Das Volkswagenlogo auf einem Auto.

Volkswagen versucht die Halbleiterkrise mittels einer Taskforce zu bewältigen. Bild: Volkswagen

| von Fabian Pertschy
Aktualisiert am: 05. Mai. 2021

05.05.2021: Stellantis meldet massiven Produktionsausfall

Der weltweite Mangel an Elektronikbauteilen macht Stellantis schwer zu schaffen. Von Januar bis Ende März konnten laut dem Opel-Mutterkonzern 190.000 Fahrzeuge nicht gebaut werden - rund elf Prozent der geplanten Produktion. Im Zeitraum von April bis Ende Juni werden Konsequenzen befürchtet, die noch weitgehender sind. Stellantis setzte im ersten Vierteljahr 34,3 Milliarden Euro um und verkaufte rund 1,48 Millionen Fahrzeuge. Bei einer bereinigten Berechnung, die FCA-Zahlen von Jahresbeginn an mit einbezieht, ergibt sich für das erste Vierteljahr im Vorjahresvergleich ein Umsatzplus von 14 Prozent auf 37 Milliarden Euro. Der Absatz stieg um elf Prozent auf 1,57 Millionen Fahrzeuge.

03.05.2021: Daimler verlängert Kurzarbeit in Rastatt und Bremen

Bei Daimler bleiben Tausende Mitarbeiter vorerst in Kurzarbeit. Für das Mercedes-Werk in Bremen sei eine Verlängerung der Kurzarbeit vorerst bis zum 11. Mai beantragt worden, teilte der Konzern mit. Noch ein bisschen länger bleiben viele Beschäftigte im Werk in Rastatt außen vor: Hier wurde die Kurzarbeit für Teilbereiche demnach bis Ende kommender Woche ausgedehnt. Wie viele Mitarbeiter jeweils genau betroffen sind, blieb unklar. Im Bremer Werk sind mehr als 12.000 Mitarbeiter beschäftigt, in Rastatt rund 6.500. In beiden Werken waren die Beschäftigten am 23. April in die Kurzarbeit geschickt worden. In Rastatt haben nach Daimler-Angaben einige Bereiche zwischenzeitlich die Arbeit wieder aufgenommen.

03.05.2021: Ford-Werk Köln muss Zwangspause einlegen

Wegen fehlender Chips müssen die Ford-Werke die Auto-Produktion in Köln in den nächsten Monaten fast komplett einstellen. Der Konzern habe für die Zeit vom 3. Mai bis zum 18. Juni sowie vom 30. Juni bis zum 9. Juli mit der Arbeitnehmervertretung Kurzarbeit in der Produktion vereinbart, berichtete am Montag ein Unternehmenssprecher. In dieser Zeit stünden die Bänder still. Betroffen seien rund 5.000 der 15.000 Mitarbeiter in Köln. Zuvor hatte die Bild-Zeitung über den Produktionsstopp berichtet. Lediglich an den Tagen vom 19. bis zum 29. Juni sollen in Köln die Fließbänder laufen. An den zweiten Produktionsstillstand bis Mitte Juli schließen sich dann die Werksferien an. Die Produktion starte wieder 16. August, hieß es. "Die Lage auf dem globalen Halbleiter-Markt bleibt angespannt und wird es allen Schätzungen zufolge auch in den nächsten Monaten bleiben, woraus sich Lieferengpässe ergeben", begründete ein Ford-Sprecher den Schritt. Deshalb müsse der Konzern die Produktion herunterfahren. Die ausgefallene Produktion wolle man bestmöglich aufholen.

30.04.2021: Volkwagen kämpft gegen Lieferengpässe an

Die von Volkswagen eingesetzte Taskforce rechnet hinsichtlich der Versorgungsengpässe bei Computerchips auch im zweiten Quartal mit einer kritischen Lage, die sich sogar noch verschärfen könnte. Eine Chance auf Verbesserung erhoffe sich der Konzern erst im zweiten Halbjahr. Dies berichtete die WirtschaftsWoche. „Wir kämpfen um jedes Fahrzeug“, zitiert das Wirtschaftsportal den Leiter der Taskforce. „Weitere Produktionsanpassungen sind nicht auszuschließen.“ Derzeit seien laut dem Bericht hunderte Teile aller Pkw- und Lkw-Marken des Konzerns von Lieferengpässen betroffen. Bei knapp der Hälfte der betroffenen Teile gebe es noch keine Lösungen, um der Problematik Herr zu werden. Volkswagen habe sich der WirtschaftsWoche zufolge sogar in die Chipbeschaffung seiner Zulieferer eingemischt und in den vergangenen Monaten rund 10.000 Anfragen an Chiphändler verschick. So konnten angeblich rund eine Million Chips organisiert und an die Zulieferer weitergegeben werden.

30.04.2021: Volkswagen erwägt Chipentwicklung

Volkswagen-Chef Herbert Diess hat in Aussicht gestellt, dass der Autobauer das Design von Chips für automatisiertes Fahren möglicherweise selbst in die Hand nehmen wird. Die Softwareorganisation Cariad müsse Fähigkeiten bei der Entwicklung von Prozessoren aufbauen, sagte Diess. "Apple, Tesla und andere haben mehr Definitionskompetenz bei Halbleitern. Um bei den hohen Anforderungen im Auto die optimale Leistung zu erzielen, müssen Software und Hardware aus einem Guss kommen." Ähnlich äußerte sich VW-Markenchef Ralf Brandstätter: "Es gibt auch Überlegungen im Konzern, das Halbleiter-Design als Kompetenz stärker zu beherrschen." Dies habe jedoch eher mit der Strategie in Richtung Digitalisierung zu tun. Direkte Einflussmöglichkeiten auf die Chiphersteller seien eher begrenzt. "Die Automobilindustrie ist an der Stelle kein großer Spieler, wir machen insgesamt als Kunde zwölf Prozent des weltweiten Halbleitermarkts aus", so der Markenchef. Davon würden wiederum rund zehn Prozent auf den Volkswagen-Konzern entfallen.

29.04.2021: Chipmangel betrifft nun auch BMW

Der Chipmangel lässt bei BMW die Bänder stillstehen. In Regensburg und im englischen Oxford wird die Produktion für zwei beziehungsweise drei Arbeitstage ausgesetzt, wie eine Unternehmenssprecherin bestätigte. In beiden Werken werden normalerweise jeweils rund 1.000 Autos am Tag gefertigt. Der Versorgungsengpass betrifft BMW jedoch nicht direkt, sondern führte zu fehlenden Teilelieferungen. In Regensburg, wo die Modelle 1er, 2er, X1 und X2 gefertigt werden, sollen die Bänder am Donnerstag und Freitag stillstehen. In Oxford, wo der Kleinwagen Mini gebaut wird, erfolgt die Pause am Freitag, Dienstag und Mittwoch. Derzeit geht der OEM davon aus, dass die Produktion nach der Pause weitergehen und aufgeholt werden kann.

29.04.2021: STMicro profitiert von hoher Nachfrage

Der Chiphersteller STMicroelectronics hat im ersten Quartal von der anhaltend hohen Nachfrage nach Halbleitern profitiert. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um über ein Drittel auf rund 3 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich zum starken Vorquartal musste STMicro allerdings Umsatzeinbußen hinnehmen. Während die Geschäfte mit Halbleitern für die Autoindustrie und Mikrocontrollern gut liefen, habe man im Bereich Consumer Electronics Abstriche machen müssen, sagte Konzernchef Jean-Marc Chery.

28.04.2021: Volkswagen verkündet Produktionspausen in Mexiko

Volkswagen de Mexico wird seine Produktion des Modells Jetta für zwei Wochen aussetzen. ABC News nannte diesbezüglich den Zeitraum vom 3. bis 19. Mai. Auch die Montage des SUVs Tiguan wird in Mexiko ruhen. Die elftägige Produktionspause sei laut den Medienberichten für den 6. Bis 16. Mai vorgesehen. Grund für die Unterbrechungen ist der weltweite Engpass bei Halbleitern.

28.04.2021: Chiphersteller machen gute Geschäfte

Der südkoreanische Speicherchiphersteller SK Hynix hat im ersten Quartal von der starken Nachfrage nach Halbleitern profitiert. Der Umsatz wuchs im Jahresvergleich um 18 Prozent auf rund 6,3 Milliarden Euro. Nun will das Management für das kommende Jahr geplante Investitionen in dieses Jahr vorziehen, um sich Chipfertigungsmaschinen zu sichern, die einen langen Bestellvorlauf haben. Während SK Hynix das Marktumfeld optimistisch einschätzt, rechnet der US-Chipkonzern Texas Instruments für das laufende Quartal  jedoch nicht mit einer weiter steigenden Nachfrage. Im abgelaufenen Quartal waren die Erlöse des Unternehmens im Vorjahresvergleich bereits um rund ein Drittel auf 4,3 Milliarden US-Dollar gestiegen.

27.04.2021: ABB warnt Kunden vor längeren Lieferzeiten

Im Zuge des Quartalsberichts stimmt ABB seine Kunden auf längere Lieferzeiten ein. Die zunehmenden Versorgungsengpässe bei Halbleitern hätten sich im ersten Quartal zwar noch nicht wesentlich auf die Ergebnisse ausgewirkt, geben jedoch Anlass zur Sorge, so ABB-Chef Björn Rosengren. Für das kommende Quartal ist der Automatisierungsspezialist demnach nur bedingt positiv gestimmt.

26.04.2021: Volkswagen Slovakia stoppt Teil der Produktion

Infolge der weltweiten Knappheit an Mikrochips muss auch der Volkswagen-Standort in der Slowakei seine Produktion einschränken. Ab diesen Donnerstag unterbricht das Werk Bratislava die Herstellung seiner SUV-Modelle bis zum 7. Mai. Die Kleinwagenproduktion laufe hingegen weiter, wie Firmensprecherin Lucia Kovarovic Makayova mitteilt. Der Standort Bratislava nimmt innerhalb des Konzerns eine Schlüsselposition ein, weil dort Autos von fünf Marken zugleich hergestellt werden und das Werk bei Bedarf in der Lage ist, auch die Produktion anderer internationaler Standorte zu übernehmen.

26.04.2021: Chip-Hersteller forcieren Ausbaupläne

Mehrere Chip-Hersteller forcieren laut Heise Online den Ausbau ihrer Produktionskapazitäten: Nanya Technology wird rund 8,8 Milliarden Euro für die Errichtung einer neuen Halbleiterfabrik im Norden Taiwans ausgeben. Der Bau soll in diesem Jahr beginnen und im übernächsten Jahr abgeschlossen werden. TSMC investiert weitere 2,4 Milliarden Euro in seine bestehenden Chip-Fabriken, GlobalFoundries kündigt über 1,1 Milliarden Euro für seine Standorte in Deutschland, Singapur und den USA an. Darüber hinaus erwägen die US-amerikanischen Chiphersteller Western Digital und Micron im NAND-Flash-Segment die Übernahme der japanischen Kioxia Holding. Sollte die Fusion gelingen, würde das Unternehmen auf Basis der Marktanteile zum Spitzenreiter der Flashspeicher-Branche werden.

26.04.2021: Seat-Chef befürchtet zunehmende Engpässe

Der Volkswagen-Konzern geht wegen der anhaltenden Flaute bei der Chip-Versorgung von noch größere Schwierigkeiten im laufenden Quartal aus. „Von Zulieferern und auch aus der Volkswagen-Gruppe selbst heraus wird uns gesagt, dass wir im zweiten Quartal vor erheblichen Herausforderungen stehen, wahrscheinlich noch herausfordernder als im ersten Quartal“, sagte Seat-Chef Wayne Griffiths der Financial Times. Im ersten Quartal wurden konzernweit rund 100.000 Autos weniger produziert. Dies sei im Jahresverlauf wohl nicht mehr wettzumachen. Bei der Produktion im Seat-Stammwerk im spanischen Martorell lebe man derzeit „von der Hand in den Mund“, sagte der Seat-Chef. Erst nach Belieferung von Elektronikbauteilen durch die Hersteller entscheide die VW-Tochter, welche Modelle gebaut würden. So drosselt auch Audi in der kommenden Woche die Produktion in Neckarsulm.

23.04.2021: Daimler plant womöglich weitere Kurzarbeit

Daimler hat wegen anhaltender Lieferengpässe elektronischer Bauteile angekündigt, in nächster Zeit möglicherweise mehr Mitarbeiter als bisher bekannt in die Kurzarbeit zu schicken. In den nächsten Wochen könne es wegen der Chipkrise "hier und dort" zu Produktionsstopps und Kurzarbeit kommen, erklärt Finanzvorstand Harald Wilhelm. Welche weiteren Standorte betroffen sein könnten, ließ er offen. Auch zu Zeiträumen nannte Wilhelm keine Details. Das hänge davon ab, wann wo welche Chipteile verfügbar seien. Er betonte jedoch, die Produktionsunterbrechungen könnten mehrere Produktklassen betreffen – womöglich auch die S-Klasse, die in Sindelfingen gebaut wird. Zwar versuche man, die Auswirkungen der Chipkrise weitgehend von der S-Klasse fernzuhalten, garantieren könne man das derzeit aber nicht.

Halbleiterkrise: Interview mit Branchenexperten

Im Interview mit unserem Schwesterportal all-electronics.de geben die Halbleiter-Experten Guido Überreiter, Jens Drews (Globalfoundries) und Frank Bösenberg (Silicon Saxony, im Bild) Auskunft über die technologischen und strategischen Gründe für den aktuellen Chipmangel in der Autoindustrie. Die Antworten dürften nicht jedem gefallen.

 

Zentrale Themen sind unter anderem die Herausforderungen der Supply Chain bei hohen Auslastungen der Halbleiter-Produktion und die mit Schwankungen in der Nachfrage verbundenen Komplikationen. Gleichzeitig kritisieren die Experten, die Autobranche habe nicht genügend Lehren aus vergangenen Krisen gezogen und die eigenen Lieferketten nicht genügend diversifiziert.

 

Zum Interview

23.04.2020: Intel rechnet mit jahrelangen Chip-Engpässen

Der Chip-Riese Intel sieht kein Ende der globalen Halbleiter-Engpässe. Die „beispiellose Nachfrage“ strapaziere die Lieferketten in der Branche, sagt der neue Intel-Chef Pat Gelsinger. Es fehle an Fertigungskapazitäten, Material für Leiterplatten sowie an Bauteilen. „Wir erwarten, dass die nötigen Investitionen aus der Branche gegen diese Knappheit ein paar Jahre in Anspruch nehmen.“ Gelsinger will den Konzern verstärkt auch als einen Auftragsfertiger etablieren.

22.04.2021 Peugeot 308 bekommt alten Tacho zurück

Stellantis will beim Peugeot 308 wegen fehlender elektronischer Bauteile wieder einen analogen Zeiger-Tachometer auf der Instrumententafel einbauen. Ein Unternehmenssprecher bestätigte entsprechende Medienberichte. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP sollte es in der laufenden Woche im Stellantis-Werk Rennes zudem zu einer Produktionseinschränkung kommen.

22.04.2021: JLR setzt Produktion an zwei Standorten aus

Jaguar Land Rover muss wegen Chip-Engpässen seine Produktion an zwei britischen Standorten zeitweise aussetzen. "Wie auch andere Autohersteller erleben wir derzeit wegen Covid-19 Unterbrechungen der Lieferketten", sagte eine JLR-Sprecherin gegenüber dem Guardian und bestätigte eine "begrenzte Phase der Nicht-Produktion". Dem Bericht zufolge soll die Produktion an den britischen Standorten Halewood und Castle Bromwich für mindestens eine Woche ausgesetzt werden, während sie in der Slowakei, Brasilien und China, aber auch im englischen Solihull weitergehen soll. "Wir arbeiten eng mit den betroffenen Zulieferern zusammen, um die Probleme zu lösen und den Effekt auf die Bestellungen von Kunden zu minimieren, soweit das möglich ist", hieß es von der Sprecherin.

22.04.2021: Chipindustrie-Ausrüster ASML verbessert Prognose

Während die Autohersteller unter der Halbleiterknappheit leiden, kommen auf die Chipindustrie goldene Zeiten zu. So ist etwa der Ausrüster ASML mittlerweile optimistischer für das laufende Jahr. Das Management erwartet 2021 ein Umsatzplus in Richtung von 30 Prozent. Bislang wurde ein Wachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich prognostiziert. Dementsprechend konnte ASML den Umsatz im ersten Quartal im Vergleich zum vierten Quartal auf 4,4 Milliarden Euro steigern, der Auftragseingang legte gar um knapp zwölf Prozent zu. "Wenn Sie die Zeitungen lesen, sind Chips überall knapp", äußert sich ASML-Chef Peter Wennink zur verbesserten Marktlage.

22.04.2021: Renault wird rund 100.000 Autos weniger fertigen

Auch Renault macht die Halbleiterkrise erheblich zu schaffen. Wegen fehlender Übersicht sei es zurzeit unmöglich, „eine verlässliche Vorhersage für die Produktion zu machen“, sagte die stellvertretende Generaldirektorin Clotilde Delbos bei der Vorstellung der Quartalszahlen. Der Konzern hatte noch im Februar mitgeteilt, dass er wegen der Lieferengpässe bei Halbleitern im laufenden Jahr voraussichtlich rund 100.000 Autos weniger bauen werde als geplant.

22.04.2021: Daimler schickt Tausende Mitarbeiter in Kurzarbeit

Angesichts der weltweiten Lieferengpässe bei wichtigen elektronischen Bauteilen schickt Daimler an vorerst mindestens zwei Standorten Tausende Mitarbeiter erneut in Kurzarbeit. Betroffen ist ein Großteil der Beschäftigten der Mercedes-Werke in Rastatt und Bremen. Daimler teilte dazu mit, dass die Kurzarbeit zunächst von diesem Freitag bis Ende kommender Woche beantragt wurde. Die Mitarbeiter beider Werke sowie des Standorts im ungarischen Kecskemét waren bereits Anfang des Jahres wegen der Chipkrise in Kurzarbeit geschickt worden. Der Autobauer äußerte sich auf Anfrage der dpa jedoch nicht im Detail zu der Frage, ob auch für weitere Werke Kurzarbeit geplant sei. Man sei im Austausch mit den Halbleiter-Lieferanten und passe „falls nötig“ die „Fahrweisen in einzelnen Werken an“, hieß es lediglich. Die Situation sei volatil, man fahre auf Sicht.

20.04.2021: Chipmangel legt Ford-Produktion lahm

Aufgrund von Lieferengpässen bei Halbleiterbauteilen hält Ford die Produktion in weiteren Werken an. "Wir prüfen täglich die Auswirkungen auf unsere Produktionsplanung", teilte ein Sprecher des Unternehmens mit. "Aufgrund der angespannten Liefersituation wird die Produktion in unserem Werk in Saarlouis vorerst vom 19. April bis 18. Mai pausieren." Zudem setzt das Unternehmen die Produktion in Gölcük (Türkei) beim Joint Venture Ford Otosan bis zum 13. Juni aus. "Diese Unterbrechung beinhaltet das Vorziehen von zwei Wochen Werksferien im Sommer und eine Woche im Rahmen der türkischen Nationalfeiertage", sagte der Sprecher. Auch im Werk in Valencia (Spanien) werde aufgrund des Lieferengpasses die Produktion reduziert. An den Ford-Standorten in Craiova (Rumänien) und Köln kam es in diesem Jahr ebenfalls bereits zu Produktionspausen. Derzeit seien dort aber keine weiteren Unterbrechungen geplant.

19.04.2021: Keine Besserung bei Chip-Mangel

Dass die Chip-Produktion nicht in den Händen der Autoindustrie liege, "ist ein fatales Problem, das nicht so leicht gelöst werden kann", sagte der Direktor der Vereinigung der chinesischen Autohändler, Jia Xinguang, vor Beginn der internationalen Automesse in Shanghai. "Viele Leute denken, dass das Problem in der zweiten Jahreshälfte gelöst werden kann", sagte er weiter. Er erwarte aber nur eine leichte Besserung, "ohne dass eine fundamentale Lösung zur Verfügung steht". Die Autobauer hätten keinen Einfluss darauf. "Die Autoindustrie ist nicht in der Lage, ihre eigenen Chips herzustellen, was ein großes Problem ist." Auch der deutsche Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht das Problem noch lange nicht gelöst. Bis neue Fabriken aufgebaut seien, werde es noch zwei oder drei Jahre dauern, sagte der Direktor vom Center Automotive Research (CAR). Er rechne damit, dass China auch hier "zur Lokomotive" werde.

15.04.2021: VW meldet Kurzarbeit in Emden und Wolfsburg

Im Volkswagen-Werk Emden äußert sich der Chip-Engpass in Form erneuter Kurzarbeit. Bereits im Januar wurde diese für zwei Wochen eingeführt, nun sei sie vorsorglich für den Monat April angemeldet worden, so eine Standort-Sprecherin. Wie viele Beschäftigte davon betroffen sind und ab wann beziehungsweise wie lange die Bänder stillstehen, sei noch unklar. Am Stammsitz in Wolfsburg zeichnet sich erneut ein ähnliches Bild. Bereits rund um den Jahreswechsel sowie im März wurden Unterbrechungen verlautbart. Nun soll in der Woche vom 26. bis 30. April eine Frühschicht in der Golf-Fertigung ausfallen. „Aktuell gehen wir davon aus, dass in den kommenden Monaten die Versorgung mit Chips angespannt bleiben wird“, teilte ein Sprecher der Konzernzentrale mit. Bereits im März hatten Einkaufsvorstand Murat Aksel und Finanzvorstand Alexander Seitz prognostiziert, dass die Engpässe das Jahr über anhalten würden.

15.04.2021: FAW-Volkswagen produziert 20.000 Autos weniger

Auch Audi ist von den jüngsten Ereignissen betroffen: Wegen fehlender Chips fährt das Joint Venture FAW-Volkswagen Automotive die Fertigung in China um 30 Prozent zurück. Dies berichtete die chinesische Publikation Yicai Global. Das Gemeinschaftsunternehmen stoppe demnach die Produktion für zwei Wochen – betroffen seien unter anderem die Audi-Modelle A4L, A6L, und Q5L. Insgesamt sollen dadurch im April 20.000 Autos weniger als im Vormonat produziert werden. Der Engpass bei FAW-Volkswagen betrifft laut dem Medienbericht Chips, die in Steuerungen verwendet werden: Türen, Gateways, Infotainmentsysteme und Stabilitätskontrollsysteme. Für Gateways notwendige Halbleiter könnten dabei bis zu sechs Wochen lang knapp sein.

15.04.2021: Ford unterbricht die Produktion in fünf US-Werken

Die weltweiten Engpässe bei Halbleitern zwingen Ford zu zusätzlichen vorübergehenden Unterbrechungen der Produktion. In fünf US-Werken und einer Anlage stehen die Bändern temporär still, so ein Bericht des Handelsblatts. Der US-Autobauer gab jedoch nicht bekannt, wie viele Fahrzeuge von der Maßnahme betroffen seien. Bereits im März musste Ford die Produktion in zwei US-Werken sowie in Köln anhalten. Zuletzt hatte das Unternehmen erklärt, dass der Chip-Mangel den jährlichen Gewinn um ein bis 2,5 Milliarden Dollar schmälern könnte.

14.04.2021: Chipengpässe werden über 2021 hinaus anhalten

Die Unternehmensberatung Roland Berger erwartet, dass der Hableitermangel noch weit über das Jahr 2021 hinausreichen wird. Der Bedarf der Autoindustrie werde sich durch Elektrifizierung und automatisiertes Fahren bis 2025 massiv erhöhen. Zugleich rechnen die Unternehmensberater mit einer stärkeren Marktkonzentration bei den Chip-Herstellern. "Diese Konstellation erschwert die Beschaffung zusätzlich."

06.04.2021: Krise befeuert Ausbaupläne der Chip-Hersteller

Die große Nachfrage nach Elektronik-Chips und weiteren wichtigen Halbleiter-Produkten befeuert die Ausbaupläne von Chip-Herstellern in Dresden. So will etwa der US-Chipfertiger Globalfoundries rund 400 Millionen Euro in den Ausbau seiner Reinräume investieren. Derzeit produziert das Unternehmen rund 400.000 Wafer pro Jahr, künftig sollen es doppelt so viele sein, sagte Geschäftsführer Manfred Horstmann. Auch Infineon will in Dresden wachsen: Die bestehenden Produktionskapazitäten sollen in den nächsten fünf Jahren für rund 1,1 Milliarden Euro ausgebaut werden. Nur wenige Kilometer entfernt - ebenfalls im Dresdner Norden soll im Juni die neue Bosch-Halbleiterfabrik offiziell eröffnet werden. Rund eine Milliarde Euro hat Bosch in den Dresdner Standort investiert - die größte Einzelinvestition in der 130-jährigen Firmengeschichte.

01.04.2021: Hyundai stoppt Produktion wegen fehlenden Chips

Die weltweiten Versorgungsengpässe bei wichtigen Halbleiter-Produkten wie Elektronik-Chips hat nun Auswirkungen auf die Produktion bei Hyundai. Der südkoreanische OEM stoppt teilweise seine heimische Produktion. Vom 7. bis zum 14. April werde das Werk Nummer Eins in der südöstlichen Stadt Ulsan abgeschaltet, so das Unternehmen. Betroffen sind demnach das SUV-Modell Kona sowie das Elektroauto Ioniq 5. Als Grund für den Stopp nannte Hyundai "die Versorgungsbedingungen bei Halbleiter-Teilen für das Frontsicht-Kamerasystem des SUV Kona sowie Leistungselektronik-Module für Ioniq 5".

01.04.2021: TSMC investiert kräftig in seine Chipfertigung

Angesichts der aktuellen Halbleiter-Knappheit will der Chipfertiger Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) binnen drei Jahren 100 Milliarden US-Dollar in den Ausbau seiner Produktion und die Entwicklung neuer Technologien investieren. TSMC hatte bereits im Januar allein für dieses Jahr Investitionen von 28 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt. Als ein Auslöser der Halbleiterkrise gelten Vorratskäufe durch den chinesischen Huawei-Konzern, der sich damit gegen US-Sanktionen wappnete. Zugleich verstärkte unter anderem die massiv gestiegene Laptop-Nachfrage den Bedarf. In Zukunft will auch der Chip-Riese Intel, der eine eigene Produktion betreibt, stärker als Auftragsfertiger auftreten und damit mit Firmen wie TSMC und Samsung konkurrieren.

Kostenlose Registrierung

Bereits registriert?
*) Pflichtfeld

Sie sind bereits registriert?