Jeff Zhang und Rolf Michl übernehmen das Ruder
Audi ordnet Führung in China neu
Audi stellt sein Führungsteam in China neu auf. Jeff Zhang übernimmt die Leitung von Audi China, Rolf Michl wechselt als COO nach Peking. Parallel regelt der Hersteller die Nachfolge bei Audi Sport und setzt auf eine schlankere Führungsstruktur.
Jeff Zhang (l.) und Rolf Michl sollen Audi in China wieder auf die Erfolgsspur bringen.
Audi
Audi richtet seine Führungsstruktur im chinesischen Markt neu aus. Zum 1. November 2026 übernimmt Jeff Zhang die Position des Präsidenten von Audi China. Gleichzeitig wechselt Rolf Michl, bislang Vorsitzender der Geschäftsführung der Audi Sport GmbH, als Chief Operating Officer (COO) nach China. Künftig bilden beide gemeinsam die Führungsspitze von Audi China.
Mit der Neuaufstellung reagiert der Hersteller auf die hohe Dynamik im weltweit größten Automobilmarkt. Nach Angaben des Unternehmens soll die Managementstruktur verschlankt und stärker auf die Herausforderungen durch neue Wettbewerber, technologische Veränderungen und veränderte Kundenerwartungen ausgerichtet werden.
Audi hat im Reich der Mitte aktuell massive Probleme. Im dritten Quartal 2026 setzten die Ingolstädter dort nur gut 328.000 Fahrzeuge ab – ganze 24,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Ein schwerer Schlag für Audi, da die China-Verkäufe für knapp ein Drittel des weltweiten Absatzes stehen.
Doppelspitze für das China-Geschäft
Eine große Herausforderung also für den neuen China-Boss Jeff Zhang, der zuletzt als CEO die Marke Chery International verantwortete. Bereits zwischen 2018 und 2020 war er für Audi in China tätig und begleitete unter anderem den Aufbau der Vertriebsorganisation von SAIC Audi. Weitere Stationen führten ihn zu Stellantis sowie Nissan. Rolf Michl bringt ebenfalls langjährige Audi-Erfahrung mit. Seit 2022 steht er an der Spitze der Audi Sport GmbH. Zuvor war er in verschiedenen Funktionen im Produktmanagement sowie in Vertrieb und Marketing tätig und verantwortete unter anderem Audi Sport Racing.
Audi-CEO Gernot Döllner begründet die Veränderungen mit den Anforderungen des chinesischen Marktes. Das Unternehmen setze auf „ein Führungsteam, das internationale Erfahrung, lokale Marktkenntnis und konsequente Umsetzung verbindet“.
Der bisherige Präsident von Audi China, Johannes Roscheck, gibt seine Funktion zum 1. November ab und kehrt Anfang 2027 nach Ingolstadt zurück. Döllner würdigte dessen Rolle bei der Weiterentwicklung des China-Geschäfts. Roscheck habe die Zweimarkenstrategie vorangetrieben, die Zusammenarbeit mit den chinesischen Joint-Venture-Partnern gestärkt und die strategische Neuausrichtung von Audi im Land wesentlich mitgestaltet.
Kontinuität bei Audi Sport
Mit dem Wechsel von Michl nach China wird auch die Führung der Audi Sport GmbH neu geregelt. Die operative Leitung übernimmt ab November kommissarisch Rouven Mohr zusätzlich zu seiner Funktion als Entwicklungsvorstand bei den Ingolstädtern.
Mohr verfügt über reichlich Erfahrung im Performance-Segment. Nach verschiedenen Führungsaufgaben bei Audi war er unter anderem als Chief Technical Officer bei Lamborghini tätig, bevor er im Frühjahr 2026 in den Audi-Vorstand wechselte. Er beerbte Geoffrey Bouquot, der die Position nur ein gutes Jahr innehatte.