Ein Sprinter von Mercedes-Benz.

Mercedes-Benz lagert seine Fahrzeuge vermehrt auf Halde. Bild: Daimler

14.10.2021: Mercedes-Benz lagert Fahrzeuge am Messegelände

Die andauernde Lieferkrise bei Mikrochips lässt Daimler jetzt auch in Niedersachsen zu ungewöhnlichen Maßnahmen greifen. Am Messegelände in Hannover stehen mittlerweile viele Pick-ups von Mercedes-Benz „auf Halde“. Die Fahrzeuge können – wie Modelle zahlreicher anderer Hersteller – nicht vollständig mit den nötigen Halbleiterbauteilen bestückt werden. Das Unternehmen lagere sie daher vorläufig auf den großen Stellplätzen rund um das Messegelände zwischen, erklärt eine Sprecherin. Es handle sich vor allem um die Pritschenwagen-Version des Sprinters von Mercedes-Benz Vans. Nach Darstellung von Daimler ist die Nutzung des ergänzenden Parkraums bei Hannover „ein völlig normaler Vorgang in der Automobilproduktion“.

14.10.2021: Chipkrise bedroht Geschäft der Neuwagen-Transporteure

Transporteure von Neuwagen fürchten um ihre Existenz. Hintergrund ist dem Verband der Europäischen Fahrzeuglogistik (ECG) zufolge der Mangel an Mikrochips, der Autoherstellern schon seit längerem zusetzt. „Die Branche kämpft vor dem vorhersehbar dritten schlechten Jahr in Folge ums Überleben und benötigt die Unterstützung der Automobilindustrie“, sagt ECG-Präsident Wolfgang Göbel. Der Verband vertritt eigenen Angaben zufolge knapp 140 Unternehmen, die sich um den Transport von Fahrzeugen über Autobahnen, Schienen oder per Schiff kümmern – darunter DB Cargo, die Güterverkehrstochter der Bahn.

14.10.2021: TSMC rechnet auch 2022 mit Kapazitätsengpass

Der weltgrößte Chipfertiger TSMC rechnet auch für das kommende Jahr mit knappen Produktionskapazitäten für Halbleiter. In diesem Jahr werde der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent zunehmen, prognostiziert der taiwanesische Konzern. Die Knappheit elektronischer Bauteile könnte sich aufgrund der immensen Nachfrage noch lange hinziehen. Von Juli bis Ende September verdiente TSMC unter dem Strich rund 4,8 Milliarden Euro – rund 14 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und mehr als von Analysten erwartet.

14.10.2021: Scheuer fordert deutsche Lieferketten für E-Mobilität

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) appelliert hinsichtlich der Elektromobilität an die Autoindustrie, möglichst viele Komponenten in Deutschland zu fertigen. Es wäre die falsche Botschaft, Prämien für den Kauf von E-Autos auszuloben, „die Endverbraucher aber dann ein Dreivierteljahr auf das Produkt warten müssen, weil verschiedene Teile nicht lieferbar sind“, so Scheuer. Die Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, wies darauf hin, dass der Mangel an Halbleitern nicht nur die deutsche Automobilindustrie, sondern alle Industrien weltweit betreffe. „Entscheidend wird sein, dass wir den steigenden Bedarf an Halbleitern auch mit einer leistungsstarken europäischen Halbleiterindustrie adressieren“, ergänzt Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), das Ansinnen des Verkehrsministers.

14.10.2021: ElringKlinger passt Prognose an

Nach den vorläufigen Umsatzzahlen des dritten Quartals hat ElringKlinger im Vergleich zum Vorjahr um gut fünf Prozent zugelegt. Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse hebt das Unternehmen seine Prognose für das laufende Jahr trotz Halbleiterengpässen, schwieriger Rohstoffversorgung und steigenden Rohstoffpreisen an. Der prognostizierte Umsatz liege nun mehrere Prozentpunkte über den erwarteten Veränderungen der globalen Light-Vehicle-Produktion, so ElringKlinger.

13.10.2021: Audi setzt Produktion an zwei Standorten aus

Der Chipmangel sorgt bei Audi für erneute Produktionsausfälle. An den Standorten Ingolstadt und Neckarsulm stehen seit Montag fast alle Bänder still, berichtet die Automobilwoche. Zunächst sei die Maßnahme bis Freitag geplant. Alle betroffenen Mitarbeiter gehen für diesen Zeitraum in Kurzarbeit. In Ingolstadt betreffe die Zwangspause die Montagelinien des A3 und Q2 sowie das Band des A3, A4 und A5. Die dritte Montagelinie für die Modelle A4 und A5 werde aktuell im Einschichtsystem gefahren, so der Medienbericht. Das Werk in Neckarsulm sei noch schwerer betroffen: Dort ruhe die Produktion der Modelle A4, A5, A6 und A7. Der A8 werde in einer Schicht produziert. Einzig die Fertigung der Luxussportwagen R8 und e-tron GT, die in den Böllinger Höfen montiert werden, laufen ohne Einschränkungen weiter.

13.10.2021: Chinesischer Automarkt bleibt vor Krise nicht gefeit

Der chinesische Automarkt hat auch im September einen herben Dämpfer erlitten. Die Pkw-Auslieferungen sackten gegenüber dem Vorjahresmonat um 17,3 Prozent auf 1,61 Millionen Fahrzeuge ab, wie die China Passenger Car Association (PCA) mitteilt. Seit einigen Monaten hakt es nach der Erholung von der Corona-Pandemie wieder, weil es unter anderem wegen Lockdowns in einigen asiatischen Ländern an Elektronikchips fehlt.

13.10.2021: BMW reduziert Produktion auf eine Schicht

BMW kommt bislang verhältnismäßig gut durch die Halbleiterkrise, musste im Werk Regensburg jedoch in dieser Woche die Fertigung anpassen. Statt zweier Schichten, fahre der Standort – an dem etwa der 1er, X1 und X2 produziert werden – nur einen Einschichtbetrieb, so ein Bericht der Automobilwoche.

11.10.2021: JLR verkauft deutlich weniger Autos

Auch die Absatzzahlen von Jaguar Land Rover wurden im dritten Jahresquartal von der Halbleiterkrise beeinträchtigt. Mit rund 92.700 Fahrzeugen verkaufte der OEM 18,4 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Corona-Vorjahres. Die Chipknappheit bleibe dynamisch und schwer vorhersehbar, dürfte sich in den nächsten zwölf Monaten aber nach und nach entspannen, so der Autobauer.

11.10.2021: TSMC bringt Gerüchteküche zum Brodeln

In der japanischen Präfektur Kumamoto soll für sieben Milliarden US-Dollar eine Fabrik von Sony und dem taiwanesischen Auftragsfertiger TSMC entstehen. Das Bauland befinde sich bereits im Besitz von Sony, schreibt die Branchenseite Techpowerup, die japanische Regierung könnte die Hälfte der Kosten übernehmen. Am neuen Standort könnten Bildsensoren und -prozessoren sowie Chips für Elektroautos entstehen. Als weiterer Partner sei der Automobilzulieferer Denso im Gespräch. Das eng mit Toyota verbundene Unternehmen liefere ein Indiz, dass die Fabrik vorrangig die japanische Autoindustrie bedienen soll, so Techpowerup. Und auch die engen Verbindungen zwischen TSMC und Apple sorgen für Spekulationen bei den Medien: Das Magazin Apple Insider heizt im Zuge des Fabrikbaus die Gerüchte um das Apple Car neu an. Demnach könnten am neuen Standort die Chips für das bislang unbestätigte Vorhaben gebaut werden. Jüngst gab TSMC zudem den Bau einer Fabrik in der Nähe der indischen Hauptstadt Neu-Delhi für rund 7,5 Milliarden US-Dollar bekannt. Auch ein Standort in Dresden ist weiterhin im Gespräch. Bezüglich der ersten TSMC-Fabrik auf europäischem Boden ist jedoch noch keine Entscheidung gefallen.

11.10.2021: Bentley bleiben Chip-Sorgen erspart

Die Volkswagen-Tochter Bentley ist laut CEO Adrian Hallmark nicht von der Halbleiterkrise betroffen. „Wir hatten das große Glück, vom VW-Konzern geschützt zu sein. Es gab also keinen Mangel an Siliziumchips“, erläutert der Chef des Luxusherstellers im Interview mit Automobil Produktion. Unterdessen mussten die anderen Konzernmarken vermehrt Kurzarbeit und Produktionsausfälle hinnehmen. Jüngst drosselte etwa Skoda seine Fertigung.

10.10.2021: Opel verschiebt Marktstart des neuen Grandland

Nachdem Opel sein Werk in Eisenach aufgrund des Chipmangels bis Ende des Jahres geschlossen hat, verschiebt sich auch der Marktstart des überarbeiteten Modells Grandland. Nach Informationen des Branchenportals Autohaus werde die Produktion in der Zwischenzeit zwar von Eisenach ins französische Sochaux verlagert, die Einführung des Facelift-Modells kann dennoch nicht am 30. Oktober erfolgen. „Die Chip-Knappheit zwingt Opel dazu, den Handelsstart des Grandland in Deutschland von Ende Oktober 2021 auf Februar 2022 zu verschieben“, erklärt ein Unternehmenssprecher gegenüber dem Portal.

10.10.2021: TSMC verweigert US-Regierung die Auskunft

Die US-Regierung hatte sich mit Fragen zur Lieferkette an die Akteure der Halbleiter- und Autoindustrie gewandt. Nun verweigert der Auftragsfertiger TSMC laut dem Newsportal Nikkei die Auskunft. „Wir werden definitiv keine vertraulichen Informationen herausgeben, schon gar keine, die unsere Kunden betreffen“, so Sylvia Fang, Chefjuristin des taiwanesischen Konzerns. Während die Regierung Taiwans die Sorgen des Unternehmens teilt, droht die Vorsitzende des US-Handelsministerium, Gina Raimondo, mit Zwangsmaßnahmen: „Wenn sie die Frist nicht einhalten, lassen sie uns keine Wahl.“ Abgefragt werden unter anderem die verwendeten Nodes, Chip-Typen, Packaging, Verkaufszahlen sowie Kunden mit dem größten Rückstand und den größten Buchungen.

08.10.2021: Skoda muss Produktion bis Jahresende drosseln

Skoda muss die Produktion in seinen tschechischen Werken vom 18. Oktober an bis zum Jahresende deutlich reduzieren oder sogar ganz stoppen. Grund sei der weltweite Chipmangel, teilt das Unternehmen mit. Man habe eine große Zahl an Fahrzeugen eingelagert, die auf Chips warten. „Wir werden uns zuallererst auf die Fertigstellung dieser Autos konzentrieren, um sie so schnell wie möglich an unsere Kunden auszuliefern“, betont ein Sprecher. Bei der Volkswagen-Tochter geht man davon aus, dass sich die Versorgung mit Halbleitern spätestens in der zweiten Jahreshälfte 2022 entspannen wird.

08.10.2021: MAN rechnet mit Produktionsausfällen

Um Wartezeiten zu verkürzen, produziert MAN derzeit Lastwagen vor und rüstet sie später nach, erklärt MAN -Vorstandschef Andreas Tostmann. Obwohl der Auftragsbestand gut sei, können Halbleiter-Engpässe derzeit „hier und da zu Produktionsausfällen führen, auch im vierten Quartal“. Es kann durchaus sein, dass es zu Schichtabsagen kommt, so Tostmann. Ob Halbleiter im Traton- oder Volkswagen-Konzern vorrangig an hochprofitable Hersteller und Fahrzeuge gehen, ließ er offen. „Wir haben da eine sehr partnerschaftliche Lösung. Wir nutzen die gemeinsame Stärke im Einkauf.“

07.10.2021: Halbleiterkrise entfacht Sorge um Autoindustrie

Fast die Hälfte der Bundesbürger fürchtet eine ernsthafte Gefährdung der Automobilindustrie durch die Halbleiterkrise. Dies ergab eine Umfrage der Meinungs- und Marktforscher von Civey, die im Auftrag der Automobilwoche durchgeführt wurde. Unterschiede machen sich vor allem beim Alter sowie der Wahlabsicht der Befragten bemerkbar: Demnach nimmt die Sorge um die langfristigen Perspektiven der Branche mit dem Alter zu, CDU und FDP-Wähler sind am ehesten überzeugt von den negativen Folgen.

07.10.2021: BMW verkauft zwölf Prozent weniger Autos

BMW hat die Halbleiterkrise im dritten Quartal besser überstanden als der Konkurrent Mercedes-Benz. Die Münchner Autobauer verkauften von Juli bis Ende September 593.000 Fahrzeuge aller drei Konzernmarken und damit zwölf Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Marke BMW meldet ein Minus von zehn Prozent. Da die Versorgungslage angespannt bleibe, seien „Effekte auf den Absatz in den kommenden Monaten nicht auszuschließen“, so BMW.

06.10.2021: Autoindustrie verzeichnet weniger Aufträge

Nach einem kräftigen Auftragsplus in den Vormonaten erfährt die deutsche Industrie im August einen Dämpfer, so das Statistische Bundesamt. Besonders stark rückläufig waren die Bestellungen in der Automobilindustrie. Vielen Herstellern machen Lieferengpässe bei wichtigen Teilen und Rohstoffen zu schaffen: Die Bestellungen im Bereich Kraftwagen und Kraftwagenteile sanken um zwölf Prozent.

06.10.2021: TSMC vermutet das Horten von Chips

Die Angst vor den grassierenden Engpässen bringe Unternehmen dazu, Chips zu horten, vermutet Mark Liu, Verwaltungsratsvorsitzender des Chipfertigers TSMC, gegenüber dem Time Magazine. „Es gibt definitive Leute, die irgendwo in der Lieferkette Chips anhäufen“, moniert Liu. Schließlich würde TSMC mehr an seine Kunden ausliefern, als fertige Produkte deren Fabriken verlassen. Da dieses Horten den Mangel weiter verschärfe, habe das Unternehmen auf Basis eigener Daten untersucht, welche Kunden wirklich Chips benötigen und welche möglicherweise bevorraten. Das habe zu schwierigen Entscheidungen bei der Priorisierung von Aufträgen geführt, berichtet Lui. Angesichts der enormen Nachfrage schätzt Lui mittlerweile, dass die geplanten Investitionen in die Produktionskapazitäten nicht ausreichen werden. Der Chipfertiger will nach derzeitigem Stand 100 Milliarden US-Dollar innerhalb der nächsten drei Jahre investieren.

06.10.2021: Mercedes-Benz kommt Klagen zuvor

Mercedes-Benz hat bestätigt, dass wegen der Chipkrise mitunter nicht alle Fahrzeuge mit der kompletten technischen Ausstattung ausgeliefert werden können. Betroffene Kunden könnten in solchen Fällen ihr bestelltes Auto mit einer reduzierten Ausstattung zu einem günstigeren Preis bekommen, so eine Sprecherin. Sollte ein Kunde mit diesem Angebot nicht einverstanden sein, könne er vom Kaufvertrag zurücktreten, hieß es weiter. Mercedes-Benz reagiert damit auf einen Bericht der Stuttgarter Nachrichten, wonach eine Stornierung des Kaufs nicht möglich sei. Wer jedoch ein Auto mit der reduzierten Ausstattung abnimmt, könne nicht mit einer späteren Nachrüstung rechnen. Das sei aus technischen Gründen nicht immer möglich, hieß es vom Mercedes-Benz Vertrieb.

06.10.2021: VW-Werk Zwickau hat priorisierte Teileversorgung

Der aktuelle Chipmangel trifft das Werk Zwickau nach den Worten von Stefan Loth, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Volkswagen Sachsen, weniger stark als andere Standorte. Das Werk meistere die aktuelle Situation sehr gut. „Wir haben priorisierte Teileversorgung“, sagt er und verweist auf die transformierte Produktion hin zu Elektroautos. Zwar habe es auch in Zwickau Kurzarbeit gegeben, diese sei bisher aber eher „sporadischer Natur“ gewesen.

06.10.2021: Conti-Taskforce bügelt ärgste Engpässe aus

Continental-Chef Nikolai Setzer gibt hinsichtlich der Versorgungskrise bei Mikrochips vorerst keine Entwarnung. „Wir sehen, dass sich diese Effekte wohl noch weiter bis in das Jahr 2022 ziehen werden“, betont er gegenüber der dpa. „Viele Marktbeobachter gehen davon aus, dass erst ab 2023, wenn höhere Kapazitäten bei den Chipherstellern verfügbar sind, eine deutliche Besserung eintritt.“ Eine Conti-Taskforce kümmere sich derweil um das Ausbügeln der ärgsten Engpässe. „Es geht jetzt darum, wie wir die Lieferungen, soweit es denn eben geht, aufrechterhalten.“ Der Zulieferer fahre auf Sicht. „So eine Dynamik haben wir noch nicht erlebt“, betont Setzer. Ein Lerneffekt aus dem Chipmangel sei bereits heute: „Wir müssen besser planen, größere Verbindlichkeit herstellen, auch Bestände aufbauen, die verfügbaren Kapazitäten besser nutzen.“

06.10.2021: Deutscher Pkw-Markt verzeichnet Tiefstwert

Mit knapp 197.000 Neuzulassungen verzeichnet der deutsche Pkw-Markt im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Minus von 25 Prozent. Damit muss die Branche aufgrund der Chipkrise den schwächsten September-Wert seit 1991 hinnehmen, wie aus den Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) hervorgeht. „Der deutsche Pkw-Markt kommt in immer schwierigeres Fahrwasser“, kommentiert der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller.

06.10.2021: Mercedes-Benz beklagt heftigen Absatzeinbruch

Daimler hat wegen des Halbleitermangels im abgelaufenen Quartal einen deutlichen Einbruch bei den Pkw-Verkäufen hinnehmen müssen. So lieferte die Stammmarke Mercedes-Benz von Juli bis Ende September weltweit 428.361 Autos aus – gut 30 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. In vielen Regionen gab es heftige, prozentual zweistellige Rückgänge, so auch in Deutschland und Europa sowie im größten Markt China. Trotz einer weltweit robusten Nachfrage und einem starken Auftragseingang habe der anhaltende Engpass bei Halbleitern die Verkäufe begrenzt, hieß es. Der Vorsprung auf das von Corona-Lockdowns belastete Vorjahr ist mit 1,59 Millionen Autos inzwischen auf 2,7 Prozent abgeschmolzen. Auch bei den leichten Nutzfahrzeugen und bei Smart gab es deutliche Rückgänge. Top-Modelle wie die S-Klasse und E-Fahrzeuge konnten allerdings zulegen.

05.10.2021: Qualcomm übernimmt Auto-IT-Spezialisten Veoneer

Qualcomm kommt beim Ringen um den schwedischen Auto-IT-Spezialisten Veoneer nun doch zum Zuge. Gemeinsam mit der Beteiligungsgesellschaft SSW Partners will der Chipkonzern das gesamte Aktienkapital der Schweden für einen Gesamtwert von 3,9 Milliarden Euro übernehmen. Der Abschluss der Transaktion soll 2022 erfolgen. Qualcomm hatte bereits im August die Offerte von Magna übertroffen, dennoch hatte Veoneer zunächst an der Übernahmezusage gegenüber dem Zulieferer festgehalten.

05.10.2021: Britische Autoverkäufe bleiben im Tief

Die Society of Motor Manufacturers and Traders (SMMT) verkündete bislang jeden Sommermonat eine Hiobsbotschaft – ein Tiefstwert jagte den nächsten. Nun folgt mit 215.312 neu zugelassenen Fahrzeugen der schwächste September seit mehr als zwei Jahrzehnten. Damit wurden im vergangenen Monat gut 34 Prozent weniger Autos neu registriert als im Vorjahresmonat, obwohl damals Corona-Beschränkungen die Wirtschaft belasteten. Verglichen mit Vor-Pandemie-Zeiten lag der September sogar fast 45 Prozent unter dem Zehn-Jahres-Durchschnitt. SMMT-Chef Mike Hawes bezeichnet die Zahlen als „bitterlich enttäuschend“. Er konstatiert: „Obwohl wir im Sommer eine hohe Nachfrage nach Autos hatten, sind wir durch den Chip-Mangel bereits drei Monate in Folge durch Lieferschwierigkeiten belastet, vor allem aus Asien.“

05.10.2021: Infineon visiert weiteres Umsatzwachstum an

Der Halbleiterhersteller Infineon erwartet für das kommende Geschäftsjahr steigende Umsätze und Ergebnisse. „Das Jahr 2022 wird ein starkes Jahr“, erklärt der Vorstandsvorsitzende Reinhard Ploss. Der Konzern profitiert derzeit von der boomenden Nachfrage nach Chips. Die Trends rund um Elektrifizierung sowie Digitalisierung, etwa in der Automobilbranche, sorgen für volle Auftragsbücher. So dürfte der Umsatz 2021/22 im mittleren Zehnerprozentbereich steigen, wie der Konzern mitteilt. Auch die operative Marge soll auf rund 20 Prozent zulegen. Die Prognosen für das gerade zu Ende gegangene Geschäftsjahr dürfte das Unternehmen unterdessen erreicht haben. Infineon bestätigte anhand vorläufiger Zahlen die Erwartungen für 2020/21: Einen Umsatz von rund elf Milliarden Euro, eine Segmentergebnis-Marge von mehr als 18 Prozent bei Investitionen in Höhe von rund 1,6 Milliarden Euro.

05.10.2021: Daimler Truck dreht an der Preisschraube

Wegen des Chipmangels und gestiegener Materialkosten will Daimler Truck bei neuen Aufträgen an der Preisschraube drehen. "Selbstverständlich werden wir im nächsten Jahr auch Preise erhöhen", sagte Vorstandschef Martin Daum am Dienstag bei einer Onlinekonferenz. Einkaufspreise für Stahl und Aluminium seien stark gestiegen. Daum machte deutlich, dass bereits georderte Lkw nicht teurer werden sollen. "Wir machen ja vorbestellte Fahrzeuge", sagte er. "Das ist eine Sache, die müssen die Lkw-Hersteller tragen." Wegen der Lieferkrise bei Mikrochips, die die gesamte Branche betrifft, übertreffe die Nachfrage bei Daimler Truck die Auslieferungen an Kunden.

04.10.2021: Halbleiterkrise kostet GM die Marktführerrolle

General Motors litt im vergangenen Quartal besonders hart unter den Chip-Lieferengpässen. Die GM-Verkäufe im Heimatmarkt fielen im Jahresvergleich um fast ein Drittel auf knapp 447.000 Fahrzeuge. Der Autobauer verweist diesbezüglich auf die Engpässe bei der Halbleiterproduktion in Malaysia, die Lage werde aber besser. Toyota verzeichnete hingegen ein Plus von 1,4 Prozent auf 566.000 Einheiten. Damit schneidet der japanische OEM nach den ersten neun Monaten des Jahres besser ab als der langjährige Marktführer: Er kommt auf knapp 1,858 Millionen Autos, während GM lediglich 1,777 Millionen absetzte.

Andere japanische Hersteller schlugen sich auf dem US-Markt nicht so gut wie der Branchenriese: Bei Honda sanken die Verkäufe im dritten Quartal um rund elf Prozent auf knapp 346.000 Fahrzeuge, bei Nissan um zehn Prozent auf rund 199.000. Die Lage der deutschen Hersteller ist unterschiedlich: Bei Volkswagen sank die Zahl der verkauften Fahrzeuge um acht Prozent auf 79.321. Die Sportwagen-Tochter Porsche verkaufte mit 15.289 Autos 1,7 Prozent weniger. BMW legte dagegen um 8,7 Prozent auf 75.619 Fahrzeuge zu.

04.10.2021: Tesla trotzt der Chipkrise

Während die Autobranche unter globalen Chip-Engpässen ächzt, hat Tesla einen Auslieferungsrekord geschafft. Der US-Elektroautobauer brachte im dritten Quartal weltweit gut 241.300 Fahrzeuge zu den Kunden – gut 53 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Zugleich verwies auch Tesla auf Herausforderungen durch die Chip-Knappheit. Der von Elon Musk geführte Konzern habe ebenfalls Lieferverzögerungen und Produktionspausen zu beklagen.

04.10.2021: GM verschiebt „Full Launch“ von Super Cruise

Die Halbleiterkrise sorgt für Verzögerungen beim autonomen Fahrsystem Super Cruise von General Motors. Ein Cadillac-Sprecher bestätigte gegenüber CNET, dass das Feature nicht im Flaggschiffmodell Escalade verfügbar sein wird. „Der Halbleiterengpass hat dazu geführt, dass wir den vollständigen Launch von Super Cruise in unseren Limousinen auf das Modelljahr 2022 verschieben mussten“, so der Sprecher. “Stand jetzt, werden der CT4 und CT5 in der ersten Hälfte des kommenden Jahres mit Super Cruise verfügbar sein.” Zunächst hatte GM das System im Cadillac CT6 sowie Chevrolet Bolt eingeführt, nächsten Jahr sollen auch der GMC Sierra und der Chevrolet Silverado damit ausgestattet werden.

04.10.2021: Krise schmälert Produktion um elf Millionen Autos

Der Mangel an Mikrochips und anderen Elektronikbauteilen nimmt nach Expertenschätzung immer größere Ausmaße an. „Wir gehen davon aus, dass zehn bis elf Millionen Fahrzeuge in diesem Jahr nicht gebaut werden können“, sagt Albert Waas, Partner bei der Unternehmensberatung Boston Consulting, der Welt am Sonntag. Zu einem ähnlich hohen Einbruch beim Autoabsatz kommt nach einem Bericht des Spiegel die Beratungsgesellschaft PwC: Bis zum Jahresende würden demnach weltweit bis zu elf Millionen Autos weniger produziert und verkauft werden als im Vorjahr. „Die Probleme haben sich im dritten Quartal verschärft und werden bis weit in das nächste Jahr andauern“, so Felix Kuhnert, Leiter des Bereichs Automotive bei PwC. Jüngst hatte auch die Beratungsfirma Alix Partners ihre Prognose auf 7,7 Millionen Fahrzeuge verdoppelt.

04.10.2021: Schlechte Stimmung in der Autoindustrie

Die Stimmung in der deutschen Autoindustrie wird laut dem Teilindex des Ifo-Instituts immer schlechter. „Aktuelle Zahlen zeigen, dass die Autobranche die am stärksten von Lieferengpässen mit Vorprodukten betroffene Branche ist“, erklärt Oliver Falck vom Ifo-Institut die Entwicklung. Zudem fielen im Inland der Auftragsbestand und Nachfrage. Positive Impulse sieht man beim Ifo einzig aus dem Ausland: Die Exporterwartungen zogen an. Allerdings warnt Falck, „dass die Unsicherheit vieler Konsumenten in China durch die Krise des Immobilienentwicklers Evergrande auf die Stimmung der deutschen Autobauer drückt“.

01.10.2021: BMW macht Krise mit höheren Preisen wett

BMW blickt wegen der anziehenden Preise bei Neu- und Gebrauchtwagen optimistischer auf die Gewinnentwicklung im laufenden Jahr. Höhere Preise machten die weiter angespannte Liefersituation bei Halbleitern auch in den nächsten Monaten mit Beeinträchtigungen von Produktion und Absatz mehr als wett, teilt das Unternehmen mit. Das Konzernergebnis vor Steuern soll demnach bei rund 6,5 Milliarden Euro liegen. Das wäre fast doppelt so viel wie ein Jahr zuvor und mehr als BMW je in den vergangenen fünf Jahren erzielt hatte.

01.10.2021: Lieferkrise belastet Japans Autoindustrie

Die Lieferkrise bei Elektronikbauteilen bereitet auch der japanischen Autoindustrie große Sorgen. Wie aus einer Quartalsumfrage der japanischen Notenbank hervorgeht, sank Stimmungsindex der hiesigen Autobauer im Vorjahresvergleich zwischen Juli und September um zehn Punkte auf minus sieben. Die Pessimisten seien damit in der Mehrheit sind, wertet die dpa.

30.09.2021: Opel stoppt Produktion in Eisenach bis Jahresende

Tage- und wochenlange Produktionsstopps sind in der Halbleiterkrise keine Seltenheit, doch Opel schließt sein Werk in Eisenach ab der kommenden Woche nun mindestens bis Jahresende. Ein konkretes Datum zum Neustart wollte der Autobauer zunächst nicht nennen. Anfang 2022 solle die Produktion des SUV Grandland in Eisenach wieder anlaufen, sofern es die Lieferketten erlauben. Die Entscheidung sorgt für Unruhe und Empörung in der Belegschaft und bei der IG Metall. „Das ist ein unglaublicher Vorgang in Form, Stil und Inhalt“, so IG Metall-Bezirksleiter Mitte, Jörg Köhlinger. „Ich kenne im Moment keinen anderen Automobilhersteller, der wegen fehlender Teile Kurzarbeit bis ins nächste Jahr ankündigt wie Opel.“ Der Gewerkschafter warf die Frage auf, ob der Bau des Modells Grandland möglicherweise in Eisenach gestoppt, aber im französischen Sochaux weitergeführt werde. „Lieferengpässe dürfen nicht zulasten nur von Eisenach gehen“, so Köhlinger. Thüringens Wirtschaftsminister Tiefensee betont: „Ich erwarte, dass die Zusage von Stellantis steht, die Produktion Anfang kommenden Jahres wiederaufzunehmen und das Werk weiter zukunftsfest zu entwickeln.“

30.09.2021: Ford stoppt Kölner Fiesta-Produktion bis Ende Oktober

Ford muss den Produktionsstopp für das Modell Fiesta in seinem Kölner Werk verlängern. Der Autohersteller setze die Fertigung vorerst bis 31. Oktober aus, teilt ein Unternehmenssprecher mit. Die Verfügbarkeit von Halbleitern auf dem Weltmarkt bleibe auf absehbare Zeit sehr unbeständig. Deshalb gehe Ford davon aus, „dass es in absehbarer Zeit immer wieder zu Produktionsausfällen kommen kann“, so der Sprecher.

30.09.2021: Halbleiterboom soll ASML Umsatzschub bescheren

ASML rechnet dank großer Nachfrage nach Mikrochips mit einem Umsatzschub in den nächsten Jahren. Für 2025 geht der niederländische Chipindustrie-Ausrüster von einem Jahresumsatz zwischen 24 und 30 Milliarden Euro aus. In diesem Jahrzehnt soll der Umsatz jährlich um rund elf Prozent wachsen. Zu den Kunden für die Extrem-Ultraviolett-Lithographieanlagen (EUV) sowie die etwas älteren Deep-Ultraviolett-Maschinen (DUV) des Unternehmens gehören unter anderem Samsung Electronics und Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC).

29.09.2021: Weitere Ausfälle im VW-Stammwerk

Die anhaltende Lieferkrise bei Elektronikbauteilen wie Mikrochips führt bei Volkswagen zu erneuten Produktionsausfällen und Kurzarbeit am Stammsitz Wolfsburg. So ziehen sich die zuerst bis Ende dieser Woche einkalkulierten Einschränkungen weit in den Oktober hinein. Am Freitag soll demnach nur eine Golf-Montagelinie in der Frühschicht betrieben werden. In der nächsten und übernächsten Woche gibt es dann voraussichtlich "komplett Kurzarbeit" – einen einzigen Tag ausgenommen.

29.09.2021: Autoindustrie nahezu komplett von Krise betroffen

Der erhebliche Teile- und Materialmangel in der deutschen Industrie hat nach Angaben des Ifo-Instituts nochmals deutlich zugenommen. In der monatlichen Konjunkturumfrage klagt eine Rekordzahl von über drei Viertel der Unternehmen über Nachschubprobleme bei Vorprodukten und Rohstoffen. „Der Flaschenhals auf der Beschaffungsseite wird immer enger“, so der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. Am meisten unter Lieferengpässen leidet demnach die deutsche Autoindustrie, in der nahezu alle Unternehmen (96,7 Prozent) über Probleme berichteten. Im Maschinenbau waren es fast neun von zehn Unternehmen (89 Prozent).

29.09.2021: Autopreise legen durch Chipkrise zu

Die Lieferkrise bei Mikrochips macht sich zunehmend auch im Geldbeutel der Verbraucher bemerkbar. Weil weniger Fahrzeuge produziert werden, gäbe es weniger Rabatte, analysiert Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer. Ein typischer Neuwagen sei im August und September im Schnitt um 360 Euro teurer geworden. „Auch in den nächsten Monaten müssen Neuwagenkäufer mit sinkenden Rabatten rechnen“, schätzt der Experte. Wer auf einen Gebrauchtwagen ausweichen will, hat es kaum leichter: Im Juli und August wurden typische dreijährige Gebrauchte rund zweieinhalb Prozent teurer, wie aus Zahlen des Marktbeobachters Deutsche Automobil Treuhand (DAT) hervorgeht. Man gehe von einem weiteren Anstieg aus. „Der Gebrauchtwagenmarkt erlebt derzeit einen Höhenflug bei den Preisen“, berichtet ein DAT-Sprecher. Vor allem würden momentan Firmenwagen, Vermieterfahrzeuge und Kurzzulassungen fehlen, die dieses Marktsegment normalerweise auffüllen.

28.09.2021: Ford-Chef rechnet mit Engpässen bis Ende 2022

Ford stellt sich darauf ein, dass die Autobranche noch lange unter der Halbleiterknappheit leiden wird. „Ich denke, man kann mit Sicherheit sagen, dass uns voraussichtlich bis Ende kommenden Jahres wichtige Elektronik-Teile fehlen werden“, sagte Ford-Chef Jim Farley laut dpa dem TV-Sender CNBC.

28.09.2021: Hersteller bauen Fahrzeuge auf Halde

Die Halbleiterkrise führt bei Auto- und Nutzfahrzeugherstellern zu ungewohnten Abläufen in der Produktion. Sie sind gezwungen, unfertige Modelle abzustellen, um sie später nachrüsten und ausliefern zu können. Bei Daimler Truck gäbe es beispielsweise einen erheblichen Bestand an produzierten Lkw, bei denen wesentliche Teile noch fehlen, erklärt ein Unternehmenssprecher. „Diese Fahrzeuge werden von unseren Kunden dringend gebraucht. Wir würden sie auch gern ausliefern, warten aber auf die entsprechenden Teile.“ Betroffen ist unter anderem das Lkw-Werk im rheinland-pfälzischen Wörth. Bei der Pkw-Sparte Mercedes-Benz wird das Wort „Halde“ zwar offiziell vermieden. Zwischenlagerung sei durchaus normal, so eine Sprecherin, mittlerweile spricht man aber von einem zeitweise „erhöhten Aufkommen“ solcher Maßnahmen. Volkswagen handelt ähnlich: Die einzelnen Marken nutzten jede Chance zur Produktion, heißt es. „Dazu gehört auch die Möglichkeit, Fahrzeuge zunächst unfertig zu bauen, um sie unverzüglich nachzurüsten, sobald die entsprechenden Halbleiter und Bauteile wieder vorrätig sind“, erklärt ein Sprecher. Das komme aber nur infrage, falls der Mehraufwand nicht zu groß werde. Bei BMW gäbe es laut dpa ebenso Fahrzeuge, deren Bau nicht ganz beendet werde. Man reagiere schnell auf kurzfristig verfügbare Komponenten, um die Autos dann zügig fertigzustellen, erklärt eine Sprecherin.

28.09.2021: Hella kommt verhältnismäßig gut durch die Krise

Hella bestätigt die vorläufigen Ergebnisse für das erste Geschäftsjahresquartal von Anfang Juni bis Ende August 2021. „Angesichts der aktuellen Marktbedingungen war der Start ins neue Geschäftsjahr wie erwartet sehr herausfordernd. So wurde insbesondere unser Automotive-Geschäft durch weiter zunehmende Versorgungsengpässe für bestimmte Elektronikkomponenten beeinträchtigt“, sagt Hella-Chef Rolf Breidenbach. Im Segment Automotive ist der Umsatz im ersten Quartal um 7,2 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro gestiegen. Das Umsatzplus sei primär auf eine hohe Nachfrage nach Licht- und Elektronikprodukten sowie neue Serienanläufe insbesondere im chinesischen Markt zurückzuführen, so der Zulieferer. Infolgedessen konnte sich das Segment trotz der sich weiter verschärfenden Ressourcenengpässe besser entwickeln als die weltweite Fahrzeugproduktion.

27.09.2021: Halbleiterkrise bedingt höhere Mietwagenpreise

Wegen der Produktionsengpässe bei den OEMs kosten Mietautos nach Branchenangaben nun deutlich mehr. „In Deutschland liegen wir im Moment im Durchschnitt zehn bis 20 Prozent über den Preisen von 2019“, so eine Sixt-Sprecherin. Für 2022 seien die Auswirkungen der Lieferengpässe schwer abzusehen, betont der Mietwagenanbieter. Normalerweise kauften die deutschen Autovermieter den Herstellern 350.000 bis 400.000 Autos ab, „das sind zehn bis zwölf Prozent des Gesamtmarktes“, erläutert Jens Hilgerloh, Präsident des Bundesverbands der Autovermieter (BAV). Aufgrund der Halbleiterkrise würden die Lieferzeiten länger werden und Rabatte entfallen. Hilgerloh schätzt, dass 20 bis 25 Prozent der von den Vermietern in Deutschland benötigten Fahrzeuge nicht geliefert werden können und somit etwa 75.000 in den Flotten fehlen. „Die Autovermieter stehen bei den Herstellern nicht an erster Stelle“, so der BAV-Präsident. Zum einen würden die Autobauer mehr am Autoverkauf an Privatkunden verdienen, zum anderen hätten die Geschäftsbeziehungen während der Corona-Lockdowns gelitten, sagt Hilgerloh. Einige Vermieter hätten trotz Liefervereinbarungen keine neuen Fahrzeuge mehr abnehmen wollen, weil die Flotten verkleinert wurden. Nun stocken die Autovermieter wieder auf.

24.09.2021: TSMC will seine CO2-Emissionen verringern

Trotz aller Kapazitätserweiterungen will der Halbleiterhersteller TSMC bis zum Jahr 2050 keine Netto-Emissionen mehr verursachen. Detaillierte Hintergründe zu diesem Vorhaben nannte das taiwanesische Unternehmen nicht. Allerdings seien auf absehbare Zeit ebenfalls Einsparungen geplant: Ab 2025 sollen die CO2-Emissionen nicht weiter zunehmen, im Jahr 2030 dann zum Emissionsstand von 2020 zurückgekehrt werden.

24.09.2021: Porsche SE beteiligt sich Halbleiter-Spezialsiten

Die Porsche SE baut ihr Beteiligungsportfolio mit einer Investition in ProteanTecs aus dem israelischen Haifa weiter aus. Die Technologie des 2017 gegründeten Unternehmens ermöglicht die Funktions- und Leistungsüberwachung von Halbleitern und elektronischen Systemen über den gesamten Lebenszyklus von der Entwicklung bis zum Betrieb. „Aufgrund der rasanten technologischen Fortschritte und der stetig zunehmenden Anforderungen an neue Halbleitergenerationen besteht ein großes Marktpotential für die Technologie von ProteanTecs“, erklärt Lutz Meschke, Vorstand für Beteiligungsmanagement der Porsche SE. Bei der auf maschinellem Lernen basierenden Softwareplattform werden eigens entwickelte Agenten in das Halbleiterdesign integriert. Sie dienen als Sensoren und ermöglichen das Auslesen und die Analyse der Funktions- und Leistungsfähigkeit. Dadurch könne die Qualität und Zuverlässigkeit von Halbleitern gesteigert sowie die Lebensdauer verlängert werden.

24.09.2021: Hella rechnet wegen Chipmangel mit Umsatzverlust

Der weltweite Chipmangel durchkreuzt auch die Geschäftspläne von Hella. Zwar habe sich das Unternehmen im ersten Geschäftsquartal bis Ende August besser entwickelt als der Markt, dennoch kappt das Management seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Weil die OEMs infolge der Engpässe weniger Fahrzeuge bauen können, rechnet der Zulieferer bis 31. Mai 2022 nur noch mit einem Umsatz von sechs bis 6,5 Milliarden Euro. Bisher war der Vorstand von 6,6 bis 6,9 Milliarden Euro ausgegangen. Hella bekomme trotz voller Auftragsbücher die Engpässe in den globalen Liefer- und Logistikketten immer mehr zu spüren, so Hella-Chef Rolf Breidenbach. Er benennt als Probleme sowohl die weiter anziehenden Material- und Rohstoffpreise als auch pandemiebedingte Produktionsstillstände bei Chiplieferanten in Asien. Die Situation habe sich in den vergangenen Wochen "weiter verschärft".

24.09.2021: US-Regierung fordert Daten über Lieferketten

Die US-Regierung will stärker gegen die Halbleiter-Engpässe vorgehen. Jüngst gab es laut dpa eine Videokonferenz mit Top-Managern verschiedener Branchen, darunter auch Intel, Ford, General Motors und Stellantis. In einem ersten Schritt will Handelsministerin Gina Raimondo sich ein besseres Bild von der Situation verschaffen. Dafür hofft sie auf Daten aus allen Teilen der Lieferkette – von Herstellern und Abnehmern von Halbleitern, sowie Zwischenhändlern. Alle beteiligten Unternehmen wurden aufgerufen, Daten über die Entwicklung der Bestände, der Nachfrage und der Liefersituation zur Verfügung zu stellen. Die Teilnahme ist freiwillig. Raimondo betont aber, dass sie nach einer rechtlichen Grundlage für das verpflichtende Einfordern der Informationen suchen könnte, wenn es zu wenige Rückmeldungen gebe. Bisher waren viele Firmen nicht bereit, Einblicke in ihre Lieferketten zu geben.

23.09.2021: Chipmangel kostet 7,7 Millionen Fahrzeuge

Im Jahr 2021 werden aufgrund des Chipmangels weltweit insgesamt 7,7 Millionen Fahrzeuge weniger produziert. Dies prognostiziert das Beratungsunternehmen AlixPartners in einer aktualisierten Schätzung. Im Mai gingen die Analysten noch von 3,9 Millionen Automobilen aus. Dies entspreche einer Summe von 210 Milliarden US-Dollar. „Die Produktionskapazität im Chipbereich hat sich – entgegen vieler früherer Erwartungen – bislang nicht erholt und das Vorkrisenniveau ist bei weitem noch nicht erreicht. Während die OEMs dies mit zum Teil höheren Fahrzeugpreisen kompensieren können, tun sich die Zulieferer damit schwerer und sind nach unserer Einschätzung noch mehr vom Chipmangel betroffen als die OEMs“, sagt Marcus Kleinfeld, Managing Director bei AlixPartners in Deutschland.

23.09.2021: Faurecia kappt Jahresziele wegen Chipmangels

Der weltweite Chipmangel macht Faurecia schwerer zu schaffen als gedacht. Weil die Autohersteller derzeit weniger Fahrzeuge bauen können, rechnet die Faurecia-Führung für 2021 nur noch mit einem Umsatz von 15,5 Milliarden statt mindestens 16,5 Milliarden Euro. Der französische Zulieferer kalkuliert dabei mit einer branchenweiten Jahresproduktion von etwa 72 Millionen Autos – 4,8 Millionen Einheiten weniger als angenommen. Im vergangenen Jahr wurde bei 71 Millionen Fahrzeugen ein Umsatz von 14,5 Milliarden Euro erzielt.

22.09.2021: Halbleitermarkt legt 2021 kräftig zu

Das Marktforschungsinstitut IDC prognostiziert, dass der Halbleitermarkt im Jahr 2021 um 17,3 Prozent zulegt – 2020 waren es 10,8 Prozent. Dabei werden die Wafer-Preise weiterhin ansteigen, so die Experten. Im Automobilsektor seien sogar Umsatzanstiege bei Halbleitern von 22,8 Prozent zu erwarten, da die Engpässe zum Jahresende gemildert werden könnten.  Normalität werde in der Industrie, laut den Marktforschern, trotzdem erst Mitte 2022 einkehren. Im Jahr 2023 bestehe sogar das Potenzial für Überkapazitäten. 2025 könnte der Halbleitermarkt dann ein Volumen von 600 Milliarden US-Dollar ausmachen.

22.09.2021: Maschinenbauer in NRW prüfen Lieferketten

Probleme in den Lieferketten bremsen den Aufschwung der Maschinenbauindustrie in Nordrhein-Westfalen. Wie aus einer Mitgliederbefragung des Branchenverbands VDMA hervorgeht, beklagen über 85 Prozent „merkliche oder gravierende Behinderungen“ und berichten von Zulieferengpässen bei Elektronikkomponenten. Viele Unternehmen planen deshalb, ihre Lieferketten neu auszurichten: 29 Prozent wollen das generell und 52 Prozent zumindest für kritische Teile tun. 82 Prozent der Befragten wollen ein breiteres Lieferantennetzwerk unterhalten, 77 Prozent mehr Material im Lager vorhalten und 45 Prozent stärker auf die geografische Verteilung der Lieferanten achten.

22.09.2021: VW-Stammwerk verlängert Kurzarbeit

Der Mangel an Mikrochips und Elektronik-Bauteilen hat im Volkswagen-Stammwerk Wolfsburg auch in der kommenden Woche eine deutlich gebremste Produktion sowie Kurzarbeit zur Folge. Bis Donnerstag würde demnach nur an der Montagelinie 3 in der Frühschicht gearbeitet. Die anderen Bänder stünden dann still, so ein Unternehmenssprecher. Der Autobauer begründet den Schritt erneut mit der anhaltend eingeschränkten Liefersituation bei Halbleitern.

22.09.2021: Daimler kämpft um jeden Lkw

Die Halbleiterkrise belastet auch das Lkw-Geschäft von Daimler. „Wir kämpfen um jeden Lkw“, zitiert die Automobilwoche die Truck-Europachefin Karen Radström. Ab Oktober sollen im Daimler-Werk Wörth die ersten elektrischen Actros produziert werden.

22.09.2021: VW-Tochter rechnet mit schwachem Quartal

Die Volkswagen-Nutzfahrzeugtochter Traton rechnet in diesem Quartal mit deutlich schwächeren Verkäufen als geplant. Die Knappheit bei Chips und anderen wichtigen Teilen hätten seit Ende August zu einem verringerten Absatz geführt, insbesondere der September leide darunter, so das Unternehmen. Die Situation könnte bis ins kommende Jahr anhalten. Betroffen seien davon alle Marken der Gruppe: MAN, Scania, Navistar und die brasilianische Sparte VW Caminhões e Ônibus. „Wir haben bereits Mittel ergriffen, um die Versorgungsengpässe so weit wie möglich abzufedern“, sagt Traton-Chef Matthias Gründler. Vor allem die Corona-Lage in Malaysia belaste die Versorgung mit Halbleitern, da das Land ein wichtiger Standort der Chipfertiger ist.

20.06.2021: Neue Infineon-Chipfabrik in Villach trifft auf hohe Nachfrage

Der Halbleiterkonzern Infineon setzt große Hoffnungen in seine neue Chipfabrik im österreichischen Villach. Die Nachfrage sei jedenfalls groß: „Die Kunden reißen uns die Chips aus der Hand, das Timing ist perfekt“, sagt Infineon-Vorstand Jochen Hanebeck. Rund 1,6 Milliarden Euro hat das Werk gekostet. Die Kapazitäten müssen innerhalb der nächsten Jahre zunächst voll aufgebaut werden, künftig soll die Villacher 300-mm-Dünnwafer-Fabrik mit dem Standort in Dresden zu einer virtuellen Mega-Fabrik zusammengeschlossen werden. Beide Fabriken zusammen hätten im Endausbau ein Umsatzpotenzial von 5 Milliarden Euro jährlich.

20.09.2021: Subaru verlängert Produktionsstopp

Subaru verlängert seinen temporären Produktionsstopp am Standort im japanischen Gunma. Der Wiederanlauf des Hauptwerks, des Werks Yajima sowie des Motoren- und Getriebewerk Oizumi sei nun für den 23. September geplant, teilt der OEM mit. Damit wäre die Produktion für zwölf Tage ausgesetzt gewesen.

20.09.2021: Skoda drosselt Produktion wegen Chipmangels

Skoda setzt wegen des Halbleitermangels die Produktion in zwei Werken für einen kurzen Zeitraum aus. Im Stammwerk in Mlada Boleslav sowie in Kvasiny stehen die Bänder vom 27. September an für eine Woche still. Hintergrund der Lieferschwierigkeiten bei den Chips seien unter anderem gestiegene Corona-Zahlen in Produktionsländern wie Malaysia, hieß es. Bis zum Jahresende rechne man mit einer gewissen Verbesserung bei den Lieferketten.

20.09.2021: Autohändler sorgen sich um Lieferkrise

VW- und Audi-Händler blicken mit Sorge in die Zukunft. „Die nächsten Monate werden nicht einfach, das Tempo des ersten Halbjahres werden wir nicht halten können. Die Kosten sind da, die Autos nicht. Aus der Halbleiterkrise wird eine echte Lieferkrise", zitiert die Automobilwoche den Präsidenten des VW- und Audi-Partnerverbands, Dirk Weddigen von Knapp, aus internen Verbandsnachrichten.

16.09.2021: Bitkom begrüßt EU-Pläne hinsichtlich Mikrochips

Die Pläne der EU-Kommission, ein europäisches Wirtschaftssystem für Mikrochips aufzubauen, finden Anklang beim Digitalverband Bitkom. „Die anhaltenden Lieferengpässe von Chips und die Abhängigkeit von außereuropäischen Produzenten sind ein Risiko für die europäische Wirtschaft“, warnt Bitkom-Präsident Achim Berg. Die Corona-Pandemie sei jedoch nur ein Teil der Erklärung. Der Mangel habe im Wesentlichen strukturelle Ursachen. Laut Berg sei es höchste Zeit, dass die EU-Staaten ihre Kräfte bündeln, um eigene Kapazitäten zur Chip-Produktion aufzubauen sowie Forschung und Entwicklung zu fördern. Es müsse jedoch allen bewusst sein, dass europäische Chip-Hersteller für den Weltmarkt produzieren und nicht auf Fingerschnipp hin ihre Lieferungen zu EU-Kunden umlenken können, so Berg.

16.09.2021: VDMA rechnet mit schwächerem Umsatzwachstum

Während sich die Auftragsbücher im Maschinen- und Anlagenbau in den vergangenen Monaten gut gefüllt haben, kämpfen viele Unternehmen mit zunehmenden Material- und Lieferengpässen. 81 Prozent der Maschinenbaufirmen hätten mittlerweile merkliche oder gravierende Beeinträchtigungen in ihren Lieferketten, betont VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Drastisch zugenommen hätten insbesondere Knappheiten bei Elektronikkomponenten. Eine Entspannung sei in den kommenden drei Monate nicht zu erwarten. „40 Prozent der befragten Maschinenbaufirmen rechnen sogar mit zunehmenden Problemen, 52 Prozent mit gleichbleibenden Herausforderungen“, erläutert Wiechers. Der Verband geht für 2022 daher von einem etwas schwächeren Produktionszuwachs von real fünf Prozent aus.

Jedoch werde all das, was aus Knappheitsgründen momentan nicht gefertigt werden kann, im nächsten Jahr umgesetzt, prognostiziert der VDMA-Chefvolkswirt. In diesem Sinne können laut VDMA derzeit neun von zehn Firmen weniger umsetzen, als es ohne Produktionsbehinderungen möglich wäre. Knapp die Hälfte der Maschinenbauer beziffert die Verringerung des Umsatzwachstums 2021 infolge von Materialengpässen deshalb auf ein bis fünf Prozentpunkte, mehr als ein Viertel macht sogar einen Abschlag von fünf bis zehn Prozent. Als Folge planen mehr als 70 Prozent der Betriebe, Änderungen in den Lieferketten vorzunehmen. Dies bedeute vor allem, das Zulieferernetzwerk - auch geografisch - zu vergrößern, die Lagerhaltung zu erhöhen und alternative Lieferwege zu suchen, so der VDMA.

16.09.2021: Globalfoundries will Produktion von Autochips verdoppeln

Der US-Chipauftragsfertiger Globalfoundries will seine Produktion dieses Jahr deutlich ausweiten. Das Unternehmen wolle mindestens doppelt so viele Chips für die Autoindustrie ausliefern wie im vergangenen Jahr, zitiert die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei den für Autochips zuständigen Manager Mike Hogan. Auch TSMC und Samsung hatten angesichts der hohen Nachfrage Milliardeninvestitionen angekündigt. Chipfertiger wie Globalfoundries und TSMC produzieren ihre Chips unter anderem im Auftrag von Halbleiterkonzernen wie Infineon und STMicro.

16.09.2021: Chipmangel schmälert Japans Exportwachstum

Japans Exportwachstum hat sich im August unter anderem aufgrund des Chipmangels in der Autoproduktion stärker abgeschwächt als erwartet. Die Ausfuhren seien zwar im Vergleich zum Vorjahr um 26,2 Prozent gestiegen, teilt das Finanzministerium mit, doch der sechste monatliche Zuwachs in Folge fiel deutlich geringer aus als in den Vormonaten. Experten hatten mit einem langsameren Exportanstieg gerechnet, dabei aber ein Plus von mehr als 30 Prozent erwartet.

16.09.2021: Stromausfall legt Dresdner Chiphersteller lahm

Zwei Tage nach dem großen Stromausfall in Dresden läuft beim Chiphersteller Infineon die Produktion wieder an. „Beide Fertigungslinien werden schrittweise wieder hochgefahren“, sagt Unternehmenssprecher Christoph Schumacher. Bis die Produktion wieder unter Volllast fahre, werde es aber noch dauern. Einen konkreten Zeitraum nannte er nicht. „Wir haben ein Notstromaggregat für sicherheitskritische Anlagen“, so Schumacher. Pumpen, Notbeleuchtungen sowie IT-Systeme seien weitergelaufen. Die Produktion fiel hingegen aus. Der nicht weit entfernte Halbleiterhersteller Globalfoundries hat hingegen zwei eigene Energieversorgungszentren - unabhängig vom öffentlichen Netz. „Das hat uns vor großem Schaden bewahrt“, betont Unternehmenssprecher Jens Drews. Auch das neue Bosch-Halbleiterwerk bekam die Auswirkungen des großflächigen Stromausfalls zu spüren: „Die vorhandene Notstromversorgung ist umgehend in Betrieb gegangen und konnte die allerwichtigsten Gebäude- und Sicherheitsfunktionen im Werk Dresden aufrechterhalten“, so eine Sprecherin. Die Produktion hingegen fiel ebenfalls aus - die Anlagen wurden am späten Montagnachmittag kontrolliert wieder hochgefahren.

15.09.2021: Von der Leyen fordert Wirtschaftssystem für Mikrochips

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will ein europäisches Wirtschaftssystem für Mikrochips aufbauen. Damit sollen der Halbleitermangel angegangen und die Unabhängigkeit Europas gestärkt werden. Hierzu werde ein Gesetz vorgestellt werden, ließ von der Leyen durchblicken.

13.09.2021: Vitesco erwartet Umsatzbelastung durch Chipkrise

Der kurz vor der Börsennotierung stehende Autozulieferer Vitesco rechnet im Geschäftsjahr 2021 mit einer deutlichen Umsatzbelastung durch die Chipkrise. „Das macht für uns schon einen wesentlichen Betrag am Umsatz 2021 aus“, so Vorstandschef Andreas Wolf der Wirtschaftszeitung Euro am Sonntag. Der Engpass bei Computerchips habe die guten Perspektiven für die ganze Branche „massiv eingebremst“. Der globale Automarkt werde in diesem Jahr statt prozentual zweistellig nur noch einstellig zulegen. Aus Sicht von Wolf zeichnen sich bei dem Chipengpass noch zwei bis drei schwierige Monate ab. „Vielleicht gibt es bis Anfang 2022 eine leichte Entspannung, weil Chiphersteller ihre Kapazitäten ausbauen“, hofft er. „Das heißt aber nicht, dass wir dann den Normalzustand erreicht haben.“

13.09.2021: Skoda baut 100.000 Autos weniger

Die Volkswagen-Tochter Skoda kann nach den Worten von Spartenchef Thomas Schäfer wegen fehlender Halbleiter in diesem Jahr 100.000 Autos nicht bauen. „Der Chipmangel schmerzt enorm, auch weil die Nachfrage nach unseren Autos weiterhin sehr hoch ist“, sagte Schäfer der Augsburger Allgemeinen. Er hoffe, dass sich die Lage in den kommenden Wochen etwas entspannt, nachdem in Malaysia wieder mehr Chips produziert werden könnten. „Die Chipkrise wird sich noch in das kommende Jahr hineinziehen, aber hoffentlich nicht mehr in der Stärke wie 2021“, so Schäfer.

10.09.2021: Toyota kappt Auslieferungsziel

Der andauernde Halbleitermangel lässt Toyota auf die Bremse treten. Für das bis März laufende Geschäftsjahr rechne der Vorstand aufgrund heruntergefahrener Kapazitäten nur noch mit einer Produktion von neun Millionen Fahrzeugen, teilt der japanische Autobauer mit. Zuvor hatte das Management gut 300.000 Exemplare mehr in Aussicht gestellt. Die Knappheit an Halbleitern sei auf die Ausbreitung des Coronavirus in Südostasien zurückzuführen. Das operative Ergebnisziel von umgerechnet 19,2 Milliarden Euro bleibe allerdings bestehen.

09.09.2021: Halbleiterkrise betrifft 91 Prozent der Autoindustrie

Der Materialmangel in der deutschen Industrie hat sich laut dem Ifo-Institut weiter verschärft. Immer mehr Unternehmen gäben ihre gestiegenen Einkaufspreise an ihre Kunden weiter. Halbleiter und Mikrochips würden demnach bei 91,5 Prozent der Autohersteller und -zulieferer sowie bei 84 Prozent der Hersteller elektrischer Ausrüstungen fehlen.

08.09.2021: Intel-Chef prognostiziert Chip-Boom bis 2030

Intel-CEO Pat Gelsinger prognostiziert während seiner Keynote auf der IAA in München, dass die Halbleiter bis 2030 über 20 Prozent der Gesamtkosten bei Premium-Fahrzeugen ausmachen werden. Der Umsatz mit Automobil-Halbleitern würde sich demnach bis zum Ende des Jahrzehnts mehr als verdoppeln wird - auf 115 Milliarden US-Dollar. „Diese neue Ära der anhaltenden Nachfrage nach Halbleitern erfordert eine mutige und weitsichtige Denkweise”, so Gelsinger. Europa habe massiv Anteile an der weltweiten Halbleiterproduktion verloren. Bis 2030 sollen diese von derzeit neun Prozent auf rund 20 Prozent ansteigen. Intel werde innerhalb der nächsten zehn Jahre zwei neue Halbleiterfabriken mit einem Investitionsvolumen von bis zu 80 Milliarden Euro in Europa bauen. Zudem werde das Unternehmen weiter in seinen irischen Standort investieren, dort feste Foundry-Kapazitäten vorhalten und das neue Intel Foundry Services Accelerator Programm starten. Mit diesem sollen Chipentwickler in der Autoindustrie beim Übergang zu fortschrittlicheren Nodes unterstützt werden.

08.09.2021: Toyota fährt Produktion nur langsam wieder hoch

Der Mangel an Halbleitern bremst weiter die Pkw-Produktion im Toyota-Werk im tschechischen Kolin aus. Nach der um drei Wochen verlängerten Sommerpause laufen die Fließbänder zwar wieder an, wie ein Sprecher des Autobauers bestätigte. Doch sollen in dieser Woche nur mehrere Hundert Autos gefertigt werden. Vor der Chipkrise waren es bis zu tausend Fahrzeuge am Tag gewesen. Man werde die Lage anhand von Informationen der Zuliefererfirmen jeden Tag neu bewerten, sagte der Sprecher weiter. In Kolin, das knapp 60 Kilometer östlich von Prag liegt, stellen die Japaner unter anderem den Kleinwagen Aygo her. In dem Werk sind mehr als 3.000 Menschen beschäftigt. Von dem Halbleitermangel ist die ganze Autobranche betroffen, sodass Werke verschiedener Hersteller immer wieder die Produktion unterbrechen müssen.

07.09.2021: PwC sieht Produktionspläne der Autobauer skeptisch

Die Unternehmensberatung PwC beurteilt die Produktions- und Absatzpläne der Autoindustrie angesichts der Halbleiterkrise mit großer Skepsis. Der Ausbau von Halbleiter-Produktionsanlagen dauere bis zu zwei Jahre, der Bau neuer Werke sogar fünf Jahre - deshalb sei „keine kurzfristige Erholung der Versorgung mit Halbleitern zu erwarte“, so PwC-Experte Tanjeff Schadt. „Die negativen Effekte der Halbleiterkrise sind enorm und erreichen bislang fast 50 Prozent der Effekte durch Covid-19 aus dem Jahr 2020“, ergänzt PwC-Autobranchenexperte Thomas Steinberger. Schon im ersten Halbjahr seien 4,0 Millionen Autos weniger gebaut worden als geplant. Volkswagen lag demnach 21 Prozent unter Plan, Ford 18 Prozent, Stellantis 15 Prozent, GM zwölf Prozent, Daimler zwei Prozent. BMW trifft es erst jetzt. Angesichts kurzfristiger Produktionsausfälle und der Lage bei den Zulieferern seien die geplanten Steigerungen im dritten und vierten Quartal „kritisch zu hinterfragen“, warnen die Experten. Vor allem kleine Zulieferer mit einer hohen Abhängigkeit von einzelnen Regionen, Autoherstellern und Fahrzeugklassen müssen sich laut PwC auf große Schwankungen einstellen.

07.09.2021: Anhaltende Chipkrise besorgt VW-Chefaufseher

Das Fehlen größerer Mengen von Elektronik-Bauteilen dürfte nach jetziger Einschätzung wohl nicht so rasch vorbei sein, erklärt Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch. „Wir müssen uns damit auseinandersetzen, dass wir bis ins erste Halbjahr 2022, vielleicht auch noch weitergehender mit Auswirkungen zu rechnen haben.“ Pötsch betont, die Fabriken der großen Chipproduzenten würden „rund um die Uhr gefahren werden - da gibt es aktuell keine größeren Spielräume“. Autobauer hatten den künftigen Bedarf unterschätzt und daher vielerorts Lieferverträge storniert. Rasche Neubauten von Chipfabriken hält er für eher unrealistisch: „Der Bau zusätzlicher Halbleiterfabriken kostet Zeit, unter zwei bis drei Jahren ist meist nichts möglich. Und die Investitionsdimensionen sind enorm.“ Parallel dazu werde die Nachfrage zulegen: „Der mittelfristige Bedarf an Halbleitern wird größer sein, als er noch vor kürzerer Zeit eingeschätzt worden ist.“ Der VW-Chefaufseher sprach sich in diesem Sinne für ein koordiniertes Vorgehen zwischen den EU-Staaten aus, um dem Thema mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

06.09.2021: Daimler erwartet Entspannung der Chipkrise erst 2023

Daimler-Vorstandschef Ola Källenius erwartet etwas Entspannung, aber noch kein Ende der Halbleiterkrise. Die jüngsten Corona-Lockdowns in Malaysia hätten Mercedes-Benz im laufenden Quartal getroffen und „die Situation ist volatil“, so Källenius. Er hoffe, dass es im vierten Quartal besser werde, aber die Nachfrage nach Halbleitern werde auch nächstes Jahr höher sein als die weltweite Produktionskapazität. Dies sei ein strukturelles Problem und habe nichts mit der Pandemie zu tun. Erst 2023 erwarte er eine deutliche Entspannung.

05.09.2021: Brose kann Aufträge nicht in Umsatz ummünzen

Brose dämpft angesichts des weltweiten Chip-Mangels die Erwartungen. "Nach einem guten Start in das Geschäftsjahr macht sich die Halbleiterkrise seit Juli so richtig bemerkbar", so Brose-Chef Ulrich Schrickel gegenüber der Automobilwoche. Derzeit sei eine zuverlässige Prognose trotz Rekordjahr bei den Auftragseingängen schwierig, da viele OEMs ihre Werke vorrübergehend schließen „Wir planen noch mit rund 5,5 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr lagen wir bei 5,1 Milliarden Euro“, verdeutlicht der Brose-Chef mit Blick auf den Umsatz. Wenn es im Jahresverlauf zu keiner Beruhigung der Halbleitersituation komme, müsse die Prognose womöglich nach unten korrigiert werden. Aufträge und Markt seien vorhanden, um deutlich über sechs Milliarden Euro Umsatz erzielen zu können, betont Schrickel. „Wir schätzen, dass die Auswirkungen bis Anfang 2022 zu spüren sein werden.“

03.09.2021: Daimler-Chef prognostiziert geringeren Absatz

Der anhaltende Halbleitermangel bremst nach Einschätzung von Daimler-Chef Ola Källenius den Absatz des Stuttgarter Autobauers. „Mit den Werkschließungen bei Halbleiterlieferanten in Malaysia und anderswo ist die Herausforderung nun noch größer geworden“, sagte der Manager der Automobilwoche. Die Autoverkäufe würden im dritten Quartal „voraussichtlich spürbar“ unter denen des zweiten Jahresviertels liegen. Wie lange die Halbleiterkrise das Geschäft der Autobauer noch beeinträchtigen könnte, wagte der Daimler-Chef nicht vorherzusagen. Längerfristige Prognosen seien sehr schwierig. „Wichtig ist, dass die Nachfrage nach den Fahrzeugen da ist. Irgendwann wird auch das Problem der Halbleiter gelöst sein.“

03.09.2021: Halbleitermangel sorgt weiter für Kurzarbeit bei VW

Im Volkswagen-Werk Emden sollen nur eine Woche nach dem Ende Werksferien die Bänder wieder stillstehen. Für die kommende Woche ist bereits Kurzarbeit angemeldet worden. Es komme vor allem der Halbleiternachschub aus Südostasien ins Stocken, berichtet Emdens Betriebsratsvorsitzender Manfred Wulff. Laut ihm hätten in Emden durch die Vielzahl an Kurzarbeitstagen mehr als 40.000 Fahrzeuge nicht gebaut werden können. An den Standorten Zwickau und Dresden, die zuletzt auch von Kurzarbeit betroffen waren, soll die Fertigung nächste Woche dagegen wieder normal laufen. Wegen fehlender Halbleiter hatte VW die Kurzarbeit im Stammwerk Wolfsburg zuletzt bis zum 5. September verlängert. Dort läuft die Produktion daher nur eingeschränkt. Wie es in der kommenden Woche weitergeht, blieb zunächst offen.

03.09.2021: Daimler schmeißt Produktion an mehreren Standorten wieder an

Nach Unterbrechungen in mehreren Mercedes-Werken fährt Daimler die Maschinen kommende Woche wieder hoch. Einzig am Standort Sindelfingen werde die Produktion wie bisher weiter in Teilbereichen stillstehen, teilt der Konzern mit. Alle anderen Werke sollen wieder „nahezu uneingeschränkt“ laufen. Das bedeutet, dass an den Mercedes-Standorten in Bremen, Rastatt sowie im ungarischen Kecskemét - anders als diese Woche - voll gearbeitet werden soll.

02.09.2021: Vauxhall-Manager hält an Lieferketten-Management fest

Die fehlenden Halbleiter in der Autoindustrie werden in den nächsten zwei bis drei Monaten weiterhin ein Problem sein, meint Paul Willcox, Managing Director der Opel-Schwestermarke Vauxhall. Gegenüber der BBC prognostizierte er, dass die Krise mindestens bis zum Jahresende anhalten wird. Die damit verbundenen Produktionsausfälle würden jedoch nicht zu der Notwendigkeit führen, die globalen Lieferketten grundlegend zu verändern. Vielmehr werden sich die schlanken Produktionsprozesse kurz- bis mittelfristig nicht ändern, so Willcox. „Vielleicht müssen wir auf mehr Stabilität in Bezug auf unsere vertraglichen Vereinbarungen achten, aber ich sehe keine fundamentalen Wandel in der Handlungsweise.“ Die Situation zeige lediglich auf, dass man „in einer Krise ziemlich verwundbar sein kann“. So standen auch in den beiden britischen Opel-Werken Ellesmere Port und Luton zeitweise die Bänder still.

02.09.2021: Ford muss Fiesta-Produktion erneut stoppen

Halbleiter-Engpässe machen auch Ford weiter zu schaffen. Man setze die Produktion in Köln ab heute vorerst für gut zwei Wochen aus, teilt das Unternehmen mit. Bei der Fiesta-Montage fehlen demnach Türmodule, die wiederum nicht angeliefert wurden, da deren Hersteller keine Halbleiter aus Malaysia bekommt. Die Ford-Bänder hatten aus diesem Grund schon in der vergangenen Woche stillgestanden, die Wiederaufnahme der Arbeit für zwei Tage war ein kurzes Intermezzo.

02.09.2021: Branchenxperte warnt vor Krise nach der Krise

Während sich die Auftragsbücher füllen, können die Autobauer nicht genügen Fahrzeuge produzieren und müssen ihre Bänder tage- oder wochenweise anhalten, weil Halbleiter und Mikrochips fehlen. In zwei Jahren dürfte die Chip-Krise ausgestanden sein, doch dann drohe schon der nächste Engpass, meint Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer. Seines Erachtens wird die starke Nachfrage nach E-Autos ab 2024 „zu einer Verknappung des Batterie-Zellangebots führen“. Egal ob bei Halbleiter- oder Zellfabriken – es gebe keinen „Zauberstab“, der die Fabriken über Nacht aus dem Boden wachsen lasse.

02.09.2021: Lieferengpässe trüben Stimmung der Autoindustrie

Die Stimmung der deutschen Autoindustrie hat sich laut einer Ifo-Umfrage im August verschlechtert – auf den schlechtesten Wert seit April. „Das zeigt, dass die Autobranche nach wie vor unter Lieferengpässen von Vorprodukten leidet, insbesondere bei Chips“, so der Leiter des Ifo-Zentrums für Industrieökonomik, Oliver Falck.

02.09.2021: Mahle befürchtet volatiles Halbjahr

Mahle hat im ersten Halbjahr erstmals seit 2018 wieder einen kleinen Gewinn von knapp 55 Millionen Euro verbucht, blieb aber unter der Umsatzmarke von sechs Milliarden Euro. Beim Ausblick aufs zweite Halbjahr gab sich der Zulieferer vorsichtiger. Dieses könne wegen Risiken wie hoher Rohstoffpreise und weiterer Halbleiter-Engpässe "volatiler" werden.

02.09.2021: Politiker fordern mehr deutsche Chip-Fabriken

Wirtschaftsminister Peter Altmaier will die Produktion von wichtigen Mikrochips in Deutschland deutlich ausweiten. Ziel sei es, mehr technologische Souveränität zu erlangen und Abhängigkeiten zu verringern. Da Mikrochips zu bezahlbaren Preisen zu einer Wettbewerbsfrage werden, befinde sich die Bundesregierung aber auch im Gespräch mit großen ausländischen Investoren. Europas Marktanteil an der weltweiten Chipproduktion solle bis 2030 auf 20 Prozent verdoppelt werden. Dies bedeute wegen der gleichzeitig stark steigenden weltweiten Produktion eine Verdrei- oder Vervierfachung der Produktion in Deutschland. Geplant ist ein zweites europäisches Großprojekt. Die Bundesregierung habe dafür laut Altmaier bisher rund drei Milliarden Euro an Fördermitteln im Haushalt eingeplant. Diese Summe könne nach Bedarf auf fünf bis zehn Milliarden Euro steigen. Auch SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz sieht in der Finanzplanung Mittel für den Aufbau einer Halbleiter-Produktion vor: „Aber wir müssen dafür sorgen, dass es jetzt auch wirklich klappt, dass etwas angepackt wird und nicht nur Geld bereitsteht.“

30.08.2021: Daimler weitet Kurzarbeit wieder deutlich aus

Angesichts der anhaltenden Chipkrise weitet Daimler ab dieser Woche die Kurzarbeit an mehreren Standorten aus. In den Mercedes-Werken in Bremen, Rastatt sowie im ungarischen Kecskemét und teils in Sindelfingen werde die Produktion stillstehen, so der Autobauer. Letzte Woche ruhten bereits die Maschinen in Bremen und in Teilbereichen des Sindelfinger Werks. Die vier Produktionsstätten waren schon mehrfach von Kurzarbeit und Stillständen betroffen.

30.08.2021: PVA TePla erhält neuen Auftrag von Siltronic

PVA TePla verzeichnet eine deutlich steigende Nachfrage nach Produktionsanlagen aus der Hableiterindustrie und erwartet in diesem Sinne eine vielversprechende Entwicklung für die nächsten Jahre. „Der nun erhaltene Auftrag von unserem langjährigen Kunden Siltronic, der im Rahmen seiner kürzlich bekannt gegebenen Investition seine Halbleiter-Waferfertigung in Singapur deutlich ausbaut, unterstreicht diesen Markttrend',so der Vorstandsvorsitzende des hessischen Unternehmens, Manfred Bender.

26.08.2021: VW verlängert Kurzarbeit wegen fehlender Halbleiter

Die Produktion im Volkswagen-Stammwerk in Wolfsburg läuft wegen fehlender Halbleiter eingeschränkt weiter. Die Kurzarbeit wurde bis zum 5. September verlängert, erklärt ein Unternehmenssprecher. Es solle auf allen Fertigungslinien nur in einer Schicht produziert werden. Neben dem Stammwerk in Wolfsburg seien auch die Standorte Zwickau und Dresden betroffen.

26.08.2021: Britische Autoproduktion erreicht neuen Tiefststand

Die Society of Motor Manufacturers and Traders (SMMT) hatte bereits die besorgniserregenden Absatzzahlen der britischen Autobauer im Juli verkündet, nun folgt das Pendant für die Produktionszahlen: Nach einem historisch schlechten Monat im Juni, sei der Juli gar der schlechteste Monat seit dem Jahr 1956. Grund für den Rückgang ist vor allem der anhaltende Chip-Mangel sowie das Quarantäneerfordernis für viele Mitarbeiter. Die Hersteller produzierten 37,6 Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahresmonat, der noch stärker von der Coronakrise geprägt war. „Diese Zahlen spiegeln die extrem harten Bedingungen wieder, denen britische Autohersteller sich gegenüber sehen“, betont SMMT-Chef Mike Hawes. „Während der Einfluss der Pingdemic abnehmen wird, weil sich die Quarantäneregeln geändert haben, gibt es bei dem weltweiten Mangel an Chips wenig Aussichten auf Erholung.“

25.08.2021: Opel unterbricht Produktion in Eisenach

Opel hat die Mitarbeiter des Werks Eisenach bis Freitag in Kurzarbeit geschickt. Der Produktionsstopp resultiere aus einem Mangel an elektrischen Komponenten, die ein Zulieferer aus Malaysia aufgrund eines Corona-Ausbruchs nicht liefern könne, so das Branchenportal Elektroniknet. Auch Toyota hatte die Corona-Situation in Malaysia jüngst als einen der Gründe für den Chip-Mangel genannt.

23.08.2021: Infineon erhöht Preise für Halbleiter

Infineon stimmt seine Kunden aufgrund gestiegener Fertigungskosten auf höhere Preise für Halbleiter ein. Dies verkündete Infineon-Chef Reinhard Ploss gegenüber der Wirtschaftswoche. Der Halbleiterhersteller habe selbst mit höheren Kosten zu tun, weil er nicht alle Chips selbst fertige. „Diese Kosten müssen wir natürlich weitergeben“, so Ploss. Als einen der Gründe für die Chip-Knappheit identifiziert er die bisherige Preispolitik: „Wenn die Chips zu sehr niedrigen Preisen gehandelt werden, dann ist der Anreiz, mehr Kapazitäten zu schaffen, sehr gering.“ Laut dem Infineon-Chef werde die Chipkrise im Sinne dessen bis ins Jahr 2022 andauern.

23.08.2021: Streik im Bahn-Güterverkehr verschärft Engpässe

Der Streik im Güterverkehr der Deutschen Bahn verschärft aus Sicht des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) die Engpässe in der Industrie weiter. „Das dürften früher oder später auch die Verbraucher spüren, etwa beim Bau oder dem Autokauf“, so der Leiter der Verbandssektion Logistik, Carsten Knauer. Mit dem Streik würde sich etwa der Chip-Engpass verschärfen. Transportalternativen gebe es kaum. „Jeder Verkehrsträger ist total überbucht und die Preise gehen durch die Decke“, betont Knauer. „Es ist aktuell kurzfristig so gut wie unmöglich, Verkehre auf die Straße zu verlagern.“ Ähnlich hatte sich bereits Ende der Woche der Bundesverband Spedition und Logistik (DSLV) geäußert. Allerdings sieht Knauer auch die Unternehmen in der Pflicht, für solche Fälle vorzubeugen und die eigenen Lagerkapazitäten auszubauen: „Ich kann es nicht verstehen, warum Unternehmen nicht mehr in Richtung Lager gehen. Ja, es kostet Geld, aber am Ende muss es sein. Ein Streik reicht schon aus, und es kommt nichts mehr nach."

Ein Toyota-Mitarbeiter mit Helm überprüft eine Oberfläche.
Toyota produziert im September 400.000 Autos weniger als geplant. Bild: Toyota

23.08.2021: Toyota produziert 400.000 Autos weniger

Toyota fährt seine weltweite September-Produktion um 40 Prozent zurück, berichtet das Nachrichtenportal Nikkei. Ursprünglich waren 900.000 Autos geplant – nun sind es eine halbe Million. Schuld seien neben dem Chip-Mangel vor allem die Auswirkungen der Corona-Pandemie in Malaysia und Vietnam. Von der Produktionskürzung betroffen sind jedoch auch vierzehn japanische Fertigungslinien, etwa in der Takaoka-Fabrik in der Präfektur Aichi. In Nordamerika, China, Europa und weiteren Regionen werden insgesamt 220.000 Fahrzeuge weniger gebaut. Das Produktionsziel und die Gewinnprognose für das Geschäftsjahr hat der Autobauer allerdings nicht geändert. Die Experten von Baader Europe führen dies auf das bisherige Lieferkettenmanagement zurück. Demnach sei Toyota bisher kaum von Engpässen betroffen gewesen, die aktuelle Situation wirke sich deshalb nur in geringem Maße negativ auf die Geschäftszahlen des zweiten Halbjahrs aus.

20.08.2021: Audi muss 10.000 Beschäftigte in Kurzarbeit schicken

Aufgrund fehlender Halbleiter müssen bei Audi in Ingolstadt und Neckarsulm rund 10.000 Beschäftigte ihren Sommerurlaub verlängern und in Kurzarbeit. Wie ein Unternehmenssprecher sagt, können mehrere tausend eingeplante Autos nicht gebaut werden. Im Stammwerk Ingolstadt stehen demnach alle Bänder bis zum 30. August still: Auf der Linie 1 wegen Umbauarbeiten für den Produktionsstart des vollelektrischen Q6 etron, auf den beiden anderen Linien wegen Chipmangels. Betroffen seien 6.000 Mitarbeiter. In Neckarsulm steht der größere Teil der Produktion mit etwa 4.000 Mitarbeitern mehrere Tage lang wegen Chip-Mangels. Für September hat Audi ebenfalls vorsorglich Kurzarbeit angemeldet, aber zugleich Zusatzschichten an mehreren Wochenenden geplant. "Man muss von Woche zu Woche planen. In der Vergangenheit mussten auch schon geplante Zusatzschichten wieder abgesagt werden", erklärt der Sprecher.

20.08.2021: Teilemangel zwingt VW-Stammwerk zu Kurzarbeit

Wegen des Mangels an Halbleiter-Bauteilen wird die Produktion im Volkswagen-Stammwerk Wolfsburg nach der Sommerpause nur eingeschränkt anlaufen. Wie ein Sprecher des Unternehmens mitteilt, soll auf allen Fertigungslinien in der kommenden Woche nur in einer Schicht produziert werden. Es werde Kurzarbeit beantragt.

19.08.2021: Hella ist trotz Krise zuversichtlich

Hella konnte den Umsatz im Automotive-Segment im abgelaufenen Geschäftsjahr um 11,6 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro steigern. Für das laufende Geschäftsjahr von Juni bis Mai erwartet der Zulieferer, der bald von Faurecia übernommen wird, eine weitere Steigerung um mindestens 1,1 Milliarden Euro. „Die Marktentwicklung ist weiterhin durch sehr hohe Unsicherheiten geprägt. So wird die weltweite Fahrzeugproduktion insbesondere durch die massiven Ressourcenengpässe in den globalen Liefer- und Logistikketten beeinflusst. Das wird sich auch auf unser Geschäft auswirken“, sagt CEO Rolf Breidenbach. „Aufgrund unser guten strategischen sowie technologischen Aufstellung sind wir jedoch zuversichtlich, dass wir auch in diesem anspruchsvollen Umfeld unsere Geschäftsentwicklung erfolgreich fortsetzen und stärker als der Markt wachsen werden.“

19.08.2021: Geely will Krise durch neue Modelle ausgleichen

Die Einführung neuer Fahrzeuge soll die Auswirkungen des weltweiten Chipmangels und weiterer Coronafolgen bei Geely ausgleichen. Der chinesische OEM will im Gesamtjahr 1,53 Millionen Autos verkaufen, warnt aber zugleich vor der aktuellen Situation. „Die jüngste Verschärfung der Chipknappheit und das weltweite Wiederauftreten von Covid-19-Fällen könnten unsere Verkaufsleistung in den nächsten Monaten erheblich gefährden“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters den Autobauer.

18.08.2021: Globalfoundries-CEO glaubt nicht an baldiges Ende der Chipkrise

Globalfoundries-CEO Tom Caulfield betont im Interview mit der Wirtschaftswoche, dass der Ausbau des Standorts Dresden geplant ist. Wenn ein Land seine industriellen Lieferketten stärken will, müsse es eine Strategie für die Halbleiterproduktion entwickeln, so der Manager des drittgrößtne Chip-Auftragsfertiger. An ein baldiges Ende der Engpässe zu glauben, hält er für naiv: „Im Bereich Automotive könnte die Lücke aber früher als an in anderen Bereichen geschlossen werden, da dieser nur einen relativ geringen Prozentsatz der Produktion ausmacht. Ich gehe davon aus, dass der Chipmangel in der Autoindustrie 2022 zurückgeht und die Lücke zwischen Nachfrage und Angebot 2023 geschlossen sein wird.“

18.08.2021: VW stellt Produktion von Basisversionen ein

Der ID.3 Pure wird vorübergehend nicht mehr angeboten, erst 2022 kann das Basismodell des E-Autos wieder bestellt werden. Mit diesem Umstand konfrontiert, antwortete der Autobauer auf Anfrage von InsideEVs, dass die anhaltenden Versorgungsengpässe bei Halbleitern aktuell zu einer eingeschränkten Verfügbarkeit bei verschiedenen Einstiegsmodellen führen. „Da diese Versionen in der Regel von den Kunden selten gewählt werden – für das Basismodell des Golf entscheiden sich nur etwa 2-3% der Golf-Käufer – hat sich Volkswagen entschieden, das Angebot zeitweise zu reduzieren. Bereits bestellte Fahrzeuge werden natürlich produziert. Neubestellungen für die genannten Fahrzeuge sind Anfang des kommenden Jahres wieder möglich“, wird der OEM zitiert. Die Reduzierung der Varianten ermögliche ein schnelleres Abarbeiten der hohen Auftragsbestände.

18.08.2021: Ford schickt Mitarbeiter zurück in Kurzarbeit

Ford muss in Köln erneut seine Produktion runterfahren. Aufgrund coronabedingter Ausfälle bei einem Halbleiter-Hersteller in Malaysia sei es zu Lieferproblemen bei einem Türmodul-Zulieferer gekommen, so ein Ford-Sprecher. Schon von Anfang Mai bis Mitte Juli hatte die Fiesta-Produktion in Köln wegen der Halbleiterkrise geruht – hierbei ging es um Technik für andere Bauteile. Erst am Montag war die Belegschaft nach ihrem einmonatigen Werksurlaub in die Produktionshallen zurückgekehrt, nun stehen mindestens zwei weitere Wochen Kurzarbeit an, obwohl der Betriebsrat zunächst nur eine Woche genehmigte. Möglicherweise gebe es bald doch noch eine Lieferung und die Fertigung könne zumindest mit einer Schicht wiederangefahren werden, hofft Ford-Betriebsrat Martin Hennig. Am Ford-Standort in Saarlouis endet der Werksurlaub hingegen Anfang kommender Woche. Die dortige Produktion des Focus sei von den aktuellen Lieferengpässen nicht betroffen, so der OEM.

16.08.2021: Schon wieder Kurzarbeit bei Mercedes-Benz

Erneut müssen Tausende Mitarbeiter im Bremer Mercedes-Werk in Kurzarbeit. Von heute bis Ende der Woche gilt im Werk ein Fertigungsstopp aufgrund der Halbleiterkrise. In Bremen war die Produktion ebenso wie in Rastatt und teils in Sindelfingen erst Anfang letzter Woche wiederaufgenommen worden. Die Standorte Rastatt und Sindelfingen würden laut Konzernangaben regulär arbeiten, an einzelnen Tagen seien aber Unterbrechungen in bestimmten Bereichen vorgesehen. Das ungarische Mercedes-Werk in Kecskemét bleibt hingegen komplett geschlossen, nachdem der mehrwöchige Produktionsstopp bis Ende dieser Woche verlängert wurde.

13.08.2021: Elon Musk beschwert sich über Lieferanten

Elon Musk beschwert sich bei seinem Deutschlandbesuch über Bosch und Renesas. Diese würden bei der Lieferung von „herkömmlichen“ Autochips „bei Weitem die meisten Probleme“ bereiten, zitiert das Handelsblatt den Tesla-Chef. Schon vor einigen Monaten hatte Musk „irrsinnige Schwierigkeiten“ beklagt. Im Februar musste etwa die Produktion des Model 3 in Kalifornien für zwei Tage gestoppt werden. Bei Renesas waren die Probleme Anfang des Jahres auch auf ein Feuer in einer wichtigen Chipfabrik in der Nähe von Tokio zurückzuführen. Erst vor wenigen Wochen konnte die dortige Produktion wieder im vollen Umfang aufgenommen werden.

12.08.2021: Autopreise könnten durch Halbleiterkrise steigen

Die Preise für Autos könnten nach Einschätzung des zum Allianz-Konzern gehörenden Kreditversicherers Euler Hermes in den kommenden Monaten zwischen 4 und 10 Prozent steigen. Wegen fehlender Halbleiter sei die Nachfrage höher als das Angebot: „Die europäischen und deutschen Autobauer sitzen durch die Chip-Knappheit aktuell am längeren Hebel“, so Deutschlandchef Ron van het Hof. Eine Normalisierung sei erst im kommenden Jahr zu erwarten.

11.08.2021: Infineon fordert mehr Planungssicherheit

Der Halbleitermangel könnte durch verbindliche, langfristige Bestellungen vermieden werden, meint Peter Schiefer, Autosparten-Chef des Chipherstellers Infineon. „Es wäre wichtig, dass Autobauer ihren Bedarf an Halbleitern nicht nur für wenige Wochen, sondern besser für 18 bis 24 Monate im Voraus planen und entlang der Lieferkette kommunizieren“, betont der Manager gegenüber dem Handelsblatt.

11.08.2021: Leoni fährt trotz Halbleiterkrise Gewinne ein

Im vergangenen Jahr machte der angeschlagene Kabel- und Bordnetzspezialist vor allem durch tiefrote Zahlen Schlagzeilen. Im ersten Halbjahr 2021 hat der Umsatz nun um 47 Prozent zugelegt. Das operative Ergebnis lag bei 87 Millionen Euro. Vorstandsvorsitzender Aldo Kamper blickt deshalb mit Zuversicht auf die zweite Jahreshälfte, mahnt aber unter anderem aufgrund des Halbleitermangels zur Umsicht: „Die fortdauernden Engpässe in den globalen Lieferketten, die unser Geschäft bereits im ersten Halbjahr belastet haben, werden auch im weiteren Verlauf eine große Herausforderung darstellen.“

10.08.2021: VDA fordert heimische Chipfabriken

Dass die Autohersteller ihre Auftragsbestände aufgrund der Halbleiterkrise nicht zeitig abarbeiten können, zeigt laut dem Verband der Automobilindustrie (VDA) ein grundlegendes Problem auf. Für eine reibungslose Produktion müssten wichtige Bauteile vermehrt vor Ort produziert werden. "Wir brauchen heimische Chipfabriken", fordert VDA-Präsidentin Hildegard Müller in der Thüringer Allgemeinen. Deutschland und Europa müssten Rohstoffsicherheit anders denken. Dazu würden auch neue Handelsabkommen und eine aktivere Außenpolitik zählen. „Es stehen bereits Bänder still, weil Bauteile fehlen“, so Müller. „Ich rechne nicht mit einer Verschlechterung der Lage, aber die Situation ist schwierig, wir sind abhängig vom Weltmarkt.“

09.08.2021: Chip-Mangel belastet den Maschinenbau

Der Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland leidet laut aktuellen Zahlen des ifo-Instituts immer stärker unter Materialengpässen. „Bereits 70 Prozent der Unternehmen im Maschinenbau sehen ihre Produktion durch einen Materialmangel deutlich erschwert“, erläutert VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Besonders problematisch sei die Versorgung mit Elektronikkomponenten und Stahl. In der Automobilproduktion spürten im Juli – dem Institut zufolge – sogar über 83 Prozent der einen Mangel an Vorprodukten, nach knapp 65 Prozent im April. Dies sei der höchste Wert seit dem Jahr 1991.

09.08.2021: Magna kann Erwartungen nicht erfüllen

Trotz einer Umsatzsteigerung von 110 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum beklagt Magna erhebliche Einbußen durch die Halbleiterkrise im zweiten Quartal 2021. Der Umsatz von neun Milliarden US-Dollar und das EBIT-Ergebnis von 540 Millionen US-Dollar lägen deutlich hinter den Erwartungen, so der Zulieferer. Die prozentuale Steigerung sei eher auf die beispiellosen Produktionsunterbrechungen im Vorjahr zurückzuführen als auf eine Besserung bei der Chip-Knappheit.

06.08.2021: Continental gleicht Chip-Mangel durch Reifengeschäft aus

Continental konnte im zweiten Quartal mit einem starken Reifengeschäft punkten, der Kernbereich für zugelieferte Autotechnik bekommt dagegen die Knappheit an Computerchips zu spüren. In diesem Sinne erzielte Conti nach einem Minus von 750 Millionen Euro im Vorjahr zwar einen Nettogewinn von 545 Millionen Euro, die Autozuliefersparte blieb im laufenden Betrieb jedoch in den roten Zahlen. Diese Schwäche könnte die starke Entwicklung der Reifen- und Kunststofftechnik im weiteren Verlauf des Jahres zunichtemachen, prognostiziert JPMorgan-Analyst Jose Asumendi. So zieht die Inflation bei vielen Waren und Dienstleistungen an, was vermehrt auch bei Vorprodukten zum Tragen kommt. „Wir merken die gestiegenen Rohstoffpreise nicht nur bei Rohmaterialien für Reifen, sondern auch in den Autozuliefer-Bereichen“, merkt Conti-Finanzchef Wolfgang Schäfer an. „Die Stahlpreise zum Beispiel sind gestiegen, und auch Halbleiter sind teurer geworden.“ Wäre nicht die globale Halbleiterkrise, bestünde durchweg Anlass zur Zuversicht. Conti-Chef Nikolai Setzer ergänzt: „Insgesamt werden der Chipengpass sowie steigende Rohstoffpreise die Autoindustrie im gesamten Jahr 2021 belasten.“

Ein Conti-Mitarbeiter überprüft eine Leiterplatte.
Continental ist in hohem Maße von Halbleitern abhängig, die etwa bei Bauteilen auf Leiterplatten Anwendung finden. Bild: Continental

06.08.2021: GM muss drei Werke in Nordamerika schließen

General Motors fährt im zweiten Quartal einen Nettogewinn von 2,8 Milliarden US-Dollar ein und hebt die Jahresziele auf bis zu 13,5 Milliarden an. Obwohl sich das Geschäft erholt habe, warnt Vorstandschefin Mary Barra jedoch vor anhaltenden Herausforderungen. So litt die Bilanz zuletzt weiter unter Produktionsproblemen aufgrund von Computerchip-Engpässen. Ein Ende der Halbleiterkrise sei nicht in Sicht. In der kommenden Woche müssen deshalb drei Werke in Nordamerika vorübergehend schließen.

06.08.2021: Elmos Semiconductor macht gute Geschäfte

Elmos Semiconductor konnte die positive Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal weiter fortsetzen. Der Umsatz des Unternehemns, das vornehmlich Halbleiter für den Einsatz im Auto entwickelt, produziert und vertreibt, legte im Vorjahresvergleich um gut 34 Prozent zu und erreichte knapp 79 Millionen Euro. „Die anhaltend hohe Nachfrage nach Halbleitern in allen Branchen weltweit führte dazu, dass die Allokationssituation entlang der gesamten Wertschöpfungskette im zweiten Quartal 2021 andauerte. Nach heutigen Erkenntnissen ist auch für 2022 und insbesondere im Bereich der 8 Zoll Waferfertigung weltweit mit nur geringem Kapazitätsaufbau zu rechnen. Infolgedessen sind auch wachstumsdämpfende Engpässe möglich", erläutert Arne Schneider, Vorstandsvorsitzender von Elmos. „Trotz dieser temporären Einflüsse auf Umsatzwachstum und Ergebnis wird Elmos an der langfristig positiven Entwicklung des Halbleitermarkts partizipieren."

06.08.2021: Britische Autobauer verkünden erneut Tiefstwerte

Erst vor wenigen Tagen meldete der Branchenverband SMMT für Juni einen historisch schlechten Monatswert bei der britischen Autoproduktion. Nun folgt die Hiobsbotschaft bei den Absatzzahlen im Juli: Mit rund 123.300 registrierten Fahrzeugen hat die Branche so wenige Autos verkauft wie seit 1998 nicht mehr. Dies seien laut dem Verband 29,5 Prozent weniger als im starken Vorjahresmonat und im Schnitt gut 22 Prozent weniger als in den Jahren 2010 bis 2019. „Der Automobilsektor kämpft weiterhin gegen den Mangel an Halbleitern und Personal, was unsere Fähigkeit behindert, die sich verbessernden Wirtschaftsaussichten in eine vollständige Erholung umzuwandeln“, sagt der SMMT-Chef Mike Hawes. Der Halbleitermangel werde seines Erachtens mindestens bis zum Jahresende problematisch bleiben.

06.08.2021: Süss Microtec steigert Erlös im ersten Halbjahr

Der Halbleitertechnik-Zulieferer Süss Microtec profitiert von anhaltenden Investitionen in den 5G-Netzausbau sowie der weiteren Nachfrage nach Chips. Der Umsatz des ersten Halbjahres stieg verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um knapp fünf Prozent auf 118,5 Millionen Euro. Das Unternehmen profitierte etwa von Kapazitätserweiterungen für die Automobilindustrie und fuhr mit acht Millionen Euro mehr als doppelt so viel Gewinn ein wie im Vorjahreszeitraum.

06.08.2021: Juli war ein Krisenmonat für die Autoindustrie

Die Produktion in den deutschen Automobilwerken ging im Juli erneut zurück. Insgesamt wurden laut Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) 246.600 Pkw gefertigt – ein Viertel weniger als im Vorjahresmonat. Nach wie vor bleiben die Lieferengpässe bei Halbleitern ein Hindernis für die Produktion, so der Verband. In den ersten sieben Monaten belief sich die Inlandsproduktion auf knapp zwei Millionen Pkw, was im Vergleich zum Vorjahr einem Plus von neun Prozent entspreche.

05.08.2021: Schaeffler erzielt Wachstum trotz Halbleiterkrise

Die Schaeffler-Sparte Automotive Technologies erzielte im ersten Halbjahr Umsatzerlöse in Höhe von knapp 4,4 Millionen Euro. Der währungsbereinigte Anstieg um 34,9 Prozent sei auf ein deutliches Wachstum in allen Unternehmensbereichen und Regionen zurückzuführen, so der Zulieferer. Trotzdem habe die Erholung der globalen Automobilproduktion vor allem im zweiten Quartal etwa durch weltweite Lieferengpässe bei Halbleitern gelitten.

04.08.2021: BMW erwartet Dämpfer im zweiten Halbjahr

BMW hat im ersten Halbjahr mehr Autos verkauft als je zuvor und 7,6 Milliarden Euro Gewinn gemacht. Dabei spielten dem OEM sogar die Engpässe bei Halbleitern in die Karten: Bis vor kurzem hatte er damit weniger Probleme als die Konkurrenz und konnten so die Preise hoch halten. „Mit zunehmender Dauer der Lieferengpässe wird die Situation allerdings angespannter. Wir rechnen auch im zweiten Halbjahr mit Produktionseinschränkungen und damit verbundenen Auswirkungen auf den Fahrzeugabsatz“, betont Finanzvorstand Nicolas Peter. Ohne die Engpässe könnte BMW dieses Jahr wohl 70.000 bis 90.000 Autos mehr verkaufen. Fehlende Mikrochips und steigende Rohstoffpreise seien somit „ernstzunehmende Risiken für unseren weiteren Geschäftsverlauf“, ergänzt Vorstandschef Oliver Zipse, der das zweite Halbjahr als „volatiler“ bezeichnet. Vor kurzem habe es europäische Werke getroffen, jetzt werde in China teilweise nur im Ein-Schicht-Betrieb produziert.

04.08.2021: Stellantis koppelt Prognose an Verlauf der Halbleiterkrise

Stellantis hat seine Renditeprognose nach einem kräftigen Zuwachs bei Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr um zehn Prozent angehoben, koppelt dies jedoch an die Voraussetzung, dass die Halbleiterkrise sich nicht weiter verschärft und es nicht zu größeren Corona-Lockdowns in Europa und den USA kommt. Der bereinigte operative Gewinn stieg in den ersten sechs Monaten auf 8,6 Milliarden Euro – nach den pro forma ausgerechneten 752 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

04.08.2021: Industrie leidet unter Materialmangel

64 Prozent der vom Ifo-Institut befragten Unternehmen nennen Engpässe und Probleme bei Vorlieferungen als Hindernis für ihre Produktion. Bereits im Vorquartal hätten die Unternehmen einen Rekordwert gemeldet, der nun deutlich übertroffen worden sei, so Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. „Das könnte zu einer Gefahr für den Aufschwung werden.“ Derzeit bedienen die Hersteller die Nachfrage noch aus ihren Lagern, die sich aber zusehends leerten, erklärt der Experte. „Problematisch sind auch die teilweise stark gestiegenen Einkaufspreise.“ 83 Prozent der Autohersteller und -zulieferer würden demnach die Knappheit bei Halbleitern und Chips zu spüren bekommen.

04.08.2021: Produktionsprobleme bremsen Infineon aus

Der Halbleiterkonzern Infineon profitiert vom anhaltenden Chipboom, legt bei Umsatz und Gewinn jedoch nur minimal zu. Im abgelaufenen Quartal belasteten unter anderem pandemiebedingte Einschränkungen der Fertigung in Melaka (Malaysia) sowie Nachwirkungen eines Wintersturms in Austin (USA). Insgesamt stieg der Umsatz im dritten Geschäftsquartal deshalb im Vergleich zum Vorquartal nur um 22 Millionen auf 2,722 Milliarden Euro. „Die Nachfrage nach Halbleitern ist ungebrochen“, betont Infineon-Chef Reinhard Ploss. Dem stehe aber eine weiterhin sehr angespannte Liefersituation gegenüber. „Die Vorräte sind auf einem historischen Tiefstand, unsere Chips gehen aus der Fertigung direkt in die Endanwendungen“, so Ploss. Positiv dürfte sich künftig die neue Fabrik in Villach auswirken, die am Dienstag ihren Betrieb aufnahm. Im September soll sie offiziell eröffnet und die ersten Wafer ausgeliefert werden.

Daimler in Ungarn.
Daimler hat seine jüngsten Produktionspausen verlängert. Das Werk im ungarischen Kecskemét ruht ohnehin bis Mitte August. Bild: Daimler

04.08.2021: Daimler verlängert Kurzarbeit

Daimler hat seine Produktionsstopps bis Ende dieser Woche verlängert. Zunächst hatten Stuttgarter Nachrichten und Stuttgarter Zeitung über diese Auswirkung der Halbleiterkrise berichtet. Die Produktion in den Mercedes-Werken in Bremen sowie teils in Sindelfingen ist bereits seit vergangener Woche unterbrochen, hätte ursprünglichen Angaben zufolge aber diese Woche wiederaufgenommen werden sollen. Abseits dessen bleibt, wie geplant, vorerst auch die Produktion im Werk Rastatt sowie im ungarischen Kecskemét ausgesetzt. In Rastatt soll es nächste Woche weitergehen, in Kecskemét Mitte August.

02.08.2021: JLR ist von Halbleiterkrise schwer getroffen

Jaguar Land Rover erwartet basierend auf jüngsten Rückmeldungen seiner Lieferanten, dass die Chip-Engpässe bis zum 30. September 2021 zunehmen. Das Absatzvolumen würde dadurch etwa um die Hälfte schrumpfen, der Konzern ein negatives Ebit-Ergebnis von unter einer Milliarde britischer Pfund einfahren. Sollte sich die Halbleiterversorgung verbessern, stünde in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres eine positive Ebit-Marge zu Buche. Die Krise sei jedoch erst ausgestanden, wenn die neuen Kapazitäten der Chiphersteller in den nächsten 12 bis 18 Monaten zum Tragen kommen, so JLR. Bis zum Jahresende geht der Hersteller deswegen von weiteren Engpässen aus und priorisiert bei der Produktion Fahrzeuge mit höherer Marge. Wo möglich, sollen auch Änderungen der Chip- und Produktspezifikationen vorgenommen werden.

02.08.2021: Volvo rechnet trotz Rekordergebnis mit Absatzrückgang

Volvo Cars verzeichnet bei Umsatz und Betriebsergebnis das beste Halbjahresergebnis in seiner 94-jährigen Unternehmensgeschichte. Der OEM erzielt einen Umsatz von 13,8 Milliarden Euro, hält aber an seiner Jahresprognose fest. „Das Unternehmen ist trotz der branchenweiten Halbleiter-Knappheit weiter stark gewachsen“, so Håkan Samuelsson, Präsident und CEO von Volvo Cars. Sofern sich die Versorgung mit Halbleitern nicht verbessere, werde für das zweite Halbjahr trotz starker Kundennachfrage ein abflachender Absatz und Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erwartet.

02.08.2021: Nissan profitiert von strategischer Produktion

Nissan hat die Finanzergebnisse für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2021 bekanntgegeben und seine Prognose angehoben. Das Betriebsergebnis belief sich auf umgerechnet 574 Millionen Euro, was laut dem Autobauer unter anderem auf die strategische Produktion zurückzuführen war, welche die Auswirkungen der weltweiten Halbleiterknappheit minimierte.

02.08.2021: ZF rechnet mit anhaltenden Beeinträchtigungen

ZF erzielte im ersten Halbjahr 2021 einen Umsatz von 19,3 Milliarden Euro – 43 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Zulieferer hatte seine Lieferketten teils neu justiert und durch eine stärkere Einbindung lokaler Lieferanten verkürzt. Angesichts der bisherigen Entwicklungen sowie der weiteren Aussichten für die nächsten Monate, werde jedoch an der Prognose von 37 bis 39 Milliarden Euro für das Gesamtjahr festgehalten, so ZF. Auch im zweiten Halbjahr sei mit anhaltenden Belastungen zu rechnen. So könnten etwa Beeinträchtigungen durch die geringe Verfügbarkeit von Halbleitern nicht ausgeschlossen werden.

02.08.2021: Diess befürchtet weitere Produktionsausfälle

Volkswagen-Chef Herbert Diess betont im Interview mit der dpa, dass der Konzern bei der Verteilung von Chips nicht nur Porsche priorisiere – auch Volumenmodell würden uneingeschränkt gefertigt werden. Allerdings seien in den nächsten Wochen erneue Produktionsausfälle zu befürchten. „Es wird sicherlich weiterhin eine gewisse Knappheit an Halbleitern geben. Es ist jedoch immer besser, ein Auto zu wenig zu haben als viele zu viel“, so Diess. Darüber hinaus falle es dem Autobauer in der Tat schwer, Lieferzusagen für die Bedarfe im Jahr 2023 und 2024 bekommen. Dies werde einige Zeit dauern, da durch das Internet der Dinge quasi jedes Device vernetzt ist. „Ist das ein unlösbares Problem? Nein, denn Autos machen weltweit nur rund zehn Prozent des Halbleitermarkts aus. Das sollte also schon ein beherrschbares Problem sein“, führt der Manager aus.

02.08.2021: Spediteure fordern Kostenbeteiligung von der Autoindustrie

Der Ladungs-Verbund Elvis fordert angesichts der Halbleiterkrise einen Dialog mit der Autoindustrie und eine zumindest anteilige Übernahme der Ausfallkosten durch die Hersteller. „Die Situation ist für viele Transportunternehmen wirtschaftlich nicht länger tragbar“, so Nikolja Grabowski, Vorstand Europäischer Ladungs-Verbund Internationaler Spediteure. Produktionsbedingte Schwankungen würde aktuell bei den Spediteuren hängenbleiben. „Unangekündigte Werksschließungen und die kurzfristige Verschiebung geplanter Produktionsruhen, wie sie wegen der mangelnden Verfügbarkeit von Halbleitern seit vielen Monaten an der Tagesordnung sind, setzen die Transportwirtschaft massiv unter Druck“, kritisiert Grabowski. Spontan freiwerdende Ressourcen könnten aufgrund der engen Taktung und Individualisierung der Transportkette nicht einfach andernorts eingesetzt werden. Die Folge seien kostspielige Standzeiten der Lkw, für die sich die Automobilindustrie offenbar nicht verantwortlich fühle: „Hierbei handelt es sich nicht um erwartbare Produktionsschwankungen, sondern eine deutliche Reduzierung der vertraglich vereinbarten jährlichen Arbeitstage, die Grundlage jeglicher Kalkulationen sind“, sagt Grabowski.

Ein Lkw fährt über eine Brücke am Hamburger Hafen
Auch die Spediteure sind von der Halbleiterkrise betroffen. Sie fordern nun eine Kostenübernahme. Bild: AdobeStock / thomaslerchphoto

02.08.2021: Audi blickt skeptisch auf zweites Halbjahr

Audi erwartet nach einem Rekordgewinn im ersten Halbjahr mehr Gegenwind durch fehlende Halbleiter und gestiegene Rohstoffpreise. „Wir sind zwar immer noch optimistisch, erwarten aber nicht mehr so ein starkes Ergebnis“, so Finanzvorstand Jürgen Rittersberger hinsichtlich des zweiten Halbjahrs.  Die Lage bleibe „herausfordernd“. Die Versorgung mit Halbleitern habe Audi im ersten Halbjahr noch sehr gut managen können und Vorräte genutzt. Trotzdem seien Zehntausende Autos – „eine mittlere fünfstellige Zahl“ – wegen fehlender Chips nicht gebaut worden. „Das werden wir nur noch zum Teil aufholen können im zweiten Halbjahr“, sagt der Finanzchef. Inzwischen seien die Vorräte knapp. Vor allem das laufende dritte Quartal sei stark vom Halbleitermangel beeinflusst: Im August und September könne es zu weiteren Produktionsausfällen und Kurzarbeit kommen. Wo möglich, würden die Chips in Fahrzeuge mit dem höchsten Gewinnbeitrag und dem geringsten CO2-Ausstoß eingebaut.

30.07.2021: STMicroelectronics hebt Jahresprognose an

Die ungebrochene Nachfrage nach Computerchips stimmt STMicroelectronics optimistischer für das laufende Jahr. So ist STMicro – wie auch der deutsche Konkurrent Infineon – stark bei Chips für die Autoindustrie, deren Nachfrage seit Monaten nicht bedient werden kann. Für 2021 kalkuliert der Konzern angesichts der hohen Nachfrage nun mit einem Umsatz von rund 12,5 Milliarden US-Dollar, was einem Wachstum von etwa 22 Prozent entsprechen würde.

29.07.2021: Ford geht von einer besseren Versorgungslage aus

Ford hat im zweiten Quartal trotz Chip-Mangel umgerechnet 474 Millionen Euro verdient und die Jahresprognose für den Betriebsgewinn um 3,5 Milliarden auf neun bis zehn Milliarden US-Dollar angehoben. Der Autobauer geht dank einer verbesserten Versorgung mit Bauteilen davon aus, in der zweiten Jahreshälfte 30 Prozent mehr Autos zu fertigen als in den ersten beiden Quartalen.

29.07.2021: Porsche-Finanzvorstand mahnt zur Vorsicht

Porsche meldet für das erste Halbjahr, dank einem Absatzrekord von über 153.000 Fahrzeugen, eine Gewinnsteigerung um satte 127 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Trotz der guten Zwischenbilanz will das Unternehmen das Renditeziel erstmal nicht nach oben schrauben. „Bei allem Erfolg tun wir gut daran, mit beiden Füßen auf dem Boden zu bleiben“, teilte Finanzvorstand Lutz Meschke mit. Er begründete dies sowohl mit den Unsicherheiten durch die anhaltende Corona-Pandemie als auch mit der Halbleiterkrise, die zurzeit branchenweit zu teils erheblichen Verzögerungen bei der Produktion und Auslieferung von Autos führt.

29.07.2021: Tesla fährt trotz Chipkrise einen Rekordgewinn ein

Tesla hat erstmals mehr als eine Milliarde US-Dollar in einem Vierteljahr verdient. Dabei trug der Handel mit Abgaszertifikaten, der traditionell die Bilanz aufbessert, weniger zum Gewinn bei als sonst. Der E-Autobauer lieferte mehr als doppelt so viele Autos als wie im Vorjahreszeitraum. Damit trotzt das Unternehmen weitgehend den Chip- und Rohstoff-Engpässen, auch wenn er zugleich vor einer schwierigen Versorgungslage warnt. Ob der positive Trend fortgesetzt wird, hänge laut Musk davon ab, wie gut Tesla die Halbleiter-Knappheit meistern kann. „Die Chiplieferungen sind der entscheidende Faktor für unsere Produktion.“ In den vergangenen Monaten gelang es etwa, fehlende Chips durch andere zu ersetzen und die Software anzupassen. Im vergangenen Quartal habe es zum Beispiel Engpässe bei Modulen zur Steuerung von Airbags und Sicherheitsgurten gegeben. Dies hatte die Produktion bereits gebremst.

29.07.2021: Britische Autobauer von Krisenzeit hart getroffen

Die Vorschriften zur Corona-Quarantäne und der weltweite Chip-Mangel sorgen für Tiefstwerte bei den britischen Autobauern. Die Produktion von rund 69.000 Autos im Juni bedeutete den schlechtesten Monatswert seit 1953, mit Ausnahme des Corona-Jahres 2020, wie der Branchenverband SMMT mitteilt. In den ersten sechs Monaten des Jahres rollten fast eine halbe Million Fahrzeuge weniger vom Band. Die Branche beziffert den Verlust auf umgerechnet zehn Milliarden Euro.

29.07.2021: Chipnachfrage treibt Wafer-Hersteller Siltronic an

Die ungebrochen starke Nachfrage nach Chips lässt das Geschäft des Halbleiterwafer-Herstellers Siltronic brummen. Das Unternehmen, das vor der Übernahme durch den Konkurrenten Globalwafers aus Taiwan steht, steigerte den Umsatz im Vergleich zum ersten Quartal um fast acht Prozent auf gut 341 Millionen Euro. „Wir verzeichnen eine steigende Nachfrage in allen Endmärkten“, so Konzernchef Christoph von Plotho. Um die starke Nachfrage bedienen zu können, hat das Unternehmen den Bau einer weiteren Fabrik in Singapur angekündigt – Kostenpunkt: zwei Milliarden Euro. Zudem sollen die Kapazitäten am sächsischen Standort Freiberg ausgebaut werden.

29.07.2021: VW-Chef Diess hofft auf viertes Quartal

VW-Vorstandschef Herbert Diess prognostiziert mit Blick auf die aktuelle Versorgungskrise sowie lange Wartezeiten für Kunden eine Besserung Ende des Jahres: „Ich gehe davon aus, dass wir das im vierten Quartal aufholen können.“

28.07.2021: Daimler schickt Mitarbeiter erneut in Kurzarbeit

Angesichts der Halbleiterkrise hat Daimler erneut an drei deutschen Standorten die Produktion zumindest teils unterbrochen und Tausende Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Betroffen sind Beschäftigte der Mercedes-Werke in Sindelfingen, Rastatt und Bremen. Obendrein steht auch die Fertigung im ungarischen Kecskemét still – nach Daimler-Angaben sogar für insgesamt drei Wochen bis Mitte August. In Rastatt seien die Unterbrechungen aktuell bis Ende kommender Woche geplant, in Sindelfingen und Bremen zunächst bis Ende der laufenden Woche. Zahlen zu den betroffenen Beschäftigten nannte Daimler nicht, in Sindelfingen habe man die Produktion aber nur in Teilbereichen gestoppt. So wird in dem vor allem für besonders gewinnträchtige Modelle gebauten Montagewerk Factory 56 normal weitergearbeitet.

27.07.2021: Mercedes-Benz schützt seine neuen Fahrzeuge

Mercedes-Benz kann das Produktionsvolumen des vollelektrischen EQS noch nicht abschätzen. Die derzeitige Situation sei dafür zu "volatil", erklärt die für den Vertrieb zuständige Vorständig bei Mercedes-Benz Cars, Britta Seeger, im Zuge der Fahrvorstellung. „Wir versuchen unsere neuen Fahrzeuge wie den EQS während der aktuellen Halbleitersituation zu schützen“, so Seeger weiter.

26.07.2021: Volkswagen entgeht hohe sechsstellige Anzahl an Autos

Die Versorgungskrise bei Elektronik-Chips und weiteren wichtigen Halbleiter-Bauteilen kostet den Volkswagen-Konzern immer mehr an geplanter Produktion. Zwar schätzt der OEM die Folgen insgesamt als beherrschbar ein. Einkaufsvorstand Murat Aksel, der die Beschaffung mit einer eigenen Taskforce koordiniert, berichtet jedoch von zunächst weiter gestiegenen Ausfällen. So habe man im ersten Halbjahr eine hohe sechsstellige Anzahl von Fahrzeugen nicht produzieren können. Für das erste Quartal allein hatte Konzernchef Herbert Diess im Frühjahr noch eine Zahl von gut 100.000 gestrichenen Autos genannt, bei denen der komplette Deckungsbeitrag verloren gegangen sei.

26.07.2021: Halbleiterkrise wird sich laut Intel zuspitzen

Der Chip-Riese Intel rechnet damit, dass sich die globale Halbleiter-Knappheit in den kommenden Monaten noch zuspitzt und bis ins Jahr 2023 hinein andauern kann. „Während ich erwarte, dass die Talsohle bei den Engpässen in der zweiten Jahreshälfte durchschritten wird, wird es noch ein oder zwei Jahre dauern, bis die Industrie die Nachfrage vollständig erfüllen kann“, so Intel-Chef Pat Gelsinger. Das Unternehmen baut aktuell Produktionskapazitäten auf und will verstärkt zum Auftragsfertiger für andere Chip-Entwickler werden. Jüngsten Medienberichten über eine Übernahme des Auftragsfertigers Globalfoundries erteilte  dessen Chef, Thomas Caulfield, jedoch eine Absage.

26.07.2021: Hyundai sorgt sich um Unsicherheitsfaktoren

Hyundai verstärkte im zweiten Quartal den Aufwärtstrend. Der Umsatz nahm im Vergleich zum schwachen Vorjahreszeitrum um fast 39 Prozent auf umgerechnet 22,3 Milliarden Euro zu. Der weltweite Absatz kletterte um rund 46 Prozent auf über eine Millionen Autos. Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte erwartet der Autobauer allerdings eine abflachende Nachfrage. Das Geschäftsumfeld könne sich durch das Wiederaufflammen der Pandemie verschlechtern. Als weitere Unsicherheitsfaktoren nannte Hyundai die instabile Versorgung mit Halbleiter-Produkten, die Preisschwankungen bei Rohmaterialien und ungünstige Währungseinflüsse. Doch sei damit zu rechnen, dass sich die Situation um die „globale Chip-Knappheit“ schrittweise verbessern werde.

26.07.2021: VW hofft auf Besserung im Chinageschäft

Die schmerzhaften Einbußen wegen fehlender Elektronik-Chips dürften den Volkswagen-Konzern auch in China noch eine Weile beschäftigten. „Das wird in den kommenden Monaten sicher ein Thema bleiben“, so China-Chef Stephan Wöllenstein. Die Engpässe seien vorerst nicht ausgestanden, durch Zwischenlagern lasse sich kaum Zeit gewinnen. „Wir haben jetzt nicht mehr in dem Umfang wie im ersten Quartal die Chance, die benötigten Fahrzeuge noch aus unseren Festlagerbeständen abzupuffern“, erklärt er. In der Volksrepublik dürfte sich die Lage nach Einschätzung des Managers im Laufe der zweiten Jahreshälfte etwas entspannen. Auch Konzernchef Herbert Diess hatte angedeutet, man werde wohl noch ein wenig brauchen, um die Probleme weltweit in den Griff zu bekommen. „Die Auswirkungen der Halbleiter-Engpässe werden sich eher im zweiten Halbjahr bemerkbar machen“, so Diess.

23.07.2021: Audi passt Fertigung in Neckarsulm an

Aufgrund der anhaltend angespannten Versorgungssituation musste Audi die Fahrweise im Werk Neckarsulm anpassen. So wurden die Modelle A6 und A7 für eine Woche in nur einer Schicht produziert. Die Produktion des A4 und A5 musste vom 19. bis 21. Juli sogar vollständig ruhen. Auch der A8 ruhte für zwei Tage. Weitere Anpassungen der Fahrweise könnten aufgrund der weiterhin angespannten Situation nicht ausgeschlossen werden, teilte ein Sprecher auf Anfrage mit.

21.07.2021: Halbleitermangel verhindert Höhenflug von Volvo

Volvo hat bei den Nutzfahrzeugen auch im zweiten Quartal von der anhaltenden Markterholung profitiert, allerdings verhinderte der Mangel an Computerchips ein noch besseres Abschneiden. „Im zweiten Quartal 2021 war die Nachfrage nach den Produkten und Dienstleistungen der Volvo Gruppe weiterhin gut“, so Volvo-Vorstandschef Martin Lundstedt. Die weltweite Knappheit an Halbleitern sowie weiteren Materialien hätten jedoch zu erheblichen Produktionsausfällen geführt. Dies habe sich negativ auf das Volumen und die Kosten ausgewirkt.

21.07.2021: Paragon greift auf Sicherheitsbestände zurück

Paragon hat die starke Unternehmensentwicklung des zweiten Halbjahres 2020 fortgesetzt und seinen Umsatz im ersten Quartal 2021 gegenüber dem Vorjahr um 33 % auf gut 29 Millionen Euro gesteigert. Der Direktzulieferer der Automobilindustrie in den Segmenten Elektronik und Mechanik konnte die Halbleiterkrise aufgrund seiner Lagerhaltung bisher gut überstehen. „Um die Abrufe trotz der Knappheit bei den Chips uneingeschränkt bedienen zu können, haben wir frühzeitig Sicherheitsbestände aufgebaut. Wir sind damit auch für den weiteren Jahresverlauf sehr gut aufgestellt“, betont Matthias Schöllmann, Geschäftsführer Automotive bei Paragon.

21.07.2021: Daimler rechnet mit Pkw-Absatz auf Vorjahresniveau

Daimler erhöht seine Prognose für die bereinigte Umsatzrendite der Lastwagensparte auf sechs bis 8 Prozent. Bisher standen 6 bis 7 Prozent im Plan. Beim Autoabsatz geht das Unternehmen aufgrund der Halbleiterkrise allerdings nicht mehr von einer deutlichen Steigerung gegenüber dem Vorjahr aus, sondern von Verkäufen auf Vorjahresniveau.

21.07.2021: ASML erhöht Prognose trotz Produktionsrückstand

Der Chipindustrie-Ausrüster ASML hat nach einem weiteren starken Quartal die Prognose für 2021 erneut angehoben. Der Umsatz soll im laufenden Jahr jetzt um rund 35 Prozent und damit auf rund 19 Milliarden Euro steigen. Das Unternehmen profitiert mit seinen Anlagen zur Chipherstellung stark vom aktuellen Halbleitermangel. Da die Chiphersteller ihre Produktionskapazitäten deutlich ausbauen, kommt der niederländische Konzern mit den Bestellungen bei seinen EUV-Belichtungsmaschinen nicht hinterher: Der derzeitige Produktionsrückstand betreffe laut Heise Online ein Volumen von 17,5 Milliarden Euro. Die Maschinen machten zuletzt die Hälfte des Umsatzes aus.

19.07.2021: Autohersteller müssen sich auf längere Knappheit einstellen

Die Halbleiterknappheit wird sich nach Experteneinschätzung noch weit ins kommende Jahr hinziehen. Die Erholung in einzelnen Branchen werde unterschiedlich verlaufen, so Alan Priestley von der Analysefirma Gartner. Die Autohersteller etwa seien durch einen „perfekten Sturm“ mit einer Kombination aus technologischem Wandel und Corona-Effekten besonders hart getroffen worden. „Nachdem später im Jahr eine Markterholung einsetzte, wollten sie wieder mehr Chips kaufen – doch die Hersteller haben die Kapazitäten inzwischen zu anderen stark nachgefragten Produkten umgeschichtet.“ Ein Problem sei neben der geringeren Marktmacht, dass die OEMs sich bereits vor einigen Jahren auf bestimmte Halbleiterkonfigurationen festlegen musste, um heutige Modelle zu bedienen. „Der Spielraum zum Ausweichen auf Alternativen ist entsprechend schmal.“

19.07.2021: TSMC steigert Chip-Ausstoß für Autobranche um 30 Prozent

Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) hat in den vergangenen sechs Monaten rund 30 Prozent mehr Chip-Komponenten an die Autoindustrie ausgeliefert. Im letzten Quartal verzeichnete das Unternehmen eine um zwölf Prozent steigende Nachfrage bei automobilbezogenen Plattformen. Dies berichtete die News-Seite ZDNet. Bis Ende des Jahres soll der Ausstoß sogar fast 60 Prozent höher sein als im Jahr 2020.

19.07.2021: Chipkrise könnte Gewinne des Restjahres schmälern

Obwohl die Autobranche derzeit mit dem Halbleiterengpass zu kämpfen hat, sind die Gewinne etwa von Volkswagen und Daimler überraschend hoch ausgefallen. Diese Entwicklung haben die deutschen Autobauer insbesondere den in der Coronakrise aufgelegten Sparmaßnahmen beim Personal zu verdanken, so Branchenexperte Stefan Reindl. Ob die Konzerne dieses Niveau auch im Rest des Jahres halten können, sei aber nicht automatisch ausgemacht, betont der Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft (IfA). Komme es auf dem Halbleitermarkt zu einer weiteren Verengung, werde dies einen deutlich negativeren Einfluss haben.

16.07.2021: Audi meldet Absatzrekord im ersten Halbjahr

Ungeachtet von Chipmangel und Pandemie hat Audi im ersten Halbjahr so viele Autos verkauft wie noch nie. Von Anfang Januar bis Ende Juni lieferte der OEM knapp 982.000 Autos aus. Laut dem Unternehmen sei dies der Bestwert für eine erste Jahreshälfte und im Jahresvergleich ein Zuwachs von knapp 39 Prozent.

16.07.2021 Volkswagen bekommt Chipmangel in China zu spüren

Das Corona-Tief scheint beim Volkswagen überwunden: Die Konzern-Marken lieferten im ersten Halbjahr 2021 weltweit knapp fünf Millionen Fahrzeuge aus. Dies entspricht einer Steigerung um rund 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Westeuropa (31 Prozent) und Nordamerika (45 Prozent) war der Zuwachs besonders stark, in China (16 Prozent) schwächelte der OEM jedoch. Während die Verkäufe im ersten Quartal noch um 61 Prozent zunahmen, wurden von April bis Juni zwölf Prozent weniger Autos ausgeliefert. Der Versorgung mit Halbleiter-Bauteilen bremste die Wolfsburger im Reich der Mitte spürbar aus. VW-China-Chef Stephan Wöllenstein spricht hinsichtlich dieser Lieferengpässe von einem „besonders herausfordernden Jahr“. Er rechnet jedoch damit, dass die Probleme bei Chip-Lieferungen im Laufe der zweiten Jahreshälfte weitestgehend überwunden werden. „Während sich die Chipknappheit in den letzten Monaten vorübergehend auf unsere Umsatzentwicklung ausgewirkt hat, erwarten wir keine langfristigen Auswirkungen“, so der Manager.

16.07.2021: Intel strebt Übernahme von Globalfoundries an

Intel den drittgrößten Auftragsfertiger der Welt, Globalfoundries, übernehmen. Dies berichtet das Wall Street Journal. Der Zukauf des Halbleiterherstellers hätte ein Volumen von 30 Milliarden US-Dollar und würde Intel mehrere Werke verschaffen. Der Konzern will sich mit den Intel Foundry Services (IFS) wieder verstärkt als Auftragsfertiger positionieren und baut seine Fab-Standorte im US-Bundesstaat Arizona für 20 Milliarden US-Dollar aus. Im US-Bundesstaat New Mexico soll eine neue Fab für 3,5 Milliarden US-Dollar entstehen, in Israel ist ein Werk für 10 Milliarden US-Dollar geplant. Bezüglich Europa kursierten jüngst Medienberichte, dass nicht nur der irische Standort Leixlip modernisiert, sondern die zusätzlich geplant Halbleiterfertigung auf mehrere Länder aufgeteilt werden könnte.

16.07.2021: Chipmangel belastet US-Autoproduktion

Die US-Industrie hat im Juni mehr produziert, obwohl die Autofertigung weiter unter dem erheblichen Mangel an Halbleitern leidet. Die Gesamtproduktion stieg gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent, wie die US-Notenbank Fed mitteilt. Die Warenherstellung im verarbeitenden Gewerbe sank jedoch von Mai auf Juni um 0,1 Prozent. Besonders belastete die Auto- und Autoteileproduktion, die wegen des Chipmangels um 6,6 Prozent nachgab.

15.07.2021: Daimler verdient trotz Chipmangel mehr als erwartet

Daimler hat trotz des Mangels an wichtigen Teilen mehr verdient als von Experten erwartet. Das bereinigte operative Ergebnis lag im abgelaufenen zweiten Quartal bei rund 5,4 Milliarden Euro. „Wir erzielen in allen Divisionen weiterhin eine starke finanzielle Performance, trotz der anhaltend geringen Verfügbarkeit von Halbleitern, die sich im zweiten Quartal belastend auf unsere Produktion und unseren Absatz ausgewirkt hat“, erläutert Vorstandschef Ola Källenius. Die Knappheit bei Elektronikchips hat die Gewinne der deutschen Autokonzerne bislang kaum belastet. Auch Volkswagen berichtete zuletzt von starken Gewinnen im Tagesgeschäft. Die Autobauer würden sich laut dpa damit behelfen, dass gewinnträchtigere Modelle bevorzugt mit den knappen Teilen bestückt werden.

15.07.2021: Halbleitermangel spielt TSMC in die Karten

Der taiwanische Chiphersteller TSMC profitiert vom weltweiten Halbleitermangel. Im Vergleich zum Vorjahresquartal konnte das Unternehmen seinen Überschuss mit umgerechnet 4,1 Milliarden Euro um elf Prozent steigern. Der Konzern blickt optimistisch auf den weiteren Jahresverlauf und rechnet mit zunehmenden Erlösen.

13.07.2021: Intel will Fabs über mehrere EU-Länder verteilen

Intel könnte seine geplanten Halbleiterwerke nicht nur in einem EU-Land errichten, sondern über mehrere verteilen. Dies berichtete die Financial Times. Laut Greg Slater, VP für Global Regulatory Affairs bei Intel, könnten etwa der Produktionsstandort und die Packaging-Fabrik voneinander getrennt sein. Auch Forschung und Entwicklung könnten gestreut werden. Initial seien zwei Fabs angedacht, die Investitionssumme belaufe sich auf 20 Milliarden US-Dollar für das erste Jahrzehnt. Insgesamt könnten bis zu 100 Milliarden US-Dollar in die EU fließen. Derzeit sucht das Unternehmen Standorte für bis zu acht europäische Fabs, bislang betreibt es einzig eine Fabrik im irischen Leixlip. Diese soll im kommenden Jahr ebenfalls umgerüstet werden. Kostenpunkt: sieben Milliarden US-Dollar.

13.07.2021: Analysten rechnen mit anhaltenden Engpässen

Die Halbleiterkrise ist mehreren Analysten zufolge längst nicht beendet. Elektrische Antriebe und Fahrerassistenzsysteme würden etwa laut Mark Li vom US-Analysehaus Bernstein Research für eine konstant hohe Nachfrage sorgen, sodass die knappen Verfügbarkeiten anhalten werden. Die Schaffung der notwendigen Kapazitäten würde Zeit erfordern, so der Analyst. Auch Alexander Zienkowicz von der NordLB weist abseits der optimistischen Marktlage auf die schlechte Angebotssituation hin: Eine spürbare Besserung sei frühestens für das erste Halbjahr 2022 zu erwarten.

13.07.2021: Auftragsfertiger sorgen für Engpässe bei Infineon

Beim Chiphersteller Infineon laufen derzeit die Geschäfte rund. Der boomende Halbleitermarkt und die fortgesetzte Erholung der Automobilmärkte treiben die Nachfrage nach oben. Lieferengpässe könnten die Entwicklung jedoch kurzfristig dämpfen. „In den meisten Anwendungsfeldern übersteigt der Bedarf das Angebot deutlich. Die Werke von Infineon laufen auf Hochtouren und wir investieren weiter in zusätzliche Kapazitäten“, unterstreicht Konzernchef Reinhard Ploss. Engpässe sehe Infineon in jenen Segmenten, in denen der Konzern Chips von Auftragsfertigern beziehe – insbesondere bei Mikrocontrollern für das Auto und IoT-Produkte, erläutert Ploss mit Blick auf den nach wie vor akuten weltweiten Halbleitermangel. Seines Erachtens könnte das Risiko eines Ungleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage sogar bis ins Jahr 2022 anhalten.

12.07.2021: Fünf Millionen Neuwagen weniger durch Chipmangel

Der Mangel an Halbleitern wird zu einem Produktionsausfall von rund fünf Millionen Fahrzeugen in diesem Jahr führen, so eine Studie des Duisburger Center Automotive Research von Ferdinand Dudenhöffer. Sein Institut habe bereits vollzogene und absehbare Produktionskürzungen ausgewertet, erläutert Dudenhöffer. Es zeige sich, dass die Lage im zweiten Halbjahr schlimmer werde: „Die Lieferzeiten werden länger, und Produktionsausfälle wird es auch 2022 noch geben.“ Sein Institut gehe davon aus, dass die Knappheit bei Halbleitern bis zum Beginn des Jahres 2023 Auswirkungen haben werde. Danach dürfte sich ein neuer Engpass bemerkbar machen – bei Batteriezellen für Elektroautos

09.07.2021: Daimler stoppt Produktion in Sindelfingen

Wegen der weltweiten Lieferengpässe bei Halbleitern hat der Daimler die Produktion im Werk Sindelfingen erneut ausgesetzt. Das gelte auch für die kommende Woche, teilte eine Unternehmenssprecherin mit. In Bremen, Rastatt und Kecskemét (Ungarn) laufe die Produktion aber weiter. Einige Beschäftigte gingen in Kurzarbeit. „Eine Prognose, wann sich der Engpass im Laufe des Jahres auflösen wird, ist derzeit nicht möglich“, erklärte die Sprecherin. „Die Situation ist weiterhin volatil. Wir fahren auf Sicht.“

07.07.2021: Texas Instruments kauft Halbleiterfabrik

Texas Instruments hat die 300-mm-Halbleiterfabrik von Micron Technology im US-amerikanischen Lehi erworben. Erste Umsätze für den Standort in Utah erwartet TI Anfang 2023. Neben der Erweiterung der Fertigungskapazitäten will das Unternehmen mit dem Kauf auf dem Automotive-Markt wachsen. „Diese Investition stärkt unseren Wettbewerbsvorteil in Fertigung sowie Technologie und ist Teil unserer langfristigen Kapazitätsplanung“, sagt Rich Templeton, Chairman, President und CEO von TI.

07.07.2021: Autobranche bremst deutsche Industrie

Die deutsche Industrie hat ihre Produktion im Mai zum zweiten Mal in Folge zurückgefahren. Gegenüber April sei die Gesamtherstellung um 0,3 Prozent gefallen, teilt das Statistische Bundesamt mit. Analysten hatten mit einem Zuwachs von im Schnitt 0,5 Prozent gerechnet. Das Bundeswirtschaftsministerium führt den Produktionsrückgang vor allem auf Versorgungsengpässe mit Halbleitern im Automobilbereich zurück. Der Ausblick für die Industriekonjunktur bleibe aber positiv, so das Ministerium. Etwas pessimistischer bewertete Konjunkturexperte Ralph Solveen von der Commerzbank die Aussichten: "Die Probleme in den Lieferketten dürften wohl noch einige Zeit anhalten, sodass die Industrie wohl auch in den kommenden Monaten nicht zur Erholung der deutschen Wirtschaft beitragen wird."

06.07.2021: ZVEI rät zu längerfristigen Abnahmeverträgen

Die Halbleiterkrise trifft die Industrie in Zeiten eines zunehmenden Bedarfs. Dies stellt der Chef des deutschen Elektronik-Branchenverbands ZVEI, Wolfgang Weber, heraus. Allerdings habe die Autoindustrie mittlerweile verstanden, dass sie fehlende Teile nicht einfach „herbeizaubern“ kann. Es gebe seines Erachtens einen Aufbruch in der Branche. „Man bemüht sich, so flexibel zu reagieren, wie es eben geht.“ Auch ZVEI-Halbleiter-Experte Ulrich Schäfer geht davon aus, dass sich die Versorgungslage im Autogeschäft wieder verbessert – auch wenn es eine Weile dauern könnte. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hingegen warnt: „Die Versorgung mit Halbleitern wird auch im zweiten Halbjahr angespannt bleiben.“ Nach den Panikreaktionen des extremen Einbruchs sei es laut Schäfer und Weber deshalb ein guter Beitrag, wieder längerfristige Abnahmeverträge mit Lieferanten zu schließen. Zudem sollte die Halbleiterindustrie noch mehr in Europa investieren, so Weber. „Eine Stärkung unserer technologischen Souveränität wäre auch vor dem Hintergrund der geopolitischen Entwicklung und im Wettbewerb mit China sinnvoll", betont der ZVEI-Chef. „Wir müssen sicherstellen, dass wir in den Lieferketten zumindest die wichtigsten Bausteine abdecken."

05.07.2021 Frankreichs Industrie produziert weniger

Die französische Industrie hat ihre Produktion im Mai aufgrund von Versorgungsengpässen etwas herunterfahren müssen. Gegenüber dem Vormonat sank die Gesamtherstellung um 0,3 Prozent, wie das Statistikamt Insee mitteilt. Analysten hatten im Schnitt einen Zuwachs um 0,8 Prozent erwartet. Besonders deutlich ging die Produktion im Automobilsektor zurück. Grund sei insbesonders die knappe Verfügbarkeit von Halbleitern.

02.07.2021: VW schiebt Sonderschichten bei Produktion des Golf 8

Wegen des Halbleitermangels fehlen VW in diesem Jahr bereits mehr als 100.000 Autos. Den Rückstand will der Volumenhersteller nach Informationen der Automobilwoche im Sommer zumindest zum Teil aufholen. In den Werksferien werde in der Golf-Produktion durchgearbeitet. „Das Volkswagen-Werk Wolfsburg hält die Produktion im Werksurlaub im Sommer 2021 aufrecht“, teilte der Autobauer dem Magazin mit.

30.06.2021: Japans Industrieproduktion sinkt stärker als erwartet

Halbleiterengpässe und Auflagen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie haben die japanische Industrie im Mai härter getroffen als befürchtet. Die Industrieproduktion sei im Vergleich zum Vormonat um 5,9 Prozent gefallen, teilte die Regierung  auf Basis vorläufiger Daten mit. Experten hatten im Schnitt lediglich mit einem Minus von 2,1 Prozent gerechnet. Größtes Problem des Sektors ist derzeit der Halbleitermangel, der vor allem die Produktion der Automobilhersteller hemmt.

29.06.2021: Lieferengpässe kosten Wirtschaft rund 25 Milliarden Euro

Die Engpässe und Verzögerungen in den globalen Lieferketten dürften die deutsche Volkswirtschaft nach Schätzung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) 2021 rund 25 Milliarden Euro kosten. Die Ökonomen gehen in ihrer Analyse davon aus, dass die "Belastungen erst im Verlauf des dritten Quartals leicht abnehmen und sich erst danach eine deutliche Besserung einstellt". Allein im zweiten Quartal dürfte die deutsche Wirtschaftsleistung demnach durch die Zuspitzung der Liefersituation um etwa ein Prozent gedrückt worden sein. Die Industrie, aber auch viele Handwerker beklagen seit Monaten, dass dringend benötigte Rohstoffe und Vorprodukte fehlen oder verzögert geliefert werden. Die Gründe sind vielschichtig: Zum einen lässt die anziehende Konjunktur der Schwergewichte USA und China viele Güter knapp und teuer werden. Zum anderen hat die Coronapandemie die globalen Lieferrouten in der Containerschifffahrt durcheinandergewirbelt, unpünktliche Schiffsankünfte sind seit langem an der Tagesordnung.

28.06.2021: Chipmangel bremst deutschen Automarkt aus

Der Mangel an Halbleitern bremst neben der Autoproduktion auch den Absatz von Neuwagen auf dem deutschen Markt. Industrie und Handel könnten ohne die Beschränkungen leicht 3,2 Millionen neue Autos verkaufen, schätzt Experte Ferdinand Dudenhöffer in der jüngsten Rabattstudie seines Duisburger Car-Instituts. Gründe seien der große Nachholbedarf aus dem Vorjahr und die trotz Corona gute Konsumstimmung. Wegen fehlender Chips würden aber nach seiner Einschätzung im laufenden Jahr nur rund drei Millionen Wagen in Deutschland verkauft. Das wären nur wenige mehr als im Corona-Krisenjahr 2020 mit 2,9 Millionen Einheiten. Neuwagen seien momentan deutlich weniger verfügbar als sonst, stellte Dudenhöffer fest. Das habe Auswirkungen auf die verschiedenen Wege der Verkaufsförderung, die „nahezu überflüssig" geworden sei. Während die Internet-Rabatte für die gängigsten Modelle sogar noch leicht zulegten, sank der Anteil der Eigenzulassungen erheblich. Nur noch 24 Prozent sämtlicher Neuwagen wurden auf die Hersteller selbst oder auf ihre Händler angemeldet. Das sei ein fast normaler Wert, den man für Vorführautos und Dienstwagen erwarten könne.

24.06.2021: VW-Werke in Emden und Wolfsburg leiden unter Chipmangel

VW muss erneut auf den Chipmangel reagieren: Ab Freitag stehen im Werk Emden für mehr als zwei Wochen die Bänder komplett still. Auch in Wolfsburg, wo bereits seit Montag Kurzarbeit gilt, fallen kommende Woche weiter Schichten aus. Dies berichtete die Automobilwoche.

23.06.2021: Volkswagen könnte 800.000 Autos verlieren

Im Laufe des ersten Quartals hatte Volkswagen bereits gut 100.000 eingeplante Fahrzeuge nicht fertigen können. Laut einem Bericht des Wirtschaftsportals Business Insider sollen nun interne Schätzungen kursieren, nach denen womöglich über 800.000 Einheiten weniger produziert werden. Die Lage rund um fehlende Halbleiterteile sei weiter "extrem volatil", so der OEM. Wie stark die Lieferkrise bis zum Jahresende durchschlägt, lasse sich nicht verlässlich voraussagen. Auf die "spekulative" Zahl wollte VW offiziell nicht näher eingehen - Prognosen zur Liefersituation könnten sich täglich ändern, in die eine wie die andere Richtung. Man sei insgesamt "positiv gestimmt", dass sich die Halbleiter-Knappheit demnächst etwas entschärfen lasse. "Wir gehen von einer Entspannung im zweiten Halbjahr aus, und der Volkswagen-Konzern wird alles daransetzen, die durch den Chip-Mangel nicht gebauten Fahrzeuge im Jahresverlauf aufzuholen."

22.06.2021: BMW ist im Produktionsrückstand

Wegen der Lieferprobleme von Elektronikchips hat BMW laut Angaben der dpa einen Produktionsrückstand von 30.000 Autos in diesem Jahr. Der Autohersteller plant, diesen Rückstand im zweiten Halbjahr aufzuholen.

22.06.2021: Globalfoundries steckt Milliarden in neue Chipfabrik

Der Chipfertiger Globalfoundries investiert mehr als vier Milliarden US-Dollar in eine neue Fertigungsanlage. Diese soll am bisherigen Firmenstandort Singapur die Kapazitäten um nahezu die Hälfte auf rund 1,5 Millionen Wafer mit 300 Millimeter Durchmesser erhöhen. Auch die Chipfabrik in Dresden soll ausgebaut werden.

21.06.2021: Intel wirbt für staatliche Hilfen

Intel hat sich erneut für staatliche Hilfen für die Halbleiterproduktion ausgesprochen. "Es sollte ein günstiges Umfeld geschaffen werden, das es den Chipherstellern ermöglicht, mit einer Fertigung in Europa wettbewerbsfähig zu sein“, sagte Deutschlandchefin Christin Eisenschmid. In Asien könne um 40 Prozent billiger als in Europa produziert werden. Der größte Teil davon komme aus Subventionen, was seit vielen Jahren zur Industriestrategie der Regierungen gehöre. „Eine ähnliche Förderpolitik ist auch maßgeblich, um in Europa mehr Halbleiter zu fertigen“, wird Eisenschmid zitiert. Der US-Konzern betreibt eine Chipfabrik in Irland, plant einen weiteren Standort in Europa und erwartet dafür eine Förderung in Milliardenhöhe. Hoffnungen auf eine Ansiedlung macht sich Bayern.

21.06.2021: Autoindustrie ist mit Negativspirale konfrontiert

Das Beratungsunternehmen AlixPartners hat seine Prognose zum Chip-Mangel bekräftigt: Weltweit werde der Engpass zu einem Produktionsausfall von bis zu vier Millionen Fahrzeugen führen. Die steigende Nachfrage könne aktuell nicht bedient werden, weshalb Bestellungen von Ende 2020 erst im September 2021 bedient werden. Mit einer Entspannung der Situation wird erst 2022 gerechnet. „Die Automobilindustrie sieht sich mit einer Negativspirale konfrontiert, die es zu durchbrechen gilt. Einzelereignisse wie die Havarie der Ever Given oder der Brand in der japanischen Chipfabrik im März haben das Problem jedoch nicht verursacht, sondern nur weiter verstärkt“, erklärt Marcus Kleinfeld, Managing Director bei AlixPartners.

16.06.2021: Chipmangel dämpft Ifo-Konjunkturprognose

Die globalen Lieferengpässe werden nach der Konjunkturprognose des Ifo-Instituts die wirtschaftliche Erholung in Deutschland bremsen. Die Münchner Ökonomen prognostizieren für dieses Jahr noch ein Wachstum von 3,3 Prozent. Das wären 0,4 Prozentpunkte weniger als noch im März erwartet. Kurzfristig dämpfend wirkt nach Einschätzung des Konjunkturforschers Timo Wollmershäuser unter anderem der Chipmangel in der Autoindustrie.

16.06.2021: Erneuter Arbeitsausfall im VW-Stammwerk

Die Halbleiterkrise führt im Volkswagen-Stammwerk Wolfsburg zu erneuten Arbeitsausfällen in der kommenden Woche. Wie die dpa aus Unternehmenskreisen erfuhr, kündigte VW für den 21. bis 25. Juni eine umfassende Kurzarbeit an. Betroffen ist demnach insbesondere ein Teil der Beschäftigten, die in der Fertigung – etwa in der Montage, beim Karosseriebau, in der Lackiererei oder bei der Wagenfertigstellung – arbeiten. Auch angrenzende Bereiche seien teilweise betroffen. Grund seien Versorgungsengpässe und damit verbundene unkontrollierbare Störungen der Lieferbeziehungen aus direkt oder indirekt von dem Coronavirus betroffenen Ländern und Regionen.

15.06.2021: Daimler schickt Mitarbeiter wieder in Kurzarbeit

Angesichts weltweiter Lieferengpässe bei Elektronik-Chips hat Daimler erneut Tausende Mitarbeiter an den Standorten Rastatt und Bremen in Kurzarbeit geschickt. Zahlen nannte der OEM nicht. Die Maßnahme sei zunächst bis zum Ende der Woche beantragt, erstrecke sich aber jeweils nicht auf die gesamten Standorte. In Bremen sei ein Großteil der Beschäftigten betroffen, in Rastatt gehe es um Teilbereiche. Schichtstreichungen gibt es nach Daimler-Angaben in dieser Woche darüber hinaus im ungarischen Kecskemét. Die Mitarbeiter dieser drei und weiterer Daimler-Standorte waren in den vergangenen Monaten immer von Kurzarbeit betroffen.

14.06.2021: VW-Einkaufsvorstand sieht Tiefpunkt der Krise erreicht

Obwohl Waferproduzenten wie TSMC ihre Produktion wieder stärker zugunsten der Autobranche ausrichten, bleibe die Lage weiterhin angespannt, erklärt VW-Einkaufsvorstand Murat Aksel im Interview mit dem Handelsblatt. „Im Moment sind wir am tiefsten Punkt in der Versorgungskrise angekommen. Wir stehen vor den härtesten sechs Wochen“, so Aksel. Im dritten Quartal sei jedoch eine Besserung absehbar, da das Renesas-Werk in Japan sowie die Werke im US-Bundesstaat Texas mittlerweile wieder produzieren können. Bis hingegen neue Produktionskapazitäten aufgebaut sind, werde es bis zu zwei Jahre dauern. Um derartige Engpässe künftig zu verhindern, werde der Volkswagen-Konzern einen direkten Draht zu den Waferherstellern aufbauen sowie für spezielle Chips auf eine zusätzliche Lagerhaltung setzen. „Für die große Massenware brauchen wir dagegen keine besonderen Vorräte“, betont Aksel im Interview.

11.06.2021: USA gehen auf Konfrontationskurs mit China

Der US-Senat hat einen Gesetzesentwurf verabschiedet, der unter anderem die Herstellung von Halbleitern fördern soll. Der Entwurf sieht Ausgaben in Höhe von 250 Milliarden US-Dollar vor und zielt darauf ab, Chinas Einfluss etwas entgegenzusetzen. Die Welt befinde sich im stärksten Wettbewerb seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, erklärte der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer. Nach Angaben des Weißen Hauses ist der Anteil der Produktionskapazitäten für Halbleiter in den USA von 37 Prozent vor 20 Jahren auf etwa zwölf Prozent der weltweiten Produktion gesunken. US-Firmen seien auf das Ausland angewiesen, insbesondere auf Länder in Asien, was ein Risiko in der Lieferkette darstelle.

07.06.2021: NXP und TSMC bringen neue Chips auf den Markt

NXP Semiconductors und TSMC starten mit der Serienproduktion von NXPs S32G2-Networking-Prozessoren und S32R294-Radarprozessoren. Die Automotive-Lösungen basieren auf der 16-nm-FinFET-Prozess-Technologie von TSMC. „Beide Prozessoren sind bereit für die Volumenfreigabe“, betont Kurt Sievers, Präsident und CEO bei NXP. „Wir haben eine lange Geschichte der Partnerschaft mit TSMC und schätzen ihre Unterstützung in dieser außergewöhnlichen Zeit der Engpässe.” Im zweiten Quartal sei die Serienproduktion aufgenommen worden, sodass die Chips aktuell verfügbar sind.

07.06.2021: Infineon-Chef kritisiert EU-Politik bei Mikrochips

Der Vorstandschef des Halbleiterherstellers Infineon, Reinhard Ploss, hat die Wettbewerbspolitik der EU kritisiert. Europa sei bei Chips von Importen aus Asien abhängig, müsse aber autonom werden und eine „fast schon verlorene Industrie" wiedergewinnen. Ohne diese Kompetenz würden nicht nur Autobauer und Industrie, sondern auch Umwelt- und Klimaschutz geschwächt. „Aber derzeit verteilen wir sehr, sehr viele Stoppschilder in Europa.“ Während China, Japan, Korea und die USA ihre Digitalindustrie fördern und Zusammenarbeit gestalten, werde in der EU gebremst, so Ploss. Den technischen Rückstand bei Mikrochips aufzuholen, sei eine sehr große Herausforderung. "Wer sich nur hinten reinstellt, der wird wahrscheinlich nicht der Sieger des nächsten Matches sein."

07.06.2021: TSMC plant neuen Mikrochip für Autobranche

TSMC startet früher als vorgesehen mit der Produktion neuer Mikrochips und kündigt im Zuge dessen auch ein weiteres Produkt für die Automobilbranche an. Laut einem Heise-Bericht ergänzt der taiwanesische Halbleiterhersteller seine 5-Nanometer-Serie mit einem neuen N5A-Prozess. Dieser sei für anspruchsvolle Anforderungen wie KI-unterstützte Fahrzeugsteuerung sowie die Digitalisierung von Armaturenbrettern bestimmt. Einzelheiten zur N5A-Fertigung nannte das Unternehmen nicht, dem Medienbericht zufolge solle sie aber im dritten Quartal 2021 starten.

03.06.2021: Jenoptik erhöht Produktionskapazitäten

Infolge der steigenden Nachfrage nach Optiken und Sensoren für die Halbleiterindustrie will Jenoptik die Produktionskapazitäten erweitern. Am Standort Dresden soll ein hochmodernes Fertigungsgebäude sowie ein neuer Bürokomplex entstehen. Das 24.000 Quadratmeter große Grundstück im Airportpark Dresden wurde bereits im vergangenen Monat erworben, der Baubeginn ist in der zweiten Jahreshälfte 2022 geplant. Anfang 2025 soll dann die Produktion starten.

03.06.2021: Elon Musk vergleicht Halbleiter mit Toilettenpapier

Die Halbleiterkrise belastet Tesla anscheinend stärker als vermutet. Nachdem der Autobauer die Produktion des Model 3 im Februar nur kurzzeitig unterbrechen musste, sprach Elon Musk laut Bloomberg nun von „verheerenden Folgen“. Gleichzeitig benannte er das Bestellverhaltenen anderer Firmen als Hauptproblem. „Unsere größte Herausforderung ist die Lieferkette – insbesondere bei Mikrocontrollern. So etwas habe ich noch nie erlebt. Die Angst vor der Knappheit veranlasst jedes Unternehmen zu Überbestellungen – wie bei der Toilettenpapierknappheit, aber in epischem Ausmaß“, schrieb Musk auf Twitter. Es handle sich im Sinne dessen aber um kein langfristiges Problem, führte er weiter aus.

01.06.2021: Halbleiterkrise belastet Japans Industrieproduktion

Japans Industrieproduktion ist im April nicht so stark gestiegen wie von Experten erwartet. Der Ausstoß der Industrieunternehmen hat im Vergleich zum Vormonat um 2,5 Prozent angezogen und fiel damit etwas höher aus als im März. Experten führen das Verfehlen der Erwartungen unter anderem auf den weltweiten Halbleitermangel zurück, der die Produktion in der Autobranche belastet hat.

31.05.2021: VW-Konzern erwägt eigene Chip-Entwicklung

Die Lieferschwierigkeiten bei Elektronik-Chips sind für viele Autohersteller noch längst nicht ausgestanden. Volkswagen bilde da keine Ausnahme, betont die neue Betriebsratschefin und Aufsichtsrätin des VW-Konzern Daniela Cavallo. „Mein Eindruck ist: Die Komplexität der Lieferketten-Situation ist bekannt, und alle wissen, wie sehr hier Ausnahmezustand herrscht etwa für Einkauf, Logistik und Produktionsplanung.“ Überlegungen für den Aufbau einer eigenen Chip-Entwicklung seien eine Art Lerneffekt aus der akuten Versorgungskrise. „Das Unternehmen wird sicher nicht in die Massenproduktion ganz gewöhnlicher Halbleiter einsteigen", schätzt Cavallo. „Aber bei spezielleren Hightech-Bauteilen, die im Wettbewerb differenzieren, ist ein stärkeres Engagement durchaus wahrscheinlich. Bisher haben wir im Konzern dazu kaum etwas.“

28.05.2021: Valens fusioniert und geht an die Börse

Valens Semiconductor und PTK Acquisition, eine Zweckgesellschaft für Firmenübernahmen, geben ihren Zusammenschluss bekannt. Das Fusions-Unternehmen wird fortan Valens heißen und an der New Yorker Börse notiert sein. Der israelische Halbleiter-Entwickler soll dann gut eine Milliarde US-Dollar wert sein. „Unsere Chipsätze befinden sich in Großserienproduktion bei mehreren Tier-1-Zulieferern im Automotive-Bereich und sind derzeit in Daimler-Fahrzeugen unterwegs. Der Automobilmarkt bietet eine immense Chance, die weiter wachsen wird, da OEMs neue Fahrzeuge mit weit mehr Sensoren und Displays als je zuvor auf den Markt bringen“, so Gideon Ben-Zvi, CEO von Valens. Der Abschluss der Transaktion wird für den Herbst 2021 erwartet. 

28.05.2021: GM fährt Produktion in fünf Werken hoch

General Motors fährt die Produktion in fünf bisher wegen Chipmangels geschlossenen Werken wieder hoch. Betroffen seien zwei Standorte in Mexiko, jeweils ein Betrieb in den USA und Kanada sowie ein weiterer in Südkorea, teilte das Unternehmen mit. Die Standorte in Kanada und Mexiko sind für den Hersteller besonders wichtig, da dort die SUV-Modelle GMC Terrain und Chevrolet Equinox vom Band laufen.

28.05.2021: Tesla bezieht Chips direkt vom Hersteller

Bislang blieb Tesla von den Chip-Engpässen vergleichsweise unberührt. Laut einem Bericht des Handelsblatts sei dies darauf zurückzuführen, dass der US-Autobauer die Zulieferer umgeht, indem er selbst entwickelte Chips direkt bei den Produzenten einkauft. Unter anderem beziehe das Unternehmen seine Leistungshalbleiter für die Stromversorgung unmittelbar von ST Microelectronics. Zudem greife Tesla auf vergleichsweise teure Komponenten zurück und plane, bei Halbleitereinkäufen in finanzielle Vorleistung zu gehen sowie eventuell eigene Halbleiterfabriken zu bauen.

27.05.2021: Deutschland und Frankreich befürworten Allianz

Deutschland und Frankreich wollen angesichts der Versorgungsengpässe bei Elektronikbauteilen eine geplante europäische Halbleiter-Allianz vorantreiben. Der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire bezeichnete Halbleiter als das "neue Erdöl", Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) verwies auf die weltweite Chip-Knappheit. Es solle darum gehen, Investitionen in Europa zu stärken und die Produktion auszuweiten. Konkret ist ein "Important Project of Common European Interest" (IPCEI) geplant – mit einer möglichen staatlichen Unterstützung in Milliardenhöhe.

27.05.2021: Bosch eröffnet Chipfabrik in Dresden

Im Frühjahr 2018 erfolgte der Spatenstich für die rund eine Milliarde Euro teure Chipfabrik in Dresden. Im Juli 2021 beginnt Bosch nun mit der Serienproduktion am neuen Standort. Auf einer Gesamtnutzungsfläche von 72.000 Quadratmetern sollen künftig überwiegend Halbleiter für Automobilelektronik gefertigt werden. Aktuell arbeiten im neuen Werk 250 Mitarbeiter, im Endausbau sollen es bis zu 700 sein.

26.05.2021: Audi reduziert Kurzarbeit im Juni

Nach rund einer Woche Kurzarbeit für 10.000 Audi-Beschäftigte in Ingolstadt und Neckarsulm fährt der Autobauer die Produktion im Juni wieder hoch. Auf der Linie 1 im Stammwerk Ingolstadt, auf der die Modelle A4 und A5 gebaut werden, ruhe die Produktion noch bis einschließlich 7. Juni, teilte Audi der Belegschaft mit. Auf dieser Linie arbeiten annähernd 2.000 Beschäftigte. Die Ingolstädter Linie 2, auf der die Modelle A3, A4 und A5 gebaut werden, steht aufgrund fehlender Halbleiter-Teile nur noch bis einschließlich 2. Juni still - ebenso wie die A4- und A5-Produktion im Werk Neckarsulm. Audi plane, danach wieder normal zu produzieren, sagte ein Sprecher. Die Lage könne sich allerdings kurzfristig ändern, so das Unternehmen weiter, da die Teileversorgung - insbesondere bei Halbleitern - kritisch bleibe.

25.05.2021: Audi schickt 10.000 Beschäftigte in Kurzarbeit

Audi muss erneut die Produktion in Ingolstadt sowie Neckarsulm einschränken und mehr als 10.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Voraussichtlich bis Ende Mai stehen im Stammwerk Ingolstadt bereits zwei Linien, auf denen die Limousinen A3, A4 und A5 produziert werden. In Neckarsulm werden diese Woche die Bänder für mehrere Modelle gestoppt. Wie es im Juni weitergehe, sei noch offen, sagte ein Unternehmenssprecher. Wegen Engpässen bei Halbleitern musste Audi bereits in den vergangenen Monaten Schichten streichen und Kurzarbeit fahren.

20.05.2021: VW unterbricht Produktion in US-Werk

Volkswagen pausiert die Produktion in seinem Werk im US-amerikanischen Chattanooga vom 7. bis 20. Juni. Dies berichtet unter anderem Automotive News Europe. Ursächlich sei der weltweite Mangel an Halbleitern, der auch in Deutschland zu Unterbrechungen geführt hat. In Chattanooga werden die speziell für Nordamerika entwickelten SUVs Atlas und Atlas Cross Sport sowie der US-Passat gefertigt. Der Autobauer will die zwei Wochen des Stillstands jedoch für die Verbesserung von Produktionsanlagen und Qualität sowie die Schulung der Beschäftigten nutzen. Diese sollen sich auf die Produktion des rein elektrischen ID.4 vorbereiten, dessen Produktionsstart für 2022 geplant ist.

20.05.2021: Cisco erwartet monatelange Chip-Knappheit

Der Netzwerk-Spezialist Cisco rechnet mit noch monatelangen Chip-Engpässen - und damit auch mit höheren Ausgaben für Bauteile. Cisco stelle sich auf eine Komponenten-Knappheit noch mindestens bis Jahresende ein, sagte Finanzchef Scott Herren nach Vorlage der aktuellen Quartalszahlen.

18.05.2021: Daimler holt Mitarbeiter aus Kurzarbeit

Daimler hat Tausende seiner Mitarbeiter in den Mercedes-Werken Rastatt und Sindelfingen wieder aus der Kurzarbeit geholt. In Rastatt seien lediglich noch Beschäftigte in einzelnen Teilbereichen weiter in der Kurzarbeit, die Autoproduktion sei davon aber nicht mehr betroffen, so eine Konzernsprecherin. In Bremen läuft nach Daimler-Angaben schon seit Mitte vergangener Woche alles wieder regulär. Genaue Angaben zum Umfang der Kurzarbeit in den vergangenen Wochen hatte der Autobauer nicht gemacht.

17.05.2021: USA und Südkorea investieren in Halbleiterfertigung

Vier US-Senatoren sollen laut Reuters vorgeschlagen haben, die lokale Halbleiterproduktion über die nächsten fünf Jahre mit 52 Milliarden US-Dollar zu subventionieren. Bereits im März 2021 hatte sich Präsident Joe Biden für Investition in dieser Höhe ausgesprochen, um sich gegenüber China behaupten zu können. Überdies gibt es Pläne, im texanischen Austin eine weitere Fabrik zu errichten. Das Gesamtvolumen soll 17 Milliarden US-Dollar umfassen. In Südkorea stockt zudem Samsung Foundry sein Investment in die Chipfertigung um weitere 34 Milliarden US-Dollar auf. Damit sollen bis 2030 insgesamt 151 Milliarden US-Dollar fließen. SK Hynix will seine Fab-Kapazitäten in Südkorea ebenso verdoppeln. Geplant sind Erweiterungen vorhandener Werke für 97 Milliarden US-Dollar sowie weitere 106 Milliarden US-Dollar in vier neue Halbleiterproduktionsstätten in Yongin.

14.05.2021: 3,9 Millionen Fahrzeuge können nicht produziert werden

Aufgrund des Chipmangels werden 2021 weltweit rund 3,9 Millionen Fahrzeuge weniger produziert, schätzt die Beratungsfirma Alix Partners. Das entspreche einem Wert nicht produzierter Fahrzeuge von rund 91 Milliarden Euro - fast doppelt so viel wie von der Unternehmensberatung noch Ende Januar geschätzt. Ein erheblicher Anteil der nicht produzierten Fahrzeuge werde sich auch in den Verkaufszahlen der Hersteller niederschlagen, sagte Alix-Partners-Manager Marcus Kleinfeld. Allerdings würden diese auch ihre Lagerbestände senken und damit den Effekt teilweise kompensieren.

07.05.2021: Daimler startet Kurzarbeit in Sindelfingen

Das Daimler-Werk Sindelfingen muss vorübergehend einen Produktionsstopp einlegen. Betroffen ist die Mercedes-Benz E-Klasse, wie Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten berichten. Die Produktion ruht demnach seit Montag, die Pause solle bis zum 14. Mai andauern. "In ausgewählten Teilbereichen passt das Werk Sindelfingen die Fahrweise in Kalenderwoche 18 und Kalenderwoche 19 an", wurde eine Sprecherin zitiert. Für die Beschäftigten in diesen Bereichen sei für diesen Zeitraum Kurzarbeit beantragt worden, ergänzte sie. Wie viele Mitarbeiter betroffen sind und wie viele Fahrzeuge nicht gebaut werden, gab der Konzern nicht bekannt. "Die Bänder bei der E-Klasse stehen bis zum 14. Mai still - zunächst einmal", wurde ein ungenannter Mitarbeiter in Sindelfingen zitiert.

05.05.2021: Stellantis meldet massiven Produktionsausfall

Der weltweite Mangel an Elektronikbauteilen macht Stellantis schwer zu schaffen. Von Januar bis Ende März konnten laut dem Opel-Mutterkonzern 190.000 Fahrzeuge nicht gebaut werden - rund elf Prozent der geplanten Produktion. Im Zeitraum von April bis Ende Juni werden Konsequenzen befürchtet, die noch weitgehender sind. Stellantis setzte im ersten Vierteljahr 34,3 Milliarden Euro um und verkaufte rund 1,48 Millionen Fahrzeuge. Bei einer bereinigten Berechnung, die FCA-Zahlen von Jahresbeginn an mit einbezieht, ergibt sich für das erste Vierteljahr im Vorjahresvergleich ein Umsatzplus von 14 Prozent auf 37 Milliarden Euro. Der Absatz stieg um elf Prozent auf 1,57 Millionen Fahrzeuge.

03.05.2021: Daimler verlängert Kurzarbeit in Rastatt und Bremen

Bei Daimler bleiben Tausende Mitarbeiter vorerst in Kurzarbeit. Für das Mercedes-Werk in Bremen sei eine Verlängerung der Kurzarbeit vorerst bis zum 11. Mai beantragt worden, teilte der Konzern mit. Noch ein bisschen länger bleiben viele Beschäftigte im Werk in Rastatt außen vor: Hier wurde die Kurzarbeit für Teilbereiche demnach bis Ende kommender Woche ausgedehnt. Wie viele Mitarbeiter jeweils genau betroffen sind, blieb unklar. Im Bremer Werk sind mehr als 12.000 Mitarbeiter beschäftigt, in Rastatt rund 6.500. In beiden Werken waren die Beschäftigten am 23. April in die Kurzarbeit geschickt worden. In Rastatt haben nach Daimler-Angaben einige Bereiche zwischenzeitlich die Arbeit wieder aufgenommen.

03.05.2021: Ford-Werk Köln muss Zwangspause einlegen

Wegen fehlender Chips müssen die Ford-Werke die Auto-Produktion in Köln in den nächsten Monaten fast komplett einstellen. Der Konzern habe für die Zeit vom 3. Mai bis zum 18. Juni sowie vom 30. Juni bis zum 9. Juli mit der Arbeitnehmervertretung Kurzarbeit in der Produktion vereinbart, berichtete am Montag ein Unternehmenssprecher. In dieser Zeit stünden die Bänder still. Betroffen seien rund 5.000 der 15.000 Mitarbeiter in Köln. Zuvor hatte die Bild-Zeitung über den Produktionsstopp berichtet. Lediglich an den Tagen vom 19. bis zum 29. Juni sollen in Köln die Fließbänder laufen. An den zweiten Produktionsstillstand bis Mitte Juli schließen sich dann die Werksferien an. Die Produktion starte wieder 16. August, hieß es. "Die Lage auf dem globalen Halbleiter-Markt bleibt angespannt und wird es allen Schätzungen zufolge auch in den nächsten Monaten bleiben, woraus sich Lieferengpässe ergeben", begründete ein Ford-Sprecher den Schritt. Deshalb müsse der Konzern die Produktion herunterfahren. Die ausgefallene Produktion wolle man bestmöglich aufholen.

30.04.2021: Volkwagen kämpft gegen Lieferengpässe an

Die von Volkswagen eingesetzte Taskforce rechnet hinsichtlich der Versorgungsengpässe bei Computerchips auch im zweiten Quartal mit einer kritischen Lage, die sich sogar noch verschärfen könnte. Eine Chance auf Verbesserung erhoffe sich der Konzern erst im zweiten Halbjahr. Dies berichtete die WirtschaftsWoche. „Wir kämpfen um jedes Fahrzeug“, zitiert das Wirtschaftsportal den Leiter der Taskforce. „Weitere Produktionsanpassungen sind nicht auszuschließen.“ Derzeit seien laut dem Bericht hunderte Teile aller Pkw- und Lkw-Marken des Konzerns von Lieferengpässen betroffen. Bei knapp der Hälfte der betroffenen Teile gebe es noch keine Lösungen, um der Problematik Herr zu werden. Volkswagen habe sich der WirtschaftsWoche zufolge sogar in die Chipbeschaffung seiner Zulieferer eingemischt und in den vergangenen Monaten rund 10.000 Anfragen an Chiphändler verschick. So konnten angeblich rund eine Million Chips organisiert und an die Zulieferer weitergegeben werden.

Halbleiterkrise: Interview mit Branchenexperten

Im Interview mit unserem Schwesterportal all-electronics.de geben die Halbleiter-Experten Guido Überreiter, Jens Drews (Globalfoundries) und Frank Bösenberg (Silicon Saxony, im Bild) Auskunft über die technologischen und strategischen Gründe für den aktuellen Chipmangel in der Autoindustrie. Die Antworten dürften nicht jedem gefallen.

 

Zentrale Themen sind unter anderem die Herausforderungen der Supply Chain bei hohen Auslastungen der Halbleiter-Produktion und die mit Schwankungen in der Nachfrage verbundenen Komplikationen. Gleichzeitig kritisieren die Experten, die Autobranche habe nicht genügend Lehren aus vergangenen Krisen gezogen und die eigenen Lieferketten nicht genügend diversifiziert.

 

Zum Interview

30.04.2021: Volkswagen erwägt Chipentwicklung

Volkswagen-Chef Herbert Diess hat in Aussicht gestellt, dass der Autobauer das Design von Chips für automatisiertes Fahren möglicherweise selbst in die Hand nehmen wird. Die Softwareorganisation Cariad müsse Fähigkeiten bei der Entwicklung von Prozessoren aufbauen, sagte Diess. "Apple, Tesla und andere haben mehr Definitionskompetenz bei Halbleitern. Um bei den hohen Anforderungen im Auto die optimale Leistung zu erzielen, müssen Software und Hardware aus einem Guss kommen." Ähnlich äußerte sich VW-Markenchef Ralf Brandstätter: "Es gibt auch Überlegungen im Konzern, das Halbleiter-Design als Kompetenz stärker zu beherrschen." Dies habe jedoch eher mit der Strategie in Richtung Digitalisierung zu tun. Direkte Einflussmöglichkeiten auf die Chiphersteller seien eher begrenzt. "Die Automobilindustrie ist an der Stelle kein großer Spieler, wir machen insgesamt als Kunde zwölf Prozent des weltweiten Halbleitermarkts aus", so der Markenchef. Davon würden wiederum rund zehn Prozent auf den Volkswagen-Konzern entfallen.

29.04.2021: Chipmangel betrifft nun auch BMW

Der Chipmangel lässt bei BMW die Bänder stillstehen. In Regensburg und im englischen Oxford wird die Produktion für zwei beziehungsweise drei Arbeitstage ausgesetzt, wie eine Unternehmenssprecherin bestätigte. In beiden Werken werden normalerweise jeweils rund 1.000 Autos am Tag gefertigt. Der Versorgungsengpass betrifft BMW jedoch nicht direkt, sondern führte zu fehlenden Teilelieferungen. In Regensburg, wo die Modelle 1er, 2er, X1 und X2 gefertigt werden, sollen die Bänder am Donnerstag und Freitag stillstehen. In Oxford, wo der Kleinwagen Mini gebaut wird, erfolgt die Pause am Freitag, Dienstag und Mittwoch. Derzeit geht der OEM davon aus, dass die Produktion nach der Pause weitergehen und aufgeholt werden kann.

29.04.2021: STMicro profitiert von hoher Nachfrage

Der Chiphersteller STMicroelectronics hat im ersten Quartal von der anhaltend hohen Nachfrage nach Halbleitern profitiert. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um über ein Drittel auf rund 3 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich zum starken Vorquartal musste STMicro allerdings Umsatzeinbußen hinnehmen. Während die Geschäfte mit Halbleitern für die Autoindustrie und Mikrocontrollern gut liefen, habe man im Bereich Consumer Electronics Abstriche machen müssen, sagte Konzernchef Jean-Marc Chery.

28.04.2021: Volkswagen verkündet Produktionspausen in Mexiko

Volkswagen de Mexico wird seine Produktion des Modells Jetta für zwei Wochen aussetzen. ABC News nannte diesbezüglich den Zeitraum vom 3. bis 19. Mai. Auch die Montage des SUVs Tiguan wird in Mexiko ruhen. Die elftägige Produktionspause sei laut den Medienberichten für den 6. Bis 16. Mai vorgesehen. Grund für die Unterbrechungen ist der weltweite Engpass bei Halbleitern.

28.04.2021: Chiphersteller machen gute Geschäfte

Der südkoreanische Speicherchiphersteller SK Hynix hat im ersten Quartal von der starken Nachfrage nach Halbleitern profitiert. Der Umsatz wuchs im Jahresvergleich um 18 Prozent auf rund 6,3 Milliarden Euro. Nun will das Management für das kommende Jahr geplante Investitionen in dieses Jahr vorziehen, um sich Chipfertigungsmaschinen zu sichern, die einen langen Bestellvorlauf haben. Während SK Hynix das Marktumfeld optimistisch einschätzt, rechnet der US-Chipkonzern Texas Instruments für das laufende Quartal  jedoch nicht mit einer weiter steigenden Nachfrage. Im abgelaufenen Quartal waren die Erlöse des Unternehmens im Vorjahresvergleich bereits um rund ein Drittel auf 4,3 Milliarden US-Dollar gestiegen.

27.04.2021: ABB warnt Kunden vor längeren Lieferzeiten

Im Zuge des Quartalsberichts stimmt ABB seine Kunden auf längere Lieferzeiten ein. Die zunehmenden Versorgungsengpässe bei Halbleitern hätten sich im ersten Quartal zwar noch nicht wesentlich auf die Ergebnisse ausgewirkt, geben jedoch Anlass zur Sorge, so ABB-Chef Björn Rosengren. Für das kommende Quartal ist der Automatisierungsspezialist demnach nur bedingt positiv gestimmt.

26.04.2021: Volkswagen Slovakia stoppt Teil der Produktion

Infolge der weltweiten Knappheit an Mikrochips muss auch der Volkswagen-Standort in der Slowakei seine Produktion einschränken. Ab diesen Donnerstag unterbricht das Werk Bratislava die Herstellung seiner SUV-Modelle bis zum 7. Mai. Die Kleinwagenproduktion laufe hingegen weiter, wie Firmensprecherin Lucia Kovarovic Makayova mitteilt. Der Standort Bratislava nimmt innerhalb des Konzerns eine Schlüsselposition ein, weil dort Autos von fünf Marken zugleich hergestellt werden und das Werk bei Bedarf in der Lage ist, auch die Produktion anderer internationaler Standorte zu übernehmen.

26.04.2021: Chip-Hersteller forcieren Ausbaupläne

Mehrere Chip-Hersteller forcieren laut Heise Online den Ausbau ihrer Produktionskapazitäten: Nanya Technology wird rund 8,8 Milliarden Euro für die Errichtung einer neuen Halbleiterfabrik im Norden Taiwans ausgeben. Der Bau soll in diesem Jahr beginnen und im übernächsten Jahr abgeschlossen werden. TSMC investiert weitere 2,4 Milliarden Euro in seine bestehenden Chip-Fabriken, GlobalFoundries kündigt über 1,1 Milliarden Euro für seine Standorte in Deutschland, Singapur und den USA an. Darüber hinaus erwägen die US-amerikanischen Chiphersteller Western Digital und Micron im NAND-Flash-Segment die Übernahme der japanischen Kioxia Holding. Sollte die Fusion gelingen, würde das Unternehmen auf Basis der Marktanteile zum Spitzenreiter der Flashspeicher-Branche werden.

26.04.2021: Seat-Chef befürchtet zunehmende Engpässe

Der Volkswagen-Konzern geht wegen der anhaltenden Flaute bei der Chip-Versorgung von noch größere Schwierigkeiten im laufenden Quartal aus. „Von Zulieferern und auch aus der Volkswagen-Gruppe selbst heraus wird uns gesagt, dass wir im zweiten Quartal vor erheblichen Herausforderungen stehen, wahrscheinlich noch herausfordernder als im ersten Quartal“, sagte Seat-Chef Wayne Griffiths der Financial Times. Im ersten Quartal wurden konzernweit rund 100.000 Autos weniger produziert. Dies sei im Jahresverlauf wohl nicht mehr wettzumachen. Bei der Produktion im Seat-Stammwerk im spanischen Martorell lebe man derzeit „von der Hand in den Mund“, sagte der Seat-Chef. Erst nach Belieferung von Elektronikbauteilen durch die Hersteller entscheide die VW-Tochter, welche Modelle gebaut würden. So drosselt auch Audi in der kommenden Woche die Produktion in Neckarsulm.

23.04.2021: Daimler plant womöglich weitere Kurzarbeit

Daimler hat wegen anhaltender Lieferengpässe elektronischer Bauteile angekündigt, in nächster Zeit möglicherweise mehr Mitarbeiter als bisher bekannt in die Kurzarbeit zu schicken. In den nächsten Wochen könne es wegen der Chipkrise "hier und dort" zu Produktionsstopps und Kurzarbeit kommen, erklärt Finanzvorstand Harald Wilhelm. Welche weiteren Standorte betroffen sein könnten, ließ er offen. Auch zu Zeiträumen nannte Wilhelm keine Details. Das hänge davon ab, wann wo welche Chipteile verfügbar seien. Er betonte jedoch, die Produktionsunterbrechungen könnten mehrere Produktklassen betreffen – womöglich auch die S-Klasse, die in Sindelfingen gebaut wird. Zwar versuche man, die Auswirkungen der Chipkrise weitgehend von der S-Klasse fernzuhalten, garantieren könne man das derzeit aber nicht.

23.04.2020: Intel rechnet mit jahrelangen Chip-Engpässen

Der Chip-Riese Intel sieht kein Ende der globalen Halbleiter-Engpässe. Die „beispiellose Nachfrage“ strapaziere die Lieferketten in der Branche, sagt der neue Intel-Chef Pat Gelsinger. Es fehle an Fertigungskapazitäten, Material für Leiterplatten sowie an Bauteilen. „Wir erwarten, dass die nötigen Investitionen aus der Branche gegen diese Knappheit ein paar Jahre in Anspruch nehmen.“ Gelsinger will den Konzern verstärkt auch als einen Auftragsfertiger etablieren.

22.04.2021 Peugeot 308 bekommt alten Tacho zurück

Stellantis will beim Peugeot 308 wegen fehlender elektronischer Bauteile wieder einen analogen Zeiger-Tachometer auf der Instrumententafel einbauen. Ein Unternehmenssprecher bestätigte entsprechende Medienberichte. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP sollte es in der laufenden Woche im Stellantis-Werk Rennes zudem zu einer Produktionseinschränkung kommen.

22.04.2021: JLR setzt Produktion an zwei Standorten aus

Jaguar Land Rover muss wegen Chip-Engpässen seine Produktion an zwei britischen Standorten zeitweise aussetzen. "Wie auch andere Autohersteller erleben wir derzeit wegen Covid-19 Unterbrechungen der Lieferketten", sagte eine JLR-Sprecherin gegenüber dem Guardian und bestätigte eine "begrenzte Phase der Nicht-Produktion". Dem Bericht zufolge soll die Produktion an den britischen Standorten Halewood und Castle Bromwich für mindestens eine Woche ausgesetzt werden, während sie in der Slowakei, Brasilien und China, aber auch im englischen Solihull weitergehen soll. "Wir arbeiten eng mit den betroffenen Zulieferern zusammen, um die Probleme zu lösen und den Effekt auf die Bestellungen von Kunden zu minimieren, soweit das möglich ist", hieß es von der Sprecherin.

22.04.2021: Chipindustrie-Ausrüster ASML verbessert Prognose

Während die Autohersteller unter der Halbleiterknappheit leiden, kommen auf die Chipindustrie goldene Zeiten zu. So ist etwa der Ausrüster ASML mittlerweile optimistischer für das laufende Jahr. Das Management erwartet 2021 ein Umsatzplus in Richtung von 30 Prozent. Bislang wurde ein Wachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich prognostiziert. Dementsprechend konnte ASML den Umsatz im ersten Quartal im Vergleich zum vierten Quartal auf 4,4 Milliarden Euro steigern, der Auftragseingang legte gar um knapp zwölf Prozent zu. "Wenn Sie die Zeitungen lesen, sind Chips überall knapp", äußert sich ASML-Chef Peter Wennink zur verbesserten Marktlage.

22.04.2021: Renault wird rund 100.000 Autos weniger fertigen

Auch Renault macht die Halbleiterkrise erheblich zu schaffen. Wegen fehlender Übersicht sei es zurzeit unmöglich, „eine verlässliche Vorhersage für die Produktion zu machen“, sagte die stellvertretende Generaldirektorin Clotilde Delbos bei der Vorstellung der Quartalszahlen. Der Konzern hatte noch im Februar mitgeteilt, dass er wegen der Lieferengpässe bei Halbleitern im laufenden Jahr voraussichtlich rund 100.000 Autos weniger bauen werde als geplant.

22.04.2021: Daimler schickt Tausende Mitarbeiter in Kurzarbeit

Angesichts der weltweiten Lieferengpässe bei wichtigen elektronischen Bauteilen schickt Daimler an vorerst mindestens zwei Standorten Tausende Mitarbeiter erneut in Kurzarbeit. Betroffen ist ein Großteil der Beschäftigten der Mercedes-Werke in Rastatt und Bremen. Daimler teilte dazu mit, dass die Kurzarbeit zunächst von diesem Freitag bis Ende kommender Woche beantragt wurde. Die Mitarbeiter beider Werke sowie des Standorts im ungarischen Kecskemét waren bereits Anfang des Jahres wegen der Chipkrise in Kurzarbeit geschickt worden. Der Autobauer äußerte sich auf Anfrage der dpa jedoch nicht im Detail zu der Frage, ob auch für weitere Werke Kurzarbeit geplant sei. Man sei im Austausch mit den Halbleiter-Lieferanten und passe „falls nötig“ die „Fahrweisen in einzelnen Werken an“, hieß es lediglich. Die Situation sei volatil, man fahre auf Sicht.

20.04.2021: Chipmangel legt Ford-Produktion lahm

Aufgrund von Lieferengpässen bei Halbleiterbauteilen hält Ford die Produktion in weiteren Werken an. "Wir prüfen täglich die Auswirkungen auf unsere Produktionsplanung", teilte ein Sprecher des Unternehmens mit. "Aufgrund der angespannten Liefersituation wird die Produktion in unserem Werk in Saarlouis vorerst vom 19. April bis 18. Mai pausieren." Zudem setzt das Unternehmen die Produktion in Gölcük (Türkei) beim Joint Venture Ford Otosan bis zum 13. Juni aus. "Diese Unterbrechung beinhaltet das Vorziehen von zwei Wochen Werksferien im Sommer und eine Woche im Rahmen der türkischen Nationalfeiertage", sagte der Sprecher. Auch im Werk in Valencia (Spanien) werde aufgrund des Lieferengpasses die Produktion reduziert. An den Ford-Standorten in Craiova (Rumänien) und Köln kam es in diesem Jahr ebenfalls bereits zu Produktionspausen. Derzeit seien dort aber keine weiteren Unterbrechungen geplant.

19.04.2021: Keine Besserung bei Chip-Mangel

Dass die Chip-Produktion nicht in den Händen der Autoindustrie liege, "ist ein fatales Problem, das nicht so leicht gelöst werden kann", sagte der Direktor der Vereinigung der chinesischen Autohändler, Jia Xinguang, vor Beginn der internationalen Automesse in Shanghai. "Viele Leute denken, dass das Problem in der zweiten Jahreshälfte gelöst werden kann", sagte er weiter. Er erwarte aber nur eine leichte Besserung, "ohne dass eine fundamentale Lösung zur Verfügung steht". Die Autobauer hätten keinen Einfluss darauf. "Die Autoindustrie ist nicht in der Lage, ihre eigenen Chips herzustellen, was ein großes Problem ist." Auch der deutsche Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht das Problem noch lange nicht gelöst. Bis neue Fabriken aufgebaut seien, werde es noch zwei oder drei Jahre dauern, sagte der Direktor vom Center Automotive Research (CAR). Er rechne damit, dass China auch hier "zur Lokomotive" werde.

15.04.2021: VW meldet Kurzarbeit in Emden und Wolfsburg

Im Volkswagen-Werk Emden äußert sich der Chip-Engpass in Form erneuter Kurzarbeit. Bereits im Januar wurde diese für zwei Wochen eingeführt, nun sei sie vorsorglich für den Monat April angemeldet worden, so eine Standort-Sprecherin. Wie viele Beschäftigte davon betroffen sind und ab wann beziehungsweise wie lange die Bänder stillstehen, sei noch unklar. Am Stammsitz in Wolfsburg zeichnet sich erneut ein ähnliches Bild. Bereits rund um den Jahreswechsel sowie im März wurden Unterbrechungen verlautbart. Nun soll in der Woche vom 26. bis 30. April eine Frühschicht in der Golf-Fertigung ausfallen. „Aktuell gehen wir davon aus, dass in den kommenden Monaten die Versorgung mit Chips angespannt bleiben wird“, teilte ein Sprecher der Konzernzentrale mit. Bereits im März hatten Einkaufsvorstand Murat Aksel und Finanzvorstand Alexander Seitz prognostiziert, dass die Engpässe das Jahr über anhalten würden.

15.04.2021: FAW-Volkswagen produziert 20.000 Autos weniger

Auch Audi ist von den jüngsten Ereignissen betroffen: Wegen fehlender Chips fährt das Joint Venture FAW-Volkswagen Automotive die Fertigung in China um 30 Prozent zurück. Dies berichtete die chinesische Publikation Yicai Global. Das Gemeinschaftsunternehmen stoppe demnach die Produktion für zwei Wochen – betroffen seien unter anderem die Audi-Modelle A4L, A6L, und Q5L. Insgesamt sollen dadurch im April 20.000 Autos weniger als im Vormonat produziert werden. Der Engpass bei FAW-Volkswagen betrifft laut dem Medienbericht Chips, die in Steuerungen verwendet werden: Türen, Gateways, Infotainmentsysteme und Stabilitätskontrollsysteme. Für Gateways notwendige Halbleiter könnten dabei bis zu sechs Wochen lang knapp sein.

15.04.2021: Ford unterbricht die Produktion in fünf US-Werken

Die weltweiten Engpässe bei Halbleitern zwingen Ford zu zusätzlichen vorübergehenden Unterbrechungen der Produktion. In fünf US-Werken und einer Anlage stehen die Bändern temporär still, so ein Bericht des Handelsblatts. Der US-Autobauer gab jedoch nicht bekannt, wie viele Fahrzeuge von der Maßnahme betroffen seien. Bereits im März musste Ford die Produktion in zwei US-Werken sowie in Köln anhalten. Zuletzt hatte das Unternehmen erklärt, dass der Chip-Mangel den jährlichen Gewinn um ein bis 2,5 Milliarden Dollar schmälern könnte.

14.04.2021: Chipengpässe werden über 2021 hinaus anhalten

Die Unternehmensberatung Roland Berger erwartet, dass der Hableitermangel noch weit über das Jahr 2021 hinausreichen wird. Der Bedarf der Autoindustrie werde sich durch Elektrifizierung und automatisiertes Fahren bis 2025 massiv erhöhen. Zugleich rechnen die Unternehmensberater mit einer stärkeren Marktkonzentration bei den Chip-Herstellern. "Diese Konstellation erschwert die Beschaffung zusätzlich."

06.04.2021: Krise befeuert Ausbaupläne der Chip-Hersteller

Die große Nachfrage nach Elektronik-Chips und weiteren wichtigen Halbleiter-Produkten befeuert die Ausbaupläne von Chip-Herstellern in Dresden. So will etwa der US-Chipfertiger Globalfoundries rund 400 Millionen Euro in den Ausbau seiner Reinräume investieren. Derzeit produziert das Unternehmen rund 400.000 Wafer pro Jahr, künftig sollen es doppelt so viele sein, sagte Geschäftsführer Manfred Horstmann. Auch Infineon will in Dresden wachsen: Die bestehenden Produktionskapazitäten sollen in den nächsten fünf Jahren für rund 1,1 Milliarden Euro ausgebaut werden. Nur wenige Kilometer entfernt - ebenfalls im Dresdner Norden soll im Juni die neue Bosch-Halbleiterfabrik offiziell eröffnet werden. Rund eine Milliarde Euro hat Bosch in den Dresdner Standort investiert - die größte Einzelinvestition in der 130-jährigen Firmengeschichte.

01.04.2021: Hyundai stoppt Produktion wegen fehlenden Chips

Die weltweiten Versorgungsengpässe bei wichtigen Halbleiter-Produkten wie Elektronik-Chips hat nun Auswirkungen auf die Produktion bei Hyundai. Der südkoreanische OEM stoppt teilweise seine heimische Produktion. Vom 7. bis zum 14. April werde das Werk Nummer Eins in der südöstlichen Stadt Ulsan abgeschaltet, so das Unternehmen. Betroffen sind demnach das SUV-Modell Kona sowie das Elektroauto Ioniq 5. Als Grund für den Stopp nannte Hyundai "die Versorgungsbedingungen bei Halbleiter-Teilen für das Frontsicht-Kamerasystem des SUV Kona sowie Leistungselektronik-Module für Ioniq 5".

01.04.2021: TSMC investiert kräftig in seine Chipfertigung

Angesichts der aktuellen Halbleiter-Knappheit will der Chipfertiger Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) binnen drei Jahren 100 Milliarden US-Dollar in den Ausbau seiner Produktion und die Entwicklung neuer Technologien investieren. TSMC hatte bereits im Januar allein für dieses Jahr Investitionen von 28 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt. Als ein Auslöser der Halbleiterkrise gelten Vorratskäufe durch den chinesischen Huawei-Konzern, der sich damit gegen US-Sanktionen wappnete. Zugleich verstärkte unter anderem die massiv gestiegene Laptop-Nachfrage den Bedarf. In Zukunft will auch der Chip-Riese Intel, der eine eigene Produktion betreibt, stärker als Auftragsfertiger auftreten und damit mit Firmen wie TSMC und Samsung konkurrieren.

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