Engineering-Standort in Schweden
Deshalb expandiert Bertrandt in Skandinavien
Mit Bertrandt Sverige AB gründet das Unternehmen einen Standort in Schweden und rückt damit näher an OEMs wie Volvo Cars. Als strategischer Lieferant des OEMs will Bertrandt in der Entwicklung anspruchsvolle Projekte übernehmen.
Der internationale Engineering-Dienstleister mit langjähriger Automotive-Expertise expandiert nach Schweden.
Bertrandt AG
Mit der Gesellschaftsgründung in Schweden geht das vor allem
für sein Engineering-Knowhow im Bereich Automotive bekannte Unternehmen einen
„nächsten strategischen Schritt entlang unserer
Internationalisierungsstrategie“, so Michael Lücke, Mitglied des Vorstands der
Bertrandt AG. Den Leitgedanken dieser Strategie fasst man beim Unternehmen
unter „Unlock the Swedish potential“ zusammen, ein Claim, der unter dem
Vorzeichen verstanden werden soll, dass man bei Bertrandt die eigene
Outsourcingskompetenz mit schwedischer Innovationskraft zusammenbringen möchte.
Wie
Florian Fuest, Chairman of the Board of Directors Bertrandt Sverige AB,
erklärt, soll die neu gegründete Gesellschaft Bertrandt Sverige AB in Schweden
zum bevorzugten Partner im Bereich Engineering werden. Die Entscheidung für die
Stadt Göteborg habe man bewusst getroffen, heißt es dazu. Denn der Standort
liegt in unmittelbarer Nähe zu Volvo Cars, der Volvo Group und zur renommierten
Chalmers University of Technology. Diese Umgebung biete ideale Voraussetzungen
für technologische Zusammenarbeit und Innovation. Bertrandt soll in der
Entwicklung als strategischer Lieferant von Volvo Cars anspruchsvolle Projekte
übernehmen.
Den schwedischen Markt sieht man als weitere Chance für den
Gesamtkonzern, heißt es bei Bertrandt auf Anfrage von Automobil Produktion. Entlang der Veränderungen im Outsourcingmodell würden sich hier auch Chancen für die komplette Gruppe ergeben. „Zudem ist der lokale Markt intakt und entlang der strategischen Supplier-Auswahl bei Volvo für uns hoch
attraktiv“, betont eine Sprecherin des Unternehmens. Weiteres Wachstum werde entlang des Business-Plans über die kommenden Wochen,
Monate und Jahre erfolgen. Die ersten Mitarbeiter sind in einem Büro bereits im Einsatz. Das Unternehmen plant über 200 Mitarbeiter am Standort.
Bertrandt ist in Skandinavien bereits aktiv
Bertrandt engagiert sich neben Automotive auch in zahlreichen weiteren Industrien. Bereits im Oktober meldete das Unternehmen Erfolge bei seinem
Engineering-Engagement und gab bekannt, mit Dahlrail einen Partner
in der Railbranche für den skandinavischen Markt gefunden zu haben. In der
Strategie 2027 ist die Diversifikation in andere Branchen fest im Unternehmen
verankert, unter anderem auch in den Bahnsektor. Vor diesem Hintergrund spricht
man bei Bertrandt von erheblichem Marktvolumen für Engineering-Dienstleistungen
in der Region.
Gemeinsam mit Dahlrail konnte bereits ein erster Auftrag von
Norske Tog, einem Staatsunternehmen, gesichert werden. Wie Bertrandt meldete,
hat man bereits mit der Umsetzung des Auftrags begonnen. Mit dem Auftrag will
man Fachwissen im Re-Engineering oder in der Neuentwicklung von Bauteilen
einbringen und innovative Lösungen für die Bahnindustrie schaffen. Diese
Partnerschaft legt Bertrandt zufolge den Grundstein für die Zusammenarbeit in
der Entwicklung sowie von nicht mehr verfügbaren Bauteilen. Dahlrail und
Bertrandt werden durch die Zusammenarbeit zum Gesamtanbieter von der
Entwicklung bis zur Montage in diesem Markt. Kunden wolle man so eine schnelle
und effektive Lösung anbieten, heißt es.
Diversifiziertes Portfolio auf dem türkischen Markt
Um die Kapazitäten im Engineering weiter auszubauen, hatte Bertrandt bereits im April die
Eröffnung eines Standorts in Istanbul verkündet, mit dem Ziel, die Kapazitäten
im Engineering für Offshore, Nearshore und Onsite künftig weiter auszubauen.
Der Standort soll dem Unternehmen zufolge als Schnittstelle und Orchestrator
für multidisziplinäre und unternehmensübergreifende Technologie-Entwicklung
fungieren. Dazu zählen technologische Benchmark-Analyse, Machbarkeitsberatung,
(Embedded) Software-Entwicklung, Design und Prototyping, Maschinenentwicklung
und Automatisierung, Robotik, Test und Validierung, H2- Wasserstofftechnologien
sowie Projektmanagement.