Ford-Sprecher den Schritt. Deshalb müsse der Konzern die Produktion herunterfahren. Die ausgefallene Produktion wolle man bestmöglich aufholen.

30.04.2021: Volkwagen kämpft gegen Lieferengpässe an

Die von Volkswagen eingesetzte Taskforce rechnet hinsichtlich der Versorgungsengpässe bei Computerchips auch im zweiten Quartal mit einer kritischen Lage, die sich sogar noch verschärfen könnte. Eine Chance auf Verbesserung erhoffe sich der Konzern erst im zweiten Halbjahr. Dies berichtete die WirtschaftsWoche. „Wir kämpfen um jedes Fahrzeug“, zitiert das Wirtschaftsportal den Leiter der Taskforce. „Weitere Produktionsanpassungen sind nicht auszuschließen.“ Derzeit seien laut dem Bericht hunderte Teile aller Pkw- und Lkw-Marken des Konzerns von Lieferengpässen betroffen. Bei knapp der Hälfte der betroffenen Teile gebe es noch keine Lösungen, um der Problematik Herr zu werden. Volkswagen habe sich der WirtschaftsWoche zufolge sogar in die Chipbeschaffung seiner Zulieferer eingemischt und in den vergangenen Monaten rund 10.000 Anfragen an Chiphändler verschick. So konnten angeblich rund eine Million Chips organisiert und an die Zulieferer weitergegeben werden.

Halbleiterkrise: Interview mit Branchenexperten

Im Interview mit unserem Schwesterportal all-electronics.de geben die Halbleiter-Experten Guido Überreiter, Jens Drews (Globalfoundries) und Frank Bösenberg (Silicon Saxony, im Bild) Auskunft über die technologischen und strategischen Gründe für den aktuellen Chipmangel in der Autoindustrie. Die Antworten dürften nicht jedem gefallen.

 

Zentrale Themen sind unter anderem die Herausforderungen der Supply Chain bei hohen Auslastungen der Halbleiter-Produktion und die mit Schwankungen in der Nachfrage verbundenen Komplikationen. Gleichzeitig kritisieren die Experten, die Autobranche habe nicht genügend Lehren aus vergangenen Krisen gezogen und die eigenen Lieferketten nicht genügend diversifiziert.

 

Zum Interview

30.04.2021: Volkswagen erwägt Chipentwicklung

Volkswagen-Chef Herbert Diess hat in Aussicht gestellt, dass der Autobauer das Design von Chips für automatisiertes Fahren möglicherweise selbst in die Hand nehmen wird. Die Softwareorganisation Cariad müsse Fähigkeiten bei der Entwicklung von Prozessoren aufbauen, sagte Diess. "Apple, Tesla und andere haben mehr Definitionskompetenz bei Halbleitern. Um bei den hohen Anforderungen im Auto die optimale Leistung zu erzielen, müssen Software und Hardware aus einem Guss kommen." Ähnlich äußerte sich VW-Markenchef Ralf Brandstätter: "Es gibt auch Überlegungen im Konzern, das Halbleiter-Design als Kompetenz stärker zu beherrschen." Dies habe jedoch eher mit der Strategie in Richtung Digitalisierung zu tun. Direkte Einflussmöglichkeiten auf die Chiphersteller seien eher begrenzt. "Die Automobilindustrie ist an der Stelle kein großer Spieler, wir machen insgesamt als Kunde zwölf Prozent des weltweiten Halbleitermarkts aus", so der Markenchef. Davon würden wiederum rund zehn Prozent auf den Volkswagen-Konzern entfallen.

29.04.2021: Chipmangel betrifft nun auch BMW

Der Chipmangel lässt bei BMW die Bänder stillstehen. In Regensburg und im englischen Oxford wird die Produktion für zwei beziehungsweise drei Arbeitstage ausgesetzt, wie eine Unternehmenssprecherin bestätigte. In beiden Werken werden normalerweise jeweils rund 1.000 Autos am Tag gefertigt. Der Versorgungsengpass betrifft BMW jedoch nicht direkt, sondern führte zu fehlenden Teilelieferungen. In Regensburg, wo die Modelle 1er, 2er, X1 und X2 gefertigt werden, sollen die Bänder am Donnerstag und Freitag stillstehen. In Oxford, wo der Kleinwagen Mini gebaut wird, erfolgt die Pause am Freitag, Dienstag und Mittwoch. Derzeit geht der OEM davon aus, dass die Produktion nach der Pause weitergehen und aufgeholt werden kann.

29.04.2021: STMicro profitiert von hoher Nachfrage

Der Chiphersteller STMicroelectronics hat im ersten Quartal von der anhaltend hohen Nachfrage nach Halbleitern profitiert. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um über ein Drittel auf rund 3 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich zum starken Vorquartal musste STMicro allerdings Umsatzeinbußen hinnehmen. Während die Geschäfte mit Halbleitern für die Autoindustrie und Mikrocontrollern gut liefen, habe man im Bereich Consumer Electronics Abstriche machen müssen, sagte Konzernchef Jean-Marc Chery.

28.04.2021: Volkswagen verkündet Produktionspausen in Mexiko

Volkswagen de Mexico wird seine Produktion des Modells Jetta für zwei Wochen aussetzen. ABC News nannte diesbezüglich den Zeitraum vom 3. bis 19. Mai. Auch die Montage des SUVs Tiguan wird in Mexiko ruhen. Die elftägige Produktionspause sei laut den Medienberichten für den 6. Bis 16. Mai vorgesehen. Grund für die Unterbrechungen ist der weltweite Engpass bei Halbleitern.

28.04.2021: Chiphersteller machen gute Geschäfte

Der südkoreanische Speicherchiphersteller SK Hynix hat im ersten Quartal von der starken Nachfrage nach Halbleitern profitiert. Der Umsatz wuchs im Jahresvergleich um 18 Prozent auf rund 6,3 Milliarden Euro. Nun will das Management für das kommende Jahr geplante Investitionen in dieses Jahr vorziehen, um sich Chipfertigungsmaschinen zu sichern, die einen langen Bestellvorlauf haben. Während SK Hynix das Marktumfeld optimistisch einschätzt, rechnet der US-Chipkonzern Texas Instruments für das laufende Quartal  jedoch nicht mit einer weiter steigenden Nachfrage. Im abgelaufenen Quartal waren die Erlöse des Unternehmens im Vorjahresvergleich bereits um rund ein Drittel auf 4,3 Milliarden US-Dollar gestiegen.

27.04.2021: ABB warnt Kunden vor längeren Lieferzeiten

Im Zuge des Quartalsberichts stimmt ABB seine Kunden auf längere Lieferzeiten ein. Die zunehmenden Versorgungsengpässe bei Halbleitern hätten sich im ersten Quartal zwar noch nicht wesentlich auf die Ergebnisse ausgewirkt, geben jedoch Anlass zur Sorge, so ABB-Chef Björn Rosengren. Für das kommende Quartal ist der Automatisierungsspezialist demnach nur bedingt positiv gestimmt.

26.04.2021: Volkswagen Slovakia stoppt Teil der Produktion

Infolge der weltweiten Knappheit an Mikrochips muss auch der Volkswagen-Standort in der Slowakei seine Produktion einschränken. Ab diesen Donnerstag unterbricht das Werk Bratislava die Herstellung seiner SUV-Modelle bis zum 7. Mai. Die Kleinwagenproduktion laufe hingegen weiter, wie Firmensprecherin Lucia Kovarovic Makayova mitteilt. Der Standort Bratislava nimmt innerhalb des Konzerns eine Schlüsselposition ein, weil dort Autos von fünf Marken zugleich hergestellt werden und das Werk bei Bedarf in der Lage ist, auch die Produktion anderer internationaler Standorte zu übernehmen.

26.04.2021: Chip-Hersteller forcieren Ausbaupläne

Mehrere Chip-Hersteller forcieren laut Heise Online den Ausbau ihrer Produktionskapazitäten: Nanya Technology wird rund 8,8 Milliarden Euro für die Errichtung einer neuen Halbleiterfabrik im Norden Taiwans ausgeben. Der Bau soll in diesem Jahr beginnen und im übernächsten Jahr abgeschlossen werden. TSMC investiert weitere 2,4 Milliarden Euro in seine bestehenden Chip-Fabriken, GlobalFoundries kündigt über 1,1 Milliarden Euro für seine Standorte in Deutschland, Singapur und den USA an. Darüber hinaus erwägen die US-amerikanischen Chiphersteller Western Digital und Micron im NAND-Flash-Segment die Übernahme der japanischen Kioxia Holding. Sollte die Fusion gelingen, würde das Unternehmen auf Basis der Marktanteile zum Spitzenreiter der Flashspeicher-Branche werden.

26.04.2021: Seat-Chef befürchtet zunehmende Engpässe

Der Volkswagen-Konzern geht wegen der anhaltenden Flaute bei der Chip-Versorgung von noch größere Schwierigkeiten im laufenden Quartal aus. „Von Zulieferern und auch aus der Volkswagen-Gruppe selbst heraus wird uns gesagt, dass wir im zweiten Quartal vor erheblichen Herausforderungen stehen, wahrscheinlich noch herausfordernder als im ersten Quartal“, sagte Seat-Chef Wayne Griffiths der Financial Times. Im ersten Quartal wurden konzernweit rund 100.000 Autos weniger produziert. Dies sei im Jahresverlauf wohl nicht mehr wettzumachen. Bei der Produktion im Seat-Stammwerk im spanischen Martorell lebe man derzeit „von der Hand in den Mund“, sagte der Seat-Chef. Erst nach Belieferung von Elektronikbauteilen durch die Hersteller entscheide die VW-Tochter, welche Modelle gebaut würden. So drosselt auch Audi in der kommenden Woche die Produktion in Neckarsulm.

23.04.2021: Daimler plant womöglich weitere Kurzarbeit

Daimler hat wegen anhaltender Lieferengpässe elektronischer Bauteile angekündigt, in nächster Zeit möglicherweise mehr Mitarbeiter als bisher bekannt in die Kurzarbeit zu schicken. In den nächsten Wochen könne es wegen der Chipkrise "hier und dort" zu Produktionsstopps und Kurzarbeit kommen, erklärt Finanzvorstand Harald Wilhelm. Welche weiteren Standorte betroffen sein könnten, ließ er offen. Auch zu Zeiträumen nannte Wilhelm keine Details. Das hänge davon ab, wann wo welche Chipteile verfügbar seien. Er betonte jedoch, die Produktionsunterbrechungen könnten mehrere Produktklassen betreffen – womöglich auch die S-Klasse, die in Sindelfingen gebaut wird. Zwar versuche man, die Auswirkungen der Chipkrise weitgehend von der S-Klasse fernzuhalten, garantieren könne man das derzeit aber nicht.

23.04.2020: Intel rechnet mit jahrelangen Chip-Engpässen

Der Chip-Riese Intel sieht kein Ende der globalen Halbleiter-Engpässe. Die „beispiellose Nachfrage“ strapaziere die Lieferketten in der Branche, sagt der neue Intel-Chef Pat Gelsinger. Es fehle an Fertigungskapazitäten, Material für Leiterplatten sowie an Bauteilen. „Wir erwarten, dass die nötigen Investitionen aus der Branche gegen diese Knappheit ein paar Jahre in Anspruch nehmen.“ Gelsinger will den Konzern verstärkt auch als einen Auftragsfertiger etablieren.

22.04.2021 Peugeot 308 bekommt alten Tacho zurück

Stellantis will beim Peugeot 308 wegen fehlender elektronischer Bauteile wieder einen analogen Zeiger-Tachometer auf der Instrumententafel einbauen. Ein Unternehmenssprecher bestätigte entsprechende Medienberichte. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP sollte es in der laufenden Woche im Stellantis-Werk Rennes zudem zu einer Produktionseinschränkung kommen.

22.04.2021: JLR setzt Produktion an zwei Standorten aus

Jaguar Land Rover muss wegen Chip-Engpässen seine Produktion an zwei britischen Standorten zeitweise aussetzen. "Wie auch andere Autohersteller erleben wir derzeit wegen Covid-19 Unterbrechungen der Lieferketten", sagte eine JLR-Sprecherin gegenüber dem Guardian und bestätigte eine "begrenzte Phase der Nicht-Produktion". Dem Bericht zufolge soll die Produktion an den britischen Standorten Halewood und Castle Bromwich für mindestens eine Woche ausgesetzt werden, während sie in der Slowakei, Brasilien und China, aber auch im englischen Solihull weitergehen soll. "Wir arbeiten eng mit den betroffenen Zulieferern zusammen, um die Probleme zu lösen und den Effekt auf die Bestellungen von Kunden zu minimieren, soweit das möglich ist", hieß es von der Sprecherin.

22.04.2021: Chipindustrie-Ausrüster ASML verbessert Prognose

Während die Autohersteller unter der Halbleiterknappheit leiden, kommen auf die Chipindustrie goldene Zeiten zu. So ist etwa der Ausrüster ASML mittlerweile optimistischer für das laufende Jahr. Das Management erwartet 2021 ein Umsatzplus in Richtung von 30 Prozent. Bislang wurde ein Wachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich prognostiziert. Dementsprechend konnte ASML den Umsatz im ersten Quartal im Vergleich zum vierten Quartal auf 4,4 Milliarden Euro steigern, der Auftragseingang legte gar um knapp zwölf Prozent zu. "Wenn Sie die Zeitungen lesen, sind Chips überall knapp", äußert sich ASML-Chef Peter Wennink zur verbesserten Marktlage.

22.04.2021: Renault wird rund 100.000 Autos weniger fertigen

Auch Renault macht die Halbleiterkrise erheblich zu schaffen. Wegen fehlender Übersicht sei es zurzeit unmöglich, „eine verlässliche Vorhersage für die Produktion zu machen“, sagte die stellvertretende Generaldirektorin Clotilde Delbos bei der Vorstellung der Quartalszahlen. Der Konzern hatte noch im Februar mitgeteilt, dass er wegen der Lieferengpässe bei Halbleitern im laufenden Jahr voraussichtlich rund 100.000 Autos weniger bauen werde als geplant.

22.04.2021: Daimler schickt Tausende Mitarbeiter in Kurzarbeit

Angesichts der weltweiten Lieferengpässe bei wichtigen elektronischen Bauteilen schickt Daimler an vorerst mindestens zwei Standorten Tausende Mitarbeiter erneut in Kurzarbeit. Betroffen ist ein Großteil der Beschäftigten der Mercedes-Werke in Rastatt und Bremen. Daimler teilte dazu mit, dass die Kurzarbeit zunächst von diesem Freitag bis Ende kommender Woche beantragt wurde. Die Mitarbeiter beider Werke sowie des Standorts im ungarischen Kecskemét waren bereits Anfang des Jahres wegen der Chipkrise in Kurzarbeit geschickt worden. Der Autobauer äußerte sich auf Anfrage der dpa jedoch nicht im Detail zu der Frage, ob auch für weitere Werke Kurzarbeit geplant sei. Man sei im Austausch mit den Halbleiter-Lieferanten und passe „falls nötig“ die „Fahrweisen in einzelnen Werken an“, hieß es lediglich. Die Situation sei volatil, man fahre auf Sicht.

20.04.2021: Chipmangel legt Ford-Produktion lahm

Aufgrund von Lieferengpässen bei Halbleiterbauteilen hält Ford die Produktion in weiteren Werken an. "Wir prüfen täglich die Auswirkungen auf unsere Produktionsplanung", teilte ein Sprecher des Unternehmens mit. "Aufgrund der angespannten Liefersituation wird die Produktion in unserem Werk in Saarlouis vorerst vom 19. April bis 18. Mai pausieren." Zudem setzt das Unternehmen die Produktion in Gölcük (Türkei) beim Joint Venture Ford Otosan bis zum 13. Juni aus. "Diese Unterbrechung beinhaltet das Vorziehen von zwei Wochen Werksferien im Sommer und eine Woche im Rahmen der türkischen Nationalfeiertage", sagte der Sprecher. Auch im Werk in Valencia (Spanien) werde aufgrund des Lieferengpasses die Produktion reduziert. An den Ford-Standorten in Craiova (Rumänien) und Köln kam es in diesem Jahr ebenfalls bereits zu Produktionspausen. Derzeit seien dort aber keine weiteren Unterbrechungen geplant.

19.04.2021: Keine Besserung bei Chip-Mangel

Dass die Chip-Produktion nicht in den Händen der Autoindustrie liege, "ist ein fatales Problem, das nicht so leicht gelöst werden kann", sagte der Direktor der Vereinigung der chinesischen Autohändler, Jia Xinguang, vor Beginn der internationalen Automesse in Shanghai. "Viele Leute denken, dass das Problem in der zweiten Jahreshälfte gelöst werden kann", sagte er weiter. Er erwarte aber nur eine leichte Besserung, "ohne dass eine fundamentale Lösung zur Verfügung steht". Die Autobauer hätten keinen Einfluss darauf. "Die Autoindustrie ist nicht in der Lage, ihre eigenen Chips herzustellen, was ein großes Problem ist." Auch der deutsche Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht das Problem noch lange nicht gelöst. Bis neue Fabriken aufgebaut seien, werde es noch zwei oder drei Jahre dauern, sagte der Direktor vom Center Automotive Research (CAR). Er rechne damit, dass China auch hier "zur Lokomotive" werde.

15.04.2021: VW meldet Kurzarbeit in Emden und Wolfsburg

Im Volkswagen-Werk Emden äußert sich der Chip-Engpass in Form erneuter Kurzarbeit. Bereits im Januar wurde diese für zwei Wochen eingeführt, nun sei sie vorsorglich für den Monat April angemeldet worden, so eine Standort-Sprecherin. Wie viele Beschäftigte davon betroffen sind und ab wann beziehungsweise wie lange die Bänder stillstehen, sei noch unklar. Am Stammsitz in Wolfsburg zeichnet sich erneut ein ähnliches Bild. Bereits rund um den Jahreswechsel sowie im März wurden Unterbrechungen verlautbart. Nun soll in der Woche vom 26. bis 30. April eine Frühschicht in der Golf-Fertigung ausfallen. „Aktuell gehen wir davon aus, dass in den kommenden Monaten die Versorgung mit Chips angespannt bleiben wird“, teilte ein Sprecher der Konzernzentrale mit. Bereits im März hatten Einkaufsvorstand Murat Aksel und Finanzvorstand Alexander Seitz prognostiziert, dass die Engpässe das Jahr über anhalten würden.

15.04.2021: FAW-Volkswagen produziert 20.000 Autos weniger

Auch Audi ist von den jüngsten Ereignissen betroffen: Wegen fehlender Chips fährt das Joint Venture FAW-Volkswagen Automotive die Fertigung in China um 30 Prozent zurück. Dies berichtete die chinesische Publikation Yicai Global. Das Gemeinschaftsunternehmen stoppe demnach die Produktion für zwei Wochen – betroffen seien unter anderem die Audi-Modelle A4L, A6L, und Q5L. Insgesamt sollen dadurch im April 20.000 Autos weniger als im Vormonat produziert werden. Der Engpass bei FAW-Volkswagen betrifft laut dem Medienbericht Chips, die in Steuerungen verwendet werden: Türen, Gateways, Infotainmentsysteme und Stabilitätskontrollsysteme. Für Gateways notwendige Halbleiter könnten dabei bis zu sechs Wochen lang knapp sein.

15.04.2021: Ford unterbricht die Produktion in fünf US-Werken

Die weltweiten Engpässe bei Halbleitern zwingen Ford zu zusätzlichen vorübergehenden Unterbrechungen der Produktion. In fünf US-Werken und einer Anlage stehen die Bändern temporär still, so ein Bericht des Handelsblatts. Der US-Autobauer gab jedoch nicht bekannt, wie viele Fahrzeuge von der Maßnahme betroffen seien. Bereits im März musste Ford die Produktion in zwei US-Werken sowie in Köln anhalten. Zuletzt hatte das Unternehmen erklärt, dass der Chip-Mangel den jährlichen Gewinn um ein bis 2,5 Milliarden Dollar schmälern könnte.

14.04.2021: Chipengpässe werden über 2021 hinaus anhalten

Die Unternehmensberatung Roland Berger erwartet, dass der Hableitermangel noch weit über das Jahr 2021 hinausreichen wird. Der Bedarf der Autoindustrie werde sich durch Elektrifizierung und automatisiertes Fahren bis 2025 massiv erhöhen. Zugleich rechnen die Unternehmensberater mit einer stärkeren Marktkonzentration bei den Chip-Herstellern. "Diese Konstellation erschwert die Beschaffung zusätzlich."

06.04.2021: Krise befeuert Ausbaupläne der Chip-Hersteller

Die große Nachfrage nach Elektronik-Chips und weiteren wichtigen Halbleiter-Produkten befeuert die Ausbaupläne von Chip-Herstellern in Dresden. So will etwa der US-Chipfertiger Globalfoundries rund 400 Millionen Euro in den Ausbau seiner Reinräume investieren. Derzeit produziert das Unternehmen rund 400.000 Wafer pro Jahr, künftig sollen es doppelt so viele sein, sagte Geschäftsführer Manfred Horstmann. Auch Infineon will in Dresden wachsen: Die bestehenden Produktionskapazitäten sollen in den nächsten fünf Jahren für rund 1,1 Milliarden Euro ausgebaut werden. Nur wenige Kilometer entfernt - ebenfalls im Dresdner Norden soll im Juni die neue Bosch-Halbleiterfabrik offiziell eröffnet werden. Rund eine Milliarde Euro hat Bosch in den Dresdner Standort investiert - die größte Einzelinvestition in der 130-jährigen Firmengeschichte.

01.04.2021: Hyundai stoppt Produktion wegen fehlenden Chips

Die weltweiten Versorgungsengpässe bei wichtigen Halbleiter-Produkten wie Elektronik-Chips hat nun Auswirkungen auf die Produktion bei Hyundai. Der südkoreanische OEM stoppt teilweise seine heimische Produktion. Vom 7. bis zum 14. April werde das Werk Nummer Eins in der südöstlichen Stadt Ulsan abgeschaltet, so das Unternehmen. Betroffen sind demnach das SUV-Modell Kona sowie das Elektroauto Ioniq 5. Als Grund für den Stopp nannte Hyundai "die Versorgungsbedingungen bei Halbleiter-Teilen für das Frontsicht-Kamerasystem des SUV Kona sowie Leistungselektronik-Module für Ioniq 5".

01.04.2021: TSMC investiert kräftig in seine Chipfertigung

Angesichts der aktuellen Halbleiter-Knappheit will der Chipfertiger Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) binnen drei Jahren 100 Milliarden US-Dollar in den Ausbau seiner Produktion und die Entwicklung neuer Technologien investieren. TSMC hatte bereits im Januar allein für dieses Jahr Investitionen von 28 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt. Als ein Auslöser der Halbleiterkrise gelten Vorratskäufe durch den chinesischen Huawei-Konzern, der sich damit gegen US-Sanktionen wappnete. Zugleich verstärkte unter anderem die massiv gestiegene Laptop-Nachfrage den Bedarf. In Zukunft will auch der Chip-Riese Intel, der eine eigene Produktion betreibt, stärker als Auftragsfertiger auftreten und damit mit Firmen wie TSMC und Samsung konkurrieren.

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